Montag, 6. Oktober 2014

"Everflame: Feuerprobe" - Josephine Angelini

Dressler Verlag, 2014
19,99 Euro

Handlung:
Feuerrote Locken, unglücklich verliebt und so ziemlich gegen alles allergisch, was es gibt: Lily Proctor ist 17 und die Außenseiterin an der Highschool von Salem. Lily wünscht sich nichts mehr, als von hier zu verschwinden - und findet sich in einem furchterregenden anderen Salem wieder, in dem mächtige Frauen herrschen. Die stärkste und grausamste dieser »Crucible« ist Lillian - und Lily wie aus dem Gesicht geschnitten. Sind Lilys Allergien und Fieberschübe tatsächlich magische Kräfte und ist sie selbst eine Hexe? In einem Strudel aus gefährlichen Machtkämpfen und innerer Zerrissenheit, begegnet Lily sich selbst - und einer unerwarteten Liebe.
(Quelle: hier)


Meine Meinung:
Ich befürchte, Frau Angelini und ich kommen auf keinen gemeinsamen Nenner oder grünen Zweig oder wie auch immer man das nennen möchte. Ich habe schon ihre erste Buchreihe, diese "Göttlich-" Bücher, im Buch 1 recht entnervt und schockiert angesichts mancher Handlungswendungen nach der Hälfte abgebrochen. Ihre neue Buchreihe "Everflame" lockte mit einer interessant klingenden Inhaltsangabe, aber schon nach wenigen Kapiteln musste ich mir auch hier eingestehen, dass dieses Buch einfach nicht mein Fall ist.
Die ersten Kapitel sind noch ganz nett und stellen Hauptfigur Lily ins Scheinwerferlicht. Die hat es nicht ganz leicht, scheinbare Allergien und diverse Gesundheitsprobleme machen ihr das Leben ziemlich schwer und sorgen dafür, dass sie auch für ihren Schwarm Tristan eigentlich nicht mehr ist als eine gute Freundin. Als es ihr mal wieder so richtig mies geht, landet sie - wie durch Zauberhand - in einer Art Parallelwelt, in der ihre Doppelgängerin Lilian an der Macht ist. In dieser Welt ist einiges im Argen und Lily fragt sich zunehmend, welche Rolle sie hier zu spielen hat.
Und genau das ist so ein Punkt, der mich beispielsweise gestört hat: auch ich habe null durchgeblickt, welche Rolle Lily spielen soll. Hier wird lange nichts wirklich erklärt, die Erzählung schwappert so vor sich hin an der Oberfläche, ohne mal genauer zu werden. Auch ich habe mich gefragt, worauf das hier alles hinauslaufen soll. Man merkt schnell, dass Lily die Gute und Lilian die Böse ist - aber was plant die eine mit der anderen? Ich musste auch feststellen, dass Lilys "Alter Ego" Lilian nicht unbedingt dazu beiträgt, sie sympathischer zu machen als Romanfigur. Denn so außergewöhnlich Lily vielleicht vom Äußerlichen wirkt, so langweilig und vorhersehbar erschien sie mir als Persönlichkeit. Lilian, die neben der lieben und herzensguten Lily wie ein echtes Scheusal wirkt, ist ja letztlich nur eine andere Seite von Lily - in einer anderen Welt. 
Mir hat es außerdem viel zu lange gedauert, bis hier endlich mal was passiert, und selbst das ist dann so undurchsichtig, dass ich ratlos die Seiten umblätterte. Die Welt, in der Lily landet, ist eine merkwürdige Mischung aus Alt und Modern, mit Wolkenkratzern und viel Technik; gleichzeitig ziehen die Männergruppen wie Jäger durch die Wälder, sitzen um Lagerfeuer herum und schnitzen ihre Pfeilspitzen für die Bögen. Ach ja, und die Magie natürlich. Irgendwie kann nahezu jeder mit irgendwelchen Wunschsteinen zaubern und tolle Sachen anstellen. Komisch. 
Als dann schließlich auch noch das altbekannte Muster einer Dreiecksbeziehung durchblitzte, war ich schon ziemlich genervt und gelangweilt. Hier fehlt einfach eine Sogwirkung oder irgendetwas, das so verblüffend und unerwartet ist, dass man einfach mehr davon wissen möchte. Die Story und die Figuren haben mich einfach nicht interessiert und das wurde von Seite zu Seite schlimmer. Ich geb´s zu: irgendwann habe ich begonnen, nur noch quer zu lesen und hier und da auch mal eine Seite zu überblättern, bis das Ende in Sicht kam.

Fazit:
Auch die "Everflame"-Reihe von Frau Angelini trifft nicht meinen Geschmack; diese Bücher werde ich ebenso wenig verfolgen wie ihre erste Buchreihe.



2 Kommentare:

  1. Ach schade, irgendwie lockt mich die Reihe doch, auch wenn ich bisher einige nicht so ganz begeisterte Rezensionen gelesen habe. Und das Stichwort "Dreiecksbeziehung" ist gerade ein rotes Tuch für mich. Davon kann ich echt nichts mehr lesen.

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  2. Ich weiß auch nicht, ich war irgendwie ziemlich enttäuscht von dem Buch. Das ist ein Buch, das keinerlei Eindruck hinterlässt und das man sofort wieder vergessen hat. Aber dir hat ja auch die "Göttlich"-Reihe gut gefallen, also vielleicht trifft das hier doch deinen Geschmack...

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