Donnerstag, 4. September 2014

"Gated - Die letzten 12 Tage" - Amy Christine Parker

dtv, 2014

Handlung:
Bis vor Kurzem glaubte die siebzehnjährige Lyla, die Gemeinschaft von Mandrodage Meadows, in der sie mit ihrer Familie lebt, bewahre sie vor dem Bösen in der Welt und dem bevorstehenden Weltuntergang. Dann trifft sie Cody, einen Jungen von außerhalb, und stellt fest, dass sie in Wahrheit in einem perfiden Unterdrückungssystem gefangen ist. Doch Lylas Versuch, gegen Pioneer, den ebenso charismatischen wie gefährlichen Führer der Gemeinschaft, zu rebellieren, führt zum Kampf . . .


Meine Meinung:
"Gated" ist eins dieser Bücher, die einem Bauchschmerzen verursachen. Nicht etwa, weil sie schlecht wären. Nein, das ist "Gated" in der Tat nicht. Sondern weil man sich beim Lesen unweigerlich vorstellt, dass so etwas irgendwo auf der Welt in genau diesem Moment tatsächlich so passieren könnte.
Entgegen meiner anfänglichen Vermutung, "Gated" könnte eine dystopisch angehauchte Geschichte sein, entpuppt sich die Handlung nach und nach als etwas vielmehr "Reales". Etwas, dass es in der Vergangenheit auch schon längst gegeben hat - wie man nicht zuletzt an den Zitaten am Anfang eines jeden Kapitels sehen kann. Denn die stammen zum Teil von realen Sektenführern, die ihren Schrecken tatsächlich schon verbreitet haben.
Denn genau darum geht es: Sekten. Lyla wächst seit Jahren wohlbehütet in einer Kommune auf. Gemeinsam mit ihren Eltern lebt sie ein einfaches Leben und befolgt die Regeln, die der Anführer Pioneer aufgestellt hat. Pioneer ist es auch, der der Gemeinde eines Tages den bevorstehenden Weltuntergang erklärt und entsprechende Vorkehrungen anordnet.
Lyla hat keinen Grund, ihm nicht zu glauben. Doch dann geschehen Dinge, die sie ihr Leben und ihre bisherige Weltanschauung in Frage stellen lassen - und plötzlich ist für sie nichts mehr, wie es bisher war. Für sie ändert sich alles. Sie weiß nicht mehr, wem sie glauben soll, wem sie überhaupt noch vertrauen kann, was sie tun soll.
Was Lyla hier in ihrer kleinen beschaulichen Kommune durchlebt, ist die absolute Gehirnwäsche. Nicht nur mich hat es beim Lesen geschüttelt - am liebsten hätte ich ins Buch gegriffen und Lyla geschüttelt, um sie zur Besinnung zu bringen. Dass Menschen so gutgläubig sein können, sich so manipulieren lassen von einer einzigen Person, das hat mir wirklich eine Gänsehaut verursacht. Vor allem, weil man daran erinnert wird, dass dieses Szenario eben nicht nur im Buch stattfindet, sondern dass es in der Vergangenheit solch reale Fälle gegeben hat. Dass es irgendwo vielleicht wirklich eine "echte" Lyla gegeben hat. 
Man drückt Lyla beim Lesen also die Daumen und wünscht ihr, dass sie zur Vernunft kommt und sich richtig entscheidet. Ob sie das letztlich tut, sollte jeder selbst nachlesen.

"Gated" konnte mich durch seine Atmosphäre völlig gefangen nehmen; es ist eine temporeiche, spannende und wirklich lesenswerte Erzählung - und noch dazu ein abgeschlossener Einzelband, also genau richtig für alle, die der zahlreichen Buchreihen im Regal müde geworden sind.


Ein herzliches Dankeschön an den Deutschen Taschenbuchverlag für das Rezensionsexemplar!



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