Samstag, 27. September 2014

Auch noch gelesen (Kurzrezensionen)

Na gut, so kurz sind sie gar nicht, wenn ich mir das so ansehe. Aber es sind halt dieses Mal wirklich sehr subjektive Meinungsäußerungen mit viel Blabla, daher wollte ich keine "richtigen" Rezensionen draus machen.

Laini Taylor "Days of blood and starlight"
Lese-Bingo: Ein Buch mit nicht-menschlichen Charakteren

Puh, das war ein schwieriges Unterfangen mit diesem Buch... Von Teil 1 war ich ja restlos begeistert, das Buch hat mich umgeworfen und ich habe es innerhalb weniger Stunden durchgelesen. Gleich zweimal. An Teil 2, also eben "Days of blood and starlight", saß ich dagegen monatelang, weil ich eigentlich immer nur damit beschäftigt war, das Buch nach gerade mal 3 gelesenen Seiten wieder entnervt zur Seite zu legen und lieber nach anderer Lektüre zu greifen. Ich fand diese Fortsetzung unsäglich langweilig und nichtssagend. Gerade die erste Buchhälfte ist so ... schnarchig! Es passiert nichts, oder zumindest nichts, das mein Leserherz begeistert am Lesen gehalten hätte. Stattdessen habe ich mich vielmehr durch die Kapitel gequält und immer mehr Fragezeichen vor die Stirn bekommen, weil mir manches einfach nicht einleuchtete. Oftmals habe ich gar nicht mehr durchgeblickt, wo (also wirklich im räumlich-geografischen Sinne) sich Karou und Akiva eigentlich gerade aufhielten, ob noch in dieser Welt oder einer anderen oder vielleicht auch ganz woanders (bei Engeln und so weiß man ja nie...). Und wer die ganzen Personen oder Gestalten oder was auch-immer-für-Lebensformen sind, die hier zuhauf namentlich benannt werden - die aber eigentlich letztlich gar keine Rolle spielen. Das war alles so undurchsichtig, an vielen Stellen wirklich viel zu langatmig berichtet - und den Zauber, den ich beim Lesen vom ersten Teil gespürt habe, der war hier schlicht und einfach weg. Im Band 1 fand ich die Schilderungen von Prag und Karous wundersamer Welt so ... ansprechend und charmant, und hier ist davon überhaupt nichts mehr zu merken. Einzige Lichtblicke in diesem Seitenwust waren die Kapitel mit Zuzana und Mik, denn die beiden sind echt herrlich zusammen. Und das letzte Buchdrittel fand ich dann doch gelungen, denn da passiert endlich mal was. Reicht aber nicht, um mich diesen zweiten Teil wohlwollend im Kopf behalten zu lassen. Nur ... auf Teil 3 bin ich jetzt trotzdem neugierig.

Liz Czukas "Kopf, Zahl oder Liebe"
"Kopf, Zahl oder Liebe" ist eine niedliche kurze Geschichte über die Sorgen und Nöten von Heart, einem High-School-Mädel, das gleich 2 Einladungen zum Abschlussball bekommt. Für wen soll sie sich entscheiden? Wie sagt sie einem am besten ab und mit welcher Begründung? Was also zunächst wie ein typischer Teenieroman mit diversen Klischees und Übertreibungen um völlig unwichtige Dinge klingt, hat mich dennoch sehr positiv überraschen können. "Kopf, Zahl oder Liebe" liest sich zwar schnellstens weg, ich habe nicht mal 3 Stunden gebraucht, aber es unterhält bestens. Das liegt vor allem an der Erzählperspektive. Denn am Abend des Balls kann man Heart auf zwei Erzählebenen begleiten: in der einen Version hat sie sich für Troy entschieden, in dem anderen Erzählstrang aber für Ryan. Kapitelweise wechseln sich die beiden Erzählungen ab, in beiden möglichen Abenden passieren Heart diverse unvorhergesehene Missgeschicke und Missverständnisse, einige Unglücke und einige sehr schöne Momente. Interessanterweise laufen beide Erzählstränge letztlich auf ein gleiches Ende hinaus - das mich zwar anfangs etwas irritiert hat (der Weg zum Ende ist ganz anders, als ich erwartet hätte), aber dennoch durchaus gelungen.
Wer mal Lust hat auf eine kurzweilige, sympathische und sehr unterhaltsame Geschichte rund um einen verkorksten Abschlussball, dem sei "Kopf, Zahl oder Liebe" wärmstens ans Herz gelegt.


Arthur Conan Doyle "Sherlock Holmes - Eine Studie in Scharlachrot"
Lese-Bingo: Ein Buch, das älter als 10 Jahre ist

Ein Geständnis: Ich hatte nie Lust oder Ambitionen, "Sherlock Holmes" zu lesen. Jahrelang war mir dieser Klassiker der Literatur einfach egal, auch wenn ich Detektivgeschichten oder eben einen richtig guten Krimi durchaus mal mag.
Dann kam "Sherlock" als Serie vom britischen Sender BBC heraus und ich war verloren. Das war so ziemlich das Genialste, was ich seit seeehr langer Zeit sehen durfte und war augenblicklich vernarrt in die Serie. In die Darsteller. In die Dialoge. In den Wortwitz. In die unglaublichen Analysefähigkeiten von Sherlock Holmes, der da grandios dargestellt wird von Benedict Cumberbatch. Ich war fortan einfach "Sherlocked" und habe mich wie ein kleines Kind zu Weihnachten auf jede einzelne Folge gefreut (die da bisher "leider" nur 9 an der Zahl sind). Und plötzlich war mein Interesse doch geweckt, herauszufinden, ob Sir Arthur Conan Doyle etwa tatsächlich 1887 schon ebenso genial die Vorlage geschrieben hat wie das, was sie Serienleute letztlich aus eben dieser Vorlage gezaubert haben. Also habe ich mir dieses Buch mit den 4 Romanen zu "Sherlock Holmes" zugelegt (es gibt nur 4 "richtige" Romane, die restlichen Fälle von Sherlock Holmes sind in Kurzgeschichten verfasst) und Roman 1 gelesen: den allerersten Fall von Sherlock Holmes und Dr. John Watson. (Mir ist übrigens absolut bewusst, dass das die falsche Reihenfolge ist: erst die Verfilmung und dann das Buch. Verwerflich, jaja, ich weiß...)
Nun,... Ich mag jetzt wie ein Kulturbanause rüberkommen, aber den Roman fand ich eher lahm. Oder nein, nicht lahm. Aber halt nicht so aufregend. Oder spannend. Sicher, das mag daran liegen, dass ich die Serie im Kopf habe und weiß, wie die Story dort umgesetzt wurde. Ende des 19. Jahrhunderts gab´s noch nicht die knalligen Special Effects und Google und Smartphones - alles Hilfsmittel, die Sherlock sich in der Serie zu Nutzen macht. Trotzdem fehlt der Romanvorlage hier und da ein wenig Pepp und es kommt alles arg steif herüber. Für die damaligen Zeiten ist das natürlich durchaus angemessen, und letztlich ist der Fall, den Sherlock da auflöst, auch wirklich nicht ohne. Was mich in dieser Geschichte jedoch wirklich gestört hat, ist der Bruch in der laufenden Erzählung, der durch einen Rückblick entsteht und der über mehrere Kapitel läuft. In diesem Rückblick wird die Vorgeschichte aus Sicht der Täter und der Opfer erzählt, die jedoch schon viele Jahre früher und auch auf einem ganz anderen Kontinent spielt. Das fand ich merkwürdig, hat in meinen Augen zuviel Raum eingenommen und es hat den Erzählfluss einfach ziemlich gestört.
Trotzdem hat mich dieser erste Roman neugierig gemacht und ich denke, in die anderen 3 Romane über Sherlock Holmes werde ich ebenfalls mal reinschnuppern.


Mark Frost "Paladin Project: Renn um dein Leben"
Ich gestehe, hier habe ich mich arg von den vielen positiven Bewertungen leiten lassen. Irgendwann ist mir dieses Buch beim Stöbern mal vor die Nase gekommen und es erinnerte mich in der Beschreibung ein wenig an "Remember" von Roland Jungbluth, an die "Labyrinth"-Reihe von Rainer Wekwerth sowie an diese "Black Out"-Reihe von Andreas Eschbach - also an Bücher, die mir sehr gefallen haben. Tatsächlich musste ich aber feststellen, dass ich für "Paladin Project" wohl doch einfach schon zu alt bin. Und das lag nicht unbedingt (nur) daran, dass die Helden der Geschichte alle 15-16 jährige Schulkinder sind.
Vielmehr hat mich die Aneinanderreihung von sinnfreien Actionszenen, die keinen richtigen Zweck verfolgen, gestört. Das zum einen. Zum anderen ist für meinen Geschmack hier einfach zuviel reingepackt an Ideen, die der Autor miteinander verbinden wollte - und das hat dann nicht so recht geklappt, wenn man sich mal ein wenig reindenkt und wirklich "rational" überlegt, was hier eigentlich gerade alles abgeht auf den Buchseiten. Einerseits geht´s um komische Monster und Gestalten aus einer anderen, einer Art Parallelwelt, dann gibt´s Schutzengel, die nicht für jeden sichtbar sind, eine merkwürdige und natürlich sehr fiese Geheimorganisation ist auch am Start, und das alles gespickt mit historisch korrekten Fakten über Karl den Großen. Zu viel des Guten. Zumal alles in einen äußerst kompakten und eng gehaltenen Zeitrahmen von gerade einmal 3 Tagen gestopft wurde und man dem Helden Will West gar nicht so recht abkaufen kann und mag, dass er nicht auch einfach mal Bock hat, schlafen zu gehen oder mal aufs Klo muss...
War nicht mein Fall, auch wenn ich es letztlich bis zum Ende durchgelesen habe, und auf die Fortsetzung werde ich verzichten.

2 Kommentare:

  1. Ich würde nahelegen, da man Holmes nicht chronologisch Lesen muss, "Das Zeichen der Vier" dann erstmal zu überspringen, der folgt nämlich einer sehr ähnlichen Struktur, und eher zu "Der Hund von Baskerville" überzugehen.

    Aber falls du was für Kurzgeschichten übrig hast, würde ich unbedingt empfehlen mal in diese Reinzuschnuppern, ich finde Doyle war, bei seinem Holmes zumindest, besser beim Verfassen der Kurzgeschichten.

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