Montag, 22. September 2014

"Am Ende des Tunnels" - Tobias Klatt

Feuerwerke Verlag, 2014
ebook: 2,99 Euro
Taschenbuch: 8,99 Euro

Lese-Bingo: Ein Buch, das auf einer wahren Begebenheit beruht


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Handlung:
Frank ist Flaschensammler. Bis zu dem Tag, als er den amerikanischen Draufgänger Ben und den iranischstämmigen Moralisten Mozdeh trifft. Auf der Suche nach einer Möglichkeit, die gesellschaftlichen Zwänge hinter sich zu lassen, planen sie einen Tunneleinbruch auf eine Bank in Berlin Steglitz. Der erste Spatenstich ist einfach, doch dann gerät der Coup außer Kontrolle: Von einem verbrechenserfahrenen Obdachlosen angeleitet und einem polnischen Mafiaboss gejagt, müssen sie ihr Vorhaben auch noch vor der eigenen Überzeugung und der schönen Tochter des Filialleiters rechtfertigen. Und wie schafft man es eigentlich, einen knapp vierzig Meter langen Tunnel präzise zu einem Tresor zu führen...?



Meine Meinung:
"Am Ende des Tunnels" beruht auf einem wahren Bankraub, der sich 2012/2013 in Berlin-Steglitz ereignete. Damals erbeuteten die Täter 10 Millionen Euro - und bis heute ist nicht geklärt, wer diese Täter sind und wie sie den als "Steglitz-Coup" bekannt gewordenen Geniestreich (denn so muss man es einfach nennen) durchführen konnten. Es gibt viele Indizien, viele Spuren, aber nichts Genaues. Man kann sich also seine Gedanken machen und der Fantasie freien Lauf lassen. Wie könnte dieser Bankraub abgelaufen sein? Wer sind die Täter, warum haben sie das getan? Was ist aus ihnen geworden?
Dr. Tobias Klatt hat genau das getan: seiner Fantasie freien Lauf gelassen. Zusammen mit den Fakten und Daten, die über die Tat veröffentlicht wurden und mittlerweile bekannt sind, hat er sich überlegt, wie es zum Steglitz-Coup gekommen sein könnte. In seiner Version raufen sich drei sehr unterschiedliche Gestalten, jede auf ihre Weise sehr interessant und gleichsam vom Unglück gebeutelt, zusammen und planen einen Bankraub. Mithilfe eines Tunnels wollen sie in den Tresorraum vordringen und sich dort bedienen, immer in der Aussicht auf ein besseres Leben.

Was ich vor allem so interessant an diesem Buch fand, war die "Leichtigkeit", mit der hier alles vonstatten geht. Ich hatte beim Lesen nicht selten das Gefühl, dass den Dreien alles sehr leicht fällt, dass das Glück arg seine Hände im Spiel hat und auch gerade der Tunnelbau gar nicht mal sooo anstrengend rüberkommt. Man kann fast den Eindruck kriegen, so schwer sei das ganze Unterfangen gar nicht - warum hat es nicht schon längst jemand davor getan?! Trotzdem habe ich die ganze Zeit im Hinterkopf, dass dieser Fall ja aber tatsächlich und real so passiert ist - dass also alles, was Herr Klatt hier beschreibt, wirklich genau so gewesen sein könnte. Nur dass die echten Täter sicher einige Probleme mehr zu bewältigen hatten.
Trotzdem fängt man unweigerlich an, den ja eigentlich "Bösen" die Daumen zu drücken und ihnen zu wünschen, dass alles gut werden wird und dass sie am Ende tatsächlich mit ihren Millionen verschwinden können - was umso paradoxer ist, weil man ja weiß, dass es schon längst wirklich geklappt hat. 
Dennoch hat mich das Ende der Geschichte überrascht. So richtig. Denn Herr Klatt baut noch Unvorhergesehenes ein und eine Wendung, mit der ich wirklich nicht gerechnet habe. Das Ende macht nachdenklich, ohne Frage. Aber mich hat es auch zum Lächeln gebracht.

"Am Ende des Tunnels" hat mir ausgesprochen gut gefallen. Angesichts seiner überschaubaren Länge (im Taschenbuch sind es nur 190 Seiten) hat man zwar nicht allzu lange daran zu lesen; das mag aber auch daran liegen, dass die Geschichte den Leser mitzieht. Man will wissen, was passiert; man will wissen, wie das alles ausgeht, obwohl man es ja eigentlich schon zu glauben weiß. Dass man am Ende so überrascht wird, ist für mich dann noch das i-Tüpfelchen.


Ein herzliches Dankeschön an den Feuerwerke Verlag und Blogg dein Buch!


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