Mittwoch, 27. August 2014

"Paper Towns" - John Green

Kindle Edition, 2010

Handlung:
"Quentin—or “Q.” as everyone calls him—has known his neighbor, the fabulous Margo Roth Spiegelman, since they were two. Or has he? Q. can’t help but wonder, when, a month before high school graduation, she vanishes. At first he worries that she might have committed suicide, but then he begins discovering clues that seem to have been left for him, which might reveal Margo’s whereabouts. Yet the more he and his pals learn, the more Q. realizes he doesn’t know and the more he comes to understand that the real mystery is not Margo’s fate but Margo herself—enigmatic, mysterious, and so very alluring.


Meine Meinung:

"The thing is that I do believe in college, and jobs, and maybe even babies one day. I believe in the future. Maybe it´s a character flaw, but for me it is a congenital one."

Über 2 Jahre hatte ich das ebook "Paper Towns" auf meinem Kindle, ohne jemals reingelesen zu haben. Angesichts der John Green-Lesewoche, die vor kurzem lief, änderte ich diesen Umstand. Interessanterweise hatte mich die Story schon nach wenigen Kindle-Seiten völlig gefangen. Ich fand Quentin toll, seine Freunde herrlich abgedreht und den Schauplatz der Handlung innerhalb der letzten paar Tage vor dem Schulabschluss interessant gewählt. Denn ich denke, das ist tatsächlich ein Zeitpunkt, an dem man wirklich und ehrlich über sein Leben und seine Ziele und Pläne nachdenkt - nicht nur im Buch, auch in der Realität. 
John Green lässt uns an den Gedanken von Quentin in diesen Tagen vor den großen Veränderungen teilhaben. Diese Gedanken sind jedoch sehr von Margo bestimmt, die Quentin als eine Art Idealversion eines Mädchens ansieht. Als Kinder hatten sie viel miteinander zu tun, nicht zuletzt, weil sie Nachbarn waren. Doch heute? Heute ist Margo unerreichbar, anbetungswürdig, eine von den Coolen und scheint Quentins Ansicht nach irgendwie über alles und jedem zu stehen. Bis sie plötzlich verschwindet, so kurz vor dem Abschluss, und Quentin scheinbar kleine Hinweise hinterlässt, wo sie zu finden ist. Quentin macht sich auf in die wohl größte Schnitzeljagd seines Lebens, tatkräftig unterstützt von seinen Freunden.

Soll ich ehrlich sein? Mir haben die letzten Kapitel am besten gefallen. Die Kapitel des Road-Trips, die Quentin gemeinsam mit seinen Kumpels verbringt. Die haben mir persönlich am meisten Spaß gemacht und waren am abwechslungsreichsten. 
Denn der lange Mittelteil vorher - das war mir irgendwie zuviel. Quentin sucht Margo, und das scheint gar kein Ende zu nehmen und dabei dennoch immer wieder dem gleichen Muster zu folgen. Er macht eine Entdeckung, sucht und kehrt niedergeschlagen und in sich gekehrt wieder nach Hause zurück, bis ihm der nächste Gedankenblitz kommt. Irgendwann fand ich das ermüdend. Vor allem aber ging mir das Auseinanderpflücken des Gedichts von Walt Whitman, das für Margo scheinbar eine so wichtige Bedeutung hat, dass sie es Quentin als Hinweis da lässt, irgendwann auf den Keks, und ich habe die Gedicht-Abschnitte einfach übersprungen. (Und ich hab trotzdem nichts verpasst.) Zumal all dieses Nachdenken nicht dazu beitragen konnte, mir Margo interessanter zu machen. Alles, was ich so über sie erfahren habe; was ich mir darüber zusammen gereimt habe, wie sie tickt und was sie denkt, das hat eher dazu geführt, dass mir Margo immer unsympathischer wurde, eingebildet und überheblich vorkam - als würde sie mehr von der ganzen Welt verstehen und wissen als alle anderen. Irgendwann konnte ich gar nicht mehr nachvollziehen, warum Quentin sie eigentlich noch sucht.

Ich fand´s ein wenig schade, dass man eigentlich so wenig über Quentin selbst erfährt und zumindest ich mir nur schlecht ein Bild von ihm machen konnte, weil einfach alles, was ihn hier ausmacht, von Margo bestimmt zu sein scheint; immer nur als Reaktion auf das erfolgt, was er sich über Margo gedacht hat. Alles, was er denkt, was er ausspricht, hat immer nur das Ziel, Margo näher zu kommen und sie zu finden. Ich hätte gern mehr von Quentin selbst, so wie ER ist, mitbekommen, und das ist mir am besten eben in diesen letzten Kapiteln des Road-Trips gelungen. 

Zusammenfassend bin ich froh, "Paper Towns" doch endlich mal gelesen zu haben, auch wenn es meine Vorstellungen, die ich mir vorm Lesen gemacht hatte, gar nicht getroffen hat. 


4 Kommentare:

  1. Schöne Rezi, Caro! Du hast absolut Recht, dass der Fokus die meiste Zeit auf Margo liegt. Das war wirklich ein bisschen schade, und auch ansonsten bin ich deiner Meinung. :)

    Darf ich deine Rezi im Auswertungs-Artikel verlinken? :)

    Ganz liebe Grüße <3
    Kim

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  2. Schade, dass dich das Buch nicht ganz überzeugen konnte. Übrigens war es bei mir umgekehrt: Ich mochte den Teil mit dem Rätseln und Suchen mehr als dann den Roadtrip.

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  3. Bei mir liegt das Buch auch noch irgendwo. Der deutsche Klappentext war nicht so doll (die Ausgabe gehört meinem Freund), aber jetzt bin ich doch überzeugt :)

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  4. Ich finde, es ist durchaus lesenswert, auch wenn man anfangs vielleicht andere Erwartungen entwickelt.

    @ Kim: Na klar kannst du die Rezension verlinken :)

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