Montag, 11. August 2014

"Ein Buchladen zum Verlieben" - Katarina Bivald

btb Verlag, 2014
19,99 Euro

Handlung:
Es beginnt mit einer ungewöhnlichen Brieffreundschaft. Die 65-jährige Amy aus Iowa und die 28-jährige Sara aus Schweden verbindet eines: Sie lieben Bücher – mehr noch als Menschen. Begeistert beschließt die arbeitslose Sara, ihre Seelenverwandte zu besuchen. Als sie jedoch in Broken Wheel ankommt, ist Amy tot. Und Sara plötzlich mutterseelenallein. Mitten in der Einöde. Irgendwo in Iowa. Doch Sara lässt sich nicht unterkriegen und eröffnet mit Amys Büchersammlung einen Laden. Und sie erfindet neue Kategorien, um den verschlafenen Ort für Bücher zu begeistern: »Die verlässlichsten Autoren«, »Keine unnötigen Wörter«, »Für Freitagabende«, »Gemütliche Sonntage im Bett«. Ihre Empfehlungen sind so skurril und liebenswert wie die Einwohner selbst. Und allmählich beginnen die Menschen aus Broken Wheel tatsächlich zu lesen – während Sara erkennt, dass es noch etwas anderes im Leben gibt außer Büchern. Zum Beispiel einen ziemlich leibhaftigen Mr. Darcy …
(Quelle: hier)

Handlung:

„Wie konnte man Warntexte auf Zigarettenschachteln verlangen, aber nicht auf tragischen Büchern?“ (S. 176)

Dieses Buch ist ein schriftgewordenes Paradies für alle Leseverrückten und Buchverliebten. Denn Hauptfigur Sara dürfte mit ihrer Art und ihren vielen kleinen buchigen Macken den Lesebegeisterten direkt aus der Seele sprechen – und dem Leser ans Herz wachsen. Nicht nur kann Sara zu allem Möglichen Zitate und Geschehnisse aus irgendwelchen Büchern anbringen, die zur jeweiligen Situation gerade passen. Vielmehr weiß sie genau, in welcher Situation welches Buch angebracht ist und genau jetzt gelesen werden sollte. Wer am besten welches Buch lesen sollte. Warum die ausgewählte Lektüre manchmal einfach Bridget Jones sein muss. In „Ein Buchladen zum Verlieben“ kommt die richtige Art und Weise, an einem Buch zu riechen (ja, riechen!) zur Sprache, ebenso, wie man ein Taschenbuch richtig aufzuklappen hat. Wie man Bücherregale sortieren könnte – und wie nicht.
Hier geht es von der ersten Seite an einfach rund ums Lesen, und ich hab mich auf jeder Seite wohl gefühlt. „Ein Buchladen zum Verlieben“ ist wie buchige Schokolade auf einem Sofa an einem regnerischen Tag: gemütlich. Man verliert sich völlig in den Seiten, fiebert mit Sara mit und wünscht ihr, dass ihre Zeit in den USA nie enden möge. Man fühlt mit den schrulligen und problembelasteten Kleinstadtbewohnern und fragt sich, welches Problem eigentlich Tom mit Sara hat und warum er so Darcy-mäßige Züge an den Tag legt. Hier passen die vielen kleinen Nebenhandlungsstränge wunderbar zusammen und ergeben ein illustres Bild einer kleinen Stadt in den USA, die mit Lesen und Büchern nichts anzufangen weiß – bis Sara auftaucht.
Vor allem aber hat mir in diesem Buch das Geschriebene als solches gefallen, die Worte, die die Autorin findet. Ich fand manche Sätze unglaublich schön und treffend, richtiggehend „wahr“, und habe mir viele Textstellen mit Papierschnipseln markiert.
„Ein Buchladen zum Verlieben“ behalte ich als wirklich außergewöhnliche, liebevoll ausgedachte und wunderbar geschriebene Hommage an Bücher und das Lesen im Kopf – und empfehle es allen, denen Büchern genauso wichtig im Leben sind wie Sara.



7 Kommentare:

  1. Oh, das hört sich toll an. Ich hab von einer befreundeten Buchhändlerin bisher nur eine nicht so positive Meinung zu dem Buch gelesen, bin jetzt ganz überrascht, dass du es gut findest. Vielleicht merke ich es mir dann ja doch mal.

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  2. Also mir hat es wirklich gut gefallen. Es ist zwar schon eine Weile her, dass ich es gelesen habe, daher hab ich es jetzt nicht mehr ins kleinste Detail im Kopf. Ich kann mir aber vorstellen, dass das ein Buch ist, dass lesestimmungsabhängig ist. Vielleicht gefällt´s dem einen mehr, weil es ihn/ sie in der jeweiligen Situation besser anspricht - und den anderen halt nicht...

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  3. Noch ein Buch über Bücher. Aber von so was kriegt man ja nie genug ;)

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  4. Manchmal fühle ich mich ja ein bisschen wie ein Alien unter den Buchliebhabern - ich kann nicht nachvollziehen, was alle mit dem Geruch von Büchern haben (ich mag ihn nicht) und wie man ein Taschenbuch am besten aufklappt und somit vermutlich den Buchrücken schont, ist mir bei eigenen Büchern völlig egal. *g*
    Sonst klingt das aber nach einem sehr schönen Buch (ein bisschen wie "Chocolat" mit Büchern statt Schokolade), das auch direkt auf meine Wunschliste wandert.

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  5. @Neyasha: "Normalerweise" hab ich mich auch nicht so; wenn ich ein Taschenbuch lese und der Rücken beim Lesen knickt, dann ist das eben so. Dagegen hab ich auch nichts. Allerdings gehöre ich auch zu den Leuten, die ein neues Buch erstmal durchrascheln, durch die Seiten blättern und dann an dem Buch schnuppern. Neue Bücher riechen so fantastisch!!! :D Und jedes anders, man kann nicht sagen, dass die alle gleich riechen. Für mich gehört das irgendwie dazu, bevor ich ein Buch lese. Allerdings klappt das eben wirklich nur bei neuen Büchern. Ich würde meine Nase nicht in alte oder schon gar antiquierte Bücher hängen - wer weiß, was mich da für Gerüche erwarten...

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  6. Ohh, das hört sich ja wie das perfekte Buch für uns alle an. Hoffentlich hab ich bei Lovelybooks Glück, sonst muss es wohl noch ein bisschen auf meiner Wunschliste schlummern. :)
    Schöne Rezi! :)
    Liebe Grüße <3
    Kim

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  7. @Caroline: Ich denke, ich verbinde mit dem Geruch von Büchern einfach immer zuerst uralte, vermuffte Fachbücher aus der Bibliothek, bei denen man sich eine Wäscheklammer auf der Nase wünscht. *gg*
    Neue Bücher riechen für mich einfach leicht chemisch, also nichts, was ich als angenehm empfinde, wenn ich bewusst daran schnuppere.

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