Sonntag, 24. August 2014

"Das nachtblaue Kleid" - Karen Foxlee

Beltz & Gelberg, 2014
17,95 Euro

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Handlung:
Rose Lovell braucht keine Freunde. Rose hat niemals irgendwo dazu gehört. Doch als sie mit ihrem Vater, der vor dem Leben flieht, in diesem Kaff an der Pazifikküste Australiens strandet, trifft sie auf die unvergleichliche Pearl Kelly, die alles überstrahlt. Von ihr lässt sich Rose überreden, auf dem Ball der Zuckerrohrernte mitzumachen, dem alle Mädchen entgegenfiebern. Und so lernt Rose die alte Edi Baker kennen, gemeinsam nähen sie das nachtblau schimmernde Traumkleid, mit dem Rose die Schönste sein wird. Stich für Stich hört Rose von Edis Geheimnissen und dem verborgenen Baumhaus, das einst ein Liebesnest war. Erst am Schluss dieses Romans erfährt man von dem Unglück, das passiert ist und alles verändert.


Meine Meinung:
Normalerweise... Tja, normalerweise mag ich es nicht, wenn in Büchern schon gleich zu Beginn im Prolog oder in den ersten Kapiteln verraten wird, wie das Buch endet. Wenn man schon weiß, wie alles ausgeht und man die Handlung quasi nur dabei "begleiten" kann, wie sie auf eben dieses Ende hinausläuft. Genau das ist bei "Das nachtblaue Kleid" der Fall, man wird schon in den ersten Sätzen mit dem Ausgang der Story konfrontiert. Interessanterweise hat es mich hier nicht gestört. Denn es passt. Zum einen wird nicht zuviel verraten, es wird genügend Freiraum für Kopfkino gelassen. Und letztlich ist es genau diese "Vorausschau", die den Reiz des Buches ausmacht, die einen Sog auslöst - denn einmal gefangen genommen von dem schrecklichen Ereignis, das jeweils zu Beginn der einzelnen Kapitel angesprochen wird, will man natürlich alles erfahren.

Normalerweise... entspricht der Charakter Rose genau solch einer Figur, wie ich sie in Büchern nicht mag. Sie ist unfreundlich, störrisch, meistens schlecht gelaunt und schnippisch zu anderen. Sie lässt andere dumm dastehen und erschien mir für ihr Alter zu naiv. Letztlich passt Rose jedoch genau deswegen so sehr in diese Geschichte; und auch nicht zuletzt, weil Karen Foxlee mit ihr einen direkten Gegensatz zu der lieben, gutmütigen und ebenso eigenwilligen Pearl geschaffen hat. Die beiden freunden sich trotz aller gegenteiligen Anzeichen an und verbringen wunderbare Wochen zusammen, erfahren die kleinen und großen Geheimnisse der jeweils Anderen und lernen, was es bedeutet, sich jemandem anvertrauen zu können - aber auch dass man eben genau deshalb enttäuscht werden kann.

"Das nachtblaue Kleid" hat mir - trotz Einstiegsschwierigkeiten beim Lesen - gut gefallen. Vor allem die Atmosphäre der Geschichte nimmt sofort gefangen; nicht selten hatte ich das Gefühl, mir die Geschehnisse in der klebrig-hitzigen Schwüle in einer Kleinstadt in Australien fast bildlich vorstellen zu können. Gerade weil Rose eine nicht leicht zu greifende Person ist, die auch mal aneckt, und die man eher mit Erstaunen als mit Verständnis ansieht, weiß die Handlung zu überzeugen - weil man nun mal auch im realen Leben auch nicht immer nur den netten Mädchen von nebenan begegnet. Durch die Vorausblicke auf die Geschehnisse, die letztlich eins der beiden Mädchen ereilen werden, schält sich nach und nach auch eine richtige Kriminalgeschichte heraus, bei der man seiner eigenen Fantasie freien Lauf lassen kann - aber zumindest ich habe bei der Auflösung dann doch eine Überraschung erlebt. 

Letztlich behalte ich "Das nachtblaue Kleid" als ein außergewöhnliches Jugendbuch über eine Freundschaft zwischen zwei Mädchen im Kopf, die sich trotz - oder gerade wegen - ihrer Unterschiedlichkeit zusammenraufen und eine gemeinsame Zeit verbringen, die die eine nie wieder vergessen, während die andere sie nie wieder erleben können wird. Es ist ein Buch über Vertrauen, Loyalität und unerwartete Überraschungen, die einen im Leben ereilen.


Ein herzliches Dankeschön an Blogg dein Buch und den Beltz & Gelberg Verlag für das Rezensionsexemplar!


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