Samstag, 12. Juli 2014

"Skylark: Der Eiserne Wald" - Meagan Spooner

Verlag Heyne fliegt, 2014
13,99 Euro


Handlung:
Lark lebt in einer Welt, die nur durch eine Mauer vom sagenumwobenen Eisernen Wald getrennt ist. Innerhalb der Mauern haben die Menschen eine hoch entwickelte Zivilisation aufgebaut, zu der jeder seinen Teil beiträgt. Lark, die über magische Fähigkeiten verfügt, kann es kaum erwarten, ihren Platz in der Gesellschaft einzunehmen, sobald sie sechzehn ist. Als sie allerdings entdeckt, was genau sie nach ihrem Geburtstag erwartet, fasst sie einen unglaublichen Entschluss: Sie flieht in die Wildnis jenseits der Mauer, in deren Dunkel Gefahren lauern, von denen sich die Menschen nur hinter vorgehaltener Hand erzählen. Doch Lark ist nicht allein. Andere haben vor ihr bereits den Schritt gewagt. Jeden Tag riskieren sie aufs Neue ihr Leben für ihren großen Traum: Freiheit.


Meine Meinung:
Die Autorin Meagan Spooner hat Fantasie, ohne Frage. Und sie hat versucht, diese Fantasie vielschichtig in ihren Roman "Skylark: Der Eiserne Wald" zu verpacken. In meinen Augen ist es jedoch beim Versuch geblieben, denn überzeugen konnte mich der Roman leider nicht.
Schon von Beginn an hatte ich Probleme, das zu verstehen, was ich da gerade las. Gefühlt fehlten Erklärungen, Hintergrundinformationen und Einblicke in die Welt, in der Hauptfigur Lark lebt. Ich habe auf den ersten gut 30, 40 Seiten sprichwörtlich nur Bahnhof verstanden. Die Rede ist immerzu von einer "Ressource", von anderen wird das "Magie" genannt - aber was genau soll das sein? Was verbirgt sich dahinter? Wofür ist sie gut, oder ist sie eher nicht gut, sondern schadet? Nicht einmal das konnte zweifelsfrei erklärt werden. Wo kommt diese Magie her und warum durchsetzt sie Larks Welt wie eine Krankheit, von der niemand befallen werden möchte?
Das war mein Hauptproblem von Anfang an: ich hab Grundlegendes nicht verstanden. Und das lag an mangelnder Information. Im Laufe der Handlung taucht das Thema "Magie" immer wieder auf, und zunehmend stand ich ihr daher gezwungenermaßen locker gegenüber und habe sie als das genommen, was sie wohl sein soll: irgendeine Art Energie, die manchen zueigen ist, manchen nicht; und eben aus diesem Grund sehr verheerend für Lark werden soll. Was dann folgt, ist Larks Weg fort von ihrem Zuhause, aus der Welt, die sie kennt und von der sie bisher immer dachte, dass sie sie schützen würde. Ich kam nicht umhin, Larks Weg als eine Mischung aus den "Tributen von Panem" und dem "Herrn der Ringe" anzusehen - dieser Vergleich hinkt vielleicht, aber ich hab daran denken müssen, als ich von Lark gelesen habe. Gerade dieser Mittelteil, in dem Lark nur alleine wandernd unterwegs ist, liest sich obendrein sehr zäh und wirkt wegen fehlender Interaktion und Handlung etwas schleppend, insbesondere, weil man schlicht nicht erahnen kann, in welche Richtung sich das alles noch entwickeln wird.
Was mich aber vor allem gestört und verwirrt hat, ist die Aneinanderreihung von zahlreichen Ideen der Autorin, die aber offenkundig einfach nicht zusammen passen und kein stimmiges Bild ergeben. Mal schlägt die Autorin eher die "Märchenschiene" an, schreibt von verwunschenen Wäldern und herrlichen Obstplantagen, dann tauchen aber plötzlich menschenfressende Bäume und Geistererscheinungen auf, an anderer Stelle Kannibalen - warum? Es gibt Kobolde, die aber kleine metallene Maschinen sind und herumfliegen - also eigentlich gar nicht Koboldhaft erscheinen. Und immer mittendrin die "Magie", diese merkwürdigen Energieströme, die manche stark, andere verrückt werden lassen. Irgendwie passt das einfach alles nicht zusammen. 

Letztlich kommt tatsächlich erst zum Ende hin richtig Spannung auf, aber auch das konnte meine Begeisterung einfach nicht mehr wecken. "Skylark" hat schlicht nicht mein Interesse und meine Erwartungen getroffen. Mehr Erklärungen hätte ich schön gefunden. Mag sein, dass diese in den Folgebänden (3 Teile sollen es werden) noch kommen, aber für mich ist der Zug bis dahin leider schon abgefahren: ich denke nicht, dass ich diese Buchreihe verfolgen werde.



Ein herzliches Dankeschön an den Heyne Verlag für das Rezensionsexemplar!


1 Kommentare:

  1. Also, die Handlung klingt doch echt nach guter Unterhaltung. So als Couchlektüre für zwischendurch. Reizt mich trotz deiner Rezension - du hast mich in jedem Fall aufmerksam gemacht :)

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