Mittwoch, 9. Juli 2014

"Kleinstadtknatsch" - Miriam Toews

Berlin Verlag, 2007
als Taschenbuch 9,90 Euro

Lese-Bingo: Ein Buch aus dem unteren Ende des Stapels ungelesener Bücher

Handlung:
Hosea Funk, der Bürgermeister des kleinen Städtchens Algren, fiebert dem Besuch des Premierministers entgegen. Der kommt aber nur dann, wenn Algren wirklich die kleinste Stadt Kanadas ist. Dafür sind genau 1500 Einwohner nötig, nicht mehr und nicht weniger. Hosea denkt scharf nach: Bekommt nicht Veronica Epp bald Drillinge??! Dann ließe sich doch der Aussiedlerhof an der Stadtgrenze ausgemeinden. Hosea kämpft nach Kräften für die 1500, aber natürlich kommt ihm das Leben immer wieder dazwischen.
(Quelle: hier)


 
Meine Meinung:
"Kleinstadtknatsch" bedient sich einer wirklich niedlichen Idee. Algren möchte gern die kleinste Stadt Kanadas sein. Oder vielmehr möchte Bürgermeister Hosea Funk, dass Algren eben das ist, und zwar am 1. Juli. An diesem Tag nämlich hat der Premierminister einen Besuch in der kleinsten Stadt Kanadas angekündigt und Hosea würde ihm nur zu gern mal die Hand schütteln. Es gibt jedoch auch noch einen ganz anderen Grund, warum Hosea den Premierminister gern persönlich treffen möchte...
Um das Ziel von genau 1500 Einwohnern zu erreichen, hat Hosea einiges zu tun. Denn an seine Wunschvorstellung hält sich in Algren tatsächlich niemand. Vielmehr gibt es munter Zu- und Abgänge in der Stadt; Bewohner versterben, andere ziehen neu und ungefragt (!) hinzu, die Geburt von Drillingen steht kurz bevor - kurzum: die 1500 rücken in immer weitere Ferne. Und der Stress für Hosea geht damit erst richtig los.
Ich fand "Kleinstadtknatsch" irgendwie interessant anders; vielleicht lag es daran, dass es einen gewissen Gegensatz zu meiner sonstigen Lektüre in der letzten Zeit dargestellt hat. Die Geschehnisse in Algren werden aus der Sicht von Hosea erzählt, sowie aus der Perspektive von Knute, die vor kurzem mit ihrer Tochter wieder zurück nach Algren gezogen ist. Während sich Hosea den Kopf zerbricht, wie er sich auf standesgemäße und ganz und gar christliche Art und Weise den Verlust einiger Stadtbewohner herbei wünschen kann, hat Knute mit ihrem kranken Vater, der Erziehung ihrer Tochter und dem Wiedertreffen mit ihrer alten Flamme Max genug andere Probleme.
Der stetige Wechsel zwischen den verschiedenen Perspektiven hat mir gut gefallen und hat die ganze Handlung schön kurzweilig gehalten. Trotzdem hat mir gerade im Mittelteil einfach etwas Schwung oder Spannung gefehlt, sei es durch eine unerwartete Entwicklung der Figur oder durch irgendwelche Wendungen und Überraschungen. Es lief alles ein wenig glatt geradeaus und das bis zum Ende. Auf die Weise liest sich "Kleinstadtknatsch" zwar sehr angenehm und überzeugt durch die liebevoll ausgedachten Kleinstadtproblemchen, kann aber letztlich nicht so wirklich Eindruck schinden im Bücherregal.


6 Kommentare:

  1. Hihi, das klingt wirklich irgendwie süß. Ist das Buch was für mich?

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  2. Hmm, joa, ich denke, das könnte auch was für dich sein. (Du hast doch mal sowas ähnliches über ein französisches Dorf gelesen, oder?) Nur, wie gesagt, mir war´s irgendwann etwas zu wenig überraschend, das lief alles so komplikationslos aufs Ende zu...

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  3. Ich habe von der Autorin im letzten Jahr "Kleiner Vogel, klopfendes Herz" gelesen und "interessant anders" passt irgendwie auch dazu! ^^ War mal erfrischend anders!

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  4. Okay, wenn das so ähnlich ist, mag ich es bestimmt. Jetzt erscheint von der Reihe bald der dritte Teil. Juhu.
    Aber dann pack ich das Buch mal auf meine Wunschliste.

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  5. Das klingt ja nach einem sehr skurrilen Buch. Ein wenig erinnert mich mich das von der Beschreibung her auch an den Film "Der Engländer, der auf einen Hügel stieg und von einem Berg herunter kam". *g*

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  6. @ Elli: Ich hab von der Autorin noch "Die fliegenden Trautmanns". Mal sehen, wann ich mir das schnappe. (Muss wahrscheinlich auch erst wieder ein paar Jahre bei mir rumliegen... ^^)

    @ Neyasha: Ich kenn zwar den Filmtitel, aber gesehen hab ich ihn noch nie. Spielt da nicht Hugh Grant mit?

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