Samstag, 21. Juni 2014

Auch noch gelesen (Kurzrezensionen)

So. Weil die gelesenen Bücher in der letzten Zeit doch etwas überhand genommen haben, meine Motivation, mich an Rezensionen zu setzen, dagegen jedoch nicht... - gibt es heute wenigstens kurze Meinungsäußerungen zu einigen Büchern.


Truman Capote "Frühstück bei Tiffany"
(Lese-Bingo: Ein vergessener Klassiker)
Die Geschichte von Holly Golightly ist so ein kultureller Everlast, der auch in 20 oder 30 Jahren noch ein Begriff sein wird. Jeder hat den Titel schon einmal gehört, gefühlt jeder Zweite kennt den Film. Bis vor kurzem kannte ich weder Film noch die Buchvorlage und war überrascht, als ich das Büchlein (108 Seiten) in meinen Bücherregalen erspähte. Ich hatte schlicht vergessen, dass ich das Buch besitze. Kurzerhand hab ich es gelesen, dauerte ja nicht lange, und nun kann ich guten Gewissens sagen "Ja, ich kenne "Frühstück bei Tiffany"". Ich hab es neulich schon in den Kommentaren so erwähnt: viele finden den Film ja ganz zauberhaft und wunderschön. Liegt vielleicht auch an Audrey Hepburn, keine Ahnung, ich kenne keinen Film mit ihr. Nur habe ich mir jetzt nach dem Lesen gedacht, dass ich vielleicht lieber zuerst den Film hätte sehen sollen, bevor ich das Buch lese. Denn jetzt, wo ich die Romanvorlage kenne, habe ich gar keine Lust mehr, den Film zu sehen.
Irgendwie habe ich es mir schwer getan mit Holly Goligthly und ihrer aufbrausenden ungebremsten Art. Plappert sie im Film auch so viel? Und ohne Punkt und Komma? Ich fand das teilweise unglaublich nervig, auch wenn es sicher ein fester Bestandteil ihrer Persönlichkeit ist. Auch ihre Naivität, ihre Unverblümtheit, ihre traumtänzerische Art, in den Tag hinein zu leben, ihre so unglaubwürdige Vergangenheit und ihre Sturheit. Ja, Holly Golightly ist ohne Frage ein sehr komplexer und vielschichtiger Charakter in der Literatur; nicht umsonst verdreht sie allen Männern den Kopf. Aber auf mich hat dieses kurze Zusammentreffen zwischen Holly und ihrem schriftstellerischen Nachbarn "Fred", der ja eigentlich nicht so heißt, leider keinen rechten Zauber ausüben können. Mir hat irgendwie der Charme gefehlt, von dem immer alle schwärmen. Das Ganze war so schnell wieder vorbei, plötzlich war ich auf der letzten Seite angekommen; und auch wenn mir die letzten Sätze im Buch ausgesprochen gut gefallen haben, so bleibt dennoch mein Eindruck, dass hier irgendetwas fehlt im Gesamtbild.

Carlos Ruiz Zafón "Der Fürst des Nebels"
(Lese-Bingo: Das erste Buch eines deiner Lieblingsautoren)
Die Bücher von Carlos Ruiz Zafón haben einen Platz in meinen Bücherregalen sicher, seitdem "Der Schatten des Windes" wortwörtlich mein Herz erobert hatte. "Der Fürst des Nebels" ist der Debütroman des Autoren, und auch wenn man schon hier etwas von seinen schriftstellerischen Künsten erahnen und entdecken kann, fehlt diesem ersten Roman dennoch ein wenig das Besondere und Mitreißende. Hier haben mir stellenweise Beschreibungen etc. gefehlt, nicht nur von Personen, sondern von so ziemlich allem, was irgendwie zur Entstehung eines "Bildes im Kopf" dazu gehört. Eindrucksvoll fand ich bereits hier (wie in seinen nachfolgenden Büchern), dass der Herr Zafón unglaublich gut Stimmungen und Atmosphären vermitteln kann; das Düstere und Undurchschaubare in diesem Buch kommt definitiv durch. Jedoch bringt "Der Fürst des Nebels" für mich ein wesentliches Manko mit sich: es lässt so viele Dinge unerklärt. Ich habe nach dem Lesen der letzten Seite soviele Fragen und einen ganz gravierenden Aspekt in der Handlung verstehe ich gar nicht, der aber nicht unrelevant ist und für mich daher irgendwie einem Logikfehler gleich kommt.

Veronica Rossi "Geborgen - In unendlicher Weite"
Der dritte Teil und letzte Teil der Reihe um Aria und Perry. Ich hab ihn erwartet, denn trotz anfänglicher Skepsis im ersten Buch, ob mir diese Geschichte wohl überhaupt gefallen mag, hat sich nach und nach eine Form der Begeisterung für diese Bücher bei mir aufgebaut. Auch hier im letzten Teil ist mir wieder dieses merkwürdige Zusammenspiel von neuartiger futuristischer Technik neben völlig boden-, fast rückständigen Waffen und Methoden aufgefallen. Aber gerade die Mischung hat die Bücher wiederum von Beginn an ausgezeichnet. Letztlich kann ich zu diesem letzten Buch gar nicht allzu viel sagen. Mir hat es gefallen, manche Wendungen fand ich etwas merkwürdig, aber im Gesamten hat es gestimmt. Das letzte Drittel des Buches ist schön Showdown-artig gestaltet, das tatsächliche Ende dagegen aber fast zu unspektakulär. Trotzdem hat mir der Abschluss und das Ende, das Aria und Perry ereilt, schlussendlich gut gefallen.

Kerstin Gier "Ein unmoralisches Sonderangebot"
Ich habe mittlerweile einige der Bücher von Kerstin Gier gelesen und amüsierte mich bei den meisten davon prächtig. Irgendwas total lustiges oder herrliche Umschreibungen oder Gedanken sind dabei immer zu finden und bringen mich immer zum Kichern. Bei "Ein unmoralisches Sonderangebot" war das leider nicht so sehr der Fall, hier gab es - in meinen Augen - wenige wirklich lustige Stellen, die zum Lächeln animieren. Irgendwie habe ich mich jedoch auch von Beginn an nicht mit der Grundhandlung anfreunden können: weil es der Vater so will, sollen seine beiden Söhne für 6 Monate ihre Frauen tauschen. Am Ende winkt jedem 1 Million. Was das Ganze soll und mit welchem Ziel der besagte Vater dieses Unterfangen startet, leuchtete mir durchweg nicht ein. Auch sonst haben mir die Wendungen gerade zum Ende hin nicht so wirklich gefallen; das erschien mir doch alles sehr vorhersehbar und klischeehaft. Insgesamt ist das in meinen Augen nicht das stärkste Buch von Kerstin Gier.


2 Kommentare:

  1. Ich muss gestehen, dass ich "Frühstück bei Tiffany" nie gelesen habe, aber der Film hat mich auch nicht vom Hocker gerissen. Auch dort hat mir ein wenig der Charme gefehlt und mehr als "nett" fand ich ihn nicht.
    Von Zafóns frühen Werken habe ich "Der dunkle Wächter" gelesen und war davon auch ziemlich enttäuscht. Inhaltlich klingt "Der Fürst des Nebels" übrigens recht ähnlich und offensichtlich leidet er auch an denselben Schwächen.

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  2. Ja, die frühen Bücher von Herrn Zafón haben irgendwie alle nicht das gewisse Etwas, aber sie sind deswegen trotzdem nicht schlecht. Ich finde aber, er hat sich im Laufe der Jahre unglaublich gebessert ;)

    Und "Frühstück bei Tiffany" scheint mir so eine echte Geschmackssache zu sein. Vielleicht schau ich doch mal irgendwann in den Film rein und lasse mich überraschen.

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