Donnerstag, 26. Juni 2014

"5 Tage im April" - Christoph Marzi

Arena Verlag, 2014
14,99 Euro

Lese-Bingo: Ein Buch, das in diesem Jahr erscheint

Handlung:
Als Jack sich - mit einem rätselhaften Brief in der Tasche - auf den Weg nach Seals Head Harbor macht, ahnt er noch nicht, welches dunkle Geheimnis ihn dort erwartet. Schnell begreift Jack, dass er in dem kleinen Küstenort kein Fremder ist. Auf mysteriöse Weise scheint seine eigene Vergangenheit mit der Legende des Ortes verbunden zu sein. Nach einer Reihe merkwürdiger Ereignisse will Jack bereits die Flucht ergreifen. Da taucht plötzlich Sadie auf, das Mädchen mit den meerblauen Augen. Sie ist die Einzige, die ihm bei der Suche nach Antworten helfen kann. Mit Sadie verbringt Jack fünf Tage, die sein Leben für immer verändern.
(Quelle: hier)


Meine Meinung:
"Es gibt keine Zufälle. Genauso wenig, wie es ein Vielleicht gibt." (S. 135)

Daumen hoch für dieses neue Marzi-Buch! Während ich mich mit manch anderen Büchern des Autoren teilweise sehr schwer tue und mir die Marzi-ische Schreibweise ab irgendeinem Punkt immer das Hirn verknotet, hat hier einfach mal alles gepasst!
"5 Tage im April" ist ein Roman über Jugendliche und für Jugendliche. Im Mittelpunkt steht Jack, der sich nach einem Unfall seiner Mutter kurzerhand auf und davon macht. Mit dabei: ein Brief. Seine Mission: diesen Brief zu überbringen, und dieses Vorhaben führt ihn nach Seals Head Harbor, ein kleines Küstenstädtchen in Maine.

Ich hab mich direkt in die Beschreibungen des Ortes verliebt! Nach Maine will ich eh mal, und Herr Marzi trifft nun auch noch genau die richtigen Worte und Beschreibungen, um ein unglaublich heimeliges und schönes Bild eines malerischen beschaulichen kleinen Ortes am Meer heraufzubeschwören. Dadurch wird eine wunderbare Atmosphäre geschaffen und das richtige Feeling verbreitet - Sommerfeeling, würde ich fast sagen. Denn Beschreibungen von dem Küstenstädtchen Seals Head, vom Meeresrauschen und vom Möwenkreischen haben bei mir direkt das "Urlaub an"-Zentrum im Hirn aktiviert. Auf diese Art und Weise kann man "5 Tage im April" fast als Sommer-Urlaubsbuch bezeichnen, das man wie im Flug durchgelesen hat.
Jedoch macht Jack eigentlich keinen Urlaub in Seals Head, sondern er kommt einem Geheimnis auf die Spur - einer Geschichte, die mit seiner eigenen Familie zu tun hat und die ihm endlich über seine eigenen familiären Wurzeln Gewissheit bekommen lässt. Und dass er dieses Geheimnis zu entdecken wagt, ist für manche in Seals Head Harbor ein echter Dorn im Auge...
Wie schon angedeutet, habe ich manchmal etwas Probleme mit dem Schreibstil des Autoren. Aber hier war alles schick: keine überschwänglich-metaphorischen Schilderungen und Sätze, die einem die Ohren klingeln lassen, keine märchenhaft anmutenden Begegnungen und rätselhafte Geschehnisse. Sondern nachvollziehbare Gedankengänge von Jack, der nach dem Unfall seiner Mutter schlicht und einfach nicht weiß, wie es weitergehen soll und was der Morgen bringt. Auf dieser Sinnsuche kann man ihn hier wunderbar begleiten, denn Christoph Marzi trifft durchweg die richtigen Töne und man kann sich nur zu gut in Jacks missliche Lage hineinversetzen.
Hübsch verpackt ist die ganze Geschichte mit sympathischen Nebenfiguren, einem fiesen Oberschurken, der nicht einsehen will, wenn er verloren hat, und einer kleinen Liebesgeschichte, die innerhalb von 5 Tagen gar nicht so unrealistisch und unglaubwürdig daherkommt, wie man zunächst vielleicht vermuten würde. Nur das Ende. Die Erklärung. Hm. Das war für meinen Geschmack dann doch etwas zu Daily Soap-artig.


3 Kommentare:

  1. Das Buch habe ich schon mit auf meine Wunschliste gepackt, weil die Story so toll klingt.
    Ich lese auch unheimlich gerne Romane, die am Meer spielen und versetze mich dann während des Lesens mit an den Ort. Ich bin schon sehr gespannt darauf, es zu lesen.
    Liebe Grüße und einen schönen Tag! :)
    Nora

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  2. Das Buch eignet sich - meines Empfindens nach - erstaunlich gut dazu. Obwohl es ja schon im April spielt, der noch gar nicht Sommer ist. Und obwohl es sicher auch kein Sommer-Urlaubsbuch sein soll. Aber ich hatte ständig das Meeresrauschen und das Kreischen der Möwen im Kopf beim Lesen, das fand ich total schön... ;)

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  3. Eigentlich klingt das ganz gut, aber ich mag es ja gar nicht, wenn die Erklärung am Ende nicht passt. Hmpf. Das hätte doch mein erstes Marzi-Buch werden können. :)

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