Montag, 5. Mai 2014

"Weil es nicht sein darf" - Conny Amreich

Deutscher Taschenbuchverlag, 2014
12,95 Euro


Handlung:
Wien im April 1914: Um Rache am Tod seiner Mutter zu üben, nimmt der 16-jährige Oskar Heller eine Stelle als Stallbursche bei der Adelsfamilie von Grayn an. Und das Undenkbare geschieht: Ausgerechnet der freiheitlich gesonnene Oskar, der die Aristokratie mit ihrem Snobismus und für ihn unbegründeten Herrschaftsanspruch hasst, verliebt sich in Alexandra, die Tochter des Hauses - und umgekehrt. Doch beide wissen, dass ihre Liebe keine Chance hat. Dann aber bricht der Krieg aus und alle Karten werden neu gemischt . . .

Meine Meinung:
"Weil es nicht sein darf" hat leider nicht so wirklich meinen Lesegeschmack getroffen. Gehofft hatte ich auf eine bittersüß-romantische Liebesgeschichte inmitten der Kriegswirren des 1. Weltkrieges, auf viel Tragik, Liebe und Hoffnung.
Tatsächlich verwickelt "Weil es nicht sein darf" auch gekonnt Historie mit familieninternem Drama - allerdings fehlte mir hier der zündende Funke allzu sehr. Ich habe keine Geschichte gefunden, in die ich mich träumenderweise hätte fallen lassen können oder die mir gar Herzklopfen beschert hätte. Vielmehr bleiben die zwischenmenschlichen Aspekte weitestgehend auf der Strecke und die angesprochene Verliebtheit zwischen Oskar und Alexandra habe ich nicht finden können. Von schüchternen Blicken, verlegenen Unterhaltungen, von Sehnsucht & Co. keine Spur - das hat mir wirklich gefehlt. Die Dialoge zwischen beiden klangen wie hölzern und zu distanziert, einfach zu künstlich um zu überzeugen. Natürlich müssen die historische Seite und der Standesunterschied in diesem Kontext beachtet werden: Alexandra stammt aus reicher Familie, Oskar ist nur Stalljunge - insofern mag es verständlich sein, dass eine gewisse Distanz bestehen bleibt, auch nachdem sich beide kennen. Aber das zieht sich durchs ganze Buch; Gefühle oder gar gegenseitige Anziehung waren für mich kaum zu finden. 
Zweifelsohne stellt "Weil es nicht sein darf" die geschichtlichen Aspekte gut und durch unterschiedliche Perspektiven interessant dar; zumindest konnte ich auch Informationen rauslesen, die mir bisher weniger bekannt waren. Aber die zwischenmenschliche Seite der Geschichte blieb für mich zu oberflächlich und unnahbar.


Ein herzliches Dankeschön an den dtv für das Rezensionsexemplar!

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