Montag, 26. Mai 2014

"True - Wenn ich mich verliere" - Erin McCarthy

Egmont Lyx Verlag, 2014
9,99 Euro

Handlung:
Als Rory Macintoshs Freundinnen herausfinden, dass sie noch Jungfrau ist, heuern sie den attraktiven Tyler Mann an, damit er sie verführt. Doch die Gefühle, die zwischen Rory und Tyler bei ihrer ersten Begegnung erwachen, sind ebenso leidenschaftlich wie echt – und schon bald müssen die beiden sich entscheiden, wie viel sie bereit sind, für den jeweils anderen aufzugeben …
(Quelle: hier)


Meine Meinung:
"Obercooler Bad Boy mit zweifelhaftem Ruf, aber großem Herzen, steht auf eine prüde und verklemmte graue Maus - und umgekehrt" - so könnte der Untertitel von "True" lauten.
Rory ist 20. Und noch Jungfrau. Wie kann sie nur, also echt mal? Da das offenbar - nicht nur in den Augen ihrer Freundinnen, sondern offenbar von ganz Amerika - einer Katastrophe gleich kommt und definitiv nicht so bleiben kann, wird kurzerhand Tyler Mann engagiert, um diesen Makel zu beheben. Der ist ein ganz cooler Kerl, der von der Autorin schnell den Stempel "Bad Boy" aufgedrückt bekommt, damit der Leser weiß, woran er ist. Dass sich das Attribut "Bad Boy" irgendwie immer nur in Tattoos und Zigarettenkonsum äußert, finde ich, nebenbei gesagt, irgendwie auch interessant. Aber sei es drum. Rory dagegen ist das personifizierte Mauerblümchen, ziemlich verklemmt und völlig unerfahren - aber wie soll das auch anders sein, wenn man mit 20 noch nicht mit 10 Typen im Bett war?! Sie macht einen auf Logik, analysiert lieber ihre Mitmenschen, fühlt sich in Mathematik und Naturwissenschaften wohl, hat aber von Literatur, in der es um Gefühle geht, keine Ahnung. Tyler dagegen schon. Der wird also prompt ihr Nachhilfelehrer und zeigt ihr, was Gefühle bedeuten. (Herrje, wie doppeldeutig.)

Soviel zu den Plattitüden der Charakterbeschreibungen. Die Oberflächlichkeit des Buches wird also mithin schon an den Figuren sichtbar. Allerdings schenkt einem dann auch die Handlung diesbezüglich nichts. Die Geschichte, die sich fortan zwischen Rory und Tyler entwickelt, ist nett zu lesen, aber auch nur dann, wenn man keine Ahnung von (guten) Liebesgeschichten hat. Denn deren (Liebes-)Entwicklung hier fand ich an vielen Stellen so vorhersehbar, so abgedroschen und schon zigmal in anderen Kontexten gefunden - hier wurde einfach wenig Überraschung geboten. Natürlich ist Tyler sehr viel mehr als der Bad Boy, sondern reinen Herzens und muss mit einer schwierigen Familie zurecht kommen - gähn. Natürlich ist Rory nicht so kalt und distanziert anderen gegenüber, wie sie immer tut, sondern möchte eigentlich nur geliebt werden - obergähn. 
Ich habe hier echte Gefühle vermisst, und Herzschmerz. Herzschmerz vor allem am Ende. Denn bevor es zum heißersehnten (und üüüberhaupt nicht zu erwartendem) Happy End kommt, müssen natürlich einige Steinchen aus dem Weg geräumt werden. Allerdings ging mir das im Vergleich zur Gesamthandlung irgendwie zu flott. Nix mit großen Gefühlen und Mitfühlen und Aufseufzen. Eher milde Zufriedenheit, dass das Buch vorbei ist.
Dieses platte Zusammentreffen von Rory und Tyler ist mir sarkastische 3 Punkte wert.


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