Donnerstag, 1. Mai 2014

"Totenfrau" - Bernhard Aichner

btb Verlag, 2014
19,99 Euro


Handlung:
Blum ist Bestatterin. Sie ist liebevolle Mutter zweier Kinder, sie besticht durch ihr großes Herz, ihren schwarzen Humor und ihre Coolness. Blum fährt Motorrad, sie trinkt gerne und ist glücklich verheiratet. Blums Leben ist gut. Doch plötzlich gerät dieses Leben durch den Unfalltod ihres Mannes, eines Polizisten, aus den Fugen. Vor ihren Augen wird Mark überfahren. Fahrerflucht. Alles bricht auseinander. Blum trauert, will sich aber mit ihrem Schicksal nicht abfinden. Das Wichtigste in ihrem Leben ist plötzlich nicht mehr da. Ihr Halt, ihr Glück. Durch Zufall findet sie heraus, dass mehr hinter dem Unfall ihres Mannes steckt, dass fünf einflussreiche Menschen seinen Tod wollten.


Meine Meinung:
Puhhh, war das ein K(r)ampf, sich durch dieses Buch zu lesen! Sowas hatte ich echt schon lange nicht mehr - wenn nicht sogar nie, würde ich fast behaupten. "Totenfrau" ist eigentlich eine Zumutung für alle Fans des geschriebenen, wohlklingenden Wortes. Denn Herr Aichner hat in seinem Leben wohl zuviele Telegramme bekommen oder selbst verfasst, zumindest ist das GESAMTE Buch in eben solch einem Telegramm-Stil geschrieben. Nur kurze, abgehackte unvollständige Sätze, wie diese hier:

"Blum und Mark. Mitten auf der Straße. Das Motorrad liegt fünfzig Meter weiter vorne. Blum hört die Kinder, auch sie schreien, sie weinen, Blum sieht, wie Karl und Reza sie festhalten. Sie wollen zu ihrem Vater, sie wollen zu Blum, sie hören ihre Mutter. Wie verzweifelt sie ist. Wie laut der Schmerz ist." (S. 45)

Diesen Stil mag man anfangs noch recht interessant finden, ist immerhin mal was anderes. Und ja auch nicht ganz leicht, immer nur so zu schreiben. Aber mal ehrlich: nach spätestens 10 Seiten macht es einen WAHNSINNIG!!! Ohne Witz! Ich hab irgendwann angefangen, auch nur noch so kurz und abgehackt zu denken und da wurde mir klar, dass mich dieses Buch wirklich schafft. Die Dialoge! Eine Katastrophe, ehrlich. Als ob sich Menschen im Telegrammstil unterhalten, nie über 5 Worte pro Äußerung hinwegkommen.
Vor allem macht dieser Schreibstil aber auch jegliche Handlungsanbahnungen kaputt. Ich war stets so abgelenkt von diesem Satz-Stakkato, dass ich die Handlung irgendwie völlig nebensächlich vorbei habe laufen lassen und kaum etwas mitnehmen konnte. Einige Personen sterben. Das hab ich mitbekommen.

Das einzig positive, was ich hier feststellen konnte, war die Tatsache, dass die Kapitel schön kurz sind; denn dadurch musste man sich stets nur für 3 oder 4 Seiten durch ein Kapitel kämpfen.
Ja, kämpfen. Ich kann diesem Buch wirklich nichts lesenswertes abgewinnen. Es macht keinen Spaß zu lesen. Es unterhält nicht. Es macht Kopfschmerzen.


Ich danke dem btb Verlag für das Rezensionsexemplar!

3 Kommentare:

  1. Das hört sich ja echt schräg an... Ich musste schmunzeln, als ich das Zitat gelesen habe.

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  2. Irgendwann wird man total duselig im Kopf, wenn man immer nur so kurze Satzfetzen liest... :o

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  3. Autsch, das könnte ich mir aber auch nicht vorstellen, ein ganzes Buch in diesem Stil zu lesen.

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