Sonntag, 11. Mai 2014

"Schattenmädchen" - Laila El Omari

Coppenrath Verlag, 2014
14,95 Euro

Lese-Bingo: Ein Buch, in dem es um ein Geheimnis geht


Handlung:
Das Leben muss mehr zu bieten haben als langweilige Tanzveranstaltungen, die Vermählung mit einem wohlhabenden Teehändler und gelegentliche Ausflüge in die nächste Kleinstadt, da ist sich Maya sicher! Gut behütet und gelangweilt wächst die 16-Jährige auf den Teeplantagen Ceylons auf – bis im Frühjahr 1895 alles, was sie zu kennen glaubt, auseinanderzubrechen droht. Plötzlich kommt sie einem dunklen Familiengeheimnis auf die Spur, das mit dem mysteriösen Verschwinden ihrer Tante vor vielen Jahren in Zusammenhang steht. Und auch ihre Großmutter sieht Maya mit einem Mal mit ganz anderen Augen. Als dann auch noch der charismatische und gut aussehende Engländer Adrian in ihre Leben tritt, steht Mayas Gefühlswelt endgültig kopf …


Meine Meinung:
"Schattenmädchen" hat mir gut gefallen. Es bietet genau die richtige Mischung aus jugendlich gehaltenem Roman, Andeutungen unbequemer familiärer Geheimnisse, dem Leben (und Leiden) junger Damen aus reichem Hause, die sich verlieben - aber leider in den Falschen. Und das alles im 19. Jahrhundert, sodass auch historische Aspekte hier nicht zu kurz kommen. 
Die Geschichte von Maya spielt auf Ceylon, dem heutigen Sri Lanka, und bietet damit schon einmal von vornherein Boden für interessante Schauplätze. Das "geheimnisumwobene Ceylon", das im Klappentext versprochen wird, ist mir jedoch leider nicht so recht unter die Nase gekommen. Hier hätte ich mir ehrlich gesagt mehr Einblicke in Land und Leute gewünscht, mehr Eindrücke der Gegend, schillernde Beschreibungen und Co. Das kam leider ein wenig kurz, auch wenn vor allem die Problematik zwischen Arm und Reich sehr deutlich gemacht wurde von der Autorin und sich dadurch stets und ständig durch das Buch zieht.
"Schattenmädchen" lädt von Beginn an zum Mitfiebern ein, setzt Kopfkino in Gang und vermag tatsächlich, dass man sich in dieser Geschichte für einige Stunden völlig verlieren kann. Manches erscheint im Laufe der Handlung vielleicht ein klein wenig vorhersehbar und ab und an hatte ich durchaus das Gefühl, hier gerade einen Tick weiter zu denken als Maya und Adrian selbst. Der Auflösung, dem Familiengeheimnis sozusagen, hätte ich dann ein wenig mehr Tiefgang gewünscht, denn das wurde zum Ende hin ein wenig holterdipolter abgehandelt. Aber Überraschungen konnte "Schattenmädchen" dennoch bereit halten. Vor allem hat mir das historische Setting gut gefallen, weil es sehr realitätsnah und korrekt eingefangen zu sein scheint. In einer Zeit, in der Frauen nichts zu sagen und zu bestimmen haben, ist Maya eine sehr selbstbewusst auftretende junge Dame, die sich nicht den Mund verbieten lässt und eigentlich stets und ständig auf Kollisionskurs mit ihrer verbohrten Großmutter ist. Dass sie sich trotz aller Standesschwierigkeiten nicht entmutigen lässt, hat mir wirklich gut gefallen.



Ein herzliches Dankeschön an den Coppenrath Verlag und Blogg dein Buch für das Rezensionsexemplar!

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