Sonntag, 18. Mai 2014

"Landsby" - Christine Millman

erschienen 2014;
9,99 Euro als Taschenbuch (2,99 Euro als ebook)

Lese-Bingo: Ein Buch mit einem Ein-Wort-Titel

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Handlung:
Die achtzehnjährige Jule gehört zu den wenigen fruchtbaren Frauen in der streng von der Außenwelt abgeschotteten Kolonie. Eigentlich ein Glücksfall, denn nun darf sie an dem von der Regierung entwickelten Reproduktionsprogramm teilnehmen, das ihr Ansehen und Reichtum verspricht. Doch Jule ist alles andere als glücklich. Sie will sich keinem Programm beugen, das sie zwingt, Kinder zu gebären, die ihr gleich nach der Geburt genommen werden. Als sie dennoch teilnehmen muss, merkt sie sofort, dass etwas nicht stimmt. Die Probandinnen benehmen sich komisch. Und was geschieht mit den Säuglingen? Heimlich beginnt sie, nach Antworten zu suchen und findet eine grausige Wahrheit, die ihr nur eine Wahl lässt: Sie muss aus der Kolonie fliehen. Doch die Außenwelt ist tödlich. Vor allem wegen der Mutanten, von denen es heißt, sie wären wild und gefährlich. Und ausgerechnet einer Gruppe von ihnen, angeführt von dem geheimnisvollen Galen, fällt sie in die Hände ...

Meine Meinung:
Mit "Landsby" hat die Autorin eine lesenswerte Dystopie geschrieben, die einem selbst einige Zeit nach dem Auslesen noch im Kopf herumschwirrt. Zumindest ich habe nach wie vor einzelne Szenen im Kopf, obwohl ich das Buch schon vor einigen Tagen mit einem zufriedenen Seufzer zugeklappt habe. 
"Landsby" gefällt mir vor allem deshalb so gut, weil es keine Geschichte ist, die auf Effekthascherei aus ist. Das ist keine Dystopie, die vor großen seitenfüllenden Actionszenen und atemberaubendem Plot nur so strotzt, die Kampfszenen und Spannung groß schreibt, sondern die sich eher den ruhigeren Tönen widmet und gerade deswegen Eindruck hinterlässt. Nicht nur Jules Auseinandersetzungen mit ihrem Leben in der Kolonie, auch ihre Zeit in der Außenwelt und letztlich die Annäherung zu den Ausgestoßenen - für alles trifft die Autorin stets die richtigen Töne. Trotzdem wird es hier auf keiner einzigen Seite langweilig, im Gegenteil. Die Konflikte zwischen den Ausgestoßenen (den "Mutanten") in der Wildnis und den Koloniebewohnern lassen sich spannend verfolgen und sind überdies - vielleicht gerade wegen ihrer Unmenschlichkeit - sehr gut nachvollziehbar. 
Mir hat außerdem Jules Wandlung von einem ahnungslosen naiven Liebchen zu einer selbstbewussten jungen Frau, die für ihre Ziele und ihre Gefühle einsteht, sehr gut gefallen. Anfangs merkt man ihr zwar an, dass sie mit der Gesellschaftsform nicht zufrieden ist und eigentlich sehr viel mehr von ihrem Leben erwartet, dass sie auch die angebliche "Gefährlichkeit und Unzurechnungsfähigkeit" der Mutanten hinterfragt, aber ihr fehlt einfach die Courage, dafür einzustehen. Erst als die das Leben außerhalb der Kolonie kennen- (und schätzen-) lernt, schafft sie es, sich einzusetzen und nicht nur ihrem Leben, sondern dem von Vielen eine neue Wendung zu geben. Das Ende lässt auf Fortsetzungen der Geschichte schließen und immerhin bleiben auch einige Fragen ungeklärt - deren Aufklärung ich daher schon mit Freude erwarte.


Ein herzliches Dankeschön an Christine Millman für das Leseexemplar!


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