Samstag, 19. April 2014

"Ab morgen ein Leben lang" - Gregory Sherl

Dumont Buchverlag, 2014
18,00 Euro

Lese-Bingo: Ein Buch von einem Autor, der unter 30 ist


Handlung:
Evelyn Shriner und Godfrey Burkes sind füreinander bestimmt. Doch das ahnen sie nicht, sie kennen sich nicht einmal. Evelyn ist Bibliothekarin und hat eine Schwäche für große Liebesgeschichten. Außerdem hat sie eine Obsession für Dr. Chins erstaunliche Vergegenwärtigungsapparatur entwickelt, mit der man seine romantischen Aussichten mit einem bestimmten Menschen sehen kann. Sie testet einen Mann nach dem anderen, doch laut Maschine ist der Richtige einfach nicht dabei … 




Meine Meinung:

"Was ist, wenn es mit der Liebe ist wie mit einer Zeitbombe? Wenn man sich in so viele Leute verliebt, die einfach nicht zu einem passen, dass sich das Herz mit jedem Einzelnen ein bisschen weiter verhärtet, sodass man den Richtigen oder die Richtige finden muss, bevor das Herz komplett zu Stein wird?" (S. 152)

"Ab morgen ein Leben lang" ist definitiv ein Leuchten am Bücherhimmel. Das Buch ist so herrlich, dass man sich eigentlich nur darin verlieben kann. Die Geschichte von Evelyn und Godfrey, die sich über Umwege kennen lernen und merken, dass sie eigentlich etwas ganz Großes sein könnten, ist nicht nur schon an sich so interessant und außergewöhnlich ausgedacht. Die Idee einer Vergegenwärtigungsmaschine, mit deren Hilfe man in seine romantische Zukunft blicken kann, um zu sehen, ob man denn mit seinem (jetzigen) Partner überhaupt eine Chance hat - schon diese Idee fand ich grandios! Dann wechseln sich Evelyn und Godfrey aber auch mit dem Erzählen ab und ich schwankte von Kapitel zu Kapitel, weil ich mich einfach nicht entscheiden konnte, wer hier eigentlich besser berichtet und unterhält. Irgendwie beide, jeder für sich genommen ganz toll. Während mir Godfrey anfangs noch ein wenig unbeholfen und fast "leicht vertrottelt" vorkam, hätte ich Evelyn zunächst am liebsten geschüttelt - dann aber entwickelt sie so liebenswürdige Macken, dass man sie einfach sympathisch finden muss. Und ihre Torschlusspanik in Sachen Beziehung konnte ich fast besser nachvollziehen, als mir lieb war...
Obendrein hat Gregory Sherl aber noch dazu einen unvergleichlichen Schreibstil, kann Dinge manchmal ganz gekonnt und kurz auf den Punkt bringen, manchmal aber eben auch so wahre kleine Dinge sagen, die einem selbst gar nicht (mehr) so wirklich bewusst sind. Ich hab mich schlicht und einfach pudelwohl gefühlt beim Lesen. 

"Ab morgen ein Leben lang" macht Spaß, unterhält bestens, hat Pageturner-Qualitäten und bietet Vorzeige-Protagonisten, mit denen man lacht, leidet und hofft, und die man auf den Weg zu einem herzzerreißend schönen Ende begleiten darf.


Ein herzliches Dankeschön an den Dumont Verlag für das Rezensionsexemplar!


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