Sonntag, 2. März 2014

"Wanted. Ja. Nein. Vielleicht." - Lena Hach

Beltz & Gelberg, 2014
12,95 Euro


Handlung:
Seit seine Freundin ihn verlassen hat, leider der fünfzehnjährige Finn an Liebeskummer der Stufe zehn. Das hat zumindest sein bester Kumpel Moritz diagnostiziert. Obwohl dieser sich alle Mühe gibt, Finn aufzumuntern, kann der erst wieder richtig lachen, als er an einer Litfaßsäule zufällig einen merkwürdigen Abrisszettel erblickt. Aber wer ist das Mädchen, das die Zettel aufhängt, und wie kann er sie kennenlernen? Zum Glück hilft ihm Moritz auf die Sprünge...








Meine Meinung:

"Noch ein Grund, warum ich das Wort Okay mag: O.K. - man braucht nur die Buchstaben zu vertauschen, und schon weiß man, wie ich mich eigentlich fühle." (S. 23)

Habt ihr nicht auch das Gefühl, dass es in den Büchern immer nur Mädchen sind, die ihrem Liebsten hinterher trauern oder vor Liebeskummer gar nicht mehr geradeaus schauen können? Immer sind die Mädels die Wehleidigen und die Jungs die toughen Typen, denen eine Trennung nichts anhaben kann.
Bei "Wanted. Ja. Nein. Vielleicht." ist das anders. Hier ist es Finn, der an nichts anderes denken kann als an Sofie, nachdem eben diese ihn abserviert hat. Einfach so, von einem Tag auf den anderen. Eigentlich wollte er ihr gerade einen Kurztrip vorschlagen...
Nun sitzt Finn also in seinen Sommerferien herum, ohne Freundin und ohne Plan, was er tun soll, dafür aber mit Liebeskummer allererster Güte, kleinen Stichen der Eifersucht und jeder Menge Kopfkino. Und natürlich seinem besten Freund Moritz, der mir persönlich in diesem Buch am besten gefallen hat. Denn er versucht alles, um Finn wieder auf die Beine zu bringen, ihn abzulenken und - ganz im psychologischen Sinne - einen Neuanfang zu starten. Und das, obwohl er selbst einige Problemchen hat...
Was soll ich sagen? Mir hat "Wanted. Ja. Nein. Vielleicht." eigentlich ziemlich gut gefallen. Ich habe mich - zumindest in der ersten Buchhälfte - ganz wunderbar amüsiert, weil der Wortwitz und versteckte Ironie hier definitiv nicht zu kurz kommt. Die erste Hälfte ist gewissermaßen Finn gewidmet, ab der Mitte gelangt jedoch zunehmend Lara in den Fokus, das Mädchen, das er zufällig kennen lernt. Und Lara hat ihre ganz eigene Geschichte, hat viel mehr gesehen, erlebt, gegrübelt. Die beiden raufen sich zusammen und helfen sich gegenseitig, auf ihre jeweilige Art und Weise.
Natürlich ist hier nichts komplett Neues zu finden. Die Figuren sind an mancher Stelle etwas stereotyp geraten; so wird es kaum verwundern, dass die Angebetete Sofie sich für den Leser schon recht schnell als schnippische Zicke entpuppt. Und auch Moritz´ Bedeutung nimmt im Laufe der Geschichte leider ein wenig ab; so fand ich es sehr schade, dass er als Finns bester Freund anfangs eine so sympathische und für Finn wichtige Rolle spielt, dann aber zunehmend an den Rand gespielt wird und zum Ende hin leider kaum noch etwas von ihm zu lesen ist. 
Trotzdem hat mir die Geschichte gefallen, sie ist erfrischend anders, kurzweilig und flott zu lesen (nur 153 Seiten), besitzt aber einen ganz eigenen Charme, und sei es nur, weil man mal vor Augen geführt bekommt, dass es auch Jungs wegen Liebeskummer so richtig mies gehen kann.


Ein herzliches Dankeschön an Blogg dein Buch und den Beltz & Gelberg Verlag für das Rezensionsexemplar!


2 Kommentare:

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