Mittwoch, 19. März 2014

Von meiner Unfähigkeit, Verfilmungen anzusehen...

Na, das klang jetzt aber dramatischer, als es wirklich ist. Natürlich habe ich grundsätzlich keine Probleme damit, mir Verfilmungen anzusehen. In den letzten Tagen hatte ich jedoch tatsächlich mal ein paar freie Stunden abzubummeln und dachte mir spontan, ich könnte doch mal tief in meine DVD-Sammlung greifen und einfach mal schauen, was mich dort anlachen würde. 
In der Hand hielt ich nach kurzer Zeit sowohl "City of Bones" als auch "Beautiful creatures", die Verfilmung des ersten Teils der "Sixteen Moons"-Reihe von Garcia & Stohl. Ich habe beide Filme nicht im Kino gesehen. Das lag an fehlender Zeit, an nicht-genau-wissen-ob-ich-das-überhaupt-sehen-will und an allgemeiner Abneigung gegen die Schauspieler, insbesondere Jamie Campbell Bower alias Jace. 
Nun ja. Gekauft bzw. mir geschenkt wurden die Filme als DVDs dennoch irgendwann, und so sah ich mich der Möglichkeit gegenüber, doch endlich diese Wissenslücke füllen zu können: "Wie sind die Verfilmungen so? Können sie mit den Büchern mithalten? Oder sind sie der absolute Schrott?" Nicht unbedingt hilfreich, dass ich im Laufe der Zeit so oft gehört und gelesen habe, dass gerade diese beiden Verfilmungen nicht wirklich gelungen sein sollen.
(Normalerweise stehe ich Verfilmungen nicht notwendigerweise ablehnend gegenüber, nur falls das jetzt so klingen sollte. Im Prinzip gebe ich Verfilmungen immer fast immer eine Chance, auch wenn mich nur wenige wirklich absolut überzeugen konnten, und mir eigentlich kaum eine besser gefällt als die geschriebene Vorlage.)

Ich fing also mit "City of Bones" an. Legte die DVD ein und wartete erstmal ab. Schon beim ersten Kommentar von Clary verzog sich mein Mund nach unten: Was bitteschön ist das denn für eine Synchronstimme?! Die hab ich noch nie gehört, und während ich es meistens ganz gut finde, wenn Personen in Filmen Synchronstimmen abbekommen, die noch nicht allzu bekannt und "zu oft gehört" sind, störte mich die deutsche Stimme von Clary vom ersten Momentan an gewaltig. Das passt nicht und obendrein klingen die Dialoge zwischen ihr und ihrer Mom (sieht nicht aus wie in meiner Vorstellung) und später zwischen ihr und Simon irgendwie ... hölzern. Und abgelesen. Sind sie ja auch, aber das muss man normalerweise ja nicht merken. 
Dann war noch Luke im Bild, der leider auch so gar nicht meiner Vorstellung entsprach. Keine 5 Minuten im Film vergangen und ich war enttäuscht. Na gut, dachte ich, ich warte mal den Auftritt Jace noch ab. Ich wechselte mittendrin mal noch zum Originalton Englisch, was allgemein auch viel angenehmer und passender klang. Bin zwar recht fit im Englischen, aber den ganzen Film ausschließlich auf Englisch gucken wollte ich dann wiederum auch nicht. Dann kam die Szene im Pandemonium, der fiese Dämon wurde erledigt und Jace tauchte auf. In Nahaufnahme. Und ich so "Uahhhhöööörkkkkkkssssss..." Das geht nicht. Ich bin sonst wirklich nicht so auf Äußerlichkeiten fixiert, aber Jamie Campbell Bower als Jace - das krieg ich nicht gebacken. Das stört mich ungemein. Dieses blasse, kantige, fast magersüchtig aussehende Gesicht, die Augen und die Haare. Nee, das ruiniert das ganze Kopfkino von meinem Jace in meinem Kopf. Ich bin in diesem Moment aufgesprungen und habe die DVD aus dem Player gerissen. Ging nicht weiter. Ich hab "Jace" nicht mal sprechen gehört, aber sei´s drum. 
Verfilmungs- Fail #1.

Ich hab aber noch nicht aufgegeben. "Beautiful creatures" wartete auf seinen Einsatz. Die Bücher hab ich ja geliebt und ich fand es ganz toll, dass sie durchgängig aus der Sicht von Ethan erzählt wurden. 
Also DVD rein und auf Ethan gewartet. Der erscheint gleich in der ersten Szene und erzählt. Auch hier mein erster unglaubwürdiger Gedanke: "Synchronstimme passt nicht." Also hab ich nach einigen Minuten auch bei diesem Film mal auf Englisch umgestellt, was sich hier - im Gegensatz zu "City of Bones" - allerdings als äußerst kontraproduktiv herausstellte, denn Alden Ehrenreich alias Ethan hab ich kaum verstehen können. Die sprechen im Film ja alle sehr südstaatlerisch, und das ist offensichtlich schwer(er) zu verstehen. Außerdem ist Mr. Ehrenreichs Stimme auch in echt nicht so der Knüller. Das wurde mir vor allem in der Szene im Regen klar, als er Lena fast angefahren hat und beide dann in eine wilde Auseinandersetzung geraten sind - mit erhobenen Stimmen, offenkundig. Er hat viel mehr gepiepst als sie!
Dazu kam, dass Alden Ehrenreich (=Ethan) und Alice Englert (=Lena) hier knapp 16-jährige spielen sollen, und dafür sehen sie einfach schon zu alt aus. Das nimmt man ihnen doch echt nicht mehr ab. 
Jedenfalls hatte ich auch hier spontan nach nur wenigen Minuten keine Lust mehr, den Film zu sehen, und hab ihn abgestellt. 
Verfilmungs-Fail #2.

Letztlich hab ich mir dann 3 Folgen von "Supernatural" reingezogen, was - wenn wir mal ehrlich sind - auch nicht wirklich viele Gehirnzellen erfordert. Aber die Serie mag ich irgendwie seit Jahren, und da weiß ich, was mich erwartet. Und die beiden Helden haben sowohl in der deutschen Synchronisation als auch im englischen Original übrigens sehr angenehme Stimmen, denen man gut zuhören kann... ;)

7 Kommentare:

  1. Hey :)
    Ich gehe an Buchverfilmungen ja auch meist eher skeptisch ran, obwohl ich eher jede unbedingt sehen MUSS. Ich versuche es dann eben als ein eigenständiges Medium zu sehen...
    "City of Bones" hat mir an sich auch ganz gut gefallen... "Beautiful Creatures" auch :D Hierzu kenne ich jedoch auch das Buch noch nicht, daher hatte ich ja eigentlich auch keine Ansprüche.
    Jace hat mir persönlich jedoch eigentlich ganz gut gefallen. Wobei das natürlich auch von Szene zu Szene etwas schwankte, und was sein Mager-Problem angeht: Da gebe ich dir vollkommen recht! :o Viel zu dünn ist der Kerl...
    Aber jedem das seine...

    Bei Supernatural kann ich dir jedoch vollkommen zustimmmen. Ich liebe die Serie :D
    LG

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  2. Hmnja, rückblickend hab ich mir jetzt auch schon gedacht, dass ich den Film vielleicht einfach noch ne Weile hätte laufen lassen sollen. Vielleicht wär´s noch ganz toll geworden (*ist sich sicher, dass es nicht so ist*)... Naja. Mach ich vielleicht irgendwann nochmal :)
    Und zu "Beautiful creatures": die Bücher sind soo schön! Ehrlich. Ich hab sie auf englisch gelesen, da waren sie gleich nochmal einen Tick besser. (Denk ich mir. Ich kenn die deutsche Übersetzung nicht.) Lies mal rein ;)

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  3. Also wenn es anders gekommen wäre, wäre Alex Pettyfer Jace geworden, aber soweit ich weiß hat er abgelehnt, weil er keine Teenager mehr spielen will, auch wenn er für die Rolle aus meiner (Und der meines Freundeskreises) sehr gut gepasst hätte. Aber was soll's. Ich sehe sowieso lieber Filme ohne Buchvorlage an (Von The Hunger Games abgesehen), weil man da viel unbefangener zugucken kann.

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  4. Ja, Aley Pettyfer wäre definitiv die bessere Wahl für die Rolle gewesen. Aber stimmt, er selbst wollte die Rolle nicht haben - echt schade :(

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  5. Ja, das Schauspieler und Synchronsprecherproblem kenne ich nur zu gut... Die sind oft der größte "Makel" an einer Buchverfilmung. Wenn man liest - wirklich liest - läuft doch eigentlich schon ein Film in unseren Köpfen. Wir wissen genau, wie "unsere" Charaktere auszusehen haben. Wie ihre Mimik und Gestik abzulaufen hat. Ein Film KANN uns nur enttäuschen. Es wird nie so sein, wie wir wollen... Das ist schade.

    Aber den Film zuerst sehen soll eine Lösung sein?! Wer weiß - irgendwie will ich trotzdem immer erst das Buch lesen.. Hast du da Erfahrungswerte? Hätte noch "High Fidelity" - Buch UND Film - da und könnte direkt die Probe starten.

    Gute Buchverfilumungen (meiner Meinung nach): "Das Urteil" von John Grisham. Ein großartiges Buch, ein großartiger Film. "Rubinrot" von Kerstin Gier. Tolles Buch, ein Film (trotz deutscher Produktion) keine Enttäuschung - wurde gut unterhalten. "Désirée" - alter Film, altes Buch - beides seeehr großartig. "Veronika beschließt zu sterben" - beides auf seine Art super. "Tintenherz" - vor dem Lesen gesehen und besser gefunden, als das Buch... Soll auch vorkommen... Mehr fällt mir spontan nicht ein.

    Viele Grüße!

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  6. Hey Enni.
    Naja, den Film eher zu sehen als das Buch zu lesen ist in meinen Augen auch nicht wirklich eine Alternative. Dafür bin ich zu sehr Leserin und aufs Buch gepolt - wenn ich weiß, dass etwas eine VERfilmung ist und es eine Buchvorlage gibt, dann interessiert die mich automatisch :)
    Von den Filmen, die du aufzählst, kenne ich gar keinen. Und gerade bei "Rubinrot" hätte ich gedacht, dass der Film ziemlich schlecht war, zumindest habe ich das oft gehört, dass der zuviel verrät und sich nicht an das Buch hält. Bei dem habe ich interessanterweise auch wirklich gar keine Lust, den als Film zu sehen. Die Bücher reichen mir da vollkommen...
    Gute Verfilmungen... hmmm, spontan würden mir die "Herr der Ringe" Filme einfallen - denn ja, die find ich wirklich gut um imposant umgesetzt. Die Bücher haben ja schon so manche schnarchige Szene, wenn wir mal ehrlich sind. Eine ganz tolle Verfilmung ist "Die Braut des Prinzen", der Film zu einem meiner Lieblingsbücher "Die Brautprinzessin". Da sind manche Szenen wirklich so genial und toll gemacht, obwohl der Film schon von 1987 ist. Gut gefallen hat mir auch "Der Sternwanderer" von Neil Gaiman. Und natürlich die Verfilmung von "Stolz und Vorurteil", aber nur die mit Keira Knightley und Matthew MacFadyen. Die liebe ich!!!!!!!!!!!!! Schon unzählige Male gesehen und immer wieder bin ich so hin und weg, wenn ich es sehe. Viele sagen, gerade DIESE Verfilmung sei nicht gut, weil sie so gar nicht zur Vorlage passt - aber ich bin total in diesen Film verliebt *.*

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  7. "City of Bones" ist nun nicht gerade das, was man eine geglückte Verfilmung nennen kann, wobei mich der Film doch ganz gut unterhalten hat. Aber Clarys Synchronstimme ist wirklich jenseits von Gut und Böse und Jamie Campbell Bower fand ich als Jace optisch auch nicht sehr passend. Auch die Art, wie er die Rolle gespielt hat, hat mich nicht überzeugt - ich fand ihn einfach zu offenkundig verletzlich. Bei Jace hätte ich mir da etwas mehr von der selbstbewusst-arroganten Fassade gewünscht.
    Naja, und auch inhaltlich gab es in dem Film so einiges, das nicht wirklich einen Sinn ergab.

    Trotzdem schaue ich aber unglaublich gerne Buchverfilmungen. Auch, wenn ich dann oft enttäuscht bin, ist doch immer wieder meine Neugierde so groß, dass ich die Filme sehen möchte. Und es gibt auch so einige Verfilmungen, die ich großartig finde: Der Sternwanderer (den Film mag ich ehrlich gesagt lieber als das Buch), Abbitte, Herr der Ringe (mit Abstrichen), Swallows and Amazons, viele BBC-Jane-Austen-Verfilmungen, ...
    Ich bin also durchaus ein Fan von Buchverfilmungen - auch wenn ich viel und oft über die Umsetzungen nörgle.

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