Samstag, 15. März 2014

"Escorter" - Christine Millman

Kindle Edition, 2014

Handlung:
Seit Anbeginn der Zeit befinden sich Himmel und Hölle in einem unerbittlichen Wettstreit miteinander. In der Menschenwelt stehen sich zwei Geheimorganisationen gegenüber, die diesen Wettstreit austragen: die Gideonisten und die Escorter. Die einen kämpfen im Namen des Herrn, die anderen für die Satana, die Höllenfürsten. Doreé, Tochter einer Escorterin, soll in die Hölle reisen und sich dort mit einem mächtigen Dämon verbinden, um den Kampf endgültig für die Escorter zu entscheiden. Doch sie verliebt sich in David, ohne zu ahnen, dass er ein Gideonist und damit ihr größter Feind ist. Aber der Dämon wartet und er vergisst nicht. Schon bald muss Doreé erkennen, dass es kein Entrinnen gibt. Ihre Bestimmung und die Hölle warten auf sie...

Meine Meinung:
"Escorter" ist die Geschichte von Dorée, die sich kurz vor ihrem 21. Geburtstag zweier fanatisch-religiöser Gruppen gegenüber sieht, die sie beide auf ihre Seite ziehen wollen. Völlig geschockt muss sie erkennen, dass auch ihre Mutter Teil dieser Verschwörung ist und sie, Dorée, längst für viel größere Aufgaben und Pflichten auserkoren wurde, als ihr lieb ist.
"Escorter" startet fulminant-spannend und abwechslungsreich, mit verschiedenen Figuren, die eingeführt werden, sowie wechselnden Schauplätzen. Anfangs durchblickt man die Zusammenhänge noch nicht wirklich, die ganzen Verwicklungen werden erst nach und nach aufgeklärt.
Mir hat "Escorter" leider jedoch nicht durchgängig gefallen. Der Anfang des ebooks hat mich begeistert, weil es toll geschrieben ist und den Leser tatsächlich in seinen Bann ziehen kann. Jedoch tat ich mich von Beginn an schwer, den Interessen und Absichten der beiden gegnerischen Gruppierungen folgen zu können. Es gibt Gideonisten und Escorter, allerdings blieb mir - wenn ich ehrlich sein soll - bis zum Ende eher schleierhaft, was genau die beiden eigentlich beabsichtigen. Was das grundsätzliche Ziel hinter den ganzen Böshaftigkeiten ist, wer der fiese Gäap eigentlich wirklich ist usw. Die Standardfloskel "die Macht übernehmen und die Herrschaft an sich reißen" ist schön und gut, aber irgendwie hätte ich da gern von Anfang an mehr Hintergrundinfo gehabt.
Dann war es aber auch Dorée selbst, die mich teilweise wahnsinnig gemacht hat. Sie ist so unstet und wankelmütig in ihren Motiven und Zielen. Sie wird - zugegeben - unvermittelt in diesen ganzen Albtraum geworfen und ist ständig auf der Flucht, wird dadurch natürlich sehr unsicher. Aber sie hat keine eigene Meinung, die sie konsequent vertritt, und lässt sich eigentlich immer herumkommandieren. Mal glaubt sie der einen Gruppe, vertraut dann aber doch lieber den anderen Fanatikern. Sie protestiert bestenfalls halbherzig gegen die Pläne ihrer Mutter, Dorée mit einem Dämon verbinden zu wollen (ich meine, wer will das schon?!), lässt sich dann aber wiederum geradezu bereitwillig von ihrer Mutter den Weg in die satanische Gegenwelt erklären, um zu eben diesem Dämon zu gelangen. Ohne Gegenwehr. Merkwürdig.
Und in dieser Gegenwelt hab ich mich dann gar nicht mehr wohlgefühlt, denn von da an wurde mir alles einen Tick zu biblisch. Diverse religiöse Gestalten und Orte spielen eine Rolle, Satan und Luzifer (das ist hier nicht derselbe) tauchen auf, und es geht um den ganz großen Kampf zwischen Gut und Böse. Das war mir zuviel und inhaltlich für mich zunehmend uninteressant.

Fazit:
Frau Millman kann großartig schreiben und es fällt nicht schwer, sich in Dorées Welt hineinfallen zu lassen. Das Tempo der Geschichte ist genau richtig, um neugierig dran zu bleiben. Mir persönlich wurde die Geschichte ab der Mitte des ebooks jedoch zu bibellastig und religiös - das geht einfach an meinem Interesse vorbei. Auch ein wenig mehr ausgeschmückte Hintergrundinformationen hätten mir gefallen.


Dankeschön an Christine Millman und die Praesens Verlagsgesellschaft für das ebook!

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