Montag, 10. März 2014

"Die sonderbare Buchhandlung des Mr. Penumbra" - Robin Sloan

Karl Blessing Verlag, 2014
19,99 Euro

Handlung:
Als Clay Jannon seinen Job als Webdesigner verliert, meldet er sich auf eine Stellenanzeige hin bei Mr. Penumbra, der in San Francisco eine alte, verstaubte Buchhandlung betreibt, die rund um die Uhr geöffnet ist. Clay übernimmt die Nachtschicht, und bald ist ihm klar, dass hier irgendetwas nicht stimmt: Die Kunden kaufen nichts, sondern leihen die Bücher nur aus, drei Stockwerke hohe Regale beherbergen riesige Folianten, die keine Texte beinhalten, sondern nur ellenlange Reihen aus Buchstaben. Nach und nach findet Clay heraus, dass Mr. Penumbra und seine Kunden einem uralten Geheimnis auf der Spur sind. Mit der Unterstützung seiner Freundin Kat und seines ältesten Kumpels Neel, sowie der Weisheit von Mr. Penumbra, macht sich Clay daran, dieses Geheimnis zu lüften. Ein Geheimnis, das bis in die Anfangszeiten des Buchdrucks zurückreicht.
(Quelle: hier)

Meine Meinung:
"Die sonderbare Buchhandlung des Mr. Penumbra" hat meine Erwartungen leider nicht erfüllt, und das will schon was heißen, denn ganz zu Beginn hatte ich nicht einmal Erwartungen an das Buch. Diese entwickelten sich erst auf den ersten Seiten, als ich mich direkt in dieser wunderbaren Geschichte und in den schönen Worten verlor und sich die Hoffnung auf eine herrlich mysteriös-geheimnisvolle Geschichte über Bücher(geheimnisse) bei mir einstellte.
Es fing ganz wunderbar an, mit der Vorstellung eines alten verstaubten Buchladens, bei dem schon längst niemand mehr so genau weiß, welche Schätze sich eigentlich in seinen Untiefen verbergen. In diesem Buchladen gehen die kuriosesten Gestalten ein und aus und leihen sich für die Ergründung eines mysteriösen Geheimnisses Bücher aus. Klingt für Bücherfreunde erstmal genau richtig. Auch Hauptfigur Clay, der in diesem Buchladen arbeitet, fand ich prompt sympathisch, da er trotz des eigentlich eher "hippen" und angesagten Jobs, den er gelernt hat, die guten alten Zeiten und Traditionen  noch zu schätzen weiß, und daher eben den Job in dem Buchshop (noch dazu die Nachtschicht) tatsächlich gerne macht.
Dann jedoch greift das moderne Zeitalter ein. Clay bedient sich seines Laptops und diverser Programme, um dem besagten Geheimnis selbst ein wenig hinterher zu spionieren. Und ist natürlich erfolgreich. Zudem lernt er Kat kennen, die bei Google arbeitet, und damit war hier der Zauber der alten geheimnisvollen Bücher vollends verflogen. Die beiden starten unterschiedliche Methoden, um das Geheimnis zu lüften. Und dieses ständige Verweben von alter traditioneller Suche - in Büchern und Lexika - mit den Neuerungen unseres Zeitalters - Google & Co. -, bei dem natürlich immer die Hightech-Internetsuche gewinnt und die Nase vorn hat, hat mir zunehmend beim Lesen nicht mehr gefallen. Das ganze Besondere war plötzlich weg, als Kat als Figur eingeführt wurde und immer mehr Spielraum bekommen hat, um sich mit Google und Konsorten breitzumachen. Dieses freidenkerische und der für so große Unternehmen typische Optimismus, den Kat verbreitet, legte die komplette Atmosphäre von Mr. Penumbras Buchhandlung lahm.
Ja, Robin Sloan macht hier eigentlich durchgängig Werbung für Google und alles andere technisch-neuartige (Kindle, Tablets etc.). Wundert mich also nicht, dass der Autor selbst schon bei Twitter gearbeitet hat.

Was mich auch nicht vollends überzeugen konnte, war DAS GEHEIMNIS an sich: das, was alle suchen. Niemand kann genau sagen, was es ist, was es einem bringt und warum man es sucht. Die Verbindungen wurden zunehmend verworren und ich habe nur noch schwerlich folgen können. Auch die Auflösung war für mich eher enttäuschend.

Alles in allem ist "Mr. Penumbras Buchhandlung" ein gutes Buch mit tollen Einzelideen, das anfangs eine ganz besondere Atmosphäre verbreitet. Auch die Nebenfiguren haben mir sehr gut gefallen, weil sie der Handlung  vielerlei besondere Aspekte verleihen (z.B. Clays Mitbewohner, sein Kollege, die alten Herrschaften, die sich die Bücher ausleihen).
Jedoch geht zunehmend der Reiz der Geschichte verloren, und daran ist - so merkwürdig es auch klingt - die neue moderne Technik schuld. Auch die vielen Verwicklungen und das "Getue" um das Geheimnis haben mich nicht überzeugen können.



4 Kommentare:

  1. Hmm. Das klingt schon enttäuschend. Der Autor muss ja ein ziemlich Computerfan sein. Ich nehme mal an, dass das Buch nichts für Bücherromantiker ist. Schade. Ich hätte vom Titel her auch etwas anderes erwartet.

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  2. Naja, das ist echt schwierig bei dem Buch. es fängt wirklich vielversprechend an, besonders für Bücherromantiker. Aber dann geht´s irgendwann nur noch um Google und das Internet, und was das alles kann. Und dann ist der Zauber weg :(

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  3. Nachdem ich zuerst sehr gespannt auf das Buch war, habe ich im Laufe der Zeit einfach zu viele schlechte Rezensionen gelesen. Ich hab's jetzt endgültig von meiner Wunschliste gestrichen. Manchmal mag man eher die Vorstellung von einem Buch als das, was sich tatsächlich zwischen den Buchdeckeln verbirgt...

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  4. Das ist jetzt schon die vierte Meinung zu dem Buch, über die ich die letzten 2 Tage gestolpert bin und am Ende sagen fast alle das Gleiche: "Nicht das was erwartet wurde". Mh, glaub ich leih es mir dann wohl doch nur mal aus oder warte auf die Softcover-Variante *grübel*

    Danke für die Kritik!

    Grüße :)

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