Dienstag, 21. Januar 2014

"Und Erdbeeren wachsen doch auf dem Mond" - Marie Lu Pera

Kindle Edition, 2013

Handlung:
Was haben der Sohn des Clanführers der Kelten, der Ur-Ur-Ur-usw. Enkel von Merlin, der Prinz der Wassermänner und der Sohn von Frankensteins Monster gemeinsam? 

Die Jungs gehen alle in Melodys Klasse. Sie ist „die Neue“, die anders ist und absolut nicht reinpasst. Noch dazu steht sie auf der persönlichen Abschussliste der Lehrer weit oben. Die würden den „verrückten Freak magischen Unvermögens“, wie sie der Direktor liebevoll nennt, lieber heute als morgen von der Schule schmeißen. Als ob sie nicht schon mehr als genug um die Ohren hätte, stolpert sie von einem Schlamassel in den nächsten. Dabei sind die Jungs nicht ganz unschuldig. Doch was niemand weiß: Melody hat ein Geheimnis, das sie schon bald einholt. Wieso geschehen all die seltsamen Dinge? Wer ist der geheimnisvolle Junge, der in der Krankenstation im Koma liegt? Kann Melody vor dem weglaufen, was ihr Herz ihr sagt, oder kommt doch alles anders, als man denkt.

(Quelle: hier)

Meine Meinung:
Hmmpf. Was soll ich sagen? Hierauf bin ich durch eine Leseprobe gestoßen und ich fand es zunächst absolut großartig. Einen so schlagfertigen Charakter wie der von Heldin Melody habe ich - ungelogen - noch nirgendwo getroffen und ich habe nicht selten gestaunt über ihre Kommentare, mit denen sie in allen möglichen Situationen die Oberhand behält. Auch die einleitenden Kapitel der Geschichte klangen wirklich nicht schlecht, geradezu vielversprechend, wenn mir auch von Beginn an nicht wirklich klar war, worum es hier eigentlich gehen würde. Genau das wurde in meinen Augen jedoch zunehmend zum Problem, denn etwa nach der Hälfte des ebooks habe ich mich dann doch mal gefragt, was das alles hier eigentlich soll. 
Die Story hat zwar ein ziemliches Tempo, geschehen tut hier trotzdem nicht viel. Was man zu lesen bekommt: Stets ist Melody unterwegs, von der Schule nach Hause oder umgekehrt, und verbringt ihre paar überschaubaren Schulstunden mit Sticheleien und Kommentaren gegenüber Mitschülern und Lehrern (was den vielschichtigen Schülerwesen hier den ganzen Tag gelehrt wird, ist im Übrigen nicht ersichtlich); sie fällt abwechselnd auf ihren "Allerwertesten", weil sie so überrascht und überrumpelt ist oder wird von einem männlichen Wesen umgarnt und umworben, wahlweise Hexer Meric, Kelte Aidan oder später dann der verhuschte Nessaja. Warum? Keine Ahnung. Melody wird von der Autorin weder besonders helle, noch kreativ, noch hübsch, noch sonstwas geschildert - trotzdem rennen ihr die männlichen Verehrer ständig die Bude ein. Übrigens wortwörtlich.
Ein roter Faden fehlt hier definitiv, ebenso wie ein guter Korrekturleser. Denn orthografisch ist das ebook eine Katastrophe, das muss ich echt mal so sagen. Satzzeichen, insbesondere Kommas, werden so wahllos gesetzt, fehlen an wichtigen Stellen und tauchen dafür an anderen unmöglichen wieder auf; manche Wörter werden immer und immer wieder falsch geschrieben; die Dialoge sind zwar meistens gar nicht mal so übel (Stichwort: schlagfertig), allerdings so wirr und ohne Nachsätze, wer gerade welchen Teil gesprochen hat, dass man hier einfach nur den Überblick verlieren kann. Ich fand das Lesen teilweise unglaublich anstrengend. 

Fazit:
Das ebook punktet sicher mit seinem ungewöhnlichen Titel und auch mit der Grundidee, die sich zu einigem hätte ausbauen lassen können. Auch Melody geht einem als Leser so schnell nicht wieder aus dem Kopf, was sicher durchaus seine Vorteile hat. Aber die inhaltliche und insbesondere sprachlich-orthografische Umsetzung ist in meinen Augen leider (noch) überhaupt nicht gelungen.



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