Donnerstag, 30. Mai 2013

Blinde Vögel im Dorf der Mörder

"Blinde Vögel" - Ursula Poznanski


Als ich erfahren habe, dass es sich beim neuesten Buch von Frau Poznanski um eine Fortsetzung der Geschichte von Beatrice und Florin handelt, war ich ziemlich überrascht, denn ich hätte nicht gedacht, dass es mit den beiden nach "Fünf" weitergehen würde. Aber offensichtlich ist hier noch viel mehr Handlung geplant, was ich sehr begrüße, weil mich "Fünf" richtig begeistern konnte und ich die beiden Ermittler und die Fälle, mit denen sie sich herumschlagen müssen, eigentlich sehr interessant finde.
"Blinde Vögel" dagegen war für mich nicht ganz so überragend. Frau Poznanski glänzt zwar einmal mehr mit der Themenauswahl für ihr Buch - welche ich bei ihren Geschichten eigentlich immer fantastisch finde -; hier geht es um eine Lyrik-Gruppe bei Facebook, unter deren Mitglieder sich plötzlich merkwürdige Mordfälle ereignen. Insgesamt war das Tempo bei diesem Buch Nr. 2 jedoch um einiges langsamer und für mich nicht ganz so reizvoll. Daran lagen vor allem die zwischenmenschlichen Aspekte zwischen Beatrice und Florin, die die Autorin hier vermehrt in den Mittelpunkt rückt. Mir sind beide Figuren zwar sehr sympathisch, auch wenn ich Florin nach wie vor nicht so recht greifen kann, aber in meinen Augen wird es nun zu offensichtlich, was Frau Poznanski mit beiden noch vorhat. Die Andeutungen und Verwicklungen nahmen für mich etwas zuviel Spielraum ein.
Das Ende der eigentlichen Geschichte war für mich zudem einen Tick zu konstruiert und nahm überdies plötzlich Züge an, die vorher nicht mal ansatzweise angedeutet wurden. Für die Nicht-Vorhersehbarkeit ist das natürlich gut; ich fand den Plot und die Auflösung dennoch zu überraschend. 

Insgesamt habe ich "Blinde Vögel" zwar gern gelesen, bin auch gespannt auf die weitere Storyline um Beatrice und Florin, aber es bleibt mir nicht so beeindruckend im Kopf wie andere Poznanski-Bücher.
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"Das Dorf der Mörder" - Elisabeth Herrmann


Bereits vor mehreren Wochen habe ich das Buch gelesen und fand es richtig gut. Im Kopf bleibt mir hier zwar vor allem die recht ungewöhnliche Namenswahl, die die Autorin für ihre Figuren getroffen hat, und die mir nicht ganz alltäglich erschien (Jason, Jeremy, Sanela...). Hinter "Das Dorf der Mörder" verbirgt sich aber vor allem eine gut durchdachte, spannend gehaltene Geschichte mit interessanten Ansätzen und vor allem lebhaften Figuren, die das Geschehen sowohl in Berlin als auch in verschlafenen und längst aufgegebenen Dörfern mitten im Nirgendwo tragen. Die Vorkommnisse werden aus unterschiedlichen Perspektiven wiedergegeben, welche zusammen ein buntes und vielfältiges Rätselraten für den Leser ergeben. So rücken nicht nur die Polizistin Sanela und ihr markanter Vorgesetzter Gehring ins Bild - übrigens ein äußerst interessantes Pärchen mit Ecken und Kanten, von denen ich gern mehr lesen würde -, sondern auch ein Psychologe, die Schwester des Täters etc. kommen zu Wort. Sehr abwechslungsreich und dadurch durchweg auf hohem Level spannend.

"Das Dorf der Mörder" hat mich als eher Wenig-Krimi-Leserin voll überzeugen können und mir einige gute und unterhaltsame Lesestunden beschert.

Dienstag, 28. Mai 2013

"Das Ende der Sterne wie Big Hig sie kannte" - Peter Heller

Eichborn Verlag, 2013
19,99 Euro

Handlung:
Eine Liebeserklärung an die Welt, wie sie hätte sein können. Die Welt ist untergegangen, aber Hig hat überlebt. Ebenso sein einziger Nachbar, ein menschenfeindlicher Waffennarr mit dem Herz auf dem rechten Fleck, der ihn - brutal, aber verlässlich - beschützt. Hig lebt im Hangar eines verwilderten Flughafens und tuckert mit einer alten Cessna übers Gelände, sein Hund Jaspar ist sein treuer Copilot. Man schlägt sich halt so durch. Dann empfängt er plötzlich ein Funksignal. Gibt es doch noch Leben, jenseits seines kleinen Flughafens? Hig beginnt eine abenteuerliche Reise, und was er entdeckt, übertrifft seine schlimmsten Ängste - und seine größte Hoffnung.
(Quelle: hier)

Meine Meinung:

"Es ist nicht so, dass da nichts mehr wäre. Alles, was vorher war, ist noch da. Alles minus Hund. Minus eine Ehefrau. Minus der Krach, das Lärmen (...)" (S. 121)

Das ist die Geschichte von Hig. Hig lebt mit nichts weiter als seinem Hund Jasper und seinem leicht durchgeknallten Nachbarn Bagley mitten im Nirgendwo in der Nähe von Denver. Oder dem, was davon übrig ist, und das ist nicht viel. Im Laufe des Buches wird erklärt, dass sowohl eine Grippewelle als auch ein mysteriöses Fieber 99% der Menschheit ausgelöscht hat. Hig kommt es so vor, als wären er und Bagley die einzigen Überlebenden weit und breit. Mit seiner Cessna unternimmt er Flüge in der Umgebung, nur um festzustellen, dass da bis auf vereinzelte infizierte Überlebende nichts und niemand mehr ist. Bis ... bis er eines Tages ein Funksignal empfängt, das ihn nicht loslässt. Und Hig fragt sich, ob da draußen vielleicht doch noch mehr ist?

Was hier zunächst nach Endzeitroman klingt und an eine weitere Dystopie auf dem Markt denken lässt, ist genau das nicht. Vielmehr lernen wir die so begrenzt wirkende Welt aus Higs Sicht kennen, erleben mit ihm, was es heißt, seinen Tag einsam und allein über die Runden zu bringen und denken, lachen und weinen mit ihm. Genau das habe ich wirklich getan. Schon alleine deswegen erhält diese Geschichte einen Daumen hoch - ich muss schließlich nicht bei jedem Buch weinen! 
Wer sich jetzt denkt, dass das alles eher überschaubar in der Handlung und irgendwie nicht so sonderlich spannend klingt, hat damit gar nicht mal so Unrecht. Denn die Geschichte von Hig ist ruhig, gemächlich, enthält kaum Action, dafür jede Menge Gedanken und Grübeleien über das Ende der Welt. Wie fühlt man sich als nahezu einziger Überlebender, was geht einem durch den Kopf?
Hig hat einige sehr schöne Gedanken in dieser Lage, die ich mir beim Lesen sogleich markiert habe. Dennoch empfand ich das Lesen des Buches nicht als durchweg angenehm. Peter Heller neigt zu ungewöhnlichen, manchmal unvollständigen Sätzen, die mittendrin abbrechen. Wörtliche Rede wird komplett ohne Anführungszeichen dargeboten und wagt dadurch im Wust der ganzen Sätze unterzugehen, wenn man nicht stets aufpasst. 
Wer sich von dieser ungewöhnlichen Art zu erzählen jedoch nicht abhalten lässt, den erwartet eine schön ausgedachte, gleichzeitig sehr nachdenklich stimmende und ernste Geschichte mit einem Überraschungsende, welches sehr zum Grübeln einlädt.

Fazit:
Tolles Buch, teils eigenartig erzählt, teils auch einen Tick langatmig. Aber sehr lesenswert. 5 Bücherstapel.


Sonntag, 26. Mai 2013

In my mailbox...

Oha. Mein letzter Neuzugänge-Post ist 3 Wochen her. Da hat sich einiges angesammelt in den letzten Tagen, wie ihr unten sehen könnt.
Leider bin ich derzeit nicht wirklich in Lese- und Rezensionslaune, wie ich neulich schon erzählt habe. Keine Ahnung, woran es liegt; aber scheinbar geht es ja auch nicht nur mir so, zumindest lese ich immer mal auch bei euch, dass euch die Leseflaute erwischt hat und einem nichts einfällt zu einem Buch. Selbst meine fast täglichen Zugfahrten reizen mich momentan gar nicht, zu einem Buch zu greifen (das ich natürlich aber trotzdem immer dabei habe). In den letzten Tagen habe ich ... naja, diverse ... Stunden im Zug verbracht (eine Reise nach Stuttgart, es war endlos! :/ ), und habe dabei bis auf 5 oder 6 Seiten eines ebooks absolut nichts gelesen. Niente! Mir war nicht danach, ich hab lieber aus dem Fenster geschaut und mir die Landschaft angesehen, die ... nun ja, auch nicht wirklich spannender war als die Gegend hier, in der ich wohne ;)
Auch rezensionstechnisch ist es hier so öde wie schon lange nicht mehr. Vielleicht greife ich in absehbarer Zeit einmal wieder zu einem Knallerbuch, bei dem ich die Gedanken dazu gar nicht schnell genug tippen kann, wie sie mir in den Kopf kommen. Mal sehen.
Zur Abwechslung aber jetzt erstmal die neu eingezogenen Bücher, die sich über (immerhin) 3 Wochen angesammelt haben. Schuld daran sind u.a. Rabattaktionen bei Jokers und Arvelle, die mir diesen Berg hier beschert haben:


Aus Faulheit und um diesen Post nicht endlos werden zu lassen, beschränke ich mich aufs Verlinken :)

Guillaume Musso "Weil ich dich liebe" (Noch eingeschweißt und trotzdem als Mängelexemplar verkauft. Ich mag das :D )
Timothée de Fombelle "Vango. Prinz ohne Königreich" (Hmmja, ich hab noch nicht mal den ersten Teil gelesen. Aber Tine fand ihn toll. Also wird er mir bestimmt hoffentlich auch gefallen. Und dann ... hab ich wenigstens gleich die Fortsetzung parat!)

Einige Monate lang habe ich von amazon immer mal Benachrichtigungen bekommen, dass sie das Erscheinungs- und Auslieferungsdatum von "Das Tal. Die Jagd" von Krystyna Kuhn leider verschieben müssen. Da ich selbst schon gar nicht mehr durchblicke, welcher Teil aus dieser doch recht langen Buchreihe wann und in welcher Reihenfolge erscheint, bin ich einfach zum Vorbestellen übergegangen - da kriege ich das neue Buch einfach irgendwann ins Haus und muss mich nicht selbst durch die Titel suchen. amazon meinte vor ein paar Wochen noch, "Die Jagd" würde wohl erst im Oktober erscheinen, aber offenbar doch nicht: ich hab es jetzt geliefert bekommen.

Krystyna Kuhn "Das Tal. Die Jagd"
Das Tal liegt düster zwischen den Berghängen der Rocky Mountains. Ben und die anderen Studenten am Grace College, die seit zwei Jahren merkwürdigen und unerklärlichen Ereignissen ausgesetzt sind, scheinen am Ende ihrer Kräfte. Wer spielt dieses geheimnisvolle und tödliche Spiel mit ihnen? Und was haben ihre Eltern und Großeltern mit der Vergangenheit des Tals zu tun? Während sich überall auf der Welt die Katastrophen häufen, stoßen die acht Studenten endlich auf das Geheimnis. Nun müssen sie ihr ureigenes Erbe antreten. Doch sie kämpfen gegen die Zeit.

Dann gab es noch:

Peter Heller "Das Ende der Sterne wie Big Hig sie kannte"
Eine Liebeserklärung an die Welt, wie sie hätte sein können. Die Welt ist untergegangen, aber Hig hat überlebt. Ebenso sein einziger Nachbar, ein menschenfeindlicher Waffennarr mit dem Herz auf dem rechten Fleck, der ihn - brutal, aber verlässlich - beschützt. Hig lebt im Hangar eines verwilderten Flughafens und tuckert mit einer alten Cessna übers Gelände, sein Hund Jaspar ist sein treuer Copilot. Man schlägt sich halt so durch. Dann empfängt er plötzlich ein Funksignal. Gibt es doch noch Leben, jenseits seines kleinen Flughafens? Hig beginnt eine abenteuerliche Reise, und was er entdeckt, übertrifft seine schlimmsten Ängste - und seine größte Hoffnung.

und 

Mary Burton "Das Flüstern der Albträume"
Eva Rayburn verbrachte zehn Jahre im Gefängnis – verurteilt für ein Verbrechen, das sie nicht begangen hat. Als sie schließlich in ihre Heimatstadt zurückkehrt, beginnt dort ein Serienmörder sein Unwesen zu treiben, der Evas Vergangenheit zu kennen scheint. Zusammen mit Detective Deacon Garrison will Eva dem Mörder auf die Spur kommen. Denn auch ihr eigenes Leben ist in großer Gefahr.

Und schließlich hat sich die Autorin von "Rashen - Einmal Hölle und zurück" bei mir gemeldet und mir angeboten, mir das ebook in einem Format zukommen zu lassen, das sich mit meinem Kindle verträgt. Dankeschön dafür, ich bin jetzt schon fleißig am Lesen, liebe Carolin :D

(Inhaltsangaben von amazon.de)

Dienstag, 21. Mai 2013

Von Leseflauten und Rezensionsunlust...

Zur Zeit ist hier nicht viel los auf dem Blog, ich weiß, das tut mir auch leid. Ich habe momentan einfach nicht viel zu sagen. Bzw. das Problem liegt eher an fehlender Motivation, etwas zu Papier zu bringen/ in die Tasten zu hauen.
Ich lese derzeit schon. Zwar nicht besonders viel, aber so ein bißchen nebenbei. Vor allem aber habe ich in den letzten Wochen diverse Bücher gelesen - zu denen ich aber bisher nichts geschrieben habe. Keine Rezension, keine Meinung, keine Stichpunkte, kein Irgendwas. Ich hab zur Zeit einfach keine Lust drauf. Wenn ich nicht direkt nach dem Fertiglesen eines Buches (oder schon während des Lesens) irgendeinen Gedankenblitz habe, etwas, das mir dazu einfällt und aufgeschrieben werden möchte, dann bleibt es momentan meistens komplett aus. Mir fehlen die Motivation, die Zeit, die Lust und die Worte. Dafür mal ein "Entschuldigung" hier in die Runde.
Um euch einen kleinen Eindruck zu geben, welche Bücher zwar gelesen, aber bisher unkommentiert gelassen wurden:

- "Ismael: Bereit sein ist alles" von Michael Gerard Bauer
- "Stuart Horten: Sieben Rätsel und ein magischer Stern"  von Lissa Evans
- "Das Dorf der Mörder" von Elisabeth Herrmann
- "Wen küss ich und wenn ja, wie viele?" von Mara Andeck
- "Blinde Vögel" von Ursula Poznanski
(- und ... äh ... irgendwie habe ich das Gefühl, dass da noch etwas fehlt)

Dazu kommen Bücher, die ich eigentlich lesen muss (für einen Verlag, für Blogg dein Buch, für amazon...) - wobei ich dieses Wort gar nicht mag in dem Zusammenhang, denn ich mache es ja eigentlich gern und ich freue mich immer, wenn ich die Möglichkeit habe, ein Buch für einen Verlag oder so zu lesen. Aber diese Bücher haben eben eigentlich Vorrang, und wenn mir so gar nicht danach ist, bleiben sie halt liegen, bis mir mit Schrecken einfällt: Aaah, da war ja noch was!
Das betrifft im Moment:

- "Das Flüstern der Albträume" von Mary Burton
- "Das Ende der Sterne, wie Big Hig sie kannte"  von Peter Heller
- "Rashen - Einmal Hölle und zurück" von Michaela B. Wahl

Das letzte ist ein ebook, welches ich vom Droemer Knaur Verlag bekommen habe (was ich auch total nett finde!), allerdings leider in einem Format, welches ich nicht umwandeln und daher nicht auf meinem Kindle lesen kann - bleibt mir also gerade nur das Lesen auf dem Laptop, was nicht fetzt. Gar nicht!

Weiterhin lese ich auch noch "Puerta Oscura" von David Lozano Garbala und es juckt mir in den Fingern, endlich "Die Jagd" aus der Das Tal-Reihe von Krystyna Kuhn anzufangen, nachdem der Erscheinungstermin ja monatelang verschoben wurde - jetzt ist es endlich da! Und für die 100-Bücher Challenge bin ich am Lesen von "Die geheime Geschichte" von Donna Tartt, allerdings ist das ein Buch, das sich ziemlich zieht. Ich glaube kaum, dass ich das in einem Ruck weglesen werde, dafür ist es mir bisher - ehrlich gesagt - zu wenig spannend. Ich werde das also häppchenweise nebenbei lesen. Das Problem: bis Ende Juni muss ich noch 2 Bücher aus der Challenge-Liste gelesen haben, weil das die Bedingung ist: 6 Bücher in den ersten 6 Monaten. Und ob ich das schaffe?! Nehmt ihr an der Challenge teil? Wie sieht es bei euch diesbezüglich aus?

Donnerstag, 16. Mai 2013

" Der Fänger im Roggen" - J.D. Salinger

Handlung:
Der 16-jährige Holden Caulfield wird aus Pencey, einem Internat in Pennsylvania, verwiesen, weil er in vier von fünf Fächern durchgefallen ist. Eigentlich soll er bis zu Beginn der Ferien in der Schule bleiben, doch er packt kurzentschlossen seine Sachen und macht sich auf den Weg in seine Heimatstadt New York. Da seine Eltern noch nichts von seinem Rauswurf wissen und ihn erst drei Tage später erwarten, irrt Holden ziellos durch die winterliche Stadt und steigt in einem Hotel ab. (...)
(Quelle: amazon.de)

Meine Meinung:

"Manche Sachen sollten so bleiben, wie sie sind. Man sollte sie in einen großen Glaskasten stecken und so lassen können. Natürlich ist das unmöglich, das weiß ich, aber ich finde es trotzdem schade." (S. 90)

- Als ich neulich das Buch hier bei mir zuhause so herumliegen ließ, warf meine Schwester einen Blick drauf, rümpfte die Nase und meinte "Uäärrr, "Der Fänger im Roggen", wieso liest du das denn?! Das war so ein bescheuertes Buch; mussten wir in der Schule lesen..." Nun, ich hab es nicht in der Schule gelesen, überhaupt noch gar nie gelesen, um mal genau zu sein. Und immer hatte ich dieses Gefühl "Das muss man doch gelesen haben. Der Fänger im Roggen - das ist doch jedem ein Begriff, oder nicht?!". Ich habe viele Meinungen dazu im Laufe der Zeit gehört. Manch einer sagt, es sei sein absolutes Lieblingsbuch. Andere - wie meine Schwester - halten es für bescheuert (allerdings lenkte meine Schwester dann selbst ein: "Es kommt wahrscheinlich darauf an, wann und wieso man das Buch liest. In der Schule hat man ja keine Wahl."), andere gar für ein Sch**ß-Buch. Ich hab alles schon gehört. Und bin dennoch erstaunlich unvoreingenommen ans Lesen gegangen.

- Und soll ich ehrlich sein? Ich fand das Buch gar nicht bescheuert, vielmehr hat es mir eigentlich ziemlich gut gefallen. Es ist ganz anders als viele Bücher. Wohl auch anders als die meisten Bücher. Eigentlich hat "Der Fänger im Roggen" kaum eine Handlung. Und ein wirkliches Ende schon gar nicht. Genau genommen fehlt ein roter Faden, der einem klar macht, worüber man hier tatsächlich liest. Man begleitet die Hauptfigur auf dem Nachhauseweg, der sich zwar zieht und schließlich erst über Hotelübernachtungen, Barbesuche und merkwürdige Dates nach Hause führt. Man erfährt zwar, wieso sich Holden auf den Weg macht, aber als Leser wird man genauso unbedarft und lässig wie Holden, der alles eher locker und unproblematisch ansieht. Es ist tatsächlich gar nichts dabei, sich wenige Tage vor Weihnachten als Minderjähriger durch New York zu kämpfen, sich mit dem Taxi herumfahren zu lassen, sich mit Whisky-Soda volllaufen zu lassen, mitten in der Nacht unmögliche Anrufe zu machen - zumindest, wenn man die Welt mit Holdens Augen sieht.

- Ich habe noch nie ein Buch gelesen, in dem so oft die Wörter "verdammt" und "verflucht" vorkommen. Holla die Waldfee, ich würde sogar glatt behaupten, dass in kaum einem anderen Buch so oft geflucht wurde wie hier. So ein schlechtes Leben kann Holden gar nicht haben, um all diese Flucherei zu rechtfertigen. Aber gleichzeitig gibt ihm das etwas schwer Verwegenes.

- "Holden Caulfield" ist einer der tollsten Namen in der Literatur, die ich je gehört habe. Ich hab das nicht oft, dass ich den Namen einer (Haupt-) Figur nochmal und nochmal vor mir hersage und mir sprichwörtlich "auf der Zunge zergehen lasse". Aber Holden Caulfield klingt einfach so markant, so bemerkenswert, so interessant und so ... anders. Und er passt zu der Figur, die er im Buch wird. Wie die Faust aufs Auge.

- Bei Holden selbst handelt es sich um einen Schaumschläger ohne Gleichen, der aber trotzdem zu unglaublich weisen und klugen Sprüchen und Gedanken neigt. Ich bin seinen Gedankengängen wirklich gern gefolgt, habe seine partiell sehr ausschweifenden Anmerkungen komplett gelesen - wenn er vom Hundersten ins Tausendste verfällt beispielsweise, und von irgendwelchen ehemaligen Mitschülern berichtet, die dieses und jenes getan und gesagt haben - selbst dann konnte ich mir sicher sein, dass am Ende des Absatzes irgendein cleveres Fazit kommt, irgendetwas, das bei mir hängen bleibt. Und wenn es nur Holdens Wahlspruch "Das wirft mich um." ist. Holden neigt unglaublich zu Übertreibungen und Sprücheklopfen, aber das hat ihn mir irgendwie sehr sympathisch gemacht. Ich habe mich trotz der Irrungen, auf die er sich hier begibt, und auf die ungewisse Reise, von der man als Leser nicht weiß, wo sie letztlich hinführt und was sie bringt, nicht ein einziges Mal gelangweilt beim Lesen. "Der Fänger im Roggen" hat mich durchweg positiv überrascht. Es wird sicher nicht mein neues Lieblingsbuch. Aber mir hat es wirklich gefallen.

Montag, 13. Mai 2013

"Taken - Das Laicos-Projekt 1" - Erin Bowman

Handlung:
Wenn um Mitternacht die Erde bebt, der Wind aufheult und ein leuchtender Blitz im Dorf einschlägt, wissen die Bewohner von Claysoot: Erneut wurde jemand von ihnen geraubt. Doch rätselhafterweise trifft dieses Schicksal ausschließlich die Männer in der Nacht ihres 18. Geburtstags. Gray ist 17 und weigert sich, dieses Todesurteil zu akzeptieren. Deshalb wählt er die einzige Alternative, die ihn vor dem »Raub« rettet – er besitzt den Mut, jene unheimliche Mauer zu überwinden, die Claysoot vom Rest der Welt trennt. Doch noch kein Dorfbewohner vor ihm hat das überlebt ...
(Quelle: hier)

Meine Meinung:
Ich muss gestehen, ich habe von "Taken" etwas anderes erwartet und eigentlich auch erhofft. Was sich in der Inhaltsangabe anfangs so mysteriös-interessant liest, was zunächst solche Erinnerungen an Filme wie "The village" aufkommen lässt, was mich anfangs auf eine geheimnisvoll-gruselige und undurchsichtige Geschichte hat hoffen lassen - das ist "Taken" letztendlich alles nicht.
Vielmehr gestaltet sich die Geschichte von Gray und Emma schon nach kurzer Zeit zu einer weiteren dystopisch-angehauchten Story, wie man sie zurzeit so oft findet. Mein Eindruck bleibt, dass "Taken" nicht viel Neues liefert und keine nennenswerten Ideen beinhaltet, die es von anderen Büchern abheben oder gar herausstechen lassen würden. Einzig die Ausgangsposition, aus der Grays Erlebnisse starten, ist neuartig und anders. Liest sich auch sehr schön. Gray und seine Angebetete Emma werden dem Leser näher gebracht; man versteht, in welcher ausweglosen Situation sich beide befinden, vor allem jedoch Gray, der sich gewissermaßen vor der Wahl befindet: jetzt gleich sterben oder noch ein Jahr warten? Und so fängt der Leser von ganz allein an, sich Szenarien auszumalen, was hinter dieser ominösen Mauer um Grays Dorf Claysoot liegen könnte, und woran es letztlich liegt, dass jeder stirbt, der sie überwinden möchte.  
Aber kaum ist dieses Geheimnis gelüftet - denn, ja, es wird gelüftet! - verliert die Handlung in meinen Augen rapide an Charme und Einfallsreichtum. Es begegnen einem die üblichen Motive: ein fieser Kerl, der sich alles unter den Nagel reißt, unterdrückte Menschen, Rebellen, aufmüpfige und tapfere Helden (und solche, die es werden wollen) und unglückliche Liebeleien und Dreiecksbeziehungen. Eigentlich nichts, was man nicht schon irgendwo anders mal gelesen hat. Und so hat mich "Taken" auch nicht wirklich begeistern können. Hoch anrechnen kann ich der Autorin, dass sie zwar ein unglaubliches und eigentlich nicht nachzuvollziehendes Setting erschafft und ihren Figuren, allen voran Gray, wirklich Leben einhaucht, dass sie dabei aber völlig auf übernatürliche, magische oder Fantasy-lastige Aspekte verzichtet. Die Geschichte kommt ohne das alles aus. "Contemporary" würde man es wohl nennen, wenn man einen englischen Stempel aufdrücken möchte. Aber ich verzichte darauf, "Taken" in diese Schublade schieben zu wollen. Es bleibt mir so schon leider nicht als übermäßig beeindruckend im Gedächtnis, und mit einem Stempel versehen würde dieser Eindruck wohl noch mehr verblassen. 


Ein herzliches Dankeschön an den Piper Verlag für das Rezensionsexemplar!

Sonntag, 12. Mai 2013

Ich amüsiere mich köstlich...

... und zwar mit dem Buch "Wen küss ich und wenn ja, wie viele?" von Mara Andeck
Das. Buch. Ist. So. Lustig!!! Ich hab´s erst gestern abend angefangen und bin jetzt eigentlich schon permanent am Lachen und Kichern. Aus der Sicht der 16-jährigen Lilia kriegen wir das Balzverhalten bei Tieren und im Gegensatz dazu bei Menschen nähergebracht, weil sie darüber ein Referat halten muss - und müssen gemeinsam mit Lilia feststellen, dass es da gar nicht allzu viele Unterschiede gibt. Herrlich! :D
Lilia schreibt jeden Tag in ihr Tagebuch und startet stets mit einer wissenschaftlichen Erkenntnis. So wie diese hier:

"Wenn man einem Borstenwurm-Weibchen das Gehirn herausamputiert, stirbt es nicht. Es verwandelt sich. In ein Männchen. Echt! Was kann man daraus wohl schließen?" (Seite 91)

Ich glaube, ich habe einen neuen Buchfavoriten in diesem Jahr gefunden.

Samstag, 11. Mai 2013

"Der geheime Garten" - Frances Hodgson Burnett

Handlung:
Nach dem Tod ihrer Mutter kommt Mary nach England auf das Schloss ihres sonderbaren Onkels. Die geheimnisvollen Umstände, die das verwöhnte Mädchen dort antrifft, krempeln sie völlig um. Heimlich findet sie Zugang zu dem hinter hohen Efeumauern verborgenen Lieblingsgarten ihrer verstorbenen Tante und baut sich dort eine eigene Welt auf. Als sie eines Nachts ihren zehnjährigen Vetter in einem der hundert Zimmer des düsteren Hauses schreien hört, fasst Mary einen wichtigen Entschluss...


Meine Meinung:
In der Liste der Bücher für die "100 Bücher- Challenge" stand u.a. der Kinderbuchklassiker "Der geheime Garten" von Frances Hodgson Burnett aufgeführt. Ich kannte das Buch bisher nicht und wusste auch eigentlich nicht so recht, worum es geht. Trotzdem ist das Wörtchen "geheim" ein echter Trigger, ein Auslöser also, bei dem ich hellhörig werde. Könnte ja sein, dass sich da eine absolute Abenteuergeschichte verbirgt, natürlich altersfreundlich aufbereitet für Kinder. Also habe ich mir als eins der 12 Bücher, die für die Challenge zu lesen sind, eben "Der geheime Garten" ausgesucht. Jedoch habe ich - wenn ich mal ehrlich sein soll - nicht allzu viel dazu zu sagen. Das Buch hat bei mir leider kaum einen Eindruck hinterlassen, und ich kann weder guten Gewissens behaupten, dass es mir richtig gefallen hat, noch dass es mir nicht gefallen hat. Schwierig also.
Eigentlich hatte ich schon nach dem ersten Satz im Buch keine wirkliche Lust mehr, weiterzulesen. Wenn man seine Hauptprotagonistin so vorgestellt bekommt, ist das aber vielleicht auch kein Wunder:

"Als Mary Lennox zu ihrem Onkel nach Misselthwaite geschickt wurde, waren sich alle einig, dass man so ein widerwärtig aussehendes Kind wie sie noch nie gesehen habe." (S. 5)

Ich habe trotzdem weitergelesen, nicht zuletzt, um herauszufinden, was diesen besagten Garten denn nun so "geheim" macht. Was mich dann als Geschichte erwartete, würde ich als harmlos bezeichnen; als harmloses, für Kinder geeignetes Schmökerbuch. Ich persönlich habe die ganze Zeit auf einen Knall gewartet, auf ein Highlight, das der Story irgendeine Wendung verpasst - aber nein, das bleibt aus, keine Wendung in Sicht.
Was mir aufgefallen ist, ist folgendes: Heute gelesen, hält einem das Buch die Unterschiede zwischen den Kindern von heute und denen von 1900 vor Augen. Im Gegensatz zu den heutigen Wii-, Handy- und Markenklamotten - verwöhnten Kindern wussten Kinder von damals einen Garten in all seiner Pracht noch zu schätzen. Eine solche Freude und Begeisterung, wie Mary, Dickon und Colin hier angesichts der blühenden Pflanzen, Bäume und einiger kleiner Tiere im Garten erleben, ließ mich das Geschriebene geradezu ungläubig verfolgen - das wirkte für mich irgendwie gar nicht nachvollziehbar. Nicht, dass man mich falsch versteht - ich mag die Natur. Ich mag meinen Garten zuhause. Solche Begeisterungsstürme löst er bei mir allerdings nicht aus. 
Aber "Der geheime Garten" wurde 1909 veröffentlicht; und es ist daher wohl als zeitgemäß anzusehen, wenn Mary und Dickon in ausschweifende Dialoge über Rotkehlchen und aufblühende Tulpen versinken - worüber sollten sich die Kinder, die sonst nur im eigenen Zimmer sitzen könnten, sonst unterhalten? 
Die Rahmenhandlung über Colin, der kränklich seit Jahren die Zeit in seinem Zimmer verbringt, dabei aber eigentlich nur ein wenig frische Luft und Freunde braucht, um aufzublühen, ist nett zu lesen - allerdings hat mir, wie schon bemerkt, irgendein besonderes Vorkommnis gefehlt, das die vor sich hinschwappende Handlung etwas aufrührt. Die Geschichte ist liebevoll erzählt und spiegelt dabei vor allem kindliches Niveau wieder. Actionreiche Abenteuer vermisst man ebenso wie bedeutende Erwachsene, die hier einfach nur Nebenrollen einnehmen - und wenn sie doch mal auftauchen, sind sie gar nicht so arg wie befürchtet, wie beispielsweise das herzliche Dienstmädchen Martha.
Was bleibt mir also zur Lektüre von "Der geheime Garten" zu sagen? Ich muss gestehen, ich habe ein wenig mehr erwartet, insgesamt mehr Handlung als solche, und ich dachte auch, der Schwerpunkt würde mehr auf "geheim" als auf "Garten" liegen. Das ist nicht wirklich der Fall. Stattdessen erleben 3 Kinder zur Jahrhundertwende vom 19. zum 20. Jahrhundert die Wunder und den Zauber eines verwilderten Gartens, der durch ihr Zutun langsam wieder zum Leben erwacht. Gesundheit, Freundschaft und Gemeinschaft sind die Kernpunkte in "Der geheime Garten", und da diese in ihrer Bedeutung auch heute nichts verloren haben, ist die Geschichte durchaus lesenswert.

Mittwoch, 8. Mai 2013

Die Lektüre meiner Zugnachbarn #9

Jaja, lange gab es keinen neuen Ausflug in die Lektüre meiner Zugnachbarn, ich weiß. Es haben durchaus einige Leute um mich herum fleißig gelesen, aber es war irgendwie nicht so recht ein Knaller dabei, keine wirkliche Überraschung. Und ich brauche euch ja sicher nicht erzählen, dass ich gestern ungefähr die fünfte Person in 3 Wochen gesehen habe, die irgendeinen Teil der Buchreihe "Das Lied von Eis und Feuer" von George R.R. Martin gelesen hat.
 
Vorgestern aber habe ich unweigerlich einen kleinen Dialog zwischen zwei schon etwas älteren Damen mit angehört. Es ging um Bücher, und ich fand es herrlich. Zunächst unterhielten sich beide über irgendeinen Autor, dessen Namen ich leider nicht verstanden habe. Die eine meinte, er würde so gut schreiben, sie würde sich direkt auch das zweite Buch von ihm holen. Schön.
Dann meinte die andere: "Weißt du, was ich als nächstes lese?" Darauf die zweite: "Nee. Was´n?" (An dieser Stelle sollte ich vielleicht mal darauf verweisen, dass wir hier in Sachsen-Anhalt über eine Vielzahl ganz "wunderbarer" Dialekte verfügen. (Fremdschämen ist angesagt!) Selbst wenn ich versuche, hier schriftlich wiederzugeben, WIE sich diese beiden Damen unterhalten haben, reicht das nicht annähernd an das Original heran...)
Die erste: "Fifty shade of grey."
Die zweite schüttelte den Kopf und meinte: "Kenn ich nich."
Die erste ganz überrascht: "Haste davon noch nich jehört?"
Die zweite zuckte mit den Schultern.
Die erste: "Das soll total spannend sein."
Die zweite wirkte immer noch eher uninteressiert.
Die erste: "Da sind schon 3 Bände draußen. Der dritte gerade erst erschienen. Ich hab mir gleich alle 3 jeholt. So spannend soll das sein."
Die zweite sagte nichts.
Die erste: "Ich fange dann jetzt mit dem ersten an. Bin schon echt jespannt."
Sie beugte sich leicht nach vorn und dämpfte die Stimme ganz verschwörerisch: "Da jeht´s um Seggs und Fesseln und so´n Kram. Janz anrüchig. Mal was janz anderes. Is aber nix, was man hier erzählen kann."
Beide kicherten.
 
Tja, und das taten sie dann auch nicht. Also darüber erzählen, meine ich. Der Zug war rappelvoll, vielleicht war die Hemmschwelle dann doch größer als das Mitteilungsbedürfnis.
Aber ich wünsche ihr interessante Lesestunden ;)
 

Sonntag, 5. Mai 2013

In my mailbox...

Huhu!
Die Sonne scheint und ich habe gerade gar nicht viel Lust, hier irgendetwas lang und breit zu schreiben. Rezensionen waren zwar zuhauf geplant, vielleicht auch schon der ein oder andere Post vorbereitet, aber ... nö. Ich mach´s heute kurz und beschränke mich auf wenige Zeilen, um euch die neuen Bücher der letzten Tage zu zeigen, bevor mich gleich die Qual der Wahl ereilt, welches Buch ich mir als nächstes zu Gemüte führen werde. Denn "Ismael 3" habe ich gestern noch ausgelesen - und mich köstlich dabei amüsiert! Und was kommt jetzt? Familiengeheimnis? Zombies? Thriller? Liebeskitsch? Ich weiß es noch nicht. Ich lasse mich gleich mal von dem Inhalt meiner Bücherregale überraschen. Und dann setz ich mich zum Lesen in die Sonne.

Meine Geburtstags- und sonstige neue Bücher - Ausbeute:
(wie gesagt: heute kurz, daher einfach auf den Titel klicken, um zur Inhaltsangabe zu kommen)


(endlich als Hardcover; gab´s bisher nur mit so einem blöden Cover als Taschenbuch)




Alexandra Dumas "Die drei Musketiere"
(In 2 Bänden, der erste davon liegt momentan noch im Buchladen und muss abgeholt werden. Habe ich von meiner Mama zum Geburtstag bekommen, nachdem ich sie neulich mal etwas zur Geschichte gefragt habe. Ich kenne die Geschichte nämlich gar nicht, sie dagegen hat diese Bücher früher verschlungen. Lag also nahe, sie zu fragen...)




Freitag, 3. Mai 2013

Freitagsgedanken: Alles neu macht der Mai...

... Himmel ja, das kann ich für die letzten Tage wirklich behaupten! Die letzte Woche war so turbulent, so aufregend, so anders.
 
 
Was ist bei mir passiert in den letzten Tagen?
- Ich bin 28 geworden. Offensichtlich bin ich mittlerweile aus dem Alter raus, in dem man Geburtstage nur noch positiv ansieht - denn diese 8 erschreckt mich irgendwie.
 
 
- Ich bin über meinen Schatten gesprungen und habe etwas getan, das mir seit einiger Zeit im Kopf rumschwirrte und zu dem mir ... nun ja, ein wenig der Mut und das Selbstvertrauen fehlte. Neulich habe ich mich hier noch recht sinnfrei über Schicksal und Zufall ausgelassen, und jetzt bin ich einfach mal selbst aktiv geworden. Was das ganze bringt (ob es mir etwas bringt), das weiß ich nicht. Noch nicht. Aber ich hoffe einfach mal.
 
 
- Auch in Bezug auf Informationen waren die letzten Tage sehr erfolgreich. Infos, die mir seit Montag ein Lächeln auf die Lippen zaubern - und mit denen ich seither eine liebe Freundin wohl sehr nerve. L., tut mir leid.
 
 
- Am Dienstag gab es die Auslosung zum Welttag des Buches, und ich habe Sandra mit dem gewonnenen Buch "Der Joker" (hoffentlich) glücklich machen können. Die Aktion "Blogger schenken Lesefreude" hat mir sehr gut gefallen. Bei einer Handvoll Blogs hab ich selbst auch mitgemacht; offenbar hatte ich in der Hinsicht aber leider kein Glück. Na macht nichts. Ich habe auch so in den letzten Tagen ganz wunderbare neue Bücher erhalten, die stelle ich euch am Wochenende vor. Zudem kann es gut sein, dass es bei mir demnächst wieder ein Buch zu gewinnen gibt - ich habe es nämlich doppelt gekauft :( Ja, sowas kann nur mir passieren - weil ich so langsam echt den Überblick über meine Bücher verliere. Aber umso besser für euch - also schaut einfach mal wieder vorbei.
 
 
- Ich lese "Der Fänger im Roggen" von J.D. Salinger. Für die 100 Bücher-Challenge, aber auch, weil ich das Buch nicht kenne und es aber gern kennen möchte. Ich habe es in der Schule nicht gelesen; weiß aber, dass einige (viele?) das als Pflichtlektüre zu Schulzeiten durchgenommen haben. (Ich lese z.B. die alte, mittlerweile völlig vergilbte Ausgabe, die meine Schwester damals in der Schule gelesen hat. Sie ist voller Unterstreichungen und Markierungen. Gibt dem Buch irgendwie Charakter.) Mich hat es immer beeindruckt, dass soviele Leute sagen, "Der Fänger im Roggen" ist mein absolutes Lieblingsbuch - aber ich weiß nicht mal, worum es geht. Ich habe jetzt etwa ein Viertel des Buches gelesen..., aber weiß immernoch nicht, worum es geht. Wird das irgendwann ersichtlich?
 
 
- Erneut lese ich jedoch auch noch ganz viele andere Bücher nebenher und zwischendrin; ich lande immer wieder in dieser Masche, auch wenn ich mir es anders vornehme. Es stehen auch noch einige Rezensionen aus, u.a. für "Blinde Vögel", "Taken" und "Stuart Horten 2", für die mir im Moment aber einfach die Lust und die Ideen fehlen. Ich nehme es mir fürs Wochenende vor - mal sehen, wie weit ich komme :/

- Und ganz aktuell ... Ich konnte einmal mehr nicht an mich halten. Wie die fleißigen Mitleser mittlerweile von mir wissen müssten, habe ich eine mittelgroße Schwäche für die britische Band Keane. Momentan sieht es mit neuen Tourterminen in diesem Jahr eher mau aus, und als eben - vor nicht mal 1 Stunde - ein eben solcher Termin angekündigt wurde, habe ich gar nicht lange gezögert, sondern gleich zugeschlagen und mir Tickets gesichert. Im August gibt es daher Keane im schnieke-edlen Kenwood House in London zu sehen. Ich schreie!!! (Natürlich vor Begeisterung...)

Mittwoch, 1. Mai 2013

"Partials: Aufbruch" - Dan Wells

Ivi Verlag, 2013
16,99 Euro

Handlung:
Die Partials, übermächtige Krieger, die einst von den Menschen erschaffen wurden und sich dann gegen sie wendeten, bedrohen die Überlebenden. Und eine unheilbare Seuche fordert ihre Opfer. Die sechzehnjährige Kira setzt alles daran, einen Weg zu finden, die Krankheit zu heilen. Doch dieser Weg führt sie nach Manhattan, mitten in das Gebiet der unheimlichen Partials. Und was sie dort entdeckt, wird nicht nur ihr eigenes, sondern das Schicksal aller Geschöpfe auf unserem Planeten verändern …
(Quelle: hier)

Meine Meinung:
"Noch einmal rief sie das Bild des Virus auf, den gelb gefärbten Klecks, der im Blut lebte. Du siehst aus wie ein Luftballon, dachte sie. Aber du hast neunundneunzig Komma neun neun sechs Prozent der Menschheit ausgelöscht." (S. 237)

Kira und einige wenige Freunde leben im Nordamerika der Zukunft, genauer gesagt auf einer kleinen Insel vor New York. Das ist alles, was an belebtem und bewohntem Gebiet übrig geblieben ist, nach einem großen Krieg, für den ursprünglich die sogenannten Partials, eine Art künstliche Menschen, erschaffen wurden: sie sollten für die Menschen den Krieg ausführen. Dummerweise stellten sich die Partials bald ihren Schöpfern entgegen und führten - offenbar mit der Freigabe eines Virus´ - dazu, dass bis auf eine verschwindend kleine Anzahl quasi die gesamte Menschheit ausstarb. Diese kleine Anzahl Menschen und die Partials leben nun in einer Art nicht-freundlich gesinnter aber akzeptierender Feindschaft. Kira ist eine der wenigen menschlichen Überlebenden, die sich einem großem Problem gegenüber sehen: sie sterben aus. Jeder Versuch, Nachkommen zu erzeugen und die Menschheit daher irgendwie am Bestehen zu halten, scheitern an dem Virus, der die Menschen immer noch heimsucht. 

Nach anfänglichen Einstiegsschwierigkeiten - die teils an der Schreibart des Autoren, teils an der Tatsache lagen, dass einem hier von Beginn an viel an Vorstellungsvermögen und Akzeptanz abgefordert wird - habe ich mich recht gut in dieser Geschichte verlieren können. Einige Vorstellungen, die der Autor hier umsetzt, haben mir stark zu denken gegeben und dazu geführt, dass ich gar nicht anders konnte, als die Geschehnisse mit einer gewissen Distanz zu sehen. So wird die gesetzlich vorgeschriebene Grenze, schwanger werden zu müssen, um die Chance auf Nachkommen zu wahren, beispielsweise immer weiter nach unten gesetzt. Die letzte Herabsetzung liegt nun bei 16 Jahren - und betrifft damit eben auch die 16-jährige Kira. Ich habe mich beim Lesen hier nicht wirklich in die Geschichte fallen lassen können, wie das bei anderen Büchern manchmal der Fall ist - was mich aber gar nicht so sehr gestört hat. "Partials: Aufbruch" ist actionreich, zukunftsmäßig, sogar sehr wissenschaftlich (und daher nachvollziehbar) ausgerichtet, was mir gut gefallen hat. Kira als Heldin stach für mich nicht unbedingt hervor und ich hätte mir wesentlich mehr Einblicke in die Gedanken (oder vielleicht sogar "Gefühle") des Partials Samm erwünscht, der hier eine Rolle spielt. Das blieb trotz einiger Andeutungen, dass nichts so ist, wie es scheint, ein wenig auf der Strecke. Gleichwohl ist "Aufbruch" ja nur ein Auftaktband, sodass auf weitere Einblicke in der Fortsetzung zu hoffen ist.
Mein wesentliches Problem mit der Story liegt in einigen Verständnisfragen bzw. dem Gefühl, dass nicht alles durchweg logisch durchdacht wurde vom Autor. Diese Punkte kann ich schwer erklären, ohne allzuviel von der Handlung zu verraten. Aber mir leuchtete beispielsweise nicht ein, wieso die Partials und die paar wenigen Menschen ohne Weiteres seit 11 Jahren nebeneinander her leben sollten, wenn die Partials doch vorher alles versucht haben, die Menschen zu zerstören. Und auch diese Insel - das Refugium der Menschen, wieso wurde die in all der Zeit nicht angegriffen? Solche Punkte bleiben mir hier als graue Flecken im Kopf, und auch allgemein denke ich, dass "Partials: Aufbruch" zwar gut gemachte und fortsetzungswürdige Unterhaltung bietet, bei mir aber keinesfalls derart präsent im Kopf bleiben wird wie manch andere literarische Zukunftsvorstellung wie beispielsweise "Panem".

Fazit:
Gute, actionreiche und wissenschaftlich-bezogene Zukunftsvision, in der die Menschheit nicht mehr viel zu lachen hat, und dennoch einen Grund zum Hoffen findet. Das Buch hat mich nicht vollends mit sich ziehen oder gar umwerfen können, aber gespannt auf die Weiterführung der Handlung bin ich schon. Gute 4 Bücherstapel.


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