Sonntag, 31. März 2013

Kindle Paperwhite

Seit Wochen schielte ich neidisch auf die amazon-Homepage, klickte mich zum Kindle Paperwhite durch und dachte mir im Stillen: "Den hätt ich gern." Ich habe ja seit einiger Zeit (weiß gar nicht mehr, wie lange) den normalen, den "schnöden" Kindle, der mir bisher zwar stets gute Dienste geleistet hatte. Der aber trotzdem - eigentlich immer im Dämmerzustand - dazu führte, dass ich mir wünschte, ein Licht würde mir aufgehen und für ein besseres Lesegefühl sorgen. Hilft ja nichts, drumherum zu reden: mir war das Lesen auf dem ursprünglichen Kindle von Anfang an immer einen Tick zu dunkel, wenn ich nicht wirklich direkt neben einer Lampe oder eben im hellen Sonnenschein saß. 
Daher mein Neid auf den Paperwhite. Mittlerweile gibt es einige eReader auf dem Markt, die das neuartige integrierte Beleuchtungskonzept vorweisen können; ganz neu ist da wohl der tolino zu nennen, ein eReader von mehreren Unternehmen, u.a. thalia, Hugendubel und Weltbild, wenn ich richtig informiert bin. Aber da ich einmal auf den Kindle-Geschmack gekommen war und zudem fleißige Käuferin bei amazon bin, stand für mich eigentlich außer Frage: wenn schon ein neuer eReader, dann einen Kindle. Nun bot amazon die gesamte Kindle-Familie neulich um einige Euro billiger an. Dieses Angebot galt übers Wochenende, bis Montag abend 18 Uhr. Ich überlegte. Und grübelte. Und klickte schließlich Montag abend 17:44 Uhr auf "Bestellung absenden" - ich hab es mir also nicht leicht gemacht, sondern wirklich (!) erst gründlich überlegt. 
 

Und da ist er nun: der Kindle Paperwhite, letzte Woche bei mir eingezogen. Legt man beide Kindles nebeneinander, fällt folgendes auf: der alte war grau, der neue ist schwarz. Beide schick und vor allem aus einem Material, dass man nicht direkt jeden Fingerabdruck drauf sieht - mag ich. Schön ist, dass der neue Kindle quasi genauso groß ist wie der alte, wodurch ich meine Schutzhülle einfach weiterhin nehmen kann. Der Kindle Paperwhite ist schwerer als sein Vorgänger und - man mag mir glauben oder nicht, aber ich finde, die 40 Gramm mehr merkt man auch durchaus. Mir zumindest kommt der neue Kindle irgendwie deutlich schwerer vor. Aber nicht unangenehm schwerer, man kann ihn nach wie vor bequem mit einer Hand halten und bedienen, ohne dass einem die Hand müde wird. Apropos bedienen: Touchpad. Das war ein weiterer Punkt, warum ich einen neuen Kindle haben wollte. Der alte Kindle verfügt ja über ein Cursorpad, was zwar ok, manchmal aber doch arg umständlich ist. Gerade in Zeiten von Smartphones und Touchpads hier und da ist man doch gewöhnt, einfach nur irgendwo mit dem Finger drauf tippen zu müssen, damit es losgeht. Die Bedienung des Kindle Paperwhite ist daher auch kinderleicht und selbsterklärend - eine Anleitung gibt´s gar nicht erst. Nur zwei, drei erste Erklärungsseiten nach dem Motto "wo muss ich drauf drücken, damit was passiert" beim ersten Anschalten, und schwupps: ist man durch. Einziges Problem, das aber bei mir allein liegt: ich hab zu kurze Finger. Mit meinem Daumen reiche ich nicht quer über das Display, und wenn ich den Kindle mit rechts festhalte und mit dem rechten Daumen ganz links tippen möchte, um eine Buchseite zurück zu gelangen, klappt das nicht so recht. Meine Finger sind einfach zu kurz. Ich schätze aber mal, dieses Problem hätte ich bei jedem eReader.



 
Die Beleuchtung ist natürlich das absolute Highlight für mich und meine bisher unverwöhnten Augen. Sehr angenehm zu lesen, egal in welcher Umgebungshelligkeit. In strahlendem Sonnenschein habe ich den neuen Kindle bisher noch nicht getestet - was einfach daran liegt, dass es gerade keine Sonne gibt. Die versteckt sich irgendwo. Nett finde ich auch die neue Option, unten links in der Ecke angezeigt zu bekommen, wie lange man für das gerade zu lesende Kapitel noch benötigt. Das finde ich ok, brauche ich aber in dem Sinne nicht unbedingt - wenn ich einmal im Lesen stecke, ist mir recht egal, ob das Kapitel noch 3 oder 5 Minuten umfasst. Mein bisheriger Kindle hatte dafür unten immer eine Leiste, die die Gesamtlänge des Buches anzeigte, mit einzelnen Pünktchen darauf, die die Kapitel darstellten. Daran konnte man sich ebenso orientieren.
Als erstes Fazit nach wenigen Tagen kann ich guten Gewissens sagen, dass ich sehr froh bin über den Kauf des Kindle Paperwhite und diesen jetzt schon nicht mehr missen möchte. Er macht optisch viel her und hat mich bisher durchweg überzeugen können.



Donnerstag, 28. März 2013

"Ein ganzes halbes Jahr" - Jojo Moyes

Rowohlt Verlag, 2013
14,99 Euro

Handlung:
Lou & Will. Louisa Clark weiß, dass nicht viele in ihrer Heimatstadt ihren etwas schrägen Modegeschmack teilen. Sie weiß, dass sie gerne in dem kleinen Café arbeitet und dass sie ihren Freund Patrick eigentlich nicht liebt. Sie weiß nicht, dass sie schon bald ihren Job verlieren wird – und wie tief das Loch ist, in das sie dann fällt. Will Traynor weiß, dass es nie wieder so sein wird wie vor dem Unfall. Und er weiß, dass er dieses neue Leben nicht führen will. Er weiß nicht, dass er schon bald Lou begegnen wird. Eine Frau und ein Mann. Eine Liebesgeschichte, anders als alle anderen. Die Liebesgeschichte von Lou und Will.
(Quelle: hier)

Meine Meinung:
Nach den ersten Seiten "Ein ganzes halbes Jahr" hatte ich den Gedanken im Kopf, dass ich bereits jetzt wüsste, wie das Buch endet. Und tatsächlich, ich sollte Recht behalten: die Geschichte endet genau so, wie ich mir schon am Anfang gedacht habe. Ich würde dennoch nicht behaupten, dass man schon am Anfang ahnen kann, was einen hier erwartet. Dass die Geschichte vorhersehbar oder gar durchschaubar ist.
Das ist sie nicht. "Ein ganzes halbes Jahr" ist eine ganz wundervolle, gleichermaßen komische wie tieftraurige, berührende und aufrüttelnde Geschichte von zwei Menschen, von denen der eine nicht mehr leben möchte, und der andere gar nicht weiß, was er mit zuviel Leben anfangen soll.
Louisa verliert den festen Boden unter den Füßen, als sie arbeitslos wird. Fortan weiß sie nicht so recht, wie es bei ihr weitergehen soll. Sie landet als eine Art "Gesellschafterin" bei Will, einem jungen Mann, der durch einen tragischen Unfall im Rollstuhl sitzt - gelähmt und nicht mehr in der Lage, ein selbstständiges Leben zu führen. Zunächst wundert sie sich, warum ausgerechnet sie diesen Job erhält, obwohl sie eigentlich keinerlei Qualifikationen vorweisen kann. Nach einiger Zeit erfährt sie den wahren Grund für ihre Anstellung - und warum diese nur 6 Monate, ein ganzes halbes Jahr also, umfassen wird.
Ich habe "Ein ganzes halbes Jahr" mit sehr gemischten Gefühlen und Gedanken gelesen und beendet, die ich hier keinesfalls alle wiedergeben und zusammenfassen kann. Das Buch bringt den Leser unweigerlich zum Nachdenken. Zum Nachdenken und Reflektieren der eigenen Meinung zu Themen wie: was macht den Sinn des Lebens aus, wie würdevoll ist ein Leben unter bestimmten Bedingungen, wann... ja, wann sind sterben und sterben lassen vielleicht die annehmbareren Alternativen. Getragen werden diese Fragen hier ganz wunderbar durch die beiden liebevoll gezeichneten Figuren Louisa und Will, von denen mir vor allem Lou mit ihrem unnachahmlichen Sinn für Humor und Optimismus sehr ans Herz gewachsen ist.
Ich würde "Ein ganzes halbes Jahr" gar nicht so sehr als Liebesgeschichte deklarieren, wie es die Inhaltsangaben teilweise tun. Sicher, da ist eine Zuneigung zwischen beiden zu spüren; man merkt, dass beide sich im Laufe der Zeit immer wichtiger werden. Aber hier steht nicht der Aspekt des Sich-Verliebens oder irgendwelcher schmetterlingshafter Gefühle im Vordergrund. Es geht darum, wie sehr ein anderer Mensch das eigene Leben lebenswert(er) machen kann. Jojo Moyes zeigt, wie 6 Monate unter Umständen alles ändern können.
Sehr schön fand ich in dem Zusammenhang die Idee, einzelne Kapitel aus einem völlig anderen Blickwinkel zu präsentieren, den Fortlauf der Geschehnisse also beispielsweise mal aus den Augen von Wills Vater oder Lous Schwester darzustellen, obwohl die Haupthandlung aus Louisas Perspektive erzählt wird. Dadurch sieht man mit den Augen der anderen, was sich zwischen Lou und Will abspielt. Und gemeinsam mit Louisa kann man nicht anders, als eine gewisse Hoffnung aufzubauen, diese Frage, ob und was denn schlussendlich möglich ist.

Fazit:
Ich halte "Ein ganzes halbes Jahr" für durchweg lesenswert. Die bei mir befürchteten Tränen kullerten am Ende zwar nicht, dennoch geistern mir das Buch und die Fragen, die es beinhaltet, noch heute, einige Tage nach dem Auslesen, im Kopf herum. Und das ist wohl das, was ein Buch schaffen möchte und schaffen sollte. Lesenswerte 5 Bücherstapel.

Nachgefragt...

Elena von Leseträume hat mir ein paar Fragen gestellt und ich habe geantwortet. Rund ums Lesen und Bloggen. Das zweiteilige Interview gibt es gestern und heute auf ihrem Blog zu lesen. Wer also mal schauen möchte, wie ich mich in Interviews schlage (ich habe das ungute Gefühl, das Wörtchen "irgendwie" ziemlich häufig zu benutzen...), der sollte mal HIER klicken.

Mittwoch, 27. März 2013

Hust ... röchel... hust...

Oh man, ich huste mir derzeit wieder die Seele aus dem Leib... Ich bin nämlich irgendwie schon wieder krank; ich weiß gar nicht, wieso! Mir kommt es so vor, als wär ich vor ein paar Tagen erst krank gewesen. Na gut, ein bißchen länger ist es wohl schon her, aber trotzdem. Ich mag Husten nicht! Ich kann zwar gerade die komplette Palette von Kopf- über Hals- und Ohrenschmerzen bis hin zu akuter Schlaf-eritis bedienen, aber der Husten! Der ist echt das Fieseste. (Übrigens: man kann Muskelkater von zuviel Husten bekommen. Das ist doch mal ne starke Nebenwirkung!)
Was mach ich also? Ich häng so rum und lese. Rekordverdächtig viel, einmal mehr; ich glaube mich zu erinnern, dass es mir zuletzt genauso ging, als ich krank war, und mich da wie ein Weltmeister durch meine Regale gelesen habe. Dieses Mal ist es ähnlich, ich habe innerhalb weniger Tage schon ausgelesen: "Ein ganzes halbes Jahr" von Jojo Moyes, "Das Dorf der Mörder" von Elisabeth Herrmann und "Zeitenzauber - Die goldene Brücke" von Eva Völler. Alle ziemlich unterschiedlich, aber gut. Leider bringe ich gerade überhaupt keine Lust und Motivation auf, um meine Meinung dazu aufzuschreiben :/
Heute habe ich zudem "Grimm" von Christoph Marzi gelesen. Also fertig gelesen, den Schinken schafft man ja nicht unbedingt an 1 Tag. Es stand ewig in meinem Buchregal (Jahre!), ich verbuche diesen Erfolg daher auch mal unter meiner Nicht-Challenge "Regalhüter lesen". Und jetzt muss ich erstmal wieder aus dieser Fabulier-Wolke austreten, in die mich Herr Marzi gezogen hat. Was dieser Mann an Worte und Umschreibungen nutzen und miteinander verpacken kann, Wahnsinn! Ich kenne ja schon Bücher von ihm und habe das dort ebenfalls bemerkt, aber hier bei "Grimm" war das ja eine Schreibe ohne gleichen... So bildhaft und metaphorisch, so schöne Satzbrocken und Beschreibungen. Und die Grundidee des Buches fand ich auch toll, auch wenn sie mich vermehrt an "Die unendliche Geschichte" von Michael Ende erinnert hat. Als erstes Fazit würde ich sagen, dass ich von "Grimm" gar nicht so hellauf begeistert bin (irgendwie ist das ein "Marzi-Phänomen"), und ich denke, auch dazu werde ich in den nächsten Tagen noch ein paar Gedanken zusammenfassen.
Zunächst aber werde ich erstmal eine Runde weiter husten. Und mir ein Harry Potter Buch schnappen, denn es gehört für mich dazu, wenigstens eins der Bücher zu lesen, wenn ich krank bin. Ich habe den ersten Teil von Harry Potter zum allerersten Mal gelesen, als ich eine Grippe hatte und nicht zur Schule gehen musste leider nicht gehen konnte. ;) Seitdem ist das irgendwie Tradition bei mir. Ich kann mich nur gerade nicht entscheiden, ob ich lieber zu "Der Gefangene von Askaban" oder "Der Feuerkelch" greife. Hmmmmm....

Samstag, 23. März 2013

In my mailbox...

Oi. Da hat sich in der letzten Zeit ja ein wenig (ein wenig viel) bei mir angesammelt. Schuld daran: öhmmm... ja... ich. Ich selbst, ich ganz allein, ich war´s. Na gut, zur klitzekleinen Verteidigung kann ich anführen, dass die Bücher alle seit meinem letzten Neuzugänge-Post dazugekommen sind, und der ist diesmal immerhin schon ein wenig her, nämlich Anfang März. Ach ja, und zweites Verteidigungsargument: 3 der folgenden Bücher gab´s gratis auf der Leipziger Buchmesse. So. Jetzt ist mein Gewissen nicht mehr ganz so schlecht :)
Das ein oder andere Buch meiner Neuzugänge habe ich mittlerweile schon gelesen und auch rezensiert. Als da wären:


und ähhh... oh, das war´s dann doch schon. Hm. Na egal, weiter geht´s. Hinzugekommen sind außerdem: (Klick auf die Titel führt zur Inhaltsangabe)

"Der beste Freund, den man sich denken kann" von Matthew Dicks -> wird aktuell gelesen

"Selection" von Kiera Cass -> Hab ich beim Verlag gewonnen und mich sehr drüber gefreut. Soll ja ziemlich "Bachelor"-mäßig sein, nur ohne Rosen, und ich hab bisher sehr unterschiedliche Meinungen dazu gehört. Da hilft nur: sich selbst eine bilden.

"Ein ganzes halbes Jahr" von Jojo Moyes -> Habe ich gestern abend ausgelesen. Irgendwie habe ich da momentan (noch) keine Meinung zu, was schlecht ist, weil ich dazu definitiv eine Bewertung schreiben "muss". Ich weiß nicht...

Auf der Buchmesse gab es dann als Leseexemplare:

"Zwischen ewig und jetzt" von Marie Lucas war ein Spontankauf bei Thalia neulich, nachdem ich schon einige sehr positive Meinungen zu diesem Buch gelesen habe. Außerdem hat mich das Cover irgendwie angezogen, weiß nicht, wieso. Vielleicht ist es das Pärchen...? Vielleicht ist es das rosa...? Vielleicht...??

Stand lange auf meiner Wunschliste und ist jetzt, nachdem es endlich erschienen ist, auch direkt bei mir eingezogen: die Fortsetzung von "Zeitenzauber", "Die goldene Brücke" von Eva Völler. Würde ich eigentlich direkt sofort lesen wollen, aber ich habe gerade so viele andere angefangene Bücher hier liegen - da muss ich erstmal lesenderweise Ordnung schaffen.

"Verdächtig clever" von Bettina Belitz ist der 7. (und soweit ich weiß, vorletzte) Teil der Reihe um Luzie und Leander, die ich mittlerweile ziemlich lieb gewonnen habe. Band 6 habe ich noch nicht gelesen, was sich aber hoffentlich demnächst ändern wird. Und dann geht´s direkt mit diesem Buch hier weiter.

Last but not least habe ich mich auch über dieses Buch ziemlich gefreut, denn es ist das nächste, das ich für die "Buchflüsterer"- Aktion bei buecher.de lesen darf. Von "Nacht ohne Angst" von Angélique Mundt habe ich vorher noch nichts gehört; es erscheint aber andererseits auch erst im Juni. Die Autorin hat Psychologie studiert und die Handlung des Buches spielt offenbar auch sehr im psychologisch-psychotherapeutischen Kontext - passt also ziemlich bei mir :)

So. Ich nehm mir dann mal 3 Wochen frei und lese.

Freitag, 22. März 2013

"Stuart Horten: Acht Münzen und eine magische Werkstatt" - Lissa Evans

mixtvision Verlag, 2012
13,90 Euro


Handlung:
"Ich muss gehen, und vielleicht werde ich nicht zurückkehren können. Falls ich nicht zurückkehre, gehört meine Werkstatt dir ... wenn du sie finden kannst." Diesen mysteriösen Hinweis findet Stuart in einer alten Spardose seines Großonkels. Der war Magier und ist vor langer Zeit spurlos verschwunden. Die acht alten Münzen aus der Spardose gehören in acht alte Münzautomaten, die Stuart zur geheimen Werkstatt des Großonkels mit all den magischen Maschinen führen. Wird Stuart die Rätsel mit Hilfe der schlauen April und der blinden Leonora lösen können? Oder brauchen die drei vielleicht auch eine Portion echte Magie?
(Quelle: hier)

 
Meine Meinung:
Dieses Buch ist das wunderbare erste Abenteuer von Stuart, der durch Zufall erfährt, dass sein Großonkel Kenny eine magische Werkstatt besaß, die jedoch ebenso wie Kenny selbst eines Tages einfach spurlos verschwunden ist. Niemand weiß, was aus ihr geworden ist, und auch Kennys Verbleib ist allen ein ungelöstes Rätsel.
Stuart ist für seine 10 Jahre ziemlich klein, was ihm stets Sticheleien und blöde Kommentare von anderen Kindern einbringt. Offenbar folgt er in seiner Größe seinem Großonkel, denn Kennys Künstlername war nicht umsonst "Klitze-Kleiner Kenny Horten". Nachdem Stuart in eine neue Stadt gezogen ist, lernt er die gleichaltrige April und ihre 2 Schwestern kennen. Ehe er sich versieht, findet sich Stuart plötzlich inmitten der Suche nach Hinweisen über den Verbleib der magischen Werkstatt wieder, als er in den Besitz von 8 alten Münzen gerät. Denn nicht nur er möchte die Werkstatt mit ihren bemerkenswerten Instrumenten und Zaubergerätschaften finden, sondern auch die fiese und sehr undurchschaubare Jeannie. Und obwohl Stuart so klein ist, wächst er bei dieser Suche geradezu über sich hinaus.
Die erste Geschichte von Stuart ist kurzweilig, abwechslungsreich und für Erwachsene ebenso aufregend und lesenswert wie für Kinder in Stuarts Alter. Die Autorin hat sich sowohl die Figuren als auch den Handlungsbogen sehr liebevoll ausgedacht mit jeder Menge toller Ideen und Einfälle, wie beispielsweise den journalistisch veranlagten, hoch ambitionierten Drillings-Schwestern, denen auch April angehört, oder auch Stuarts Vater, der in den unmöglichsten Situationen unwichtige Informationen liefern kann, für das Alltägliche jedoch nicht wirklich taugt.
 
Fazit:
"Acht Münzen und eine magische Werkstatt" ist eine schöner, aufregender und durchweg lesenswerter Einstieg in die Abenteuer von Stuart Horten. Die Fortsetzung, "Sieben Rätsel und ein magischer Stern", ist bereits erschienen und wird von mir sicher auch bald gelesen.
 

Donnerstag, 21. März 2013

"Antonia Lucia Labellas brillianter Plan" - Donna Freitas

Gabriel Verlag, 2013
14,95 Euro

Homepage des Verlags *KLICK*
Blogg dein Buch *KLICK*
 
Handlung:
Was tun, wenn man unter dem Regiment einer erzkatholischen, äußerst italienischen Mutter lebt, auf eine von Nonnen geführte Mädchenschule geht und sich nichts sehnlicher wünscht, als endlich von Andy Rotellini geküsst zu werden? Für die 15-jährige Antonia ein klarer Fall: Sie betet zu den Heiligen. Zum Heiligen Sebastian zum Beispiel, den Schutzpatron für Sportler (gegen die Blamage in der nächsten Sportstunde) oder zu Maria Magdalena, der Schutzheiligen für Frisuren (ja, die Maria Magdalena, und nein, helfen tut es meist nicht). Aber warum gibt es eigentlich keine Schutzpatrone für Hausaufgaben (immer nützlich) oder für den ersten Kuss (denn dann würde es bestimmt auch mit Andy Rotellini klappen)? Um Abhilfe zu schaffen, schreibt Antonia jeden Monat einen Brief an den Papst und schlägt die Ernennung ebensolcher Schutzpatrone vor. Und für den Fall, dass kein geeignetes Personal zur Hand sein sollte, stellt sie sich gleich selbst als Heilige zur Verfügung. Doch bis es so weit ist, muss Antonia sich mit allerlei Weltlichem herumschlagen: der Rocklänge ihrer Schuluniform, dem Ausgehverbot ihrer Mutter, Andy Rotellini, der sie nicht beachtet, und Michael McGinnis, der ihr für ihren Geschmack deutlich zu viel Beachtung schenkt, oder?
(Quelle: hier)
 
Meine Meinung:
Die Geschichte von Antonia ist schlichtweg ... süß. Unter der Fuchtel ihrer schwer katholischen Mutter versucht sie - natürlich unbemerkt - wie eine ganz normale 15-Jährige zu sein und rebelliert daher im eher kleinen Rahmen mit ihr zur Verfügung stehenden Hilfsmitteln, indem sie z.B. in der von Nonnen geführten Schule ihre Kniestrümpfe weglässt und deutlich zuviel Bein zeigt. Wie bei allen Jugendlichen dreht sich auch ihre kleine Welt vor allem um eins: Jungs, der erste Kuss und - wie kommt man mit einer so strengen und katholischen Mutter wenigstens an eins von beiden ran?!
Antonia flüchtet sich in eine Wunschvorstellung: sie möchte die erste noch lebende (!) Heiliggesprochene werden. Dafür schreibt sie seit Jahren an den Papst und macht die interessantesten Vorschläge für Schutzpatronen. Bisher leider erfolglos, aber Antonia gibt nicht auf.
Klingt alles ein wenig übertrieben? Nun, das ist es wohl auch, aber Antonias Geschichte ist dennoch äußerst sympathisch geschrieben. Antonia hat einen wunderbaren - teils sarkastischen - Humor und sieht die ganze Heiligenverehrung zwar ernst, aber dennoch locker und mit dem nötigen Witz, um damit im Alltag auszukommen, dann z.B. wenn sie den Schutzpatron der Sportler mal eben insgeheim als "sexy Sebastian" betitelt. Und solange ihr ihre Gebete dabei helfen, die Aufmerksamkeit von Andy Rotellini zu sichern - umso besser.
Natürlich ist Antonias Story eher mit einem Augenzwinkern zu sehen, und ihr Antrieb zur Heiligsprechung mag einem auch nicht so ganz wirklich einleuchten. Andererseits kann ich mir gut vorstellen, dass die Grundlage für den Roman zumindest teilweise autobiographisch entstanden ist, also gar nicht so abwegig erscheint.
 
Fazit:
Wer Filme wie "My big fat greek wedding" kennt und mag,  weiß, was ihn/ sie in "Antonia Lucia Labellas brillianter Plan" erwartet: eine amüsante, lustige, gleichzeitig authentisch wirkende und sehr lesenswerte Geschichte über das erste Verliebtsein unter erschwerten Bedingungen.
 
Ein herzliches Dankeschön an Blogg dein Buch und den Gabriel Verlag!
 

Mittwoch, 20. März 2013

"Wie Tyler Wilkie mein Leben auf den Kopf stellt und was ich dagegen tun werde" - Shelle Sumners

Fischer Verlag, 2013
9,99 Euro

Handlung:
Dies ist die Geschichte von Grace und Tyler. Auch wenn Grace verzweifelt versucht, es NICHT zu Tylers und ihrer Geschichte werden zu lassen … Denn sie hat einen sicheren Plan für ihr Leben. Zumindest so lange, bis sie Tyler kennenlernt – den Dogsitter von nebenan.
Mit seinem süßen Lächeln und seinen warmen, braunen Augen bringt Tyler ihren Plan durcheinander. Außerdem schreibt er umwerfend schöne Songs. Über sie. Für sie. Und irgendwann schmilzt Grace dahin. Wer kann ihr das verübeln? Doch als Ty mit seinen Songs zum gefeierten Star wird, nimmt das Schicksal eine unglaubliche Wendung und das Leben seinen Lauf …
(Quelle: hier)
 
Meine Meinung:
"Tyler Wilkie" war eins jener Bücher, die lange auf meiner Wunschliste warten mussten, bis sie überhaupt erst erschienen sind, dann jedoch umgehend von mir gekauft und auch direkt gelesen wurden. Die Inhaltsangabe klang außerordentlich nett, und schon alleine der Titel ist so originell und interessant, dass ich unweigerlich neugierig auf die Geschichte von Grace und Tyler wurde.
Was ich dann zu lesen bekam, war zunächst auch wirklich vielversprechend. Grace ist ein echter Kumpeltyp, und ihre Art, die Dinge zu erzählen, ist sympathisch. Man kann sich in Grace wiederfinden, so etwas mag ich beim Lesen.
So schön ich die Geschichte von ihrem Kennenlernen mit Tyler dann aber anfangs fand, entpuppte sich das weitere Lesen zunehmend als Flop, der darin gipfelte, dass ich die letzten Seiten eigentlich nur noch entnervt überblätterte und querlas.
Mit Tyler und Grace prallen zwei völlig verschiedene Welten aufeinander: sie ist ordnungsliebend, zurückhaltend und beherrscht, hat ihr Leben im Griff. Er - ist all das nicht. Er steckt voller Ideen und Elan, und lebt diese durch seine Songs aus. Während für ihn recht schnell klar ist, dass er mehr für Grace empfindet, windet sich diese und klammert sich an ihre Beziehung mit Steven.
Die Anfangsstory, die die ersten Wochen der Bekanntschaft zwischen beiden enthält, fand ich höchst amüsant und unterhaltend. Beide haben Sinn für Humor, für beide spielt Musik eine wichtige Rolle im Leben (diese kommt daher auch im Buch nicht zu kurz) und es knistert zwischen ihnen. Dennoch wurde ich von Beginn an ein Gefühl nicht los: beide passen nicht so recht zusammen. Da stimmt die Chemie nicht. Grace lässt ständig die besserwisserische Oberlehrerin raushängen, die ihn immer wieder berichtigt. Er dagegen erscheint wie ein kleiner unbedarfter Junge, der sich erstmalig in seinem Leben ausprobiert und damit - natürlich! - prompt einen Riesenerfolg hat. Nicht zuletzt deswegen hält sie ihn anfangs wohl auch (nicht nur optisch) für einen 17-jährigen, obwohl Tyler so alt ist wie sie. Und dieses Bild eines ungleichen und nicht zusammen passenden Pärchens hatte ich permanent im Kopf und bin es auch im Fortlauf der Handlung nicht wieder losgeworden.
In eben dieser Handlung war für mein Empfinden irgendwann die Luft raus mit dem ständigen Hin und Her zwischen beiden. Das Verliebtsein habe ich Tyler und Grace nicht abgenommen. Die Story zieht sich über diverse Monate, ohne dass so recht etwas passieren will und bringt schließlich kaum Überraschungen mit sich. Im Gegenteil nahm die Geschichte dann sogar sehr überzogene und absurde Daily-Soap-artige Züge an: Missverständnisse, verletzter Stolz, vorhersehbarer Herzschmerz - alles dabei. Ich habe wirklich die Augen verdreht und die Lust am Lesen verloren. Daher war ich hier ausnahmsweise wirklich nicht böse, als ich die letzte Buchseite erreicht hatte.
 
Fazit:
Der originelle Titel verspricht mehr, als die Story tatsächlich hält. Die Geschichte zwischen Tyler und Grace startete äußerst liebenswürdig, verlor für mich dann aber ihren Reiz und konnte nicht mehr zünden. "Wie Tyler Wilkie..." behalte ich als eher mittelmäßig im Kopf.

Dienstag, 19. März 2013

Leipziger Buchmesse 2013

Ich habe eben noch überlegt, ob es sich eigentlich lohnt, einen Bericht über die Buchmesse zu schreiben - denn so wirklich viel erlebt habe ich bei meinem diesjährigen Besuch nicht. Aber der Vollständigkeit halber soll halt nicht unerwähnt bleiben, dass ich dort war und mit einigen Schätzen wieder nach Hause gegangen bin, wie man am Foto unten erkennen kann.
Mein ursprünglicher Plan, vielleicht sogar an 2 oder 3 Tagen bei der Buchmesse vorbeizuschauen, hat sich recht schnell in Luft aufgelöst: Donnerstag und Freitag hatte ich nicht frei, am Samstag hat es sich nicht ergeben, also blieb nur noch der Sonntag. Was ich letztlich aber ok fand - ich glaube, die Nerven und die Geduld für noch mehr Stunden Buchmesse hätte ich dieses Mal einfach nicht aufgebracht. Sonntag vormittag war wohl schon vergleichsweise "wenig" los (angeblich ^^), man konnte sogar hier und da noch einen Stehplatz an einem Stand ergattern und sich ein wenig umsehen. Aber die Menschenmassen wurden mir mit der Zeit dieses Mal irgendwie einfach zuviel. Manche Menschen sind so schwerfällig und merken gar nicht, dass sie wunderbar im Weg stehen geblieben sind und damit Staus in mehrere Richtungen auslösen - das hat mich dieses Mal außerordentlich genervt. Außerdem verfiel ich wieder schnell in meinen "Sammlermodus", der dazu führte, dass ich von vielen Verlagen Prospekte, Kataloge und irgendwelche Flyer einpackte - getreu dem Motto: erstmal haben. Meine erst eine, dann zwei, dann drei Tüten, die ich irgendwie mit mir herum trug, wurden also immer schwerer - und ich immer fußlahmer.
Ein wirkliches Programm hatte ich am Sonntag nicht; einiges, das mich interessiert hätte, fand leider schon an den Tagen davor statt. Ich habe Kai Meyer bei seiner Lesung zu "Asche und Phönix" ein klein wenig zugehört, bin dann jedoch dazu übergegangen, lieber durch die Stände zu schlendern - "Asche und Phönix" habe ich ja schon selbst gelesen. Auf die Lesung von Rainer Wekwerth habe ich daher auch verzichtet, immerhin kenne ich sein Buch "Das Labyrinth erwacht" bereits, insofern war das nicht ganz so schlimm. Und zum Zeitpunkt des sonntäglichen Highlights - des Auftritts der "Rubinrot"- Schauspieler nämlich - war ich schon gar nicht mehr vor Ort in Leipzig.
 
Stattdessen habe ich die Lesung meines Onkels besucht, der einen kleinen, aber dennoch sehr netten und amüsanten Auftritt bei der Buchmesse hatte. Mein Onkel schreibt schon seit einiger Zeit kurze Geschichten über alles mögliche; manches ist auch nicht ganz so kurz oder lässt sich gut zusammenfassen, und so ist mittlerweile schon das ein oder andere kleine Büchlein von ihm erschienen. Ein kleines bißchen Werbung: Werner Pollandt hat u.a. "Wenn die Druckmaschinen nicht schweigen" geschrieben und am Sonntag daraus vorgelesen; und hatte damit einige Lacher auf seiner Seite.
 

Ansonsten habe ich - wie schon erwähnt - auch diesmal eine ziemliche Menge an Verlagsvorschauen und Leseproben mitgeschleppt; ich habe noch gar nicht alle durchgesehen, das wird wohl noch dauern. Bin aber jetzt schon auf einige tolle Bücher gestoßen, die in den nächsten Monaten erscheinen werden. Und (nicht zuletzt) dank meiner Schwester durfte ich auch mit ein paar Leseexemplaren nach Hause gehen, u.a. "Mein böses Herz" von Wulf Dorn, was ich unbedingt lesen möchte. Das besondere Highlight davon war das sogar signierte Exemplar "Sturmherz" von Britta Strauß vom Drachenmond Verlag - dankeschön dafür, liebe Astrid!
Mittlerweile ist der Besuch der Leiziger Buchmesse für mich ja schon quasi obligatorisch geworden, nicht zuletzt, weil Leipzig auch nicht so weit weg von meinem Wohnort liegt und es sich daher anbietet. Leider war am Sonntag gar nicht mehr sooo viel los, was mich wirklich interessiert hätte; die anderen Messetage hatten dieses Mal laut Programm einfach mehr zu bieten. Andererseits war auch schon so am Sonntag ordentlich Rumgeschubse und durch-die-Mengen-kämpfen angesagt - worauf ich immer ein klitzekleines Bißchen allergisch reagiere. Vielleicht schaffe ich es ja beim nächsten Mal, auch bei den "ausgelagerten" Veranstaltungen fernab der Messe teilzunehmen; unter dem Motto "Leipzig liest" finden in der Woche der Buchmesse ja immer jede Menge Lesungen, Auftritte und Veranstaltungen in ganz Leipzig statt.
 
Wart ihr auch bei der Messe? Was waren eure Highlights?

Samstag, 16. März 2013

"Die Scanner" - Robert M. Sonntag

Fischer KJB, 2013
12,99 Euro

Handlung:
Google war gestern – und was wird morgen sein?

Die Welt im Jahr 2035: Gedruckte Bücher, Zeitungen, Zeitschriften gibt es nicht mehr. Für Rob kein großes Problem. Er kennt es nicht anders. Er ist in einer vernetzten Welt aufgewachsen und arbeitet für einen Megakonzern, der jedes Druckerzeugnis, das er in die Finger bekommt, digitalisiert. So wird alles Wissen für alle zugänglich. Jederzeit! Und kostenlos! Ist doch prima, oder?
Aber dann gerät Rob in die Kreise einer geheimen Büchergilde. Einer verbotenen Organisation aus Pleite gegangenen Buchhändlern, arbeitslosen Autoren, Übersetzern, Journalisten und ausgemusterten Verlagsmitarbeitern. Und plötzlich sieht Rob sein Bild als Top-Terrorist in den Nachrichten auf allen TV-Kanälen. Im Kampf um Wissen, Monopolisierung und Macht ist er mit einem Mal der Staatsfeind Nummer eins.
(Quelle: hier)

Meine Meinung:
Die Welt, die in "Die Scanner" entworfen wird, ist vor allem für wahre Bücherfreunde ein echter Albtraum - leider erscheint sie aber gar nicht mal so unwirklich, wenn man einige Zeit in unseren Errungenschaften und unserem Fortschritt voraus denkt. In dieser Welt ist es das Ziel, jede Information für jeden zugänglich zu machen. "Jederzeit! Kostenlos!" ist das Motto der machthabenden Firma Ultranetz. Und so arbeiten Rob und sein Freund Jojo als Scanner: sie stöbern lesende Menschen und ihre Bücher in einer nahezu bereits bücherfreien Welt auf, bieten ihnen Unsummen an Geld für ein Buch und scannen diese dann ins Netz ein, bevor sie für immer vernichtet werden - damit das geschriebene Wort für jeden jederzeit erreichbar ist.
Zunächst war ich angesichts des sehr schmalen Büchleins überrascht, allerdings sollte man sich von der nicht vorhandenen Dicke des Buches keinesfalls täuschen lassen: die Geschichte zwischen den beiden Buchdeckeln hat es in sich! Es dauert nur einige wenige Seiten, dann ist man vollends gefangen in der Welt von Rob und Jojo; einer Einheitswelt, in der jeder uniform herumläuft, und in der Traditionalisten verpöhnt werden, also jene Personen, die gern an der Vergangenheit festhalten: die Bücher lesen, sich die Haare trotz des Glatzen-Schönheitsideals wachsen lassen, die sich nicht Ultranetz unterwerfen wollen. Die Geschehnisse, die passieren, als Rob Bekanntschaft mit einem Herrn der Büchergilde macht, sind unglaublich spannend und atemberaubend geschildert.  Ich habe das Buch innerhalb kürzester Zeit verschlungen.
Das Szenario in "Die Scanner" ist futuristisch, beängstigend, irgendwie unglaublich. Und trotzdem gar nicht mal so abwegig - und das war das Erschreckendste daran.

Fazit:
Ein echtes Lesehighlight 2013, das einen die Bücherwelt und Zukunft des geschriebenen Wortes mit ganz anderen Augen sehen lässt. Jeder sollte seine Lieblingsbücher lieber sofort vorsichtshalber wegschließen!

Freitag, 15. März 2013

Amsterdam und Konzerterlebnisse: The Killers

Seit Mitte der Woche bin ich aus Amsterdam zurück, und wenn ich an die Tage in der niederländischen Hauptstadt zurück denke, fällt mir vor allem ein Wort ein: saukalt.
Es war so kalt! Und so windig! Und alles irgendwie grau in grau. Leider ist erst an meinem letzten Tag dort die Sonne rausgekommen, der konnte ich dann sozusagen beim Abfahren noch Hallo sagen.
Das Wetter hat also leider maßgeblich dazu beigetragen, dass ich Amsterdam als eher graue, fast ein bißchen ungemütliche Stadt kennengelernt habe - und das wird ihr überhaupt nicht gerecht. Denn ich glaube, sobald es wärmer und sonniger ist, sobald in der Stadt alles grüner wird und aufblüht, sobald die Stadt ihren Tulpen also alle Ehre machen kann, dann ist Amsterdam optisch vermutlich eine wahre Augenweide. Stattdessen bin ich in Wind, Regen und Schneeflocken entlang der Grachtenstraßen gewandert, habe mir Sehenswürdigkeiten angeschaut - in dieser Stadt befinden sich die Kirchen inmitten des Rotlichtviertels, was sagt man dazu?! -, habe die Hausboote bewundert, die man dort an jeder Ecke sehen kann, bin über den Blumenmarkt, der bis auf Blumenzwiebeln in dieser Jahreszeit leider noch nichts so richtig zu bieten hat, bin von diversen Fahrradfahrern auf der Straße beinahe umgenietet worden (Die fahren auch bei Rot. Haben die Radfahrer eigentlich immer Vorfahrt in dieser Stadt?!), ich habe mir Werke von Vincent van Gogh angeschaut, war in diversen Käsegeschäften (Niederlande und Käse, was für ein Klischee) und habe mich so manches Mal über die Sprache amüsiert. Geschrieben/ gelesen ist sie viel unterhaltsamer als gesprochen, und gelesen fallen einem ständig Worte auf, die sehr an das Deutsche erinnern. Keine Ahnung, was zuerst da war: Deutsch oder Niederländisch oder Englisch oder alles mehr oder weniger parallel. Aber die Ähnlichkeiten sind halt da. (Und haben mich des Öfteren zum Lachen gebracht.)

Hier ein paar kleine (und wenige) Impressionen:

Die Gouden Bocht der Herengracht. Sah leider nicht annähernd so bezaubernd aus, wie einen der Reiseführer glauben machen lässt. Vielleicht lag´s ja aber eben auch am Wetter.

Herr Rembrandt.

Aha. Gut zu wissen.

Sprachliche Eigenheiten #1

Es ist wirklich beeindruckend, wie schief manche Häuser in Amsterdam gebaut sind...

Sprachliche Eigenheiten #2

Fazit: Das sonnige und blumen-überwucherte Amsterdam in einer wärmeren Jahreszeit macht sicher mehr her, sodass ich mir dieses Erlebnis unbedingt auf meine To-do-Liste setzen muss.

Eins der absoluten Highlights für mich war jedoch das Konzert der Killers, das ich in Amsterdam besucht habe. Abgesehen von den äußerst besch...eidenen Sitzplätzen (ich saß noch nie auf einer SOOO steilen Tribüne!), war das wohl eins der besten Konzerte, die ich von ihnen bisher erlebt habe. Ich bin Killers-Fan seit der ersten Stunde, als die noch fast niemand kannte. Und als derartiger Fan sage ich einfach mal, dass ihr letztes Album, "Battle Born", leider ziemlicher Mist nicht ganz so toll ist. Die Schiene, die sie zur Zeit musikalisch fahren, sagt mir nicht so wirklich zu, und ich hoffe, dass sie sich in der Zukunft wieder mehr auf ihre "guten alten Killers-Zeiten" besinnen. 
Live sind sie dennoch immer wieder ein absolutes Highlight, nicht zuletzt, weil sie immer eine bunte Mischung aus ihren Songs aus allen Alben spielen. Auch diesmal hatte die Band um Frontmann Brandon Flowers das Publikum bei den absoluten Hits wie "Mr. Brightside", "Human" oder auch "Somebody told me" als tatkräftige Sing-Unterstützung sicher. Teilweise war die Halle (mit 20.000 Besuchern ausverkauft) lauter als der Sänger selbst und man hat ihn nicht mehr gehört. Da ich die Killers schon ein paarmal live gesehen habe, konnte ich diesmal nicht anders, als festzustellen, dass sie hier aber obendrein eine Show ohne gleichen abgelegt haben. Meine Augen wurden immer größer! Eigentlich haben das The Killers gar nicht nötig, so hochzustapeln, aber was es hier alles gab: eine grandiose Lightshow, Luftballons, Feuerfontänen, Glitzer- und Flitterzeugs, Feuerwerke und und und. Brandon Flowers - sonst eher wortkarg und nicht zum Rumalbern aufgelegt auf der Bühne - scherzte, lachte und erzählte in Amsterdam mit dem Publikum, gab noch eine spontane "Forever young" von Alphaville - Einlage, sprang und tanzte über die Bühne, ging einmal komplett an der ersten Reihe der Zuschauer vorbei und ließ sich antatschen und war allgemein offensichtlich bester Laune. Mit den drei anderen Bandmitglieder - Ronnie Vannucci, Mark Stoermer und Dave Keuning - hat Herr Flowers hier echt einen eindrucksvollen Auftritt hingelegt, und den Abend werde ich wohl nicht so schnell vergessen. 
Da meine Bilder eigentlich alle ... nun ja, wie aus der Ameisenperspektive (ähhh, muss eigentlich eher Vogelperspektive heißen, oder?) aussehen, gibt´s lieber ein Song von dem Abend, um noch ein wenig in Erinnerungen zu schwelgen. "When you were young", mit allem Drum und Dran, inklusive Funkenregen ;)


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