Montag, 25. Februar 2013

"Dance of shadows" - Yelena Black

bloomoon Verlag, 2013
17,99 Euro

Handlung:
Die New Yorker Ballettakademie verheißt die Erfüllung aller Träume. Für die junge Vanessa wird sie jedoch zum absoluten Albtraum, als sie ein dunkles Geheimnis entdeckt: Ihr eigenwilliger Tanzstil und eine bestimmte Schrittkombination öffnen das Tor in eine dämonische Welt! Ein Tor, das besser verschlossen bleibt ... --- Vanessa Adler besucht eine Elite-Ballettschule dieselbe, in der auch ihre ältere Schwester Margret vor ihrem Verschwinden eingeschrieben war. Vanessa hat das Gefühl, dass sie den Ruhm und den Glanz ihrer Schwester niemals erreichen kann. Aber mit ihrem unwahrscheinlich roten Haar, ihrer hellen Haut, entwickelt sie eine äußerst anziehende Wirkung beim Tanzen und sie selbst verliert sich in der Musik, ihr Atem und die Welt um sie herum verwandeln sich. Bald schon zieht sie die Aufmerksamkeit dreier Männer auf sich: des herausragenden Zep, des geheimnisvollen Josh und des großen, rätselhaften Choreographen Joseph Zhalkovsky. Als Joseph sie einlädt, im Feuervogel mitzutanzen, hat sie keine Ahnung, in welche Gefahr sie sich damit begibt. Welche Kräfte dadurch freigesetzt werden ...
(Quelle: hier)

Meine Meinung:
Ich muss gestehen, ich hatte nie eine besondere Affinität zum Ballett. Der Reiz an dieser Form des Tanzens erschloss sich mir nicht und hüpfenden Männern in Strumpfhose kann ich - ehrlich gesagt - auch nicht viel abgewinnen.
"Dance of shadows" habe ich dennoch unvoreingenommen gelesen; und es hätte die Möglichkeit sein können, mich vom Zauber des Balletts zu überzeugen und mich einfangen lassen zu können von dieser besonderen Atmosphäre, die die Elèves in einer Ballettschule umgibt, dieser leichtfüßigen Eleganz, die dem Ballett innewohnt.
Leider hat sich mir genau das nicht erschlossen beim Lesen. Vielmehr wird in "Dance of shadows" ein Bild vom Drill, unfreundlichem Gehabe und konkurrenzkampf-geprägtem Miteinander in einer super-elitären Ballettschule mitten in New York vermittelt. Die Mädels und Jungs dort waren mir vom Fleck weg alle unsympathisch. Ich konnte zu ihnen keinen Draht aufbauen, auch nicht zur Hauptfigur Vanessa - und das ist natürlich schlecht für mich als Leser. Mir war es ehrlich gesagt ziemlich egal, was Vanessa hier in der neuen Schule durchlebt; sie hat mich einfach nicht interessiert, dann schon eher das ungeklärte Verschwinden ihrer Schwester. Und auch Vanessas Mitspieler Justin und Josh sind so vorhersehbar gezeichnet, dass das Ende für mich kaum Überraschungen parat halten konnte. Inhaltlich schleppt sich die Handlung ein wenig, erst zur Mitte hin wurde es meines Empfindens nach lebhafter. Zumal das im Klappentext angekündigte Intermezzo mit dämonischen Kräften und albtraumhaften Figuren erst so richtig im letzten Drittel des Buches eine Rolle spielt - und der irgendwie hanebüchen wirkende Fluch bei mir dann obendrein noch diverse Unklarheiten aufwarf. Außerdem ist auch hier wieder davon auszugehen, dass "Dance of shadows" nur ein Reihenauftakt ist, und das finde ich irgendwie ermüdend. Ich weiß nicht, ob man aus der Handlung hier soviel rausholen kann, um noch weitere Bücher mit zu füllen.

Fazit:
Ich fand "Dance of shadows" so mittelmäßig: mittelmäßige Figuren, mittelmäßige Handlung, mittelmäßige Ideen. Schlecht geschrieben ist es nicht, aber ich habe jetzt schon Mühe, mich an die Namen der Protagonisten zu erinnern - "Dance of shadows" wird mir leider kaum im Gedächtnis bleiben.

Sonntag, 24. Februar 2013

In my mailbox...

Nach längerer Zeit habe ich mal wieder bei The Book Depository bestellt. Eigentlich war ich auf der Suche nach einem ganz anderen Buch, hatte dann aber plötzlich diese beiden im Warenkorb:

Kasie West "Pivot Point"
Addison Coleman's life is one big "What if?" As a Searcher, whenever Addie is faced with a choice, she can look into the future and see both outcomes. It's the ultimate insurance plan against disaster. Or so she thought. When Addie's parents ambush her with the news of their divorce, she has to pick who she wants to live with—her father, who is leaving the paranormal compound to live among the "Norms," or her mother, who is staying in the life Addie has always known. Addie loves her life just as it is, so her answer should be easy. One Search six weeks into the future proves it's not.
In one potential future, Addie is adjusting to life outside the Compound as the new girl in a Norm high school where she meets Trevor, a cute, sensitive artist who understands her. In the other path, Addie is being pursued by the hottest guy in school—but she never wanted to be a quarterback's girlfriend. When Addie's father is asked to consult on a murder in the Compound, she's unwittingly drawn into a dangerous game that threatens everything she holds dear. With love and loss in both lives, it all comes down to which reality she's willing to live through . . . and who she can't live without.

April Lindner "Catherine"
Catherine is tired of struggling musicians befriending her just so they can get a gig at her Dad's famous Manhattan club, The Underground. Then she meets mysterious Hence, an unbelievably passionate and talented musician on the brink of success. As their relationship grows, both are swept away in a fiery romance. But when their love is tested by a cruel whim of fate, will pride keep them apart?
Chelsea has always believed that her mom died of a sudden illness, until she finds a letter her dad has kept from her for years -- a letter from her mom, Catherine, who didn't die: She disappeared. Driven by unanswered questions, Chelsea sets out to look for her -- starting with the return address on the letter: The Underground.
Told in two voices, twenty years apart, Catherine interweaves a timeless forbidden romance with a compelling modern mystery.
 
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"Pivot Point" ist spontan in meine Tasche als Zuglektüre gewandert. Momentan lese ich ansonsten "Schwarzer Schmetterling", was zwar total spannend ist - trotzdem komme ich damit irgendwie nicht so recht voran. Und ich habe "City of Bones" noch einmal angefangen. Ich möchte die Reihe eigentlich gern noch einmal komplett lesen, nicht zuletzt, weil ja der Kinofilm direkt bevor steht, auch wenn ich noch gar nicht weiß, ob ich mir den wirklich ansehen werde. Irgendwie bin ich zu enttäuscht vom Cast, und ich befürchte, dass mir das meine persönlichen Vorstellungen einzelner Charaktere vermiest, wenn ich dann im Film jemanden vorgesetzt bekomme, der meinem inneren Kopfkino so gar nicht entspricht...

Donnerstag, 21. Februar 2013

"Munkel Trogg - Der kleinste Riese der Welt" - Janet Foxley

Fischer KJB, 2013
12,99 Euro

Handlung:
Eine spannende, mit viel Humor erzählte Geschichte für Kinder ab 8 Jahren über einen zu klein geratenen Riesen, der auszieht, die Welt der Menschen zu entdecken – und zum Helden wird.
Riesen sind groß. Normalerweise. Doch was, wenn du der kleinste Riese der Welt bist und alle über dich lachen, weil du nicht größer bist als ein Mensch? Dies ist die Geschichte von Munkel Trogg, dem kleinsten Riesen der Welt. Heimlich macht er sich auf den Weg in die Menschenwelt, reitet zum ersten Mal auf einem Drachen und erlebt ein Abenteuer nach dem anderen.
Munkel Trogg erobert die Herzen der Leserinnen und Leser in aller Welt im Sturm. Kein Wunder – er ist eine wunderbare Identifaktionsfigur für Kinder, die ja immer kleiner als Erwachsene sind. Und Munkel liefert lässig den Beweis, dass Kleine Großes vollbringen können.
(Quelle: hier)

Meine Meinung:
"Aber er ist ein Knirps", sagte der König.
"Er hat vielleicht einen kleinen Körper, Hoheit, aber große Ideen und großen Mut." (S. 234)
 
"Munkel Trogg - Der kleinste Riese der Welt" ist eine herzliche und unterhaltsame Geschichte, bei der nicht nur Kinder ihren Spaß haben düften. Munkel Trogg hat es als kleinster Riese der Welt ziemlich schwer - er ist gerade mal so groß wie ein gewöhnlicher Kleinling, ein Mensch also. Damit versagt er bei unzähligen Aufgaben, die den Riesen normalerweise leicht fallen, und Munkel ist daher auch des Öfteren Sticheleien und auch Witzen seines Bruders und anderen Riesen ausgesetzt.
Munkel lässt sich dennoch nicht unterkriegen und landet - eher durch Zufall - in einem gewaltigen Abenteuer, das ihm einiges an Herz und Überwindung abfordert. Er schlägt sich jedoch wacker, beweist seinen Mut und wird damit zu Recht am Ende zu einem kleinen Helden.

Das Buch selbst ist mit zahlreichen Bildern und Comics illustriert, beinhaltet Kommentare und Anmerkungen, die Kindern sicher gefallen dürften und zur Untermalung der Geschichte beitragen. Das Buch selbst liest sich - für einen Erwachsenen - recht schnell weg, was nicht zuletzt an der sehr großen Schriftgröße liegt, die sich zum ersten Selber-Lesen (aber auch Vorlesen) sehr gut eignen dürfte. Das einzige, was ich hier ein wenig kritisch sehe, sind manche Namen und Bezeichungen, die im Buch auftauchen, und die ein Kind vielleicht zunächst verwirren, vielleicht sogar überfordern könnten. Die Riesen sind alle nach ihren Eigenschaften benannt, was ich zwar eine lustige Idee finde. Beim Drüberlesen bleibt man - gerade als Kind - meiner Meinung nach jedoch unweigerlich an Namen wie "Trampel Stampf", "Raubauz" oder "König Gedankenarm" zunächst hängen.
Lässt man sich von diesen Namen jedoch nicht beirren, erwartet einen eine schöne Geschichte über mutige Helden mit Herz und Freude, die auch einige parallele Schlüsse zum realen Leben zulassen (Mut, Hilfsbereitschaft, für Fehler einstehen etc.) und Kindern ab 8 Jahren damit gut gefallen dürften. (Jungs vielleicht noch eher als Mädchen.)

Fazit:
Schöne kurzweilige Geschichte, die trotz ihres Kinderbuch-Anspruchs auch mich unterhalten hat. 5 Bücherstapel.
 

Ein herzliches Dankeschön an buecher.de!

Mittwoch, 20. Februar 2013

"Zurück nach Hollyhill" - Alexandra Pilz

Heyne Verlag, 2013
16,99 Euro

Handlung:
Emily kann es nicht fassen! Am Tag ihres Abiturs erhält sie einen Brief ihrer verstorbenen Mutter, in dem diese Emily in geheimnisvollen Worten beschwört, das Dorf aufzusuchen, das einst ihre Heimat war. Kurzerhand steigt Emily in München ins Flugzeug – und landet allein und vom Regen durchnässt mitten im englischen Dartmoor. Hilfe naht in Form eines Geländewagens, darin Matt, der attraktivste Junge, den Emily je gesehen hat. Als sie ihn nach dem Weg nach Hollyhill fragt, verändert Matt sich jedoch schlagartig. War er zuvor offen und hilfsbereit, stimmt er nun nur widerwillig zu, Emily nach Hollyhill zu bringen. Nach einer abenteuerlichen Fahrt durch das einsame Moor landen sie schließlich in dem winzigen Dorf, dessen Bewohner zwar alle ein wenig schrullig, aber freundlich zu Emily sind. Nur Matt, der Junge, in den sie sich Hals über Kopf verlieben könnte, gibt ihr bei jeder sich bietenden Gelegenheit das Gefühl, unerwünscht zu sein. Bis eines Nachts ein Mörder auftaucht und Emily entführt. Und plötzlich findet sie sich im Jahr 1981 wieder – und dort sind die gewöhnungsbedürftige Mode und ein grimmiger Matt ihr geringstes Problem …
(Quelle: hier)

Meine Meinung:
"Zurück nach Hollyhill" ist ein weiteres Buch, das mir zwar gut gefallen hat, mich jedoch nicht vollends mit sich reißen konnte. Die Inhaltsangabe klingt für den Freund jugendlicher Literatur höchst verlockend; und tatsächlich hält das Buch auch, was die Zusammenfassung verspricht. Schön gezeichnete Figuren, allen voran Hauptfigur Emily, das (mittlerweile aus zig anderen Büchern leider schon recht altbekannte) Hickhack zwischen ihr und dem Liebsten Matt, das sich durch das ganze Buch zieht. Einen - wie ich als Englandfreund finde - schönen Schauplatz mit einem liebevoll ausgedachten typischen englischen Dorf mitten im Nirgendwo, und die Anlagen zu Geheimniskrämereien, außergewöhnlichen Vorfällen und einem zeitreisenden Dorf mit Helfersyndrom.
Insgesamt also ein vielversprechender Auftakt mit viel Potential für weitere Verwicklungen und Handlungsstränge. Dazu kommt, dass sich "Hollyhill" wunderbar wegschmökern lässt. Mir gefällt die Art, wie die Autorin über ihre Heldin erzählt: locker, leicht, unbemüht, als hätte sie schon jahrelang Bücher geschrieben und wüsste, wie es geht. Dabei ist "Zurück nach Hollyhill" ihr Debütroman, und da bin ich wirklich beeindruckt!
Dennoch muss es irgendetwas in dem Buch geben, was dazu geführt hat, dass mich "Zurück nach Hollyhill" nicht völlig vom Hocker gehauen hat. Dass ich es zwar für ein gutes Buch mit tollen Ideen halte, aber mir irgendwie dieses besondere Gefühl gefehlt hat, was man manchmal beim Lesen eines Buches hat, wenn einem klar wird, dass einen diese Geschichte nicht so schnell wieder loslassen wird. "Zurück nach Hollyhill" hat mir gefallen. Allerdings befürchte ich einfach, dass es zu wenig aus der Masse heraussticht, dass weder die Heldin Emily noch Matt noch die ganzen Verwicklungen und Nebenfiguren mir so richtig im Kopf bleiben werden. Auf die Fortsetzung bin ich definitiv gespannt und es wird somit ein "Zurück nach Hollyhill" für mich geben; allerdings kann es eben sein, dass ich diesen ersten Teil vorher zur Auffrischung noch einmal lesen werden muss.

Fazit:
Der Debütroman von Alexandra Pilz hat mir gut gefallen, ich mochte sowohl die unverbrauchte und lockere Schreibweise als auch die sympathische Protagonistin Emily, und auch die Grundidee des Romans hat mir zugesagt. Allerdings fehlte mir das gewisse Etwas, das Besondere, das mich das Buch mit einem Lächeln im Kopf behalten lässt. 4 von 6 Bücherstapel.

Dienstag, 19. Februar 2013

Stürmische Zeiten bei Frau Brontë

In den letzten Tagen habe ich "Wuthering Heights" (= "Sturmhöhe") gelesen. Eigentlich hatte ich davor nie so recht eine Ahnung, worum es wirklich geht; ich wollte es dennoch einfach mal gelesen haben - es gehört ja bekanntermaßen zur "Weltliteratur". Ganz allgemein wusste ich eigentlich nur, dass eine Catherine eine Rolle spielt und dass es einen Heathcliff gibt, und Wuthering Heights der Name eines Hauses ist, eines wohl recht sturmgepeitschten Hauses immerhin.
Das war´s dann auch schon mit meinen Vorkenntnissen, aber die hielten mich natürlich nicht davon ab, mir gewisse Dinge vorzustellen (und einzubilden), worum es gehen könnte. Fragt mich nicht, warum und wie ich drauf komme; vielleicht bin ich einfach hoffnungslos romantisch gepolt, vielleicht bin ich aber auch einfach von den Jane Austen-Romanen vorgeschädigt, dass ich dachte, bei Frau Brontë müsste es ähnlich romantisch-verklärt direkt auf das ersehnte Happy End zugehen. Jedenfalls glaubte ich doch tatsächlich, hier würde es im Laufe der Geschichte irgendwann mal romantisch werden. Zum Mitschmachten und Aufseufzen. Ich dachte, Heathcliff - kurze Pause: lasst euch doch mal alleine diesen Namen auf der Zunge zergehen, Heeeeathcliffffff - das schreit doch nach einem anbetungswürdigen, höchst attraktiven Helden mit breiten Schultern und wehendem Haar, jemand, der die Lady des Hauses auf Händen trägt, der sich dem Sturm draußen entgegen stellt und einfach ... tja, weiß auch nicht, halt so Darcy-mäßig ist... (Und nicht dass wir uns falsch verstehen: im Gegensatz zu Mr Darcy war Heathcliff in meiner Vorstellung stets ein Schrank von einem Mann, so Henning Baum- artig...) Also ich dachte jedenfalls, zwischen eben diesem Heathcliff und besagter Catherine würde sich eine hinreißend-kitschige Liebesgeschichte mit zahlreichen zu überwindenen Hürden entspinnen, so nach dem Motto "Sie wollen, aber sie dürfen nicht!" - und das alles in diesem furchtbar windigen Haus.

Tja. Da lag ich wohl falsch.

Denn Heathcliff in "Wuthering Heights" ist ein absoluter Antiheld, jemand, dem ich persönlich nicht begegnen möchte. Ich hab das Buch als ebook gelesen, aber selbst auf den elektronischen Seiten flaute mein Eindruck eines stinkigen und leicht verwahrlosten Draufgängers nicht ab. Heathcliff ist sozial inkompetent, cholerisch und unfassbar rachsüchtig. Und darum geht´s ja auch in "Wuthering Heights": um Hass. Hass und Rache sind die Motive, die sich quer durch die Geschichte ziehen, über mehrere Generationen hinweg, mal mehr, mal weniger nachvollziehbar. Als Findelkind aufgenommen, erlebt er in der Familie Earnshaw eine eher schwere Kindheit, in der der Sohn des Hauses, Hindley, ihm das Leben zur Hölle macht, dessen Schwester Catherine sich jedoch mit Heathcliff anfreundet. Aus dieser Freundschaft wird jedoch nicht mehr, da Catherine trotz ihrer Zuneigung zu Heathcliff im heiratsfähigen Alter lieber einen standesgemäßen und reichen Jemand heiraten möchte, und diesen Jemand in Edgar Linton auch findet. Fortan schwört Heathcliff, dies heimzuzahlen und vollzieht seinen Racheakt über Generationen hinweg, indem er sowohl in der Familie Earnshaw als auch Linton Zwist, Gewalt und Zerstörung sät.
Also nix mit Liebesgeschichte. Unabhängig davon, dass sich meine Vorstellungen von dem Buch nicht bewahrheitet haben, fiel mir das Lesen dieser Geschichte ungewohnt schwer. Eigentlich liebe ich diese altertümliche Sprache und die komplizierten Umschreibungen, die damals verwendet wurden. Hier habe ich in die ständig auftauchenden und noch dazu lang gehaltenen Dialoge jedoch nicht so recht eintauchen können, sodass ich einige Sätze mehrfach lesen musste. Ungewohnt war auch der Erzählstil als solcher: die Geschichte wird aus der Sicht eines Mr Lockwood erzählt, eines neuen Pächters. Dieser wiederum berichtet, was die Haushälterin und Kinderfrau Mrs. Dean ihm über die unglückselige Beziehung von Heathcliff und Catherine erzählt, sodass es sich also gewissermaßen um einen Bericht im Bericht handelt. Ungewohnt. 
Zum Inhalt selbst kann und möchte ich gar nicht viel sagen. Wie schon erwähnt, handelt "Wuthering Heights" von den Hass- und Rachebemühungen eines unglücklichen Mannes. Dass diese Motive so heute derart wohl nicht mehr verkörpert werden, und den Verwicklungen damals ein ganz anderer Stellenwert zugeschrieben wurde, versteht sich von selbst - immerhin ist die Geschichte von 1847. Trotzdem blicke ich jetzt eher etwas enttäuscht auf die Geschichte zurück. Sie beherbergt einfach kaum, oder vielmehr gar keine Figur, die mir sympathisch erschien, mit der ich hätte mitleiden und mitlachen können. Mitlachen schon gleich gar nicht, denn zu lachen gab es bei dieser Familienfehde nichts. Vielmehr werden einem hier völlig kaputte, undankbare und unerfreuliche Familienverhältnisse präsentiert, bei denen man sich einfach nur wünscht, man würde sie nie selbst erleben. Man wird völlig depressiv und abgestumpft, wenn man das liest! Nicht zu vergleichen mit der heimeligen Atmosphäre im Hause Bennett oder Woodhouse, um einmal mehr den Vergleich mit den Werken Jane Austens zu bemühen.
Ich hab "Wuthering Heights" also einmal gelesen, und bin froh drüber. Aber gefallen - gefallen hat es mir nicht. Und der Name Heeeeeathcliffff hat auch irgendwie seinen Reiz verloren...

Montag, 18. Februar 2013

"Sam & Emily: Kleine Geschichte vom Glück des Zufalls" - Holly Goldberg Sloan

Arena Verlag, 2012
17,99 Euro

Handlung:
Ist es Schicksal oder Zufall, wenn ein Augenblick entsteht, der unvergesslich ist?
Sam Border ist immer auf der Flucht. Wenn es einen Gott gibt, dann hat der schon vor langer Zeit beschlossen, ihn im Stich zu lassen. Emily Bell sammelt die Geschichten anderer Menschen. An nichts glaubt sie so fest wie an das Schicksal. Als Sam und Emily einander zum ersten Mal begegnen, wissen sie, dass sie zusammengehören. Doch das Schicksal ist launisch. Die eigene Vergangenheit lässt sich nicht so einfach abschütteln. Und Glück und Unglück liegen nah beieinander.
(Quelle: hier)

Meine Meinung:
Ich hatte die Leseprobe von "Sam & Emily" gelesen und war sofort Feuer und Flamme für diese Geschichte. Der erste Eindruck versprach eher ruhige Klänge, eine zarte und langsame kleine Liebesgeschichte zwischen zwei Personen aus völlig unterschiedlichen Welten.
Ich habe das Buch angefangen zu lesen und es dann aber erst nach einer etwas längeren Pause von mehreren Wochen auch beendet. Warum diese Pause? Die Geschichte von Sam und Emily hat mich leider schon nach gut einem Viertel des Buches nicht mehr wirklich beeindrucken können, sodass ich mich mit dem Weiterlesen schwer tat.
In meinen Augen legt die Autorin zu ungleiche Gewichtungen auf die Teile ihrer Erzählung. Zwischen den beiden Hauptfiguren startet es erst ganz gemächlich und äußerst zurückhaltend - dann aber erschien es mir fast wie ein Zeitsprung in der Handlung, denn plötzlich war schon alles - das Wesentliche! - geschehen, ohne dass ich es gelesen hatte. Der geneigte und noch dazu romantisch veranlagte Leser (wie ich es einer bin) erhofft sich nun mal, dabei sein zu können, wenn sich da etwas anbahnt. Und so kam ich mir fast ein wenig betrogen vor, als die beiden Hauptprotagonisten sich im einen Moment noch nicht einmal trauen, sich anzusehen; und nur eine Seite später sind erwähnenswerte Zwischenschritte - der erste Kuss beispielsweise, hallo?! - einfach übersprungen und abgekürzt worden. Überhaupt habe ich so etwas wie ein Gefühl der Romantik oder Verliebtheit zwischen Sam und Emily im ganzen Buch vergeblich gesucht und daher auch sehr vermisst. Die beiden wirken auf mich nicht wie "gesucht und gefunden". Weder lernt man die beiden, noch lernen beide sich kennen, hatte ich so das Gefühl. Das fand ich total schade und es hat dem Hintergrund der Geschichte für mich einfach den Reiz genommen.
Leider zieht sich diese eher oberflächliche Betrachtung durch das gesamte Buch. Die Geschichte ist keinesfalls handlungsarm, oh nein - es passiert eine ganze Menge. Aber genau da lag mein Problem mit der Geschichte: die Autorin legt ihr Augenmerk lieber auf das "Was passiert?" denn auf das "Wie passiert es?". Aus ganz vielen (zu vielen?) verschiedenen Perspektiven taucht man in die Geschehnisse um Sam und Emily ein, bekommt durch die Augen vielfältiger Protagonisten einen Eindruck, was alles passiert. Man bekommt die Hürden und Schwierigkeiten präsentiert, denen Sam und Emily begegnen und die erst überwunden werden müssen, bevor Kurs auf das Happy End genommen werden kann.
Dass dabei der Aspekt des Zufalls für meinen Geschmack ein wenig überstrapaziert wurde, ist nur ein weiterer Punkt, der mich das Buch jetzt mit eher gemischten Gefühlen betrachten lässt. "Kleine Geschichte vom Glück des Zufalls" ist ein Buch, das wie ein Traum erscheinen könnte: die Guten bekommen ihr Happy End (weil sie stets richtig handeln oder eben für den ganzen Schlamassel nichts können), die Bösen eben gerade nicht. Leider macht diese Schwarz-Weiß-Seherei die ganze Story noch unrealistischer, als sie ohnehin schon erscheint.

Fazit:
Zwei eher blasse Hauptfiguren inmitten noch farbloserer Nebenfiguren, die plakativ und eher nicht zufallsgeleitet ihrem Happy End entgegen laufen. Ich habe viel mehr erwartet als diese in die Länge gezogene Wunschvorstellung einer heilen Welt. 3 von 6 Bücherstapel.

Sonntag, 17. Februar 2013

In my mailbox... + Raus aus der rosaroten Wolke

Es ist Sonntag, was im Klartext bedeutet, das Wochenende ist schon wieder fast vorbei. Damit dürften auch meine lesereichen Tage zunächst erst einmal ihr Ende finden, denn morgen geht´s für mich wieder los nach einer Woche frei-wegen-krank. Rückblickend stelle ich fest, dass ich in der letzten Zeit ziemlich viel fast ausschließlich Jugendbücher mit dem Hang zu Romantik, Kitsch und rosaroten Friede-Freude-Eierkuchen-Enden gelesen habe. Nix gegen romantische Geschichten, aber mein Bedarf an derartigen Büchern ist im Moment tatsächlich sehr gedeckt. Ich brauche mal einen anderen Lesestoff, sonst sehe ich demnächst nur noch rosa! Gestern habe ich daher spontan den dritten Teil der "Homelanders" - Reihe von Andrew Klavan gelesen, die Bücher lesen sich ja ziemlich schnell weg. Das Thema ist nicht so ganz ohne (siehe unten), aber irgendwie interessiert mich die Buchreihe, daher werde ich dranbleiben.
Und heute habe ich mich dann in "Schwarzer Schmetterling" von Bernard Minier festgelesen, ein Psychothriller; offenbar tobt sich ein fieser durchgeknallter Typ in einem eingeschneiten Dorf in den Pyrenäen aus... Also genau das Gegenteil zu seichter weichgespülter Jugendliteratur - passt! ;)
Diese Woche gab´s neu:


Andrew Klavan "The Homelanders - Tödliche Wahrheit"
Endlich sieht Charlie West Licht am Ende des Tunnels: er hat Waterman gefunden. Den geheimnisvollen Waterman, der angeblich weiß, was geschehen ist in diesem Jahr, das er vergessen hat. Der weiß, was er mit der geheimnisvollen Organisation The Homelanders zu tun hat. Und der weiß, wer Alex ermordet hat. Waterman verspricht Charlie, dass er seine Erinnerungen zurückbekommen wird. Und er sagt ihm auch, dass die Methoden nicht ganz ungefährlich sind. Doch Charlie hat keine andere Wahl. Und so stimmt er zu. Willigt in ein Experiment ein. Gibt die Kontrolle auf. Das könnte ihn das Leben kosten.
Für alle, die jetzt nur Bahnhof verstehen: das ist bereits der 3. Teil, setzt also Kenntnis voraus, was vorher passiert ist. Die Reihe kann ich aber sehr empfehlen!

Gerd Ruebenstrunk "Rebellen der Ewigkeit"
Was, wenn die Ewigkeit nur einen Wimpernschlag entfernt ist? Der internationale Konzern Tempus fugit hat den Zeithandel kommerzialisiert. Lebenszeit zu kaufen und zu verkaufen ist nun für jedermann möglich. Doch ist diese Technologie wirklich so ungefährlich, wie Tempus fugit behauptet? Oder gibt es bereits Risse in der Realität, die so verheerend sind, dass sie die Welt über kurz oder lang ins Chaos stürzen, wie es die Geheimorganisation Rebellen der Ewigkeit prophezeit? Der junge Willis gerät zwischen die Fronten eines Krieges, der sich im Verborgenen abspielt und muss sich für eine Seite entscheiden. Doch sein Schicksal ist weit tiefer mit beiden Seiten verbunden, als er ahnt.

Susanne Gerdom "Das Haus am Abgrund"
Schon gelesen und hier vorgestellt. 

(Inhaltsangaben von amazon.de)

Samstag, 16. Februar 2013

"Das Haus am Abgrund" - Susanne Gerdom

bloomoon Verlag, 2013
14,99 Euro

Handlung:
Wie ein dunkler Schatten steht das alte Haus auf der Klippe am Meer. Adrian, der an einer unheilbaren Krankheit leidet und der sich in einem kleinen Cottage in der Nachbarschaft erholen soll, lässt der Anblick nicht los. Etwas an dem Haus ist seltsam und beunruhigt ihn - und das hat nichts mit den Halluzinationen zu tun, die ihn aufgrund seiner Erkrankung heimsuchen. Und warum stößt er bei seinen Nachforschungen immer wieder auf die rätselhafte November? Das Schicksal des Mädchens scheint auf unheilvolle Weise mit dem Haus verbunden zu sein Halluzination und Wirklichkeit vermischen sich zunehmend, während Adrian nach und nach ein dunkles und unglaubliches Geheimnis aufdeckt.
(Quelle: hier)

Meine Meinung:
Auf der Suche nach einem Buch, das mich gruseln lässt, landete ich bei "Das Haus am Abgrund" im neuen bloomoon Verlag. Kurzerhand bestellt und ebenso kurzerhand gelesen. Denn einmal angefangen, kann man das Buch nur schwer aus der Hand legen, und so klappte ich bereits am selben Abend nach einigen aufregenden Lesestunden das Buch wieder zu.
Am Anfang fiel es mir ungewöhnlich schwer, in das Buch hineinzufinden. Mir schien es, als würde gerade auf den ersten Seiten ein roter Faden fehlen, als würde einfach nicht klar sein, in welche Richtung sich alles entwickeln soll. Adrian, der an einem Hirntumor leidet, spricht mit zahlreichen Personen und nennt Namen, die mir zunächst gar nicht einleuchteten. Präsens- und Präteritumsformen wechseln sich - anfänglich scheinbar willkürlich - ab und ließen mich zunehmend die Stirn runzeln. Irgendwann machte es jedoch Klick: infolge seines Hirntumors hat Adrian mit Halluzinationen zu kämpfen und spricht mit eben diesen Visionen, als wären es normale Menschen. Das bringt ihn ab und zu natürlich in verzwickte Situationen, auch wenn seine Familie - die aus seinem Vater und dessen Partner besteht - diese besondere Eigenheiten längst kennen. Den 3er-Männerhaushalt fand ich mal erfrischend anders und auch irgendwie besonders im Vergleich zum Familienmodell zahlreicher anderer Geschichten. Die damit verbundenen Probleme und Anfeindungen (ja, denn das 21. Jahrhundert hat offenbar noch nicht bis in das kleinste kornische Dorf Einzug gehalten) werden von der Autorin ebenso beleuchtet und gut in die Gesamthandlung verpackt.
Adrian macht die Bekanntschaft von November, einem Mädchen, das über viele Generationen mit dem alten Herrenhaus des Dorfes verbunden ist. Tiefer verbunden ist, als beide zunächst annehmen, und in der Folge taucht die Erinnerung an einen alten Familienfluch wieder und wieder auf und wird nicht nur für November immer bedrohlicher. Die leichten romantischen Anbandelungen zwischen ihr und Adrian, die von Beginn eher nur angedeutet sind, drohen daher stets durch die Familiengeschichte Novembers zu scheitern. Beide verstehen erst nach und nach, welches Schicksal auf das Mädchen warten wird und welche unglückselige Rolle Adrian dabei spielt.
Was ist "Das Haus am Abgrund" also? Es ist ein Buch, das spannende Lesestunden bietet, das einen in seinen Bann zieht, weil man unweigerlich wissen will, wie es weitergeht. Es liefert zwar Ansätze zu gruseligen Themen, aber eher oberflächlich, Gruselfans sollten also einfach nicht zuviel erwarten. Es ist aber vor allem auch ein Buch, bei dem mir am Ende ein "Klick"-Gefühl gefehlt hat, da ich das Gefühl nicht loswerde, irgendeinen wesentlichen Punkt am Ende, bei der Auflösung, verpasst zu haben. Beim Zuklappen des Buches machte sich bei mir neben leichtem Unverständnis auch eine kleine Unzufriedenheit breit.

Fazit:
"Das Haus am Abgrund" ist ohne Zweifel toll geschrieben und entwickelt - einmal angefangen zu lesen - unweigerlich eine Sogwirkung, der man sich nicht entziehen kann. Den Umgang sowohl mit der Krankheit Adrians als auch mit der ungewöhnlichen Familienkonstellation hat mir gut gefallen, ebenso wie die Grundidee des Romans. Für mich hätte es eine Spur gruseliger und "düsterer" sein können, und ich würde mir - ehrlich gesagt - eine Erleuchtung bezüglich des Ausgangs wünschen. Sehr gute 4 von 6 Bücherstapel.


Freitag, 15. Februar 2013

"Das Labyrinth erwacht" - Rainer Wekwerth

Arena Verlag, 2013
16,99 Euro

Handlung:
Das Labyrinth. Es denkt. Es ist bösartig.
Sieben Jugendliche werden durch Raum und Zeit versetzt.
Sie wissen nicht mehr, wer sie einmal waren.
Aber das Labyrinth kennt sie.
Jagt sie.
Es gibt nur eine einzige Botschaft an jeden von ihnen:
Du hast zweiundsiebzig Stunden Zeit, das nächste Tor zu erreichen oder du stirbst.
Problem Nummer Eins, es gibt nur sechs Tore.
Problem Nummer Zwei, ihr seid nicht allein.
(Quelle: hier)

Meine Meinung:
Kennt ihr den Film "Cube"? Falls ja, wisst ihr in etwa, was den Leser in "Das Labyrinth erwacht" erwartet. Ich habe mich beim Lesen häufiger sowohl an diesen Film als auch an die Grundidee von "Die Tribute von Panem" erinnert gefühlt. Trotz dieses daher vielleicht schon bekannten Rahmens bin ich dennoch völlig begeistert von diesem Buch Wekwerth´s.
Denn er lässt hier 7 sehr unterschiedliche Personen aufeinandertreffen, die nicht wissen, wo sie sind, was sie dort tun, wer sie eigentlich mal waren und was noch auf sie zukommt. Völlig ahnungslos und mit kaum Ausrüstung versehen begeben sie sich auf einen Trip, der ihnen alles abverlangt - und der dazu führen wird, dass ihre Gruppe nach und nach schrumpft.
Ich habe von diesem Buch zwar eigentlich zunächst etwas völlig anderes erwartet. Zum Beispiel sollte man auch das Wort "Labyrinth" im Titel nicht allzu wörtlich nehmen, denn ein Labyrinth im tatsächlichen Sinne war hier bisher nicht zu finden. "Das Labyrinth erwacht" ist trotzdem ohne Ende spannend und aufregend, und die Zusammensetzung der Figuren fand ich sehr gelungen. Zunächst weiß man als Leser nicht sehr viel mehr als die Personen selbst über sich. Ihre Vergangenheit wurde bis auf einzelne aufblitzende Bilder offenbar gelöscht, bis auf ihren Namen hat niemand so recht Erinnerungen an das Leben vor dem Labyrinth. Daher bekommt man als Leser zunächst nur plakative Eindrücke aller Personen, die hier umschichtig zu Wort kommen - die Handlung ist also aus der Perspektive von allen erzählt. Doch ebenso, wie man aufgrund des Gesagten und Gemachten schnell dazu neigt, die eine Person als Zicke, die nächste als Naivling usw. abzustempeln, erlebt man beim weiteren Lesen sein blaues Wunder, weil jede Figur  noch so viel mehr Facetten auspackt und sich von ganz anderen Seiten zeigt. Hier ist nichts, wie es auf den ersten Blick scheint, und das gilt für die Handelnden genauso wie für die Welten, durch die sie sich kämpfen müssen. Diese Welten bergen zahlreiche und gänzlich verschiedene Gefahren, denen sich die Gruppe stellen muss; und dabei bekommen alle Beteiligten mehr und mehr den Eindruck, dass es sich um ganz individuelle, für jeden ganz persönliche Gefahren handelt...
In "Das Labyrinth erwacht" werden gewissermaßen die ersten zwei Welten des Labyrinths durchlaufen, und das in kurz gehaltenen Kapiteln, die sich rasant weglesen lassen.

Fazit:
Toller und spannender Auftakt einer Buchreihe, die mich jetzt schon gespannt auf die Fortsetzung sein lässt. 5 Bücherstapel.

Mittwoch, 13. Februar 2013

"Schwarz wie Schnee" - Jutta Wilke

Sauerländer Verlag, 2012
14,99 Euro

Handlung:
Ein Unfall, der alles verändert. Ein Name, den du nicht kennst. Eine Frau, die sagt, sie wäre deine Mutter. Ein Leben, das dir fremd ist. Es war doch ein Unfall oder?
(Quelle: hier


Meine Meinung:
Kira wacht im Krankenhaus auf. Sie kann sich an nichts erinnern, weiß nicht, wo sie ist, was passiert ist, wer die ganzen Menschen um sie herum sind. Nicht einmal an ihren eigenen Namen kann sie sich erinnern. Ihr wird erzählt, dass sie einen Unfall auf der Straße hatte - ihre Mutter, die sie nicht kennt, nimmt sie mit nach Hause. Dort versucht Kira herauszufinden, was eigentlich passiert ist, warum ihr alles so merkwürdig vorkommt, warum sie glaubt, nicht sie selbst zu sein. Nach und nach offenbart sich ihre vermeintliche Vergangenheit - und es wird ihr klar, dass sie Geschehnisse längst nicht vergessen sind...
"Schwarz wie Schnee" lässt sich salopp in zwei Worten zusammenfassen: unglaublich spannend. Es ist kein Buch, das dermaßen vor Action und Handlung strotzt, dass man Angst bekommt, etwas zu verpassen, wenn man nur zu schnell liest. Nein, "Schwarz wie Schnee" ist ein sehr ruhiges Buch, das langsam beginnt und sich erst nach und nach aufbaut. Als Leser bleibt man ebenso wie Kira ständig im Ungewissen über ihre Vergangenheit und den Unfall. Trotzdem ist permanent eine Beklemmung, eine unterschwellige Bedrohung zu spüren - das kann nicht alles gewesen sein. Einfach ein Unfall auf glatter Straße, und ihr Gedächtnis ist weg? Wieso hat sie ständig das Gefühl, dass sie verfolgt wird?
Nach und nach muss Kira erkennen, dass ihre Vergangenheit offenbar nicht so harmlos war, wie sie sich das vielleicht wünscht, und ihr wird klar, dass hinter diesem "Unfall ohne Fremdverschulden" viel mehr stecken muss. Sie sucht nach Hinweisen und stochert dabei im sprichwörtlichen Heuhaufen, ohne wirklich voran zu kommen. Hilfe bekommt sie zwar von Mitschüler Julian, doch auch dessen wahren Hintergrund und Motive kann sie sich nicht sicher sein.
Das Buch besticht durch einen ständig präsenten furchtsamen und bedrohlichen Unterton. Man liegt gewissermaßen auf der Lauer und weiß nicht, was als nächstes passiert. Kiras Verzweiflung und Unsicherheit sind von der Autorin fantastisch eingefangen und machen "Schwarz wie Schnee" zu einem echten Pageturner.
Einziger klitzekleiner Kritikpunkt: ich habe am Ende des Buches noch den einen oder anderen unklaren Aspekt im Kopf. Und es bleibt ein wenig die Frage, inwiefern dieses beschriebene Szenario wirklich real sein könnte.

Fazit:
"Schwarz wie Schnee" ist spannend, kurzweilig und toll geschrieben. Perfekt geeignet als "was Spannendes zwischendurch". 5 Bücherstapel.

Dienstag, 12. Februar 2013

Ächzzzz...

Ich hab ne Erkältung. Bäh. Ich weiß, damit steh ich zur Zeit wahrlich nicht allein da, irgendwie ist ja gerade überall irgendwo irgendjemand krank. Aber - hallo? - ich will´s halt trotzdem mal gesagt haben, für all diejenigen, die mir eine Tüte Mitleid schenken wollen.
Trotz - oder wegen - der damit verbundenen arbeitsfreien Tage lese ich derzeit wie ein Weltmeister. Meine Augenlider hängen gefühlt schon irgendwo auf dem Boden, meine Finger sind schon ganz rau vom Umblättern..., aber wie das halt so ist: von spannender Lektüre kann man sich ich mich nicht losreißen, auch wenn die Augen schon tränen. (Na gut, so schlimm ist es nicht.) Ich habe gerade einen richtigen Leseflash und daher in 4 Tagen 3 richtig dicke Schinken vertilgt: "Nevermore" von Kelly Creagh, "Das Labyrinth erwacht" von Rainer Wekwerth, und heute habe ich "Das Haus am Abgrund" von Susanne Gerdom verschlungen. 
Zu diesem letzten Buch habe ich mal ne Frage: hat das jemand von euch schon gelesen? Ist zwar gerade erst rausgekommen (öhhh, gestern??), aber vielleicht war ja noch jemand so fix dabei wie ich diesmal...? Irgendwie werde ich das Gefühl nicht los, dass ich da was Wesentliches am Ende verpasst habe. Irgendein Puzzle-Stück. So ein "Klick"-Gefühl. Das Buch ist gut, ohne Frage. Aber... ich bin mir tatsächlich gerade nicht ganz sicher, ob ich das Ende verstanden habe. Ich schiebe das mal auf meine angeschlagene gesundheitliche Lage, vielleicht verstehe ich aber auch einfach so nur Bahnhof. Möchte irgendjemand seine Meinung dazu abgeben und mir das Ende erklären? 

So. Was lese ich denn jetzt mal? *stöber*

Montag, 11. Februar 2013

"Jeden Tag ein Happy End" - Devan Sipher

dtv, 2013
9,95 Euro

Handlung:
Gavin ist Hochzeitskolumnist bei einer großen New Yorker Zeitung und berichtet tagein, tagaus über das Fest der Liebe. Er selbst hat seine Braut aber noch nicht gefunden. Nach einem katastrophalen Silvesterabend schleppt ihn seine beste Freundin Hope zu einer Neujahrsparty. Schließlich müssen die verpassten Chancen der vergangenen Nacht nachgeholt werden! Verzweiflung liegt in der Luft und Gavin fragt sich, was er hier eigentlich soll. Da entdeckt er SIE. Sie heißt Melinda, ist klug und schön und hat Humor. Und im nächsten Augenblick ist sie – weg! Als er die Suche nach ihr endgültig aufgeben will, bekommt er eine zweite Chance: Er soll über Melindas Hochzeitsfeier berichten!
(Quelle: hier)

Meine Meinung:
"Als Single konnte man sich nicht unzählig viele Hochzeiten antun, ohne zu implodieren." (S. 165)

Gavin hat wohl einen der schönsten Jobs der Welt: er darf für eine Zeitung über Hochzeiten berichten, die Brautpaare daher schon lange vor dem großen Tag begleiten, interviewen, und dann natürlich bei der Feier selbst so ziemlich alles festhalten, was eine Hochzeit eben ausmacht. An und für sich mag Gavin seinen Job auch, es gibt nur ein Problem: er selbst ist eher ungewollt seit Jahren Single, und es fällt ihm zunehmend schwer, die ganzen glücklichen Paare wohlwollend zu begleiten. Auf einer Party trifft er dann Melinda; für ihn ist sofort klar, dass er sie näher kennenlernen will - bis er einige Wochen später feststellen muss, dass gerade ER über IHRE Hochzeit mit einem anderen schreiben soll...
An und für sich fand ich "Jeden Tag ein Happy End" eine gelungene kurzweilige Story. Allerdings hat mir ein wenig Pepp gefehlt, und gerade der romantische Aspekt an der ganzen Sache ließ für mich arg zu wünschen übrig. So kommt die eigentliche Geschichte um Gavin und Melinda sehr schleppend in Gang; tatsächlich erfährt Gavin erst weit nach der Hälfte des Buches, dass sie einen anderen heiraten will - was man angesichts des Klappentextes natürlich nicht erwarten würde. Die Geschichte nimmt auch erst dann ein wenig an Fahrt auf und entwickelt sich, wie man es von einer rosaroten Liebeskomödie erwartet: ein wenig vorhersehbar, trotzdem nett und unterhaltsam.
Mir hat gut gefallen, dass Gavin ein ehrlicher und romantischer Typ ist, der es eben offen zugibt, dass ihn sein Single-Dasein annervt. Der sich tatsächlich die Frau fürs Leben wünscht und dem es auch nicht peinlich ist, sich selbst schon Gedanken über seinen hypothetischen Hochzeitstag gemacht zu haben. Das macht ihn sympathisch, ohne verweichlicht rüberzukommen. Überhaupt fand ich manche Gedanken von ihm sehr schön, die ihm der Autor in den Mund gelegt hat. Beispiel:

"Hope versuchte, mich zu trösten. Ich wollte aber nicht getröstet werden. Ich wollte verliebt sein." (S. 31)

Mich hat "Jeden Tag ein Happy End" an manchen Stellen sehr an den Film "27 dresses" (mit Katherine Heigl) erinnert, und tatsächlich spielt eben dieser Film im Buch auch eine nicht unwichtige Rolle. Ebenso, wie ich mich aber nie so recht mit diesem Film anfreunden konnte, blicke ich auch auf das Buch eher mit mittelmäßigen Eindrücken zurück.

Fazit:
"Jeden Tag ein Happy End" schildert aus der männlichen Sicht die Suche nach Mrs. Right, ist dabei zwar sympathisch und durch vielerlei lustige Sätze auch amüsant; der Geschichte mangelt es jedoch ein wenig an Tempo und Überraschungen. 4 von 6 Bücherstapel.


Sonntag, 10. Februar 2013

Vorstellung: "Dead cat bounce"

Am 18.03. erscheint "Dead cat bounce" von Nic Bennett, ein Buch, das zwar ungewöhnlich, aber dennoch interessant klingt.



Darum geht´s:
In Jonahs Leben ist nichts mehr, wie es einmal war. Von einem Tag auf den anderen hat er sich auf dem Börsenparkett einen Namen gemacht -- und plötzlich liegt die Welt ihm zu Füßen. Er hat alles: Geld, Macht, schöne Frauen. Doch das luxuriöse Leben hat seinen Preis. Zu spät merkt Jonah, dass er Spielball einer perfiden Intrige ist und von mächtigen Feinden gejagt wird. Ein skrupelloser, elitärer Kreis hat es auf ihn abgesehen und treibt ihn bis ins tiefe Herz von Afrika. Dort muss Jonah sich der bitteren Wahrheit stellen: Sein traumhaftes Leben hat sich in einen wahren Albtraum verwandelt. Und es ist noch lange nicht an der Zeit aufzuwachen.

Alle Infos gibt es bei Script5.
 

In my mailbox...

Gestern habe ich angefangen, "Nevermore" von Kelly Creagh zu lesen - und habe mich dann den ganzen Tag komplett in diesem Buch verloren. Ich konnte gar nicht mehr aufhören, was dazu führte, dass ich abends die über 500 Seiten schwere Geschichte zwar mit müden Augen, aber höchst zufrieden zuklappte. Momentan bin ich leicht angeschlagen und entwickele gerade eine Erkältung, daher war ich gestern wirklich einfach nur f.a.u.l., ohne irgendwas anderes zu machen. "Nevermore" endet ziemlich fies, daher überlege ich jetzt, mir direkt die Fortsetzung auf englisch zuzulegen. Vielleicht für den Kindle, hmmm... *grübel*
Jedenfalls lese ich momentan mal wieder richtig viel. Und vor allem auch durchweg nur Bücher, die mir gut gefallen, so z.B. auch "Schwarz wie Schnee" von Jutta Wilke. Meine Rezensions-schreib-Unlust habe ich zwar noch nicht so richtig überwunden, aber ich geb mir mal Mühe, doch irgendetwas auf die elektronischen Seiten zu bringen...
In der Zwischenzeit erreichten mich gleich neue literarische Leckerbissen, von denen ich mir eins, nämlich "Das Labyrinth erwacht", auch gleich zum Lesen geschnappt habe. Ich habe bisher soooo viel gutes über dieses Buch gehört, es soll unglaublich spannend sein, also sind meine Erwartungen im Moment - ehrlich gesagt - recht hoch. Mal sehen, ob die sich halten können.
Ich habe auch endlich den 5. Teil der Reihe um "Luzie & Leander" von Bettina Belitz in der Hand. Vor einer Weile hatte ich ja mal berichtet, dass ich den 6. Teil der Buchreihe bei der Autorin gewonnen habe, damit zugleich jedoch ein wenig in die Bredouille geriet, weil ich die Teile 1-5 weder besaß noch kannte. Mittlerweile habe ich mir alle Bände zugelegt und auch bereits Teil 4 gelesen - vor ein paar Tagen, und dann endete eben dieser 4. Teil soooo fies und cliffhanger-ig, dass ich direkt weiterlesen WOLLTE! Musste mich dann aber doch erst noch gedulden, bis ich Band 5 geliefert bekommen habe. Und jetzt geht´s weiter mit den Abenteuern von Luzie und Leander :)


Rainer Wekwerth "Das Labyrinth erwacht"
Das Labyrinth. Es denkt. Es ist bösartig.
Sieben Jugendliche werden durch Raum und Zeit versetzt.
Sie wissen nicht mehr, wer sie einmal waren.
Aber das Labyrinth kennt sie.
Jagt sie.
Es gibt nur eine einzige Botschaft an jeden von ihnen:
Du hast zweiundsiebzig Stunden Zeit das nächste Tor zu erreichen oder du stirbst.
Problem Nummer Eins, es gibt nur sechs Tore.
Problem Nummer Zwei, ihr seid nicht allein.

Bettina Belitz "Luzie & Leander: Verwünscht gefährlich"
So schwer kann das nicht sein, denkt Luzie, als sie bei einem Schulprojekt das Leben eines Mitschülers positiv beeinflussen soll im Geheimen. Kandidaten für so eine Aktion gibt es schließlich genug, denn keiner ihrer Parkour-Jungs scheint gerade irgendetwas auf die Reihe zu kriegen. Bliebe da nur noch ein Problemfall: Leander. Statt endlich herauszufinden, was es mit dem Dreisprung auf sich hat, dem einzigen Weg, für immer bei Luzie zu bleiben, starrt der nur Löcher in die Luft. Vielleicht sollte Luzie auch da ein bisschen nachhelfen?

Yelena Black "Dance of shadows"
Die New Yorker Ballettakademie verheißt die Erfüllung aller Träume. Für die junge Vanessa wird sie jedoch zum absoluten Albtraum, als sie ein dunkles Geheimnis entdeckt: Ihr eigenwilliger Tanzstil und eine bestimmte Schrittkombination öffnen das Tor in eine dämonische Welt! Ein Tor, das besser verschlossen bleibt ... --- Mit jemandem zu tanzen ist ein Akt des Vertrauens. Elegant und intim, ist man nah genug um sich zu küssen, nah genug, um den Herzschlag des anderen zu spüren. Aber für Vanessa ist tanzen tödlich und sie muss darauf Acht geben, wem sie ihr Vertrauen schenkt ... Vanessa Adler besucht eine Elite-Ballettschule dieselbe, in der auch ihre ältere Schwester Margret vor ihrem Verschwinden eingeschrieben war. Vanessa hat das Gefühl, dass sie den Ruhm und den Glanz ihrer Schwester niemals erreichen kann. Aber mit ihrem unwahrscheinlich roten Haar, ihrer hellen Haut, entwickelt sie eine äußerst anziehende Wirkung beim Tanzen und sie selbst verliert sich in der Musik, ihr Atem und die Welt um sie herum verwandeln sich. Bald schon zieht sie die Aufmerksamkeit dreier Männer auf sich: des herausragenden Zep, des geheimnisvollen Josh und des großen, rätselhaften Choreographen Joseph Zhalkovsky. Als Joseph sie einlädt, im Feuervogel mitzutanzen, hat sie keine Ahnung, in welche Gefahr sie sich damit begibt. Welche Kräfte dadurch freigesetzt werden ...

Nicole C. Vosseler "In dieser ganz besonderen Nacht"
Nach dem Tod ihrer Mutter muss Amber, die in einer deutschen Kleinstadt gelebt hat, nach San Francisco ziehen – zu ihrem Vater, den sie kaum kennt. Sie fühlt sich einsam und verlassen. Eines Abends begegnet sie dort in einem leer stehenden Haus Nathaniel, einem seltsam gekleideten Jungen. Er scheint der Einzige zu sein, der sie versteht. Aber er bleibt merkwürdig auf Distanz. Als Amber den Grund dafür erfährt, zieht es ihr den Boden unter den Füßen weg: Nathaniel stammt aus einer anderen Zeit und die beiden können niemals zusammenkommen. Doch in einer ganz besonderen Nacht versuchen die beiden das Unmögliche …

(alle Inhaltsangaben von amazon.de)

Freitag, 8. Februar 2013

ebook- Schnäppchen

Heute - zum Geburtstag der Autorin - gibt es "Versehentlich verliebt" von Adriana Popescu zum Schäppchenpreis von (im Moment) 0,93 Euro. Mir hat die weihnachtlich angehauchte Geschichte ganz wunderbar gefallen (wie man hier lesen kann) und ich kann sie euch nur empfehlen - für diesen Preis erst recht!
Alle Infos und das ebook gibt´s HIER

Donnerstag, 7. Februar 2013

"Kyria & Reb: Die Rückkehr" - Andrea Schacht

INK Verlag, 2013
17,99 Euro

Handlung:
In der spannenden Fortsetzung von „Kyria & Reb – Bis ans Ende der Welt“ kehrt Kyria in ihre Heimatstadt und damit in das perfekt gesteuerte Überwachungssytem von New Europe zurück. Ein gefährliches Unternehmen, denn dort erwartet sie ein mörderisches Komplott. Hinter Kyria liegen vier Monate, in denen sie zum ersten Mal erlebt hat, was es bedeutet, frei zu sein – und in denen sie Reb, dem jungen Rebellen aus dem Untergrund, nähergekommen ist. Seit sie weiß, dass ihr Vater ermordet wurde, setzt sie alles daran, seinen Mörder zu finden. Schon bald muss sich Kyria verstecken, denn sie erfährt immer mehr über die wahren Drahtzieher in New Europe und ihre üblen Machenschaften. Da taucht Reb wieder auf, der ihr Herz erobert hat …
(Quelle: hier)

Meine Meinung:
***Dies ist der zweite Teil, Hinweise auf Inhalte aus Teil 1 sind daher zwar nicht beabsichtigt, aber nicht auszuschließen***

Die Fortsetzung von "Kyria & Reb" habe ich sehnsüchtig erwartet und ich wurde auch nicht enttäuscht von den neuen Entwicklungen in NuYu. Die Geschichte von Kyria & Reb kann zwar gemeinhin sicher als Dystopie bezeichnet werden, trotzdem erscheint mir die Welt, in der beide leben, geradezu erträglich und ... ja, bunt. Während man in anderen Dystopien ständig die Verzweiflung, Enttäuschung und Ausweglosigkeit mit Händen greifen kann, während dort eine weitgehend apokalyptisch-beklemmende Stimmung herrscht - ist für mich hier nicht viel davon zu finden, wenn Frau Schacht von NuYu und seinen Bewohnern schreibt. Natürlich herrscht Unterdrückung und eine merkwürdige Einteilung in Adel und Unterschicht, aber merkwürdigerweise hab ich immer nicht das Gefühl, als würde das hier - bis auf ein paar Ausnahmen - jemanden arg stören. Eher wirken alle recht zufrieden mit der Welt, in der sie leben. Überhaupt finde ich manche Ideen, die Frau Schacht in ihre NuYu-Welt eingebaut hat, geradezu putzig, und daher passen auch solche Sätze wie die Faust aufs Auge: "Das propagierte Schönheitsideal ist der pummelige Mann in modischer Kleidung und Frisur." (S. 7) Hier ist die Welt trotz aller Verdrehtheit in Ordnung, wenn die Männer in quietschbunten Farben und lackierten Nägeln munter durch die Straßen laufen und es das höchste Ziel für sie ist, in der Hausarbeit aufzugehen - in welcher Dystopie findet man so etwas schon?!
Die Geschichte wird weiterhin vorrangig aus Kyrias Sicht erzählt, auch wenn man in manchen Kapiteln das Geschehen mit den Augen von Reb erleben kann. Das fand ich eigentlich ganz schön, denn es führte unweigerlich dazu, dass Reb erneut direkt Sympathiepunkte bei mir sammeln konnte. Reb ist trotz seiner Schrammeligkeit einfach ein Charakter, den ich mögen muss, und so tat er mir bei den zahlreichen Pleiten, die er als frisch aufgestiegener Wagenlenker bei Quadriga-Rennen einstecken muss, auch ziemlich leid. Seinen Humor hat er auch hier nicht verloren, leider kam der nur viel zu kurz.
Und Kyria? Die war mir hier in der Fortsetzung - ehrlich gesagt - zu wankelmütig. Zwar beteuert sie, dass sie ihr Herz an Reb verloren hat; glauben konnte ich ihr das jedoch nicht durchweg. Denn gleichzeitig ist sie Cam nicht abgeneigt, und gerade zum Ende der Geschichte fand ich diese Dreiecks-Kompliziertheit etwas unpassend.
Das Ende ist trotzdem gelungen und vor allem: es ist abgeschlossen. Ich finde es so erfreulich, dass die Geschichte von Kyria und Reb allem Anschein nach nicht zur Trilogie aufgebauscht wird, sondern offensichtlich zu Ende ist - mit einem Ende, das zwar abgeschlossen ist, recht Friede-Freude-Eierkuchen-mäßig erscheint und das bei mir dennoch die eine oder andere Unklarheit zurücklässt.

Fazit:
Die Fortsetzung der Geschichte von Kyria Und Reb hat bei mir gepunktet - die beiden Bücher behalte ich mit schönen Erinnerungen im Kopf. Wirklich lesenswert. 5 Bücherstapel.

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