Mittwoch, 25. Dezember 2013

"Was sie nicht weiß" - Simone van der Vlugt

Diana Verlag, 2013
12,99 Euro


Handlung:

An einem Seeufer bei Alkmaar wird die grausam zugerichtete Leiche eines jungen Mannes gefunden. Davids Tod: ein Racheakt. Welches Detail ihrer gemeinsamen Jugend mit dem Opfer will die Malerin Maaike um jeden Preis verheimlichen? Ein Hinweis führt zu einer gewissen Tamara. Von einer Frau dieses Namens aber fehlt jede Spur – und dennoch ist sie immer da …

Bei den Ermittlungen im Mordfall David Hoogland tappt Lois Elzinga von der Kriminalpolizei in Alkmaar zunächst im Dunkeln. Diese grausame Tat wurde allem Anschein nach von einer Frau begangen, doch das Leben des Grundschullehrers ist vollkommen unauffällig. Die Künstlerin Maaike Schoolten, deren Ausstellungsprospekt bei der Leiche gefunden wurde, streitet ab, David gekannt zu haben. Der Hinweis auf eine Fotografin namens Tamara führt ins Leere, denn diese ist unauffindbar. Irgendetwas muss Lois übersehen haben. Sie ist nervös, private Probleme lenken sie ab. Ihre große Liebe ist gerade zerbrochen und Fred, ihr langjähriger Partner bei der Polizei, geht demnächst in Pension. Doch Lois bleibt hartnäckig, und bald schon findet sie heraus, dass David Täter war, lange bevor er ein Opfer wurde. Was sie nicht weiß, ist, welch doppeltes Spiel Maaike und Tamara mit ihr treiben ...


Meine Meinung:
Anfangs dachte ich, dass vor allem die niederländischen Namen und Straßenbezeichnungen, die (gefühlt) zuhauf auftraten, mich beim Lesen besonders stören würden. Aber das war es gar nicht. Vielmehr war eine Mischung aus wirrer Handlung, einer eher uninteressanten Ermittlerin, einem wenig überraschenden Ende und einer angestrengten Erzählweise Schuld daran, dass mir "Was sie nicht weiß" nicht wirklich gefallen wollte.
Das Buch ist keinesfalls schlecht, kommt über das Niveau eines mittelmäßigen Krimis jedoch nicht hinaus. Dafür birgt es zuwenig Besonderheiten, überraschende Wendungen oder Irrungen und Wirrungen im Plot. Echten Krimi- und Thrillerfans dürfte das Ende kaum ein müdes Lächeln abringen. Vor allem machen sowohl die Inhaltsangabe als auch diverse Hinweise schon in den ersten Kapiteln einen großen Fehler: sie verraten zuviel. Zusammen mit der holprigen Erzählart ergab das Lesen von "Was sie nicht weiß" für mich keine gemütlichen Lesestunden. Zum einen ist die Erzählperspektive im Präsens sowieso immer schon Geschmackssache, finde ich, (und meinen Geschmack trifft es nur selten); zum anderen sind so viele Sätze hier aber derart verschachtelt, ungelenk formuliert (oder vielleicht auch nur so ins Deutsche übersetzt) und driften teilweise glatt ins Erzählerische ab, dass ich zunehmend das Interesse an der Gesamtgeschichte verloren habe. Dass die Ermittlerin dann auch noch eine recht verkorkste Vergangenheit erleben musste, die sie heute noch in jeder möglichen (und unmöglichen) Situation gedanklich einholt, hat den Bogen auch nicht mehr rausgerissen. Ich fand Lois als Mittelpunkt der Geschichte langweilig, und dieser Eindruck hat sich die gesamte Handlung über nicht geändert. Da war ihre Schwester - so plakativ sie auch dargestellt wurde - fast noch interessanter.
Letztlich hat mich "Was sie nicht weiß" nicht wirklich beeindrucken können, sowohl auf inhaltlicher als auch auf sprachlicher Ebene nicht. 


Ein herzliches Dankeschön an Blogg dein Buch und den Diana Verlag für das Rezensionsexemplar!

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