Sonntag, 15. Dezember 2013

"Todesengel" - Andreas Eschbach

Lübbe, 2013
19,99 Euro


Handlung:
Ein strahlend weißer Racheengel geht um in der Stadt, heißt es, der überall dort auftaucht, wo Unschuldige in Gefahr sind, und diejenigen, die ihnen Gewalt antun, brutal bestraft: Ist das wirklich nur die Schutzbehauptung eines alten Mannes, der Selbstjustiz geübt hat? Ein Journalist deckt auf: Es gibt diese Gestalt tatsächlich - er kann es beweisen. Und damit nimmt das Verhängnis seinen Lauf...

Meine Meinung:
Nach einigen Büchern, die ich von Herrn Eschbach gelesen habe, ist meine Erwartungshaltung an seine Bücher mittlerweile immer recht hoch. Und auch dieses Mal wurde ich nicht enttäuscht. Während in vielen anderen Eschbach-Büchern eher unglaubliche und bis zu einem gewissen Grad übernatürliche Dinge geschehen, widmet sich der Autor in "Der Todesengel" eher der brutalen Realität in der heutigen Gesellschaft. Schlägereien, Anpöbeleien, Drohungen, Belästigungen und Gewalt auf offener Straße sind - nicht nur in großen Städten - heute keine Seltenheit mehr. In Herrn Eschbachs Setting taucht nun jedes Mal, wenn eine solche Untat geschieht, eine Art Racheengel auf, der die Unschuldigen beschützt - oder sofern es dafür schon zu spät ist, sie rächt. Das Ganze wird zum Selbstläufer. Die eine Art von Gewalt wird von einer anderen abgelöst und innerhalb weniger Tage droht die Stadt in Chaos und Selbstjustiz zu versinken. 
Für die Presse ein gefundenes Fressen, und so sind die Geschehnisse auch in erster Linie aus der Sicht von Journalist und Moderator Ingo Praise erzählt, der diesen ganzen dramatischen Szenen in seiner Stadt einen ungewollten Ruhm zu verdanken hat. Aber die Erzählperspektive wechselt; man bekommt Einblicke in so viele Geschehnisse und Personen, die alle auf ihre Art und Weise in die Handlung involviert sind. Man kann schon früh beim Lesen anfangen, sich seine eigene Meinung zu bilden. Und so machen die beschriebenen Geschehnisse den Leser auch unweigerlich nachdenklich. Nicht nur werden Erinnerungen an real passierte Vorfälle (Schlägereien in U-Bahnstationen etc.) wach, sondern man beginnt auch ganz automatisch, sich zu fragen, wie man sich hier selbst positionieren würde. Gewalt mit Gewalt ablösen - ist das tatsächlich die Lösung? Und lässt sich das wirklich alles so schwarz-weiß sehen?

Letztlich entwirft Herr Eschbach ein brisantes, brutales, aber durchaus realistisches Bild von Dingen, die heute leider nicht nur denkbar, sondern schon sehr wirklich geworden sind. Wie gewohnt in eine spannende Handlung und tolle Schreibe verpackt, ist "Der Todesengel" durchaus lesenswert, und für Eschbach-Fans sowieso ein Muss.


Ein herzliches Dankeschön an Blogg dein Buch und den Lübbe Verlag für das Buch!

3 Kommentare:

  1. Das könnte durchaus auch was für mich sein. :)

    Übrigens muss Vango 2 wohl doch erst noch ein bisschen warten. Im Moment bin ich total im Revival-Fieber von der "Gilde der schwarzen Magier". ♥

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Ja, so ein Revival-Fieber sollte man nicht unterdrücken :)
      Mach du mal, irgendwann in den freien Tagen kriegen wir es ja vielleicht doch hin, mal ein paar Kapitel von Vango 2 gemeinsam zu lesen.

      Löschen
  2. Ich fand das Buch auch echt toll!!
    LIebe Grüße
    Martina

    AntwortenLöschen

Powered by Blogger.

© i am bookish, AllRightsReserved.

Designed by ScreenWritersArena