Freitag, 15. November 2013

"Stella Menzel und der goldene Faden" - Holly-Jane Rahlens

rororo Verlag, 2013
16,99 Euro

Handlung:
Stella liebt ihre Decke aus blauem Seidensatin, die sie von ihrer Ururgroßmutter geerbt hat – eine Decke, übersät mit Sternen und Schneeflocken aus Silberbrokat und mit einem goldenen Faden eingefasst. Auf jeden, der ihn besitzt, übt dieser Stoff eine magische Wirkung aus – denn seine Falten bergen die Kraft, die Geschichten seiner Besitzerinnen einzufangen: wundersame Geschichten vom alten Russland, vom Berlin der 20er Jahre, von der Flucht der jüdischen Familie nach New York und einem Neuanfang in Berlin. Dieses Erbstück begleitet Stella von der Wiege bis zum ersten Kuss. Und während der Stoff sich im Laufe der Zeit verwandelt und immer kleiner wird, wird auch Stella schließlich ein Teil seiner Geschichte. 
(Quelle: hier)

Meine Meinung:
"Stella Menzel und der goldene Faden" ist eine niedliche kleine Geschichte über Familienbande, Traditionen und den roten Faden, der sich über Generationen hinweg durch die eigene Familiengeschichte zieht. Dieser "rote Faden" ist hier jedoch golden und in einen wertvollen blauen Stoff eingenäht. Von Generation zu Generation wird dieser Stoff in den unterschiedlichsten Formen weitergegeben, mal als Vorhang, mal als Decke, mal als Kleid, bis er schließlich bei Stella landet. Fortan kann der Leser Stellas Kindheit und Jugend verfolgen, erlebt mit ihr unterhaltsame und auch nachdenklich stimmende Situationen, die letztlich jeder auch aus seiner eigenen Vergangenheit wiederkennen mag. Und immer wieder spielt dieser besondere blaue Stoff eine Rolle, weil er stets in Stellas Leben auftaucht und sie in außergewöhnlichen Momenten begleitet. Und so, wie Stella immer ein Stückchen von sich selbst in ihren Erinnerungen und denkwürdigen Momenten zurücklässt, bleibt auch immer ein Stückchen des Satinstoffs zurück - bis Stella schließlich eine junge Dame und der Stoff nur noch ein Stoffstreifen ist.
Die Idee hinter der Geschichte hat mir sehr gut gefallen und Frau Rahlens hat sie auch wunderbar umgesetzt. Stella und ihre Familie sind liebevoll gezeichnet und auf ihre eigene Art und Weise recht kauzig, wie sich manche Dialoge, die scheinbar in einer Endlosschleife über die Jahre hinweg immer wieder auftauchen, zeigen. Stella beim Erwachsenwerden zu begleiten, macht Spaß, ist durch viele historische Begebenheiten obendrein sehr informativ, und lässt einen selbst an längst vergangene Momente der eigenen Vergangenheit zurückdenken. Wir alle hatten doch kleine und große Dinge in unserer Kindheit und Jugend, die uns viel bedeutet und an die wir unser Herz gehängt haben. Bei Stella ist es ein Stückchen Stoff, das ihr Leben auf eine ganz besondere Weise einfängt.

Fazit:
Ein sehr schönes Kinderbuch, das auch Erwachsene nachdenklich stimmen dürfte. Kindheitserinnerungen einmal anders - nämlich in Stoff - verpackt; diese Idee hat mir sehr gut gefallen. Wirklich lesenswert!


Ein herzliches Dankeschön an die Autorin Holly-Jane Rahlens und Pia Mortensen der PIA-Presseagentur für das Buch!

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