Dienstag, 24. September 2013

Auch noch gelesen...

Wegen akuter Unlust zum Rezensionen-Schreiben folgendes in ganz kurz und knapp:

Jodi Picoult/ Samantha van Leer "Mein Herz zwischen den Zeilen"
Ich hab noch kein Buch von Jodi Picoult gelesen, dieses war die Premiere, und genau dieses ist sicher nicht wirklich stellvertretend für ihre Schreibe und ihre Art. Denn dieses Buch hat sie zusammen mit ihrer Tochter geschrieben - was ich nebenbei gesagt ziemlich toll finde -, aber genau das merkt man dem Buch meiner Meinung nach auch an. Es ist vor allem für jüngere Leserinnen gedacht und geeignet, die sich beim Lesen halt doch schonmal in irgendeine Figur verguckt haben und sich wünschten, eben dieser Held der Geschichte würde einfach mal aus dem Buch herauswinken. (*hüstel* Wer hat das nicht?!) Ganz nett geschrieben und an und für sich wurden auch sehr schöne Ideen miteinander verbunden, aber der Funke ist auf mich nicht so übergesprungen. Alles bleibt ein wenig flach, die Figuren waren und blieben genau das - Figuren eben -, und ehrlich gesagt kann ich mich mit dem Ende auch nicht so recht anfreunden. Ich weiß nicht, ob das niemand außer mir hinterfragt, aber ich hab es nicht glauben können und wollen, dass das wirklich das gewünschte Ende der Autorinnen war. Unglaublich und irgendwie traurig gleichzeitig. Hm.

Kerstin Gier "Silber - Das erste Buch der Träume"
Kerstin Gier ist für mich mittlerweile ein Garant für gute und unterhaltsame Bücher. Egal, ob ihre Frauenromane oder die mittlerweile eher jugendlich angehauchten Geschichten - ich mag sie alle. Auch von "Silber" war ich letztlich recht angetan, muss aber ehrlich sagen, dass es nicht einen solchen Reiz wie beispielsweise ihre Edelsteintrilogie auf mich ausgeübt hat. Die Grundsteine stimmen zwar alle, aber ich war beim Lesen auch nicht hellauf begeistert. Mir hat der Humor gefehlt; tatsächlich konnte ich nur an 2 Stellen so richtig herzlich lachen (an diesen dann aber auch so richtig!), aber das war´s dann schon. "Silber" ist zwar ein Pageturner, ohne Frage, aber nach dem Lesen bleibt die Story leider kaum in meinem Kopf. Das Buch ist gleichzeitig abgeschlossen und offen - komisch. Ich weiß auch noch nicht, in welche Richtung sich diese ganze Traum-Sache entwickeln wird; Frau Gier gibt im Nachwort ja aber selbst schon einige Denkanstöße, die den Lesern in den Folgeteilen noch erwarten werden. Und lesen werde ich diese auf jeden Fall auch. Meine persönliche Lieblingsfigur ist übrigens die kleine Schwester Mia, die einfach herrlich schlagfertig ist und einen großartig-sarkastischen Humor hat.

Bernard Beckett "Das neue Buch Genesis"
Dieses Buch ist der Hammer! Es kommt so unscheinbar daher, ein schlankes Büchlein mit gerade mal 171 Seiten, aber sowas habe ich wirklich - wirklich!! - noch nie gelesen. Es startet höchst merkwürdig, man glaubt erst, man hat etwas verpasst oder einige Seiten Erklärung würden fehlen. Man ist sofort mittendrin und bekommt erst nach und nach heraus, worum es eigentlich geht. Das komplette Buch ist wie ein Interview gehalten (lasst euch davon bloß nicht abschrecken!) zwischen einem Prüfer und Anax, die sich um eine Stelle an der Akademie bewirbt und dafür geprüft wird. Dass es sich dabei aber um keine gewöhnliche Prüfung handelt, wird schnell klar. Und was sich dann über diese 171 Seiten aufbaut und entwickelt, ist ... tja, ich weiß nicht, wie ich es beschreiben soll. Eine Mischung aus Erzählung, Science-Fiction, Roman, Philosophie, Geschichte und Ethik und mündet schließlich in einem Ende, das mir sprichwörtlich den Mund hat offen stehen lassen. Sowas hab ich noch nie, oder zumindest denkwürdig lange nicht mehr, gehabt, einen solchen Aha-Moment, der überhaupt nicht absehbar ist und einen richtig kalt erwischt. Ganz große Klasse für dieses kleine Büchlein, in dem soviel steckt!! 

3 Kommentare:

  1. Den Roman von Beckett hab ich gleich mal auf meine Liste gesetzt. :-)

    Interessant, dass du bei dem Buch von Jodi Picoult und ihrer Tochter dieselben Kritikpunkte hattest, die ich bei den meisten ihrer Romanen hatte: flache Figuren und ein fürchterliches Ende. Natürlich weiß ich nicht, wie genau das Buch bei diesem Roman ist, aber in letzter Zeit musste ich mich über alle ihrer Enden ärgern ... %-)

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  2. Äh .... das sollte natürlich heißen "wie genau das Ende bei diesem Roman ist"
    *hüstel*

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  3. Hm, ich weiß auch nicht. Ich will ja auch nichts verraten. Es gibt schon ein Happy End, ich meine - hallo? Ist schließlich ein Mädchenbuch ;) Aber damit es zu diesem Ende kommt, passieren da noch Sachen, die ich gar nicht gut fand und die ich, ehrlich gesagt, ein wenig hinterfrage. Ob die Autorinnen wirklich bis zum Schluss durchdacht haben, was das heißt, was sie da machen mit ihren Figuren.
    Bisher hat mich kein Buch von Jodi Picoult so richtig angesprochen, muss ich gestehen. Irgendwie ist da in den Inhaltsangaben immer irgendwas drin, wo ich mir denke, och nö, sowas möchte ich nicht lesen, klingt so furchtbar traurig. Daher hab ich noch nie eins von ihr gelesen.

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