Montag, 2. September 2013

"Als Mrs. Simpson den König stahl" - Juliet Nicolson

Insel Verlag, 2013
14,99 Euro


Handlung:
England, 1936. Für die 19-jährige May Thomas beginnt das Abenteuer ihres Lebens. Gerade aus Barbados nach England gekommen, tritt sie eine Stelle als Chauffeurin bei Sir Philip Blunt an. Mit ihrer offenen, liebenswürdigen Art findet sie bei den Blunts schnell ein neues Zuhause. Und in dem politisch und sozial engagierten Oxfordstudenten Julian einen Freund, für den sie schon bald mehr empfindet, als ihr erlaubt ist. Zur selben Zeit hält Evangeline Nettlefold Einzug bei den Blunts. May schließt Freundschaft mit der lebenslustigen Amerikanerin, die mit ihrer impulsiven Art die britische Reserviertheit durcheinanderwirbelt. Doch Evangeline sorgt für etwas mehr Aufregung, als allen lieb ist. Denn sie steht in engem Kontakt mit Wallis Simpson, deren heimliche Affäre mit dem König nicht nur die Skandalpresse in Alarmbereitschaft versetzt. Nach und nach taucht May immer tiefer ein in die Verstrickungen der gehobenen britischen Gesellschaft und hat bald nicht mehr nur mit ihrem Gefühlschaos zu kämpfen …

Meine Meinung:
Manchmal mag ich Geschichten, die länger dauern. Die zu verschwurbelt und ineinander verflochten sind, als dass man sofort alles überblicken würde, was relevant ist. Die vom Hundertsten ins Tausendste gehen, immer mehr in einen Plauderton verfallen - und ehe man sich versieht, hat man schon einige hundert Seiten gelesen.
Bei "Als Mrs. Simpson den König stahl" hat mir aber genau all das gefehlt. Dieses Buch braucht ewig. Man liest und liest und liest, und irgendwie will sich nicht so recht ein Gefühl einstellen, dass hier tatsächlich etwas passieren würde. Dass man Figuren beim Handeln und Entwickeln begleiten würde, dadurch, dass man eine Seite um die andere liest. 
Der Funke dieser Geschichte ist auf mich einfach nicht übergesprungen. Es hat dieser eine kleine Moment gefehlt, an dem einem plötzlich klar wird, dass man ein gutes Buch in der Hand hält und dass man wissen möchte, wie es weitergeht, was noch alles passiert. Die Geschichte war mir egal, und das ist wohl mit das Schlechteste, was einem beim Lesen passieren kann.
Letztlich kann ich jedoch gar nicht wirklich sagen, was mich hier gestört hat. Eine Vielzahl von Personen, die zu unterschiedlichen Zeiten auftauchen und wieder verschwinden - wenn man mal eine Pause beim Lesen einlegt, wie ich es öfter getan habe, dann hat man kaum eine Chance, alle Namen Personen zuzuordnen und sich wieder ins Gedächtnis zu rufen, was wem wann passiert ist. Viele Beschreibungen, Rückblenden, Festhalten an gefühlt eher unwichtigen Details. Die Story des Buches wird aus zwei Sichtweisen erzählt, einmal aus der von der Chauffeurin May, und aus der von Evangeline, die mit eben DER ominösen Mrs. Simpson befreundet ist, die sich den König angelt und damit für einiges Aufsehen in der britischen Geschichte sorgt. Die Seiten aus Evangelines Sicht habe ich weitaus lieber gelesen, weil sie unterhaltsamer und amüsanter waren. Mays Geschichte hat sich doch eher gezogen. Die Wege beider Frauen kreuzen sich eines Tages durch die gemeinsame Bekannte Wallis Simpson.
Und was dann folgt, hätte meines Empfindens nach einen großen Schluck mehr Spannung und Aufreibung vertragen können. Die Autorin schreibt keineswegs langweilig, das gar nicht. Oftmals ist ein unterschwelliger Sarkasmus versteckt, was mir sehr gut gefallen hat; und auch historisch beweist sie ein sicheres Händchen. Man merkt, dass sie sich mit der Epoche wohl sehr auseinander gesetzt hat.
Aber das reichte mir leider nicht aus; mir fiel das Lesen von "Als Mrs. Simpson den König stahl" zunehmend schwer, und zum Ende hin fiel die ein oder andere Seite auch dem Über- und Querlesen zum Opfer.


Ein herzliches Dankeschön an den Insel Verlag und Blogg dein Buch für das Rezensionsexemplar.

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