Donnerstag, 8. August 2013

"Verlieb dich nie in einen Vargas" - Sarah Ockler

cbt, 2013
16,99 Euro
 
Handlung:
Jude Hernandez hat eine Menge von ihren Schwestern gelernt, aber die wichtigste Regel lautet: Verlieb dich nie in einen Vargas! Sogar einen Blutseid hat sie darauf geschworen. Jetzt lebt Jude als einzige der Schwestern noch bei ihren Eltern, es ist der letzte Sommer vor dem College. Um ihren kranken Vater aufzuheitern, hat sie einen jungen Mechaniker angeheuert, der das Vintage-Motorrad ihres Vaters reparieren soll. Kann sie etwas dafür, wenn er gut aussieht? Und unerwartet süß ist? Und Emilio Vargas heißt? Schließlich handelt es sich um eine reine Geschäftsbeziehung und von einer Vargas-Flirtattacke lässt sie sich schon mal gar nicht durcheinander bringen. Aber Judes eiserne Abwehr erhält erste Risse. Wird zum dritten Mal ein Vargas das Herz einer Hernandez brechen?
(Quelle: hier)
 
 
Meine Meinung:
"Verlieb dich nie in einen Vargas" könnte man fälschlicherweise für einen vorhersehbaren seichten Teenie-Liebesroman halten, wozu Kurzbeschreibung, Titel und Cover ja auch mehr als einladen. Tatsächlich versteckt sich hinter diesen Oberflächlichkeiten aber eine wirklich zu Herzen gehende Geschichte, die auch die ernsten Töne des Lebens nicht scheut anzusprechen, sondern offen thematisiert.
Jude lebt als einziges Hernandez-Kind noch daheim, in ihrem letzten Sommer, bevor es ans College gehen soll. Ihre Schwestern sind längst ausgezogen und in alle Winde verstreut. Doch in diesem Sommer ist alles anders. Der Grund dafür: die Diagnose früh beginnender Alzheimer, die ihrem Vater gestellt wurde, und die seitdem wie ein Gespenst durchs Haus jagt. Denn tatsächlich beginnt sich Judes Vater zu verändern; Vergesslichkeit, Wesensveränderungen, Aussetzer und ein gedankliches Leben in der Vergangenheit sind die Kernpunkte dieser heimtückischen Krankheit, die zunehmend die ganze Familie Hernandez tangiert. Jude spielt in diesem Sommer gewissermaßen Kindermädchen für ihren Vater; einerseits hilflos und deprimiert, dennoch stets optimistisch, dass sich alles bessern wird, wenn die Erinnerungen ihres Vaters durch schöne Momente nur irgendwie aufrecht erhalten werden können. Nicht zuletzt dadurch setzt sie ihr ganzes Vertrauen in die Fähigkeiten von Emilio Vargas, der sich anbietet, das alte Motorrad ihres Vaters wieder zum Leben zu erwecken. Ausgerechnet ein Vargas, dessen Brüder schon so viel Leid und Tränen in die Familie Hernandez gebracht haben. Und es kommt, wie es kommen muss: auch Jude ist gegen den Charme der Vargas´ nicht gewappnet...
Ich sage es mal folgendermaßen: Die Autorin schreibt hier von keinem Wunder, und das hat mir gefallen. Man braucht beim Lesen nicht damit zu rechnen, dass am Ende ein Happy End für alle Familienmitglieder steht und sich wundersamerweise alles zum Guten wendet. So ist Alzheimer nicht, und ich finde es schön, dass Sarah Ockler das nicht verschweigt. Sondern in einer leichten Art versucht, das Thema dennoch wahrheitsgetreu auf den Tisch zu bringen, nicht zu beschönigen, nicht zu illusionieren. Gewissermaßen kriegt Jude letztlich ihr Happy End, aber man wird als Leser nicht so verklärt sitzengelassen, sich einzubilden, das ginge auf ewig so weiter.
Stattdessen erlebt Jude in vielerlei Hinsicht einen unvergesslichen Sommer, der ihr die Augen öffnet in Bezug auf so viele Dinge: Freundschaft, Lebensträume, Zukunft, Verliebtsein. An letztem ist Emilio schuld, der ihr völlig den Kopf verdreht. Dass das ganze nicht ins Kitschige ausartet, fand ich sehr schön zu lesen, auch wenn der Funke zwischen beiden nicht bis zu mir übergesprungen ist. Das macht aber gar nichts, denn "Verlieb dich nie in einen Vargas" hat mir im Gesamtbild sehr gut gefallen. Kein Buch wie jedes andere, was man anhand des äußeren Erscheinungsbildes vielleicht vermuten würde.


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