Montag, 5. August 2013

Die Lektüre meiner Zugnachbarn #10

Neue Ausgabe der Zugnachbarn-Lektüre, mit der kleinen Ausnahme, dass es sich dieses Mal nicht um einen Zugnachbarn handelt.
Ich arbeite an einer Uniklinik, soviel mal vorneweg. Eigentlich vorwiegend in einer Forschungsgruppe, mittlerweile habe ich aber auch jede Menge mit Patienten zu tun. Im Laufe des Tages komme ich an sovielen Patienten vorbei oder sehe sie im Wartebereich sitzen und die Zeit totschlagen, bis sie an der Reihe sind und aufgerufen werden. Klar, dass diese sich da die Zeit irgendwie vertreiben wollen, und so sehe ich ab und zu auch Patienten, die sich beispielsweise ein Buch mitbringen und darin lesen.

Und... Was soll ich sagen. Mittlerweile ist es in Zeiten von Christian Grey etc. ja nichts neuartiges mehr, solche Lektüre zu konsumieren. Wahrscheinlich gehört man (= ich) eher zu Minderheit, wenn man heutzutage "Fifty Shades of Grey" NICHT gelesen hat. Aber ob ich mich dennoch mit so einem Buch in einen Warteraum setze, in dem jeder dem anderen aufs Buch schielt und sich bei der Suche nach Ablenkung die Mitwartenden anschaut, ... weiß ich nicht. Die Patientin heute hatte diesbezüglich jedoch keine Hemmungen, las für alle offensichtlich in diesem folgenden Buch und erntete damit einige schräge Blicke von ihrem Nachbarn, bevor sie gerade in diesem Moment aufgerufen wurde. Dann klappte sie schnaufend - und sichtlich enttäuscht ob der Störung - das Buch zu und setzte sich in Bewegung. 


Katelyn Faith "Gefährliche Verlockung"
Reich, unverschämt und unverschämt gut aussehend – dieser Mann ist Gift. Emmas Herz bleibt beinahe stehen, als sie auf einer Auktion das lange verschollene Halsband ihrer Urgroßmutter sieht. Sie muss es haben! Doch frecherweise wird sie von jemandem überboten, dem Geld völlig egal zu sein scheint. Und wer hat ihr das Andenken vor der Nase weggeschnappt? Ausgerechnet Jason Hall, ihr ehemaliger Highschool-Schwarm. Leider sieht Jason noch immer so gut aus wie damals, und zu Emmas Entsetzen macht er ihr ein unmoralisches Angebot, wie sie das Schmuckstück zurückerobern kann. Emma weiß: Wenn sie bei Verstand bleiben will, sollte sie sich besser von Jason fernhalten. Aber kann sie etwas gegen seine Anziehungskraft ausrichten?
(Quelle: hier


Was denkt ihr? Setzt ihr euch mit so einem Buch in einen Warteraum? Ist es euch egal, was andere da vielleicht denken? Lest ihr überhaupt in einem Warteraum, oder knabbert ihr vor lauter Panik (Hallo?! Arztbesuch!!) lieber an den Fingernägeln?

7 Kommentare:

  1. Haha, lustiges Thema. Ich muss ja zugeben, dass ich Shades of Grey gelesen habe - auch wenn ich es nicht gut fand UND dass ich es im Zug gelesen habe. Allerdings immer verdeckt und mit hochrotem Kopf. An pikanten Stellen und wenn jemand neben mir saß, war es mir dann auch meist zu peinlich und ich habe es weggepackt. Ich denke, das ist jedem selbst überlassen. Mich stört es nicht, wenn ich jemanden sehe, der solche Bücher in der Öffentlichkeit liest, warum auch? Damit erregt er weder irgendein Ärgernis, noch bringt er mich in Verlegenheit, von daher kann es mir eigentlich relativ egal sein - nur mir selbst ist es halt peinlich, wenn ich sowas in der Öffentlichkeit lese (da ich dem Genre aber komplett abgeschworen habe, kann das schon gar nicht mehr passieren!).

    Jedenfalls habe ich mir über dieses Thema auch schon öfter Gedanken gemacht, daher witzig, dass du es ansprichst :) Ein schöner Post!

    Liebe Grüße,
    Marie

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    1. Ach und: Ich lese im Warteraum, aber kein erotisches Zeugs. Arztbesuche sind ja nicht ganz so schlimm, wenn man kein Anliegen hat, dass womöglich eben doch sehr schlimm ist!

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  2. Wie lustig! Ich würde es nicht machen, aber ich mag auch dieses Genre nicht so besonders und habe auch Fifty Shades of Gray nicht gelesen.
    Aber ist ziemlich zum Schmunzeln.

    LG

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  3. Ich bin da ziemlich locker und mir ist es eigentlich völlig egal, ob andere sehen, was ich lese. Gut, heute habe meinen E-Reader dabei, da sieht man es nicht, aber ich hatte früher auch keine Hemmungen.

    Ich fühle mich aber bei erotischen Hörbüchern unwohl. Obwohl ja eigentlich niemand weiß, was ich da höre - man sieht ja nur mich mit den Kopfhörern - habe ich ständig das Gefühl, das meine Mitmenschen vielleicht mitbekommen, was für Sauereien ich mir da anhöre...

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  4. Grundsätzlich ist es mir ziemlich egal, was die Leute über meine Lektüre denken und mit Shades of Grey (was ich noch nicht gelesen habe) würde ich mich auch jeder Zeit draußen sehen lassen. Eine Ausnahme sind aber hist. Liebesromane, die ich durchaus von ein zwei Autorinnen lese. Damit würde ich mich nie in der Öffentlichkeit sehen lassen, da mit dann sofort als kleines Dummchen abgestempelt wird.
    Beim Arzt allerdings kann ich mich null konzentrieren im Wartezimmer, obwohl ich leider oft da bin und lange Wartezeiten habe. Ich nehme auch immer ein Buch mit, aber im Nachhineein stelle ich dann meist fest, dass ich kaum vorangekommen bin.
    LG
    Sunny

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  5. Normalerweise ist es mir auch recht egal, was die Leute über meine Bücher denken. Allerdings kann ich es überhaupt nicht leiden, wenn mir jemand so über die Schulter sieht und schaut, was ich lese, oder - im schlimmsten Fall - rübergelehnt sogar noch mitliest. Da bin ich total allergisch gegen! Und dann fänd ich es doch irgendwie peinlich, wenn ich da hocherotische Szenen auf der Buchseite stehen hätte ^^
    Allerdings wird mir (zumindest) das auch nicht passieren, da ich sowas gar nicht lese. Und wenn nicht schon die Cover solcher Bücher so "eindeutig" wären und einen ja geradezu mit der Nase draufstoßen würden, worum es sich handelt ..., dann würde sich wahrscheinlich gar keiner was dabei denken. Und ein solcher Sabberalarm, wie bei dem Nachbarn der Patientin oben beschrieben würde auch nicht stattfinden :D

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  6. Ich lese im Wartezimmer lieber Krimis und habe es zum Glück noch nicht erlebt, dass jemand mir über die Schulter guckte. Stattdessen wurde ich oft genug von anderen Patienten auf meine Lektüre angesprochen - wo es doch so schön ist, wenn man ständig beim Lesen unterbrochen wird ... Noch schlimmer war es aber, als man mich mal morgens um sieben für eine OP in Krankenhaus bestellt hatte und ich dann bis zwölf Uhr die Zeit mit meiner Lektüre überbrücken musste. Zum Glück hatte ich mehrere Bücher dabei und wurde dann irgendwann auch von einem Arzt drauf angesprochen, dass ich jedes Mal, wenn er vorbeigehen würde, ein anderes Buch in der Hand hätte.

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