Mittwoch, 24. Juli 2013

"Die da kommen" - Liz Jensen

dtv, 2013
14,90 Euro
Handlung:
Ein siebenjähriges Mädchen tötet seine Großmutter auf brutale Weise. Ein tragischer Einzelfall, sagen die Experten. Doch sie täuschen sich. Überall auf der Welt kommt es zu grausamen Gewalttaten, die Kinder gegen ihre Familien verüben. Der Anthropologe Hesketh Lock hat zunächst ein ganz anderes Rätsel aufzuklären. Hesketh ist ein »Troubleshooter«: weltweit wird er zur Aufklärung interner Skandale in globalen Unternehmen eingesetzt. Sein aktueller Fall führt ihn nach Taiwan. Hesketh entdeckt als Erster ein Muster in den sich häufenden Fällen von schwerer Industriesabotage und den Attacken von Kindern gegen Erwachsene, die wie zwei Epidemien den ganzen Erdball erfassen. Wer sind die geheimnisvollen »sie«, von denen immer wieder die Rede ist? Sind »sie« die treibende Kraft hinter den dramatischen Ereignissen?
(Quelle: hier)

Meine Meinung:
"Die da kommen" braucht ganze 100 Seiten, um in Schwung zu kommen. Damit hatte ich nicht gerechnet, und so fiel mir der Einstieg in dieses Buch ungewöhnlich schwer. Obendrein ist Hesketh Lock zwar ein unglaublich interessanter Charakter, ein mit dem Asperger-Syndrom lebender Anthropologe, dessen Job ihn in jede Ecke der Erde führt. Unter anderen Umständen - und bei einer anderen Handlung - hätte ich Hesketh als erzählende und tragende Hauptfigur ganz wunderbar gefunden. Hier jedoch fand ich das Zusammenspiel von eigenwilligem, teils sehr verschlossenem und dabei stets analytischem Charakter und zombie-artigen Vorkommnissen auf der ganzen Welt jedoch gleichermaßen gewagt wie - leider - auch nicht wirklich gelungen. Für meinen Geschmack passiert hier zu wenig, um den Beinamen "Thriller" zu rechtfertigen. Was in diesem Buchszenario auf der Erde geschieht, ist fürchterlich, ohne Frage. Überall fangen Kinder an, ihre Eltern oder andere Erwachsene anzugreifen, sie wirken dabei wie apathisch und weggetreten und verhalten sich fortan höchst merkwürdig; entwickeln beispielsweise eine Vorliebe für Salz oder unterhalten sich in einer neu erschaffenen Kunstsprache telepathisch untereinander.
Klingt nach Science-Fiction, und den Ansatz fand ich auch allemal lesenswert. Das Ergebnis hat mich jedoch nicht überzeugen können. Wie gesagt, zum einen fand ich Hesketh als tragende Figur hier nicht geeignet - von ihm hätte ich lieber in einer anderen Geschichte gelesen. An jeder (un)möglichen Stelle bremst er die gerade aufkeimende Spannung (die ich in einem Thriller nun mal schlichtweg erwarte) durch irgendwelche Hintergrundinfos oder Anekdoten aus, die er an dieser Stelle einfach loswerden muss. Vor allem aber hat die Geschichte dahinter in meinen Augen nicht so recht Hand und Fuß. Beim Lesen der letzten Seite zumindest sind mir diverse ungelöste Fragen in den Sinn gekommen; Dinge, die nicht ausreichend erklärt wurden. Salopp gesagt saß ich am Ende "ziemlich dumm da", weil ich scheinbar irgendeine Erklärung auf den letzten Seiten verpasst habe - oder es sie einfach nicht gab. Die "Auflösung", sofern man sie so nennen möchte, und das Ende als solches fand ich nicht zufriedenstellend.

Fazit:
"Die da kommen" ist mittelmäßige Unterhaltung, die das Zeug (die Idee, den Ansatz) zu mehr gehabt hätte. Leider trifft die Umsetzung nicht wirklich meinen Geschmack, und einen "Thriller" hielt ich beim Lesen dieses Buches auch nicht in der Hand.


2 Kommentare:

  1. Hey Caroline,

    ich habe das Buch noch nicht gelesen - werde es aber auch zu 100 Prozent nicht. Der Grund heißt "Endzeit" von Liz Jensen. Da ging es mir nämlich ziemlich ähnlich wie dir mit diesem Buch. Es war einfach ziemlich langweilig und einfach kein Thriller.

    Vor gar nicht allzu langer Zeit hat Isabel von "Belles Leseinsel" eine Rezi zu "Die da kommen" veröffentlicht (ich weiß nicht, ob du sie kennst). Sie fand das Buch großartig, was mich sehr wunderte. Tja, Geschmäcker sind halt verschieden :)

    Finde deine Rezi klasse.

    viele Grüße!

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    1. Ja, "Endzeit" von Liz Jensen hab ich auch immernoch ungelesen zuhause liegen, seit etwa 2 Jahren. Bisher hat es mich nicht so wirklich gereizt, dieses Buch zu lesen, und nachdem ich jetzt "Die da kommen" kenne, hab ich gleich noch weniger Lust auf das Debüt der Autorin.

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