Samstag, 27. Juli 2013

"Der stille Sammler" - Becky Masterman

Bastei Lübbe, 2013
18,00 Euro
Handlung:
Als Brigid Quinn an den Leichenfundort in der Wüste Arizonas gerufen wird, erkennt die ehemalige FBI-Agentin sofort die Handschrift des Route-66-Killers: Floyd Lynch, der die Polizei zu den beiden Toten geführt hat, scheint jener Serienkiller zu sein, den Brigid viele Jahre vergeblich gejagt hat. Doch irgendetwas stimmt nicht, das spürt auch Laura Coleman, die nun die Ermittlungen im Fall Lynch leitet. Verzweifelt, weil niemand ihre Bedenken teilt, vertraut sie sich Brigid an - und ist kurz darauf spurlos verschwunden ...
(Quelle: hier)

Meine Meinung:
"Der stille Sammler" ist ein wirklich außerordentlich gut geschriebener, spannender und lesenswerter Thriller, der vor allem durch seine Hauptfigur punkten kann. Ich fand es so erfrischend, hier zur Abwechslung mal keine junge, attraktive, aufstrebende, alleinlebende und höchst ehrgeizige Topermittlerin vorgesetzt zu bekommen, die alles will und alles kann - die am Ende dann aber doch vom männlichen Helden gerettet werden muss.
Stattdessen ermittelt hier Brigid Quinn, eine - eigentlich - arbeitslose Endfünfzigerin, die ihre besten Tage beim FBI schon hinter sich hat, und mit allen Wassern gewaschen ist. Brigid ist gleichermaßen schnodderig, eigenwillig, distanziert und kühl, und hat dennoch Schuldgefühle und zuviele Erinnerungen an vergangene Fälle im Kopf. Ich fand sie sehr authentisch - auch wenn ich manche Dinge, die sie hier im Laufe der Handlung tut und sagt, nicht ganz nachvollziehen konnte.
Der Fall, in den man als Leser zusammen mit Brigid geworfen wird, ist gar nicht so ungewöhnlich (zumindest für eingefleischte Thrillerfans dürfte ein Frauenmörder nicht mehr allzu spektakulär daherkommen). Interessant wird es jedoch, als sich herausstellt, dass der geständige vermeintliche Route-66-Mörder gar nicht der Täter zu sein scheint. Warum gesteht er also Morde, die er gar nicht begangen hat? Gekonnt verbindet die Autorin dann Fakten, Erinnerungen und Schatten aus alten, längst vergangenen Fällen mit aktuellen Geschehnissen. Heraus kommt ein wirklich spannender und kurzweiliger Thriller, der Überraschungen parat hält, und genügend an Verwirrung stiftet, um stets weiterlesen zu wollen - ich hatte das Buch innerhalb weniger Stunden durch. Lesenswert für alle Thriller-Fans, die auch mal ohne ein allzu bildhaftes Blutvergießen auf ihre Kosten kommen wollen.


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