Mittwoch, 12. Juni 2013

"Wir zwei sind Du und Ich" - Diana Raufelder

Pepperbooks Verlag, 2013
11,95 Euro


Handlung:
"Es sind die gleichen schwarzen Haare", denkt sie, als sie ihn inmitten des Getümmels plötzlich erblickt, "genauso wild und ungezähmt." Dazu ein schwarzer Stern und ein schwarzer Halbmond. "Ruf ihn!", denkt sie, aber sie bekommt keinen Ton heraus. Menschen, bepackt mit riesigen Einkaufstüten, drängen von allen Seiten auf sie ein. Wo ist er hin? Sie hat ihn verloren. Zum zweiten Mal in ihrem Leben. Tränen schießen ihr in die Augen. "Warum weinst du, Prinzessin?", fragt da auf einmal jemand hinter ihr. Sie dreht sich erschrocken um: Ist das tatsächlich Ben?
Die Geschichte einer ganz besonderen Freundschaft, die allen Widrigkeiten trotzt.

 
Meine Meinung:
Wer bei "Wir zwei sind Du und Ich" eine vorhersehbare Liebesgeschichte nach dem Schema F erwartet, liegt falsch. Sehr falsch. Es geht um Freundschaft und darum, was diese in einem Leben bedeuten und ausmachen kann. Was es heißt, diese Freundschaft von einem Tag auf den anderen zu verlieren.
Ri (kurz für Ricarda) hat eben diese besondere Freundschaft verloren, als Ben eines Tages plötzlich weg ist. Auf und davon in die Türkei, ohne Möglichkeit für Ri, ihn zu finden oder zu erreichen. Fortan fühlt sie sich leer und einsam. Im Stich gelassen. Auch sonst zeigt sich das Leben für sie nicht von seiner besten Seite: wirkliche Schulfreunde hat sie nicht, ihre Noten sind schlecht, überhaupt - Schule, da kommt sie einfach nicht mit. Ihre Eltern möchten sie am liebsten in ein Internat schicken, auch so haben sie wenig Zeit für einzige Tochter. 
Ri wünscht sich Ben zurück. Und kann es fast nicht glauben, als genau dieser Wunsch offenbar in Erfüllung zu gehen scheint. Mit Ben an ihrer Seite blüht sie auf, sieht ganz andere Seiten vom Leben, entwickelt Träume und Wünsche und lässt die ganzen grauen Seiten des Lebens einfach mal hinter sich.
Ich habe "Wir zwei sind Du und Ich" sehr gern gelesen. Die 177 Seiten mit vorwiegend ruhigen und unaufgeregten Tönen lassen sich schnell lesen, beinhalten dennoch viel Inhalt, der einem nahe gehen kann. Ris Geschichte fand ich nachvollziehbar und echt. Die Sehnsucht nach Ben und nach der Zeit, die sie zusammen verbringen konnten, als sie noch Kinder waren, wurde spürbar umgesetzt, und führte dazu, dass man Ri einfach ein wenig Glück wünscht. Die Figuren erscheinen zwar ein bisschen plakativ und haben nur wenig Raum für Tiefe; gerade Ben bekommt kaum Möglichkeiten zu zeigen, welche Person in ihm steckt. Im Mittelpunkt steht hier eindeutig Ricarda, aber das ist ok, weil ihre Geschichte mit einer ausdrucksvollen Intensität geschildert und dadurch glaubhaft umgesetzt wird.

 
Fazit:
"Wir zwei sind Du und Ich" ist ein Jugendbuch für vorwiegend jüngere Leser, die sich hier jedoch sehr gut mit der Hauptfigur Ricarda identifizieren dürften - zumindest, wenn es in der Schule mal nicht so besonders läuft und auch sonst einfach alles schiefläuft. Eine schöne kurzweilige Berlin-Geschichte, die einen hoffen lässt. 5 Bücherstapel.

Ein herzliches Dankeschön an den Pepperbook Verlag und Frau Herbig der Pia Presseagentur für das Rezensionsexemplar!

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