Montag, 10. Juni 2013

"Nacht ohne Angst" - Angélique Mundt

Btb Verlag, 2013
9,99 Euro

Handlung:
In der Hamburger Universitätspsychiatrie wird eine Patientin erhängt aufgefunden. Die zuständige Therapeutin Tessa Ravens kann nicht glauben, dass es sich um Selbstmord handelt. Als eine weitere Patientin brutal ermordet wird, scheint sich ihre Befürchtung zu bestätigen. Und auch Hauptkommissar Torben Koster merkt schnell, dass er hier mit gewöhnlichen Ermittlungsmethoden nicht weit kommt. An Verdächtigen mangelt es nicht, doch welchen Aussagen kann man wirklich trauen und was davon ist paranoide Wahnvorstellung? Er ist auf Tessas Unterstützung angewiesen, doch die Suche nach dem Mörder wird für beide zur Zerreißprobe …
(Quelle: hier)

Meine Meinung:
Bei "Nacht ohne Angst" handelt es sich um einen gut geschriebenen und soliden Krimi einer Frau, die weiß, wovon sie schreibt. Frau Mundt ist selbst Psychotherapeutin und kennt sich mit dem Setting, in dem sie ihre Geschichte hier ansiedelt, wohl bestens aus.
Ich muss gestehen, ich fand "Nacht ohne Angst" eine Spur zu wenig spannend und nervenaufreibend, da hätte ich mir einfach mehr gewünscht. Ich würde nicht sagen, dass die Story vorhersehbar wäre oder man schon schnell eine Vermutung entwickelt, wer der Täter sein könnte - dafür wirft die Autorin noch zuviele Personen in den Raum, die alle undurchschaubar sind, alle unterschiedliche Motive hätten und die man einfach nicht so recht einschätzen kann - nicht zuletzt, weil es sich dabei eben um Patienten in einer psychiatrischen Klinik handelt. Aber insgesamt birgt das Debüt der Autorin, die definitiv schreiben kann, für meinen Geschmack zu wenig Überraschungen und Verwicklungen in sich.
Wo es mir an der Storyline an Irrungen und Wirrungen fehlt, baut die Autorin diese in der recht schnell aus dem Nichts entwickelten Liebesgeschichte zwischen Therapeutin und Polizist fast zuviel ein. Diese Beziehung erschien mir zu unglaubwürdig, zu schnell erzählt und daher für mich nicht so recht nachvollziehbar. Da ist jetzt schon soviel gesagt und passiert in den wenigen Tagen der Handlung, dass der Neuigkeitsfaktor für mich gefühlt sehr niedrig ist; was gerade dann auch schwierig wird, falls die Geschichten um Tessa eine Fortsetzung finden und es weitere Bücher geben sollte. In meinen Augen wäre Zurückhaltung hier das Mehr gewesen.

Letztlich ist "Nacht ohne Angst" ein solide recherchierter und sehr gut geschriebener Krimi mit guten Ansätzen, für mich jedoch mit zu wenig Spannung und falschen Fährten, der von dem fachlichen Knowhow und Verständnis der Autorin profitiert.



Ein herzliches Dankeschön an buecher.de!

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