Montag, 13. Mai 2013

"Taken - Das Laicos-Projekt 1" - Erin Bowman

Handlung:
Wenn um Mitternacht die Erde bebt, der Wind aufheult und ein leuchtender Blitz im Dorf einschlägt, wissen die Bewohner von Claysoot: Erneut wurde jemand von ihnen geraubt. Doch rätselhafterweise trifft dieses Schicksal ausschließlich die Männer in der Nacht ihres 18. Geburtstags. Gray ist 17 und weigert sich, dieses Todesurteil zu akzeptieren. Deshalb wählt er die einzige Alternative, die ihn vor dem »Raub« rettet – er besitzt den Mut, jene unheimliche Mauer zu überwinden, die Claysoot vom Rest der Welt trennt. Doch noch kein Dorfbewohner vor ihm hat das überlebt ...
(Quelle: hier)

Meine Meinung:
Ich muss gestehen, ich habe von "Taken" etwas anderes erwartet und eigentlich auch erhofft. Was sich in der Inhaltsangabe anfangs so mysteriös-interessant liest, was zunächst solche Erinnerungen an Filme wie "The village" aufkommen lässt, was mich anfangs auf eine geheimnisvoll-gruselige und undurchsichtige Geschichte hat hoffen lassen - das ist "Taken" letztendlich alles nicht.
Vielmehr gestaltet sich die Geschichte von Gray und Emma schon nach kurzer Zeit zu einer weiteren dystopisch-angehauchten Story, wie man sie zurzeit so oft findet. Mein Eindruck bleibt, dass "Taken" nicht viel Neues liefert und keine nennenswerten Ideen beinhaltet, die es von anderen Büchern abheben oder gar herausstechen lassen würden. Einzig die Ausgangsposition, aus der Grays Erlebnisse starten, ist neuartig und anders. Liest sich auch sehr schön. Gray und seine Angebetete Emma werden dem Leser näher gebracht; man versteht, in welcher ausweglosen Situation sich beide befinden, vor allem jedoch Gray, der sich gewissermaßen vor der Wahl befindet: jetzt gleich sterben oder noch ein Jahr warten? Und so fängt der Leser von ganz allein an, sich Szenarien auszumalen, was hinter dieser ominösen Mauer um Grays Dorf Claysoot liegen könnte, und woran es letztlich liegt, dass jeder stirbt, der sie überwinden möchte.  
Aber kaum ist dieses Geheimnis gelüftet - denn, ja, es wird gelüftet! - verliert die Handlung in meinen Augen rapide an Charme und Einfallsreichtum. Es begegnen einem die üblichen Motive: ein fieser Kerl, der sich alles unter den Nagel reißt, unterdrückte Menschen, Rebellen, aufmüpfige und tapfere Helden (und solche, die es werden wollen) und unglückliche Liebeleien und Dreiecksbeziehungen. Eigentlich nichts, was man nicht schon irgendwo anders mal gelesen hat. Und so hat mich "Taken" auch nicht wirklich begeistern können. Hoch anrechnen kann ich der Autorin, dass sie zwar ein unglaubliches und eigentlich nicht nachzuvollziehendes Setting erschafft und ihren Figuren, allen voran Gray, wirklich Leben einhaucht, dass sie dabei aber völlig auf übernatürliche, magische oder Fantasy-lastige Aspekte verzichtet. Die Geschichte kommt ohne das alles aus. "Contemporary" würde man es wohl nennen, wenn man einen englischen Stempel aufdrücken möchte. Aber ich verzichte darauf, "Taken" in diese Schublade schieben zu wollen. Es bleibt mir so schon leider nicht als übermäßig beeindruckend im Gedächtnis, und mit einem Stempel versehen würde dieser Eindruck wohl noch mehr verblassen. 


Ein herzliches Dankeschön an den Piper Verlag für das Rezensionsexemplar!

4 Kommentare:

  1. Hm, schade. Ich bin aber trotzdem noch neugierig und deshalb jetzt ganz schön hin-und hergerissen. Ich fand schon bei "Eve & Caleb", dass die Geschichte einfach zu bekannt, schon zu oft gelesen wirkte.
    Mich hat auch besonders dieses Ausgangssetting angesprochen; schade, dass das dann quasi so kurz abgehandelt wird.

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    1. Hmm ja, das ist halt das Problem mit dieser Dystopien-Schwemme. Irgendwann hat man das Gefühl, man hat alles irgendwo irgendwie schonmal gelesen. Zumindest geht es mir im Moment so. Ich brauche mal dringend wieder ganz andere Bücher mit anderen Inhalten :/
      Insofern finde ich es beachtlich, dass du nicht zuletzt für deine Challenge jeden Monat mindestens 1 Dystopie lesen kannst und willst...

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  2. Ach Mensch, schade. Ich fand es auch so vielversprechend, werde es aber nun definitiv von meiner Wunschliste nehmen.

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  3. Okay, raus aus der WuLi! Ich dachte ehrlich gesagt auch, dass "Taken" mal was anderes zu bieten hat, als diese ständigen 08/15 Dystopien samt Lovestory. Denn davon bin ich mittlerweile auch stark kuriert. Nö, will ich nicht! Deshalb lieben Dank für deine nachvollziehbaren wie inforeichen Gedanken zum Buch. :)

    Liebe Grüße
    Reni

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