Mittwoch, 1. Mai 2013

"Partials: Aufbruch" - Dan Wells

Ivi Verlag, 2013
16,99 Euro

Handlung:
Die Partials, übermächtige Krieger, die einst von den Menschen erschaffen wurden und sich dann gegen sie wendeten, bedrohen die Überlebenden. Und eine unheilbare Seuche fordert ihre Opfer. Die sechzehnjährige Kira setzt alles daran, einen Weg zu finden, die Krankheit zu heilen. Doch dieser Weg führt sie nach Manhattan, mitten in das Gebiet der unheimlichen Partials. Und was sie dort entdeckt, wird nicht nur ihr eigenes, sondern das Schicksal aller Geschöpfe auf unserem Planeten verändern …
(Quelle: hier)

Meine Meinung:
"Noch einmal rief sie das Bild des Virus auf, den gelb gefärbten Klecks, der im Blut lebte. Du siehst aus wie ein Luftballon, dachte sie. Aber du hast neunundneunzig Komma neun neun sechs Prozent der Menschheit ausgelöscht." (S. 237)

Kira und einige wenige Freunde leben im Nordamerika der Zukunft, genauer gesagt auf einer kleinen Insel vor New York. Das ist alles, was an belebtem und bewohntem Gebiet übrig geblieben ist, nach einem großen Krieg, für den ursprünglich die sogenannten Partials, eine Art künstliche Menschen, erschaffen wurden: sie sollten für die Menschen den Krieg ausführen. Dummerweise stellten sich die Partials bald ihren Schöpfern entgegen und führten - offenbar mit der Freigabe eines Virus´ - dazu, dass bis auf eine verschwindend kleine Anzahl quasi die gesamte Menschheit ausstarb. Diese kleine Anzahl Menschen und die Partials leben nun in einer Art nicht-freundlich gesinnter aber akzeptierender Feindschaft. Kira ist eine der wenigen menschlichen Überlebenden, die sich einem großem Problem gegenüber sehen: sie sterben aus. Jeder Versuch, Nachkommen zu erzeugen und die Menschheit daher irgendwie am Bestehen zu halten, scheitern an dem Virus, der die Menschen immer noch heimsucht. 

Nach anfänglichen Einstiegsschwierigkeiten - die teils an der Schreibart des Autoren, teils an der Tatsache lagen, dass einem hier von Beginn an viel an Vorstellungsvermögen und Akzeptanz abgefordert wird - habe ich mich recht gut in dieser Geschichte verlieren können. Einige Vorstellungen, die der Autor hier umsetzt, haben mir stark zu denken gegeben und dazu geführt, dass ich gar nicht anders konnte, als die Geschehnisse mit einer gewissen Distanz zu sehen. So wird die gesetzlich vorgeschriebene Grenze, schwanger werden zu müssen, um die Chance auf Nachkommen zu wahren, beispielsweise immer weiter nach unten gesetzt. Die letzte Herabsetzung liegt nun bei 16 Jahren - und betrifft damit eben auch die 16-jährige Kira. Ich habe mich beim Lesen hier nicht wirklich in die Geschichte fallen lassen können, wie das bei anderen Büchern manchmal der Fall ist - was mich aber gar nicht so sehr gestört hat. "Partials: Aufbruch" ist actionreich, zukunftsmäßig, sogar sehr wissenschaftlich (und daher nachvollziehbar) ausgerichtet, was mir gut gefallen hat. Kira als Heldin stach für mich nicht unbedingt hervor und ich hätte mir wesentlich mehr Einblicke in die Gedanken (oder vielleicht sogar "Gefühle") des Partials Samm erwünscht, der hier eine Rolle spielt. Das blieb trotz einiger Andeutungen, dass nichts so ist, wie es scheint, ein wenig auf der Strecke. Gleichwohl ist "Aufbruch" ja nur ein Auftaktband, sodass auf weitere Einblicke in der Fortsetzung zu hoffen ist.
Mein wesentliches Problem mit der Story liegt in einigen Verständnisfragen bzw. dem Gefühl, dass nicht alles durchweg logisch durchdacht wurde vom Autor. Diese Punkte kann ich schwer erklären, ohne allzuviel von der Handlung zu verraten. Aber mir leuchtete beispielsweise nicht ein, wieso die Partials und die paar wenigen Menschen ohne Weiteres seit 11 Jahren nebeneinander her leben sollten, wenn die Partials doch vorher alles versucht haben, die Menschen zu zerstören. Und auch diese Insel - das Refugium der Menschen, wieso wurde die in all der Zeit nicht angegriffen? Solche Punkte bleiben mir hier als graue Flecken im Kopf, und auch allgemein denke ich, dass "Partials: Aufbruch" zwar gut gemachte und fortsetzungswürdige Unterhaltung bietet, bei mir aber keinesfalls derart präsent im Kopf bleiben wird wie manch andere literarische Zukunftsvorstellung wie beispielsweise "Panem".

Fazit:
Gute, actionreiche und wissenschaftlich-bezogene Zukunftsvision, in der die Menschheit nicht mehr viel zu lachen hat, und dennoch einen Grund zum Hoffen findet. Das Buch hat mich nicht vollends mit sich ziehen oder gar umwerfen können, aber gespannt auf die Weiterführung der Handlung bin ich schon. Gute 4 Bücherstapel.


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