Freitag, 5. April 2013

Konzerterlebnisse: Mumford & Sons

Letztes Jahr (es war am 29. September) habe ich zum ersten Mal "Little Lion Man" gehört, und zwar genau in dieser Version:


Irgendwie ... war ich sofort verliebt. In den Song. In die ganze Band. In Herrn Mumford. (Naja, so ein bißchen zumindest...) 

Ich hatte vorher durchaus schonmal den Namen "Mumford & Sons" gehört, wusste aber weder, wer noch welche Musik sich dahinter verbarg. Nach diesem Hörerlebnis wusste ich es dann und ich war hin und weg! Ich habe mir direkt das erste Album "Sigh no more" gekauft, das zu diesem Zeitpunkt bereits seit 3 Jahren auf dem Markt war - echte Fans dürften mich belächelt haben. Aber lieber spät als nie! Manchmal hänge ich halt bei guten Sachen hinterher - hey, ich hab auch die Tribute von Panem erst Anfang letzten Jahres gelesen, habt ein Nachsehen mit mir! Ich hörte "Sigh no more" rauf und runter, konnte mich spontan gar nicht entscheiden, welches Lied mir von diesem Wahnsinnsalbum am besten gefiel, obwohl "Little Lion Man" dann doch mein Liebling blieb. Eigentlich habe ich mir dann auch umgehend ihr zweites Album "Babel" zugelegt, das zu diesem Zeitpunkt gerade veröffentlicht wurde (was für ein Zufall!), und auch diese Scheibe lief bei mir fortan zu jeder (un)möglichen Zeit. Damals habe ich mir gedacht, dass ich diese 4 Herren UNBEDINGT live sehen möchte, wenn sie denn auf Tour kommen. Und dann gaben sie doch tatsächlich Tourtermine bekannt, woraufhin mein Mumford & Sons- Herzklopfen begann, und ich habe mir sofort ein Ticket für das Konzert in Berlin gekauft - was gut so war, denn ihre Konzerte waren in null komma nix ausverkauft.

Und nun war es diese Woche so weit, am Dienstag traten Mumford & Sons im Velodrom in Berlin
auf. Meine liebe Freundin Lena und ich waren mit am Start. Schon von der S-Bahn Haltestelle an war der Weg gepflastert mit Schild-hochhaltenden Fans, die hektisch und flehend Last-Minute Tickets suchten und dabei so manche Preisgrenze sprengten. Mehrere hundert Euro waren die ganz Verzweifelten sogar bereit, für ein Ticket zu bezahlen, man stelle sich das mal vor. Keine Ahnung, ob die erfolgreich waren.
Dann in der Halle - eine Radrennbahn, sieht man auch nicht jeden Tag - angekommen, Sitzplatz gesucht (wir waren dieses Mal halt stehfaul) und sich mit "Half Moon Run" und "Mystery Jets" durch 2 Vorbands gehört. Ich mag Vorbands im Prinzip sehr - auf die Art und Weise habe ich schon ganz wunderbare Bands kennengelernt und für mich entdeckt -, aber zwei Vorbands find ich persönlich immer einen Tick zuviel. Gar nicht mal so sehr wegen der Musik und dem Instrumente-auf-und-abbauen an sich, sondern wegen der Unmenge an Zeit, die dabei drauf geht, und in der man einfach nichts anderes tut als warten, sich umschauen, warten, der Person, die vor einem sitzt, aufs Smartphone schielen und nochmal warten. Nach einer kleinen gefühlten Ewigkeit war es dann aber endlich soweit: die 4 britischen Herren betraten die Bühne und ein Juchzen ging durch die Menge.
Es begann mit einem heiseren "Guten Abend" von Mr. Mumford. (Schmacht!) Dann ging´s los mit dem Album-Opener "Babel" und spontan kochte die ganze Halle. Auf den wenigsten (gar keinen?!) Konzerten, die ich bisher besucht habe, habe ich tatsächlich erlebt, dass die Zuschauer so dauerhaft mitgingen und permanent am Klatschen, Jubeln und Tanzen waren. Ist aber andererseits auch kein Wunder, denn Mumford & Sons boten mit Songs wie "I will wait", "Whispers in the dark", "Lover of the light" oder meinem persönlichen Seufzsong "Little Lion Man" eben genau die Lieblinge der Fans, die
daraufhin kräftig mitsangen, herrlich falsch im Takt klatschten oder eben allgemein ordentlich Lärm produzierten. Ich - die Mumford & Sons ja vorher nie live gesehen oder gehört hat - war völlig hin und weg, dass Marcus Mumford live wirklich genauso klingt wie auf den CDs, und unglaublich schön singen kann, so sexy-heiser und verrucht. (Nur sein Mikro war manchmal eine Spur zu laut eingestellt.)
Außerordentlich toll war dann schließlich noch die Zugabe, die gefühlt viel zu früh kam und aus den ruhigen a-capella gesungenen "Reminder" und "Sister" bestand, welche die 4 Bandmitglieder auf einem extra errichteten Podest am anderen Ende der Halle inmitten der Fans zum Besten gaben. Wirklich schön! (Nervig an dieser Stelle nur wieder die beharrlich falsch und entgegen des Taktes klatschenden Fans - merken das manche nicht?!) Als abschließendes Highlight gab es dann noch "The cave" (Lena, danke dafür! ;) ), bei dem die Masse noch einmal richtig mitging. Das gibt´s jetzt hier für euch auch:


Auf dem Weg zurück zur S-Bahn habe ich mich dann noch zu einem zwielichtigen Posterkauf hinreißen lassen, aber - das musste sein! Ich konnte einfach nicht dran vorbeigehen und dieser chinesisch-thailändisch-vietnamesisch-aussehende-nur-englisch-sprechende Posterverkäufer hat sie einem ja auch quasi aufgedrängt...! (hüstel... Zum Glück!) Am liebsten würde ich es mir direkt zum Anschmachten an die Wand hängen, leider habe ich dafür nur gar nicht so recht den Platz übrig (vor lauter Dachschräge und Bücherregalen). Aber gut zu wissen, dass ich es habe - in schweren sehnsüchtigen Zeiten kann ich mir so die CDs in den Player werfen und das Poster rauskramen und gedanklich abtauchen ;)
An dieses erste Mumford & Sons - Konzert werde ich definitiv noch eine Weile zurückdenken, und es wird ganz gewiss nicht mein letztes gewesen sein!


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