Montag, 1. April 2013

"Der beste Freund, den man sich denken kann" - Matthew Dicks

Bloomsbury Berlin, 2013
19,99 Euro

Handlung:
Budo ist der beste Freund, den sich der achtjährige Max vorstellen kann. Eben weil er sich ihn nur vorstellt. Doch eines Tages wird Max nicht länger an ihn glauben und Budo wird aufhören zu existieren. So weit ist es jedoch noch nicht. Denn Max ist anders als die anderen Jungen: Er mag es nicht, wenn man ihn berührt, er liebt es, Dinge zu ordnen, er schaut Menschen ungern in die Augen. Kein Wunder, dass die Schule ein einziger Spießrutenlauf für ihn ist. Als die Lehrerin Mrs Patterson ein verdächtiges Interesse an Max bekundet, spitzt sich die Situation jedoch zu, so dass Budo eine dramatische Entscheidung treffen muss.
(Quelle: hier)

Meine Meinung:
"Ich verbringe fast den ganzen Tag mit Max und sehe, wie anders er ist verglichen mit den Kindern in seiner Klasse. Max lebt auf der Innenseite, und die anderen Kinder leben auf der Außenseite. Das macht ihn so anders. Max hat keine Außenseite. Max besteht komplett aus Innenseite." (S. 28)

Die Idee, eine Geschichte aus der Sicht eines imaginären Freundes erzählen zu lassen, finde ich ganz außergewöhnlich. Und sie gelingt Autor Matthew Dicks bestens. In einer Mischung aus kindlicher Naivität, Unwissenheit und messerscharfen Beobachtungen erzählt Budo, der imaginäre Freund von Max, über die Geschehnisse, die sowohl ihn als auch Max eines Tages ereilen.
Max ist ein Kind. Max hat aber obendrein autistische Züge, was das Ganze gleichermaßen erschwert und spannend gestaltet. Budo dient von jeher als Max´ Verbindung zur allgemeinen Außenwelt: er gibt Max Tipps, ist sein Spielkamerad, erklärt ihm Dinge, die er nicht versteht, schiebt Wache an der Klotür, sagt ihm vor, was in manchen Situationen sagen soll, und was lieber nicht.
Bisher kamen die beiden ganz wunderbar miteinander aus. Und im Gegensatz zu Max ist Budo sehr wohl bewusst, dass er nur imaginär ist, dass nur Max ihn sehen und hören kann, und dass er eines Tages wohl einfach verschwinden wird - dann nämlich, wenn Max aufhört, an ihn zu glauben. Über kurz oder lang passiert das bei jedem imaginären Freund; und Budo hat im Laufe der Zeit einige kuriose Gestalten kennengelernt, die alle irgendwann mal gegangen sind (und die mich teilweise ziemlich zum Lachen gebracht haben) - also wird das doch wohl auch bei Budo passieren, oder ...?
"Der beste Freund, den man sich denken kann" hat mich in ein Wechselbad der Gefühle geworfen. Anfangs war ich völlig begeistert von der Geschichte und von Budo, von seinem versteckten Witz, der mich manches Mal richtig hat kichern lassen. Dann nimmt die Handlung an Fahrt auf, die fiese Lehrerin Mrs. Patterson tritt auf - und ich habe dank Budos Feuereifer über die ein oder andere kleine Länge im Mittelteil der Handlung hinweg sehen können. Am Ende schließlich habe ich mit Tränen in den Augen die letzten Seiten umgeschlagen, und habe es im Stillen bedauert, dass ich als Kind nie einen imaginären Freund hatte. Oder mich zumindest nicht mehr dran erinnern kann. Denn Budo ist "Der beste Freund, den man sich denken kann".

Fazit:
Das Buch gibt einem so viel, es ist berührend und unterhaltsam gleichermaßen, ist lustig und total traurig, nachdenklich stimmend und Erinnerungen weckend. Vor allem aber lesenswert.


1 Kommentare:

  1. Schöne Review! Das die Story mal aus der Sicht eines imaginären Freundes geschrieben ist ... schon eine witzige Vorstellung. Ich glaub, ich muss mal schauen, ob ich das Buch demnächst mal zwischen die Finger bekomme. Ansonsten hatte ich leider auch nie einen imaginären Freund. Ich bin mir allerdings ziemlich sicher, als Kind die Mainzelmännchen bei uns zu Hause gesichtet zu haben und einen riesigen Teddybären über meinen Gitterbett schweben zu sehen - zumindest bilde ich mir das immer noch ein. :)

    Liebe Grüße
    Reni

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