Mittwoch, 6. März 2013

"In dieser ganz besonderen Nacht" - Nicole C. Vosseler

cbj Verlag, 2013
18,99 Euro

Handlung:
Nach dem Tod ihrer Mutter muss Amber, die in einer deutschen Kleinstadt gelebt hat, nach San Francisco ziehen – zu ihrem Vater, den sie kaum kennt. Sie fühlt sich einsam und verlassen. Eines Abends begegnet sie dort in einem leer stehenden Haus Nathaniel, einem seltsam gekleideten Jungen. Er scheint der Einzige zu sein, der sie versteht. Aber er bleibt merkwürdig auf Distanz. Als Amber den Grund dafür erfährt, zieht es ihr den Boden unter den Füßen weg: Nathaniel stammt aus einer anderen Zeit und die beiden können niemals zusammenkommen. Doch in einer ganz besonderen Nacht versuchen die beiden das Unmögliche …
(Quelle: hier)

Meine Meinung:
Die Handlung braucht ein wenig, um in Schwung zu kommen. Das war mein erster Eindruck, den ich von "In dieser ganz besonderen Nacht" hatte. Am Anfang konnte mich die Geschichte von Amber nicht so recht mit sich ziehen, ich habe eigentlich stets auf einen kleinen Knall gewartet. Stattdessen erfährt der Leser viel über Amber, über ihre Geschichte, über ihre Trauer, nachdem ihre Mutter gestorben ist. Ihre verlorene Situation fand ich schön und realistisch dargestellt, auch wenn ich sie manchmal am liebsten geschüttelt hätte, wenn sie ihrem Vater stets und ständig die kalte Schulter zeigt und ihn in all seinen Annäherungsversuchen auflaufen lässt. 
Kaum in San Francisco angekommen, wird von der Autorin dann zunächst die Stadt genauestens unter die Lupe genommen. Und das war mir ein Tick zuviel. Die vielen und ausführlichen Beschreibungen der Schauplätze, Straßen und Häuser in "San Fran" nahmen für meinen Geschmack etwas überhand. Ich muss nicht von jedem Haus wissen, ob es rot oder blau gestrichen ist und weiße oder rote Blumentöpfe davor stehen hat. Ohne Frage ist San Francisco ein toller (und viel zu seltener) Handlungsort, und Frau Vosseler tut gut daran, ihm mit so vielen und ausschmückenden Beschreibungen gerecht werden zu wollen und ein Bild dieser schillernden Stadt zu vermitteln. Die Stadt wird von ihr auch überzeugend und in vielen Farben und Schattierungen eingefangen. Dennoch haben diese Ausschweifungen die eigentliche Handlung gerade in der ersten Buchhälfte teilweise ziemlich ausgebremst, und so wartete ich ungeduldig auf das Aufeinandertreffen von Nathaniel und Amber - und eben der versprochenen "ganz besonderen Nacht", die ein wenig auf sich warten ließ, dann aber umso gelungener dargestellt wurde.
Die Geschichte zwischen Nathaniel und Amber ist ... nun ja, übersinnlich eben. Ein klein wenig unglaublich, ziemlich romantisch, absolut herzerweichend. Der Funke zwischen beiden ist zu mir nicht so ganz übergesprungen, zumindest hab ich von beiden zwar gern gelesen, fieberte jedoch nicht bis zum Äußersten mit, wie sich die Situation zwischen beiden klären könnte. Er als Geist, sie als Mensch - und dennoch wollen beide das Unmögliche. Der Kniff, für den die Autorin sich hier schließlich zur Auflösung entscheidet, ist nicht neu, aber gut. Das Ende hat mir gefallen.

Fazit:
"In dieser ganz besonderen Nacht" braucht ein wenig, ehe es in Schwung kommt und zieht sich dann durch diverse Beschreibungen ein klein wenig hin. Ambers und Nathaniels Geschichte ist dennoch emotional einnehmend und durchaus lesenswert. 4,5 von 6 Bücherstapel.

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