Samstag, 16. März 2013

"Die Scanner" - Robert M. Sonntag

Fischer KJB, 2013
12,99 Euro

Handlung:
Google war gestern – und was wird morgen sein?

Die Welt im Jahr 2035: Gedruckte Bücher, Zeitungen, Zeitschriften gibt es nicht mehr. Für Rob kein großes Problem. Er kennt es nicht anders. Er ist in einer vernetzten Welt aufgewachsen und arbeitet für einen Megakonzern, der jedes Druckerzeugnis, das er in die Finger bekommt, digitalisiert. So wird alles Wissen für alle zugänglich. Jederzeit! Und kostenlos! Ist doch prima, oder?
Aber dann gerät Rob in die Kreise einer geheimen Büchergilde. Einer verbotenen Organisation aus Pleite gegangenen Buchhändlern, arbeitslosen Autoren, Übersetzern, Journalisten und ausgemusterten Verlagsmitarbeitern. Und plötzlich sieht Rob sein Bild als Top-Terrorist in den Nachrichten auf allen TV-Kanälen. Im Kampf um Wissen, Monopolisierung und Macht ist er mit einem Mal der Staatsfeind Nummer eins.
(Quelle: hier)

Meine Meinung:
Die Welt, die in "Die Scanner" entworfen wird, ist vor allem für wahre Bücherfreunde ein echter Albtraum - leider erscheint sie aber gar nicht mal so unwirklich, wenn man einige Zeit in unseren Errungenschaften und unserem Fortschritt voraus denkt. In dieser Welt ist es das Ziel, jede Information für jeden zugänglich zu machen. "Jederzeit! Kostenlos!" ist das Motto der machthabenden Firma Ultranetz. Und so arbeiten Rob und sein Freund Jojo als Scanner: sie stöbern lesende Menschen und ihre Bücher in einer nahezu bereits bücherfreien Welt auf, bieten ihnen Unsummen an Geld für ein Buch und scannen diese dann ins Netz ein, bevor sie für immer vernichtet werden - damit das geschriebene Wort für jeden jederzeit erreichbar ist.
Zunächst war ich angesichts des sehr schmalen Büchleins überrascht, allerdings sollte man sich von der nicht vorhandenen Dicke des Buches keinesfalls täuschen lassen: die Geschichte zwischen den beiden Buchdeckeln hat es in sich! Es dauert nur einige wenige Seiten, dann ist man vollends gefangen in der Welt von Rob und Jojo; einer Einheitswelt, in der jeder uniform herumläuft, und in der Traditionalisten verpöhnt werden, also jene Personen, die gern an der Vergangenheit festhalten: die Bücher lesen, sich die Haare trotz des Glatzen-Schönheitsideals wachsen lassen, die sich nicht Ultranetz unterwerfen wollen. Die Geschehnisse, die passieren, als Rob Bekanntschaft mit einem Herrn der Büchergilde macht, sind unglaublich spannend und atemberaubend geschildert.  Ich habe das Buch innerhalb kürzester Zeit verschlungen.
Das Szenario in "Die Scanner" ist futuristisch, beängstigend, irgendwie unglaublich. Und trotzdem gar nicht mal so abwegig - und das war das Erschreckendste daran.

Fazit:
Ein echtes Lesehighlight 2013, das einen die Bücherwelt und Zukunft des geschriebenen Wortes mit ganz anderen Augen sehen lässt. Jeder sollte seine Lieblingsbücher lieber sofort vorsichtshalber wegschließen!

2 Kommentare:

  1. Das klingt sehr spannend. Mal sehen, ob das Buch irgendwann in mein Regal wandert. :)

    AntwortenLöschen
  2. Also ich bin grade bei der Haelfte angekommen und ich muss sagen das ich echt Überrascht bin. Das Buch hat mich regelrecht in seinen Bann gezogen. Wirklich sehr empfehlenswert :)
    Auch wie der Autor in seine Rolle schlüpftum das Buch zu promoten finde ich sehr amüsant ;)
    Alles in allem eine sehr gelungene Rezension zu einem gelungenen Buch

    LG

    AntwortenLöschen

Powered by Blogger.

© i am bookish, AllRightsReserved.

Designed by ScreenWritersArena