Freitag, 15. März 2013

Amsterdam und Konzerterlebnisse: The Killers

Seit Mitte der Woche bin ich aus Amsterdam zurück, und wenn ich an die Tage in der niederländischen Hauptstadt zurück denke, fällt mir vor allem ein Wort ein: saukalt.
Es war so kalt! Und so windig! Und alles irgendwie grau in grau. Leider ist erst an meinem letzten Tag dort die Sonne rausgekommen, der konnte ich dann sozusagen beim Abfahren noch Hallo sagen.
Das Wetter hat also leider maßgeblich dazu beigetragen, dass ich Amsterdam als eher graue, fast ein bißchen ungemütliche Stadt kennengelernt habe - und das wird ihr überhaupt nicht gerecht. Denn ich glaube, sobald es wärmer und sonniger ist, sobald in der Stadt alles grüner wird und aufblüht, sobald die Stadt ihren Tulpen also alle Ehre machen kann, dann ist Amsterdam optisch vermutlich eine wahre Augenweide. Stattdessen bin ich in Wind, Regen und Schneeflocken entlang der Grachtenstraßen gewandert, habe mir Sehenswürdigkeiten angeschaut - in dieser Stadt befinden sich die Kirchen inmitten des Rotlichtviertels, was sagt man dazu?! -, habe die Hausboote bewundert, die man dort an jeder Ecke sehen kann, bin über den Blumenmarkt, der bis auf Blumenzwiebeln in dieser Jahreszeit leider noch nichts so richtig zu bieten hat, bin von diversen Fahrradfahrern auf der Straße beinahe umgenietet worden (Die fahren auch bei Rot. Haben die Radfahrer eigentlich immer Vorfahrt in dieser Stadt?!), ich habe mir Werke von Vincent van Gogh angeschaut, war in diversen Käsegeschäften (Niederlande und Käse, was für ein Klischee) und habe mich so manches Mal über die Sprache amüsiert. Geschrieben/ gelesen ist sie viel unterhaltsamer als gesprochen, und gelesen fallen einem ständig Worte auf, die sehr an das Deutsche erinnern. Keine Ahnung, was zuerst da war: Deutsch oder Niederländisch oder Englisch oder alles mehr oder weniger parallel. Aber die Ähnlichkeiten sind halt da. (Und haben mich des Öfteren zum Lachen gebracht.)

Hier ein paar kleine (und wenige) Impressionen:

Die Gouden Bocht der Herengracht. Sah leider nicht annähernd so bezaubernd aus, wie einen der Reiseführer glauben machen lässt. Vielleicht lag´s ja aber eben auch am Wetter.

Herr Rembrandt.

Aha. Gut zu wissen.

Sprachliche Eigenheiten #1

Es ist wirklich beeindruckend, wie schief manche Häuser in Amsterdam gebaut sind...

Sprachliche Eigenheiten #2

Fazit: Das sonnige und blumen-überwucherte Amsterdam in einer wärmeren Jahreszeit macht sicher mehr her, sodass ich mir dieses Erlebnis unbedingt auf meine To-do-Liste setzen muss.

Eins der absoluten Highlights für mich war jedoch das Konzert der Killers, das ich in Amsterdam besucht habe. Abgesehen von den äußerst besch...eidenen Sitzplätzen (ich saß noch nie auf einer SOOO steilen Tribüne!), war das wohl eins der besten Konzerte, die ich von ihnen bisher erlebt habe. Ich bin Killers-Fan seit der ersten Stunde, als die noch fast niemand kannte. Und als derartiger Fan sage ich einfach mal, dass ihr letztes Album, "Battle Born", leider ziemlicher Mist nicht ganz so toll ist. Die Schiene, die sie zur Zeit musikalisch fahren, sagt mir nicht so wirklich zu, und ich hoffe, dass sie sich in der Zukunft wieder mehr auf ihre "guten alten Killers-Zeiten" besinnen. 
Live sind sie dennoch immer wieder ein absolutes Highlight, nicht zuletzt, weil sie immer eine bunte Mischung aus ihren Songs aus allen Alben spielen. Auch diesmal hatte die Band um Frontmann Brandon Flowers das Publikum bei den absoluten Hits wie "Mr. Brightside", "Human" oder auch "Somebody told me" als tatkräftige Sing-Unterstützung sicher. Teilweise war die Halle (mit 20.000 Besuchern ausverkauft) lauter als der Sänger selbst und man hat ihn nicht mehr gehört. Da ich die Killers schon ein paarmal live gesehen habe, konnte ich diesmal nicht anders, als festzustellen, dass sie hier aber obendrein eine Show ohne gleichen abgelegt haben. Meine Augen wurden immer größer! Eigentlich haben das The Killers gar nicht nötig, so hochzustapeln, aber was es hier alles gab: eine grandiose Lightshow, Luftballons, Feuerfontänen, Glitzer- und Flitterzeugs, Feuerwerke und und und. Brandon Flowers - sonst eher wortkarg und nicht zum Rumalbern aufgelegt auf der Bühne - scherzte, lachte und erzählte in Amsterdam mit dem Publikum, gab noch eine spontane "Forever young" von Alphaville - Einlage, sprang und tanzte über die Bühne, ging einmal komplett an der ersten Reihe der Zuschauer vorbei und ließ sich antatschen und war allgemein offensichtlich bester Laune. Mit den drei anderen Bandmitglieder - Ronnie Vannucci, Mark Stoermer und Dave Keuning - hat Herr Flowers hier echt einen eindrucksvollen Auftritt hingelegt, und den Abend werde ich wohl nicht so schnell vergessen. 
Da meine Bilder eigentlich alle ... nun ja, wie aus der Ameisenperspektive (ähhh, muss eigentlich eher Vogelperspektive heißen, oder?) aussehen, gibt´s lieber ein Song von dem Abend, um noch ein wenig in Erinnerungen zu schwelgen. "When you were young", mit allem Drum und Dran, inklusive Funkenregen ;)


8 Kommentare:

  1. WOW - du warst bei "The Killers"! Wie cool! Die muss ich auch unbedingt mal live sehen. Meine Schwester hat mich auf sie aufmerksam gemacht. Die ist nämlich (wie du) schon ewig Fan :) Und "Mr. Brightside" ertönt, wenn mich jemand auf dem Handy anruft :p

    In Amsterdam war ich schon zwei Mal. Das erste Mal mit der family. So ein Tagesausflug mit Grachtenfahrt usw. - Wetter war super, daher gefiel mir die Stadt auch ganz gut :) Das zweite Mal mit meiner Schulklasse. Auch da schien die Sonne und shoppen kann man dort ganz hervorragend. Meine Erfahrungen mit der Stadt sind also komplett positiv. Am witzigsten fand ich die Fahrrad-Parkhäuser...

    Viele Grüße,
    Enni

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    1. Ja, die Fahrradparkhäuser fand ich auch toll! Überhaupt diese Unmengen an Fahrrädern :D
      The Killers kann ich uneingeschränkt empfehlen! Die machen einfach total Spaß und die Songs sind der Hammer. Selbst wenn man sie (noch) nicht so kennt, sind sie wirklich sehens- und erlebenswert. Leider sind sie jetzt erstmal mit ihrer Tour wieder durch, wahrscheinlich dauert es jetzt wieder eine Weile, bis man sie sehen kann.
      LG!

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  2. Ich war 2x in Amsterdam..einmal im Hochsommer und einmal im März kurz vor Ostern. Da war das Wetter wie hier und es hat geschneit! Es war saukalt und wohl ähnlich wie bei dir jetzt! Ist dir auch aufgefallen, dass manche Lokale gar nicht beheizt sind/waren? Das erste kleine Restaurant, das wir uns zum Aufwärmen suchten damals war nicht geheizt und es gab Eiswürfel in der Cola! Ich saß dort mit meinem wärmsten Parka und fror noch immer!! Im Van Gogh Museum waren wir auch und natürlich bei Anne Frank. Ja, die Radfahrer haben in Holland wohl immer Vorrang..sogar in der Fußgängerzone ;)
    Im Sommer saßen wir auf der Straße vorm Bahnhof....und es war natürlich ganz anders ;)
    Liebe Grüße
    Martina

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  3. Schade, dass das Wetter nicht mitgespielt hat. Ich habe Amsterdam auch als eine sehr schöne Stadt kennengelernt.
    Übrigens ist Niederländisch Teil der westgermanischen Sprachfamilie wie auch Deutsch, Englisch und Friesisch. "alles mehr oder weniger parallel" trifft es also durchaus. ;-)

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    1. Ha, da spricht die Frau Doktorin in spe! ;)

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  4. Ach, zurück aus Amsterdam! :D 1. Eine wunderschöne Stadt, wenn es nicht gerade kalt ist. Ich awr im Sommer in Amsterdam und hab es sozusagen warm, sonnig und einfach farbenfroh und fröhlich erlebt. Die Leute dort sind amüsant, der Fahrradverkehr kennst du ja jetzt. Die Reihenfolge ist übrigens: 1. Fahrrad, 2. Taxi, 3. Autos, 4. Fußgänger. Einfach beten und drüberrennen. ;)
    Das mit den Kirchen im Rotlichviertel ist mir auch aufgefallen. Ein paar Meter weiter war ein Erotikmuseum, eine der genialsten Erfahrungen im Amsterdam.
    Also bitte die Stadt nochmal angucken im Sommer. Sie ist einfach wunder-, wunder-, wunderschön. Vor allem ziemlich naturbelassen mit den ganzen Bäumen und den Kanälen. Für mich war es damals einfach nur WOW. Auch wenn ich seitdem Angst vor Fahrräder habe (und mir heute noch denke wie man in einem Fahrradparkhaus sein Fahrrad findet!)

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    1. Achso zur Sprache: Lesen konnte ich zum Großteil. Verstanden beim Reden habe ich keinen. Die Erfahrung musste ich machen, als mich ne ältere Dame auf einen Zeitungsartikel ansprach (sie hatte so ne kostenlose Zeitung in der Hand). Ich glaub die meint heute noch, ich bin schüchtern, weil ich nicht antworten konnte!

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    2. Ja, das stimmt. Lesen ist das eine, verstehen etwas ganz anderes. Weil die manche Buchstaben und Wendungen wie "ei" oder "ij" ja auch ganz komisch artikulieren. Das allererste Geschriebene, was ich gesehen habe in den Niederlanden war ein Reklameposter mit der Aufschrift "Mega Sale bij Dirk" - ich musste total lachen! Ich wusste zu dem Zeitpunkt noch nicht, dass Dirk eine Supermarktkette ist :D

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