Montag, 18. Februar 2013

"Sam & Emily: Kleine Geschichte vom Glück des Zufalls" - Holly Goldberg Sloan

Arena Verlag, 2012
17,99 Euro

Handlung:
Ist es Schicksal oder Zufall, wenn ein Augenblick entsteht, der unvergesslich ist?
Sam Border ist immer auf der Flucht. Wenn es einen Gott gibt, dann hat der schon vor langer Zeit beschlossen, ihn im Stich zu lassen. Emily Bell sammelt die Geschichten anderer Menschen. An nichts glaubt sie so fest wie an das Schicksal. Als Sam und Emily einander zum ersten Mal begegnen, wissen sie, dass sie zusammengehören. Doch das Schicksal ist launisch. Die eigene Vergangenheit lässt sich nicht so einfach abschütteln. Und Glück und Unglück liegen nah beieinander.
(Quelle: hier)

Meine Meinung:
Ich hatte die Leseprobe von "Sam & Emily" gelesen und war sofort Feuer und Flamme für diese Geschichte. Der erste Eindruck versprach eher ruhige Klänge, eine zarte und langsame kleine Liebesgeschichte zwischen zwei Personen aus völlig unterschiedlichen Welten.
Ich habe das Buch angefangen zu lesen und es dann aber erst nach einer etwas längeren Pause von mehreren Wochen auch beendet. Warum diese Pause? Die Geschichte von Sam und Emily hat mich leider schon nach gut einem Viertel des Buches nicht mehr wirklich beeindrucken können, sodass ich mich mit dem Weiterlesen schwer tat.
In meinen Augen legt die Autorin zu ungleiche Gewichtungen auf die Teile ihrer Erzählung. Zwischen den beiden Hauptfiguren startet es erst ganz gemächlich und äußerst zurückhaltend - dann aber erschien es mir fast wie ein Zeitsprung in der Handlung, denn plötzlich war schon alles - das Wesentliche! - geschehen, ohne dass ich es gelesen hatte. Der geneigte und noch dazu romantisch veranlagte Leser (wie ich es einer bin) erhofft sich nun mal, dabei sein zu können, wenn sich da etwas anbahnt. Und so kam ich mir fast ein wenig betrogen vor, als die beiden Hauptprotagonisten sich im einen Moment noch nicht einmal trauen, sich anzusehen; und nur eine Seite später sind erwähnenswerte Zwischenschritte - der erste Kuss beispielsweise, hallo?! - einfach übersprungen und abgekürzt worden. Überhaupt habe ich so etwas wie ein Gefühl der Romantik oder Verliebtheit zwischen Sam und Emily im ganzen Buch vergeblich gesucht und daher auch sehr vermisst. Die beiden wirken auf mich nicht wie "gesucht und gefunden". Weder lernt man die beiden, noch lernen beide sich kennen, hatte ich so das Gefühl. Das fand ich total schade und es hat dem Hintergrund der Geschichte für mich einfach den Reiz genommen.
Leider zieht sich diese eher oberflächliche Betrachtung durch das gesamte Buch. Die Geschichte ist keinesfalls handlungsarm, oh nein - es passiert eine ganze Menge. Aber genau da lag mein Problem mit der Geschichte: die Autorin legt ihr Augenmerk lieber auf das "Was passiert?" denn auf das "Wie passiert es?". Aus ganz vielen (zu vielen?) verschiedenen Perspektiven taucht man in die Geschehnisse um Sam und Emily ein, bekommt durch die Augen vielfältiger Protagonisten einen Eindruck, was alles passiert. Man bekommt die Hürden und Schwierigkeiten präsentiert, denen Sam und Emily begegnen und die erst überwunden werden müssen, bevor Kurs auf das Happy End genommen werden kann.
Dass dabei der Aspekt des Zufalls für meinen Geschmack ein wenig überstrapaziert wurde, ist nur ein weiterer Punkt, der mich das Buch jetzt mit eher gemischten Gefühlen betrachten lässt. "Kleine Geschichte vom Glück des Zufalls" ist ein Buch, das wie ein Traum erscheinen könnte: die Guten bekommen ihr Happy End (weil sie stets richtig handeln oder eben für den ganzen Schlamassel nichts können), die Bösen eben gerade nicht. Leider macht diese Schwarz-Weiß-Seherei die ganze Story noch unrealistischer, als sie ohnehin schon erscheint.

Fazit:
Zwei eher blasse Hauptfiguren inmitten noch farbloserer Nebenfiguren, die plakativ und eher nicht zufallsgeleitet ihrem Happy End entgegen laufen. Ich habe viel mehr erwartet als diese in die Länge gezogene Wunschvorstellung einer heilen Welt. 3 von 6 Bücherstapel.

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