Mittwoch, 6. Februar 2013

Die Lektüre meiner Zugnachbarn #8

Gestern saß ich einer etwas älteren Dame gegenüber, die ich wirklich absolut nicht einschätzen konnte. Manchmal hat man ja so einen Flash-Gedanken, wenn man jemanden anschaut, und manchmal versieht man Menschen ja auch direkt mit einem Stempel à la "Der ist bestimmt Lehrer. Wie der schon seine Tasche unter dem Arm festklammert..." oder "Trägt Anzug und liest die Süddeutsche, und zwar jeden einzelnen Artikel, hmmm, vielleicht Anwalt?" oder "Oh, mit den Absätzen hat sie bestimmt keinen Job, bei dem sie lange stehen muss..." (Ja, ich bin nicht frei von Vorurteilen, ich weiß...) Bei dieser Dame gestern jedenfalls kam mir keine spontane Erleuchtung. Sie hätte Mathe-Professorin ebenso wie Steuerberaterin sein können, oder genauso gut Kindererzieherin wie Ärztin. Sie las in einem Buch, und da bin ich natürlich neugierig geworden. Trotz einigem Verrenkens konnte ich nur den ersten Teil des Titels lesen, der "Nichtstun" lautete. Also schnell über das Handy amazon angesurft und über das einzelne Wort den Titel herausgefunden:
 
Manfred Spitzer "Nichtstun, Flirten, Küssen"
Das Gehirn schläft nie, ...
… sondern es lernt pausenlos, selbst im Schlaf. Es befähigt uns, knifflige Rätsel und komplizierte Rechenaufgaben zu lösen oder geschliffene Reden zu formulieren. Was aber tut unser Gehirn, wenn wir nichts tun? Und welche Rolle spielt es in unserem Liebesleben?
In seinen neuen Beiträgen widmet sich der Neurowissenschaftler, Psychiater und Philosoph Manfred Spitzer erneut seinem liebsten Forschungsobjekt – dem menschlichen Gehirn.
Dabei spannt er den Bogen von der „Wissenschaft vom Flirten“ über das „Gehirn einer Mutter“ bis zur „Gehirnforschung in der Fastenzeit“. Außerdem geht er Fragen auf den Grund wie: Was ist Leben? Wer gewinnt den Showdown im Kampf Terminator gegen Schwarzenegger? Warum sind wir so versessen aufs Küssen? und vielen faszinierenden Themen mehr ...
21 neue Spitzer-Essays – für die Pausen zwischen Flirten, Küssen und Nichtstun!
(Quelle: hier)
 
In meinem Studium ist mir der Name Manfred Spitzer häufig untergekommen, er ist so etwas wie eine Koryphäe in den Neurowissenschaften und es ist immer interessant, was er sagt und schreibt. Das hat sich offensichtlich auch diese Dame von gestern gedacht - und egal, wer sie nun ist und was sie beruflich macht, mit dem Buch hat sie sich definitiv ein Stückchen sehr interessante Lektüre gegönnt. In das Buch würde ich auch gern mal reinlesen.

4 Kommentare:

  1. "Der ist bestimmt Lehrer. Wie der schon seine Tasche unter dem Arm festklammert..."

    Pfff! ;P

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Ich wusste, WUSSTE, dass du da drauf anspringst... :D

      Löschen
    2. Doppel-Pfff! Ihr Psychologen halt :P

      Löschen
  2. Ich pfffte mal mit. :D

    Übrigens ist Manfred Spitzer auch ein großer Anlaufpunkt in der Neurodidaktik. Von dem durften wir uns auch mal eine Vorlesung auf Band anhören. Der war lustig. :)

    AntwortenLöschen

Powered by Blogger.

© i am bookish, AllRightsReserved.

Designed by ScreenWritersArena