Samstag, 12. Januar 2013

"The burning house" - Foster Huntington

Vor einer Weile klickte ich mich durch die Seiten verschiedener Onlinehändler, auf der Suche nach Neuerscheinungen buchiger Art. Dabei stolperte ich über ein englischsprachiges Buch namens "The burning house - What would you take?". Nach nur kurzem Hinsehen und Überfliegen der Erklärung war mir klar, dass ich in dieses Buch unbedingt reinschauen wollte, dass das genau die Art von außergewöhnlichem Buch sein würde, wie man sie eben manchmal sucht, und dann aber nicht findet. Also schwupps: bestellt, und letzte Woche erreichte mich dann "The burning house". Nach nur einmal schnell Durchblättern war ich hin und weg.
Worum geht es? Eigentlich ist der Grundgedanke des Buches schnell erzählt. Stell dir vor, dein Haus brennt. Du hast nur wenige Augenblicke, um zu entscheiden, was du dir schnappen und mitnehmen willst, bevor alles zu Asche zerfällt. Was wäre das? Was würdest du mitnehmen?
Foster Huntington beschreibt im Vorwort dieses Buch, wie aus einer Unterhaltung beim Essen eine Idee wurde, die sich dann über eine Homepage zu einem ganzen Projekt entwickelte, aus dem dann schließlich dieses Buch entstand. Auf dieser Homepage (www.theburninghouse.com) kann jeder vorstellen, was er aus seinem brennenden Haus retten würde. Einige der Unmengen an Meldungen, die seit Onlinegehen der Seite eintreffen, sind in diesem Buch zusammengestellt, als Fotos und Beiträge, kurzen Erklärungen und Kommentare - und was soll ich sagen: die ganze Idee hat mich irgendwie nicht mehr losgelassen.
Der Hintergedanke des Buches, "was tun, wenn ich alles, was mir lieb ist, verlieren könnte", ist unsagbar traurig. Aus diesem Grund haben sich wohl auch die wenigsten bisher über so etwas gesorgt. Dennoch bleibt dieses abstrakte Szenario, und eignet sich gerade dadurch wunderbar, um in sich zu gehen und herauszufinden, was einem wirklich wichtig ist.
Die Einblicke, die man hier bekommt, sind derart persönlich und kommen so von Herzen, wie es wohl nur selten etwas schafft. Die Menschen, die ihre Fotos dort eingeschickt haben, haben sich Gedanken darüber gemacht, woran ihr Herz hängt, was sie um jeden Preis retten würden, ohne was sie nicht sein könnten. Manche werden dabei derart persönlich und erklärend, dass ich beim Durchblättern zunehmend einen Kloß im Hals bekam und am Ende sogar ein paar Tränen wegblinzeln musste. Was man hier auf den Fotos sieht und dann in den dazugehörigen Erklärungen lesen kann, gibt so sehr das Leben einer Person wieder - die Gedanken, ihre Interessen, ihre Vergangenheit - ,wie es ein bloßer Satz wohl kaum vermag.
Foster Huntington hat in diesem Buch viele verschiedene Menschen vorgestellt, bunt zusammen gewürfelt in Bezug auf Alter, Geschlecht, Herkunft etc. Dass die Rettungs-Prioritäten dabei abweichen; dass ein 85-jähriger Mann sein Herz längst nicht so sehr an materielle Dinge hängen wird wie eine 22-Jährige, die zuerst ihre Louboutins retten würde, ist klar; und genau ist das Tolle, das Spannende an diesem Buch. Mit jedem Umblättern taucht man ein in ein neues, fremdes Leben. Und lässt sich sowohl von den Bildern als auch den Kommentaren einfangen.
"The burning house" ist ein ganz wunderbares Buch, ein kleiner Schatz, wie ich finde. Man kann sich selbst darin verlieren, aber auch als Geschenk für eine liebe Person würde ich es jederzeit in Betracht ziehen. Dass es auf Englisch ist, macht eigentlich überhaupt nichts, es ist absolut verständlich, und auch die Fotos allein haben schon das Zeug dazu, einen zu beeindrucken.
Das Buch ist besonders. Und gerade auch das Vorwort des Autors ist sehr lesenswert, weil es die richtigen Worte findet und eine schöne Einleitung liefert. Sehr empfehlenswert!





1 Kommentare:

  1. Das klingt interessant. Würde es mir wohl nicht anschaffen, aber ich muss mal gucken, ob ich es vielleicht in einer großen Buchhandlung entdecke, um mal reinblättern zu können.

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