Dienstag, 29. Januar 2013

"Lost Land: Die Erste Nacht" - Jonathan Maberry


Thienemann Verlag, 2012
16,95 Euro

Handlung:
In Mountainside gelten strenge Gesetze. Wer 15 ist, muss selbst für seinen Unterhalt sorgen, anders ist das Überleben nicht möglich. Da er keine Alternative hat, geht Benny Imura bei seinem Bruder in die Lehre, einem bekannten Zombiejäger. Er hasst Tom, den er für den Tod ihrer Eltern verantwortlich macht, hält ihn für skrupel- und verantwortungslos. Doch dann erlebt er einen Jäger, der die Untoten respektiert und versucht, ihnen einen würdevollen Tod zu ermöglichen. Denn sie waren einmal Menschen, die liebten und geliebt wurden. Und er erkennt, dass die wahre Gefahr im Lost Land nicht von ihnen ausgeht. Wirklich kaltblütig sind Menschen wie Rotaugen-Charlie und sein Clan, brutale Herren über Leben und Tod. Als sie Nix, seine Freundin, entführen, zieht Benny an Toms Seite in einen Kampf mit höchst ungewissem Ausgang … Eine Katastrophe, deren Ursache niemand kennt. Eine Enklave, in der sich die letzten Überlebenden verschanzt haben. Ein riesiges Niemandsland, das von Untoten bevölkert wird. Zwei Brüder, die einander Feind sind. Ein junges Mädchen, das den einen bewundert und den anderen liebt. Menschen, die von Freiheit und Zukunft träumen - in einer Welt, die zerstört ist.
(Quelle: hier)

Meine Meinung:
Ich weiß eigentlich nicht so recht, was ich von "Lost Land: Die Erste Nacht" halten soll. Ich schätze, ich habe einfach etwas anderes erwartet, und das habe ich letztlich nicht zu lesen bekommen. Meiner Meinung nach trägt dazu auch der Klappentext bzw. die Inhaltsangabe wesentlich bei, denn die weckt meines Erachtens nach falsche Erwartungen; gleichzeitig deckt in sie in wenigen Sätzen genau das ab, was tatsächlich passiert - sehr viel mehr als das nämlich nicht.
Auf den Punkt gebracht würde ich sagen, "Lost Land" war mir nicht aufregend genug. Denn das ist ein Anspruch, den ich an eine apokalyptische Zombie-Geschichte schlicht und einfach stelle - nicht, dass ich so etwas ständig lesen würde. Aber wenn mir der Klappentext schon die Bahnen legt in Richtung Weltuntergangs-Stimmung, Jagd auf Untote und fiese Entführung, gespickt mit Worten wie "kaltblütig, brutal, ungewisser Ausgang" - dann erwarte ich eigentlich keine schleppende Handlung ohne richtige Würze, die durch ständige pseudo-philosophische Gespräche zwischen den beiden Brüdern unterbrochen und ausgebremst wird. Von einer Abenteuergeschichte, oder gar einem Action-Faktor, würde ich hier kaum sprechen, dafür passiert mir einfach zu wenig. Die Ausflüge ins Leichenland (Lost Land) sind spärlich, die wenigen kampfartigen Aufeinandertreffen finden zwischen den Menschen statt, und das auch erst im zweiten Teil des Buches. Tatsächlich dauert es gute 180 Seiten, bis tatsächlich so etwas wie In-Aktion-Treten geschieht und man erahnen kann, in welche Richtung sich "Lost Land: Die Erste Nacht" überhaupt entwickeln wird.

Mir hat gefallen, welchen Ansatz Jonathan Maberry hier als Begründung für die Zombie-Apokalypse gefunden hat, und wie er rigoros verkauft, dass die Untoten trotz ihres Daseins letztlich auch nur Menschen waren, die für all das nichts können - wie er also die menschliche Seite an dem ganzen Elend vertritt. Das geschieht vorrangig durch die Darstellungen und Handlungen von Tom Imura, dem "gutmütigen" Zombiejäger, der seinem Bruder Benny zeigt, was hinter seinem Job steckt. Es waren aber gerade diese beiden Träger der Geschichte, mit denen ich einfach nicht "warm wurde". Benny war mir mit seinen 15 Jahren einfach zu jung und naiv, hat sich manchmal einfach dümmer und in seinen Vorurteilen festgefahrener präsentiert, als ich es noch hätte akzeptieren können, und kam mir teilweise unglaublich trotzig vor. Tom dagegen, mit seinen 30 Jahren älter und reifer, hat ständig den weisen und altklugen Oberlehrer raushängen lassen, der Benny durch Selbsterkenntnis auf den richtigen Weg leiten möchte. Nix für ungut, aber diese philosophische Weltverbesserer-Ader hat mich irgendwann nur noch genervt; vor allem aber hat sie dazu geführt, dass sich die Handlung trotz der 528 Seiten auf nur wenige Sätze reduzieren lässt, in denen tatsächlich etwas passiert.
"Lost Land: Die Erst Nacht" zeichnet sich durch die Annäherung der beiden Brüder, die seit Jahren ein schwieriges Verhältnis zueinander haben, aus, und dieser Aspekt wurde auch gut und glaubhaft umgesetzt, ebenso wie das langsame Erwachsenwerden von Benny. In diesem Setting einer Zombiegeschichte jedoch hätte ich mir einfach mehr Action, mehr Spannung, mehr Grusel, ja, vielleicht sogar mehr "Ekelfaktor" gewünscht.

Fazit:
Interessierte sollten keine actiongeladene Geschichte um Zombiejagden und Kämpfe erwarten. Dafür legt "Lost Land: Die Erste Nacht" erste Bahnen für eine Geschichte um zwei Brüder, die sich hier nähergekommen sind, und in Folgebänden sicher noch das ein oder andere Abenteuer erleben werden - die dann hoffentlich atemberaubender sind. 3 von 6 Bücherstapel.

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