Montag, 21. Januar 2013

"Die Schatzinsel" - Robert Louis Stevenson (Rezension mal anders)

Wie mir Wikipedia soeben verraten hat, ist die Geschichte "Die Schatzinsel" des schottischen Autoren Robert Louis Stevenson bereits 1883 erschienen, und kann sich daher wohl mit gutem Gewissen zu den Klassikern der Literatur zählen. Jahrelang hatte ich den Gedanken im Kopf "Irgendwann will ich "Die Schatzinsel" mal lesen.". Dann hatte ich mir vor 2 oder 3 Jahren auch tatsächlich das Buch gekauft, eine - das muss ehrlicherweise gesagt werden - recht billige Ausgabe in hässlichem Lila. Aber hey, mir ging´s ja nur um den Inhalt. Und den habe ich jetzt, nach jahrelangem Vor-mir-Herschieben tatsächlich gelesen.

Worum es in der Geschichte geht, ist mir schon lange bekannt, genauer gesagt seit einer Trickserie, die ich vor vielen vielen Jahren regelmäßig nachmittags im TV geschaut habe. Kennt jemand die Trickserie? Sie ist bereits 1978 in Japan erschienen und wurde 1994 bei uns ausgestrahlt. Da war ich 9. Wahnsinn, wie lange das schon her ist, und trotzdem kann ich mich immernoch sooo gut an diese Serie erinnern. Daran, dass ich die Stimme von Jim Hawkins schon damals merkwürdig fand (heute weiß ich, dass Jim von Marek Harloff gesprochen wurde, und der hat halt eine recht eigene Stimme), dass Jims Haare so sehr nach Mädchen aussahen, dass John Silver einen Brustkorb hatte, der schlichtweg ... boah ... war, und ich das Klappern seiner Holzkrücke auf den Pflastersteinen immer so toll fand. Und und und.
Eben habe ich bei youtube Ausschnitte bzw. die einzelnen Episoden eben dieser Trickserie gefunden. Ich lasse euch daran teilhaben. Ich hoffe, diejenigen, die die Serie ebenfalls kennen, müssen genauso grinsen wie ich, und alle anderen - ihr habt was verpasst, also kommt ruhig in den Genuss ;)



Man beachte das Einspieler-Lied, das ca. bei 1:55 anfängt. "Alles alles dreht sich uuuuum Gold und Ruuuuuum..." - Herrje, mir ist damals nie aufgefallen, was für ein beknackter Text das eigentlich ist. Ich war halt erst 9.
Jedenfalls habe ich damals jede einzelne Folge gesehen und kenne die Geschichte von Jim Hawkins ziemlich gut, der sich mit auf die Reise zu einer Schatzinsel begibt, dabei aber erkennen muss, dass "Long John Silver", der zunächst einen recht netten Eindruck machte, in Wirklichkeit aber völlig falsch - nämlich Pirat - spielt.

Nun habe ich also auch das Buch gelesen, die Romanvorlage. Nun ja, ich bin jetzt natürlich voreingenommen. Die Serie fand ich klasse, spannend - eine echte Abenteuergeschichte. Das Buch dagegen konnte mir diesen Abenteuergeist irgendwie gar nicht vermitteln. Der Herr Stevenson hat sich für meinen Geschmack zu oft in irgendwelchen Sätzen verloren, die der ganzen Handlung im wahrsten Sinne des Wortes den Wind aus den Segeln genommen haben. Gut, wie schon erwähnt, das Buch ist 1883 erschienen. Natürlich verliefen Dialoge und Unterhaltungen zu dieser Zeit noch völlig anders, daher kann man das mit manch einer actiongeladenen Szene heutiger Abenteuergeschichten nicht mehr vergleichen. Trotzdem machte sich bei mir schon nach wenigen Kapiteln des Lesens etwas Enttäuschung breit - das Buch ist in meinen Augen schlichtweg nicht so aufregend wie die Serie, oder auch manch andere filmische Umsetzung, die ich im Laufe der Jahre gesehen habe. Dieser Vergleich ist natürlich völlig blöd, das weiß ich. Das arme Buch kann ja nichts dafür, dass es in den Verfilmungen viele viele Jahrzehnte später viel interessanter umgesetzt wurde, als die "Drehbuchvorlage" es vorgibt. Trotzdem, mein Gefühl ist, dass die Spannung im Buch ein wenig ausgebremst wurde. Und mein Kopfkino hat sich leider anhand der Beschreibungen Stevenson´s auch nicht von allein angestellt, dafür gab es beispielsweise zu wenig Personenbeschreibungen. Nichtsdestotrotz ist "Die Schatzinsel" eine Abenteuergeschichte für Jung und Alt gleichermaßen, und das auf eine beeindruckende, bunte und schillernde Art und Weise. Und dass sie bis heute, 130 Jahre nach ihrer Entstehung, noch genauso interessant und lesenswert, geradezu zeitlos ist, macht sie in meinen Augen erst recht zu einem Klassiker der Literatur.

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