Freitag, 30. November 2012

Freitagsgedanken

Hachje, und da war wieder eine Woche vorbei. Und jetzt ist schon 1. Advent, nicht zu glauben! In weihnachtlicher Stimmung bin ich noch gar nicht, obwohl genau diese Zeit jetzt ja bekanntlich meine Lieblingszeit im Jahr ist. Das Weihnachtsfeeling kommt hoffentlich noch.

Ich hab mich zwar schon eine Weile nicht mehr mit den Freitagsgedanken gemeldet, allerdings gibt es auch nichts richtig Neues bei mir, bis auf Folgendes:
Am Mittwoch habe ich von Bettina Belitz eine Nachricht erhalten, dass ich "Luzie & Leander: Verboten tapfer" gewonnen habe. Was mich natürlich unglaublich freut! Gleichzeitig bringt es mich ein wenig in Zugzwang, weil ich damit Band 6 der Buchreihe gewonnen, aber noch keins der Vorgängerbücher gelesen habe *schäm* (Das kommt davon, dass ich manchmal Hals über Kopf bei irgendwelchen Gewinnspielen mitmache, ohne das Ganze bis zum Ende zu durchdenken. Meist habe ich zwar eh kein Glück, aber manchmal...) Ich wollte schon lange mal reinlesen, ganz ehrlich, nicht zuletzt, weil Karo immer so von diesen Büchern schwärmt. Aber bisher hat es sich nicht ergeben. Dafür ist dieser Gewinn dann jetzt aber ein schöner Anlass, endlich doch mal hineinzulesen. Ich habe mir in einem Akt der Verlegenheit spontan Band 1 und 2 bestellt und werde diese auch erstmal anfangen. Aber meint ihr, ich verstehe die Handlung in Band 6 auch ohne Kenntnis der Bücher 3-5??? Oder sollte ich im Schnellstverfahren alle 5 vorher lesen?
 
Bleibt mir nur noch zu sagen, dass es hier in den nächsten Tagen nichts Neues geben wird, ich fliege nämlich nochmals und leider letztmalig in diesem Jahr weg. Noch einmal nach London, um genau zu sein, diesmal allerdings mit einem geplanten Abstecher nach Brighton an die Südküste. Da wollte ich schon ewig mal hin, und - wie sollte es anders sein?! - ich verrücktes Huhn nutze die Chance, Keane (jaja, die alte Leier, ihr wisst Bescheid!) zum 5. Mal in diesem Jahr live zu sehen, nämlich in Brighton. Ich finde, ich schlage mit dieser Aktion gleich unglaublich viele Fliegen auf einmal, nämlich unter anderem: Keane sehen und hören, Brighton besuchen, das Meer sehen, London besuchen, fliegen, Waterstones leerkaufen (haha), auf dem Brick Lane Market schlendern, zuviel Strawberry Trifle von Marks & Spencer kaufen, Tube fahren und dabei wie fast alle Londoner total wichtig aussehen, Tauben auf dem Trafalgar Square beobachten und und und... Das wird ein Spaß!

Dienstag, 27. November 2012

"Untot - Lauf, solange du noch kannst" - Kirsty McKay

ChickenHouse Verlag, 2012
14,95 Euro
 
Handlung:
Auf keinen Fall wird sie aus diesem Bus aussteigen. Bobby hasst ihre neuen Mitschüler und der Skiausflug war die totale Vollkatastrophe. Da wartet sie lieber mit Bad Boy Smitty, bis die anderen aus dem Café zurückkommen. Aber die anderen kommen nicht. Die anderen sind tot - Alice hat es genau gesehen und dreht vollkommen durch. Schöne Scheiße! Sie müssen hier weg und zwar schnell. Denn plötzlich kommen die Toten auf sie zu und sie sehen verdammt hungrig aus. Doch draußen ist es einsam und dunkel, der Schneesturm tobt und die Handys funktionieren auch nicht. Und eigentlich weiß man aus jedem guten Horrorfilm, dass man sich niemals in so eine Situation begeben darf ...
(Quelle: hier)
 
Meine Meinung:
Zugegeben, die knappe Inhaltszusammenfassung klingt wahrlich makaber: von einem Moment auf den anderen muss sich Bobby (eigentlich Roberta) mit dem Umstand anfreunden, dass fast ihre gesamte Schulklasse in einem Café gestorben ist - oder eben NICHT gestorben, sondern eher "untot" geworden ist. Bobby sowie ihre 2 Mitschüler Smitty und Alice sehen sich plötzlich einer Horde Zombies in Gestalt ihrer ehemaligen Mitschüler gegenüber, die es auf sie abgesehen hat. Die 3 versuchen alles Mögliche, zu flüchten; doch wohin, wenn alles eingeschneit ist...?
Makaber hin oder her, ich habe mich schon lange nicht mehr so amüsiert beim Lesen wie hier. Der Buchrücken von "Untot" wirbt mit den Schlagworten "Blutig, witzig, schnell" - und genau das ist das Buch auch.
Manche Beschreibungen der leider untot Gewordenen ist nichts für zartbesaitete Leser, so sollte man eher nicht mit der Wimper zucken müssen, wenn abgerissene Gliedmaßen oder herausguckende Knochenteile beschrieben werden. Die Handlung ist schnell, abwechslungsreich und spannend, wenn man die kleine Gruppe bei ihrer Flucht begleitet und man dabei unweigerlich Seite für Seite umschlägt - weil der Lesesuchtfaktor steigt und steigt. Und über allem liegt dennoch ein unwirklich-komischer Hauch, der einen immer mal schmunzeln lässt, der die Mundwinkel zum Zucken bringt, weil man sich nicht so ganz sicher ist: "Eigentlich ist die Situation fürchterlich und schauderhaft ... aber der Satz eben war echt total lustig!!"; und nicht zuletzt Smitty, der selbst in der ausweglosesten Situation nicht seinen Humor verliert, hat mich mit seinen herrlich lustig-ironischen Kommentaren manchmal wirklich zum Kichern gebracht.
Letzten Endes ist es eine bunt zusammengewürfelte Gruppe, die gemeinsam versucht, den Horden der Untoten zu entkommen und dabei so manches Abenteuer erlebt - ob nun Zombie-bedingt oder nicht. Denn dem ganzen fast übernatürlich anmutenden Zombie-Spaß folgt eine eher irdische Erklärung, die das Ende leider ein wenig abgehoben wirken lässt - andererseits: was an dieser Geschichte ist NICHT abgehoben?!
Ich klebte an den Buchseiten und habe "Untot" innerhalb weniger Stunden durchgelesen. Und jetzt, etwa 1 Woche danach, hätte ich direkt Lust, das Buch noch einmal zu lesen. So muss unterhaltsame Lektüre sein!

Fazit:
Nichts für allzu Zartbesaitete, aber für jeden Leser, der nach unterhaltsamer, augenzwinkernder, manchmal echt lustiger, manchmal schauderhaft bildlich geschriebener, kurzweiliger und so richtig spannender Lektüre mit einem "Oha-Ende" sucht, definitiv zu empfehlen!
 
 
Ein herzliches Dankeschön an den ChickenHouse Verlag für das Rezensionsexemplar!
 

Montag, 26. November 2012

Erinnerung: Lovelybooks Leserpreis 2012

Bis Mitternacht könnt ihr noch für eure Lieblingsbücher voten und eure Stimme beim Lovelybooks Leserpreis 2012 abgeben. Pro Kategorie stehen 35 Bücher zur Auswahl - da dürfte für jeden etwas dabei sein. Ich hab schon letzte Woche meine Stimmen abgegeben, also haltet euch ebenfalls ran und wählt in den verschiedensten Rubriken wie beispielsweise "Bester Titel", "Bestes Romantik-Buch" oder "Bestes Cover" eure Favoriten.
 
 

Sonntag, 25. November 2012

In my mailbox...

Kurz und knackig:

Kai Meyer "Asche und Phönix"
Parker und Ash haben nichts gemeinsam. Er ist Hollywoods größter Jungstar, das Gesicht des Magiers Phoenix aus den »Glamour«-Filmen. Sie ist eine »Unsichtbare«, nirgends zu Hause, getrieben von der Angst, wie alle anderen zu sein. Doch dann erwischt Parker Ash in seiner Londoner Hotelsuite, wo sie gerade sein Bargeld klaut. Parker kann sein Leben im Fokus der Medien nicht mehr ertragen. Und nutzt die Chance, mit Ash vor den Fans und Paparazzi zu fliehen. Dabei scheint er geradezu körperlich abhängig von Ruhm und Aufmerksamkeit. Ihre gemeinsame Flucht führt sie durch Frankreich an die Côte d’Azur – auf den Spuren eines teuflischen Paktes, verfolgt von einer dämonischen Macht, die sie gnadenlos jagt.

Katie Kacvinsky "Dylan & Gray"
Gray ist ein cooler Typ. Er läuft nur mit seinem iPod auf den Ohren rum und interessiert sich nicht sonderlich für das, was um ihn herum passiert. Dylan ist das pure Gegenteil: Sie sprüht vor Energie, steckt voller Ideen und vor allem will sie aus jedem Tag etwas Besonderes machen. Die beiden könnten nicht unterschiedlicher sein - und doch bemerken sie einander, lernen sich kennen, freunden sich an und verlieben sich schließlich ineinander. In Dylans klapprigem Auto erkunden sie die Wüste in der Sommerhitze, sie schreiben eine Ode auf einen Kaktus und adoptieren einen zotteligen Hund. Doch irgendwann ist der Sommer zu Ende. Gray winkt ein Sportstipendium an einem weit entfernten College. Und auch Dylan hat Pläne: Sie will die Welt sehen und weiter jeden Tag wie ein Wunder erleben. Die beiden erleben, wie leicht es ist, sich zu verlieben - und wie viel schwerer es sein kann, sich zu verzeihen und wiederzufinden, wenn man sich einmal verloren hat.
 
(Inhaltsangaben von amazon.de)

Samstag, 24. November 2012

"Ich könnte am Samstag" - Mark Watson

Heyne Verlag, 2012
8,99 Euro

Handlung:
Das Schicksal kennt keine Spielregeln
Xavier Ireland ist Nachttalker bei einem Radiosender in London. Tagsüber beschäftigt er sich mit sich selbst, nimmt an Scrabble-Turnieren teil und lässt die Tage an sich vorbeiziehen. Erst seine vor Energie überschäumende Putzfrau Pippa macht ihm klar, dass es sich lohnt, am Leben anderer Anteil zu nehmen und damit seinem eigenen Glück auf die Sprünge zu helfen. Mark Watsons Bestseller ist eine Hommage an das Leben und die Liebe - klug, humorvoll und zu Herzen gehend. Nach der Lektüre werden Sie die Welt mit anderen Augen sehen.
(Quelle: hier)

Meine Meinung:
"Ich könnte am Samstag" ist ein herrlich ungezwungenes, mal lustiges, mal nachdenklich stimmendes Buch, das mir sehr gut gefallen hat. Hauptfigur Xavier, der eigentlich Chris heißt, in London aber unter neuem Namen ein neues Leben begonnen hat, steht im Mittelpunkt. Mit ihm lernen wir als Leser das nächtliche Londoner Leben kennen, denn er ist Radiomoderator, der zusammen mit seinem Freund/ Kollegen Murray die Night-Show präsentiert. Er ist zufrieden mit seinem Alltag, dennoch wird man den Eindruck nicht so recht los, dass ihn etwas bewegt und ihm etwas fehlt im Leben - auch wenn er es selbst nicht so wirklich greifen kann. Tatsächlich ist es letztlich eine Frau, seine Putzfrau Pippa nämlich, durch die er neue Seiten kennen- und schätzen lernt, und sich fragt, ob bei ihm eigentlich alles so weiter laufen soll wie bisher.
Pippa selbst ist ein höchst außergewöhnlicher Charakter; zuweilen hatte ich richtig Probleme, sie als das anzunehmen, was sie sein soll, nämlich eine junge Dame Ende 20. Mir kam sie durch die äußerlichen Beschreibungen und die Charakterzüge und Aussprüche, die ihr auf den Leib geschrieben wurden, teilweise viel älter und abgeklärter vor. Dennoch beeindruckt sie Xavier vermutlich gerade dadurch und geht ihm anschließend nicht mehr aus dem Kopf.
Ansonsten habe ich mich beim Lesen von "Ich könnte am Samstag" sehr wohl gefühlt. Die Figuren sind sympathisch und völlig aus dem Leben gegriffen, absolut realistisch also. Mark Watson bietet mit seinem Buch obendrein wunderbare Einblicke in das Londoner Alltagsleben. Nicht nur Xavier und sein Leben kommen zum Tragen, sondern wie eine Art alles-sehende Kamera schwenkt man als Leser quer durch London und begleitet auch andere Personen bei ihren Taten. Gemäß der Annahme, dass bereits ein Flügelschlags eines Schmetterlings viele Ereignisse verändern kann, werden hier Ereignisketten, die unzählige Menschen und Begebenheiten umfassen, bis zum Anfang aufgedröselt und bis zum Verursacher, der hier interessanterweise Xavier selbst sein soll, zurückverfolgt.
Dass der Arme gar nicht an allem "Schuld" haben kann, ist erstmal nebensächlich; mir hat dieser Tick des Autors jedenfalls sehr gut gefallen. Ist mal was anderes. Ebenso begeistert war ich von den kurzen Momentaufnahmen verschiedener Londoner Einwohner und ihrer Tätigkeiten, so z.B. einer Psychotherapeutin, eines Restaurantbesitzers, eines Schülers oder einer allein erziehenden Mutter. Ab und zu erinnerte mich das an "Die fabelhafte Welt der Amelie", wenn einerseits erklärt wurde, was Xavier gerade tut und dann ein Satz folgte wie "Etwa 5 km entfernt im Londoner Stadtteil Mayfair war XY zur selben Zeit gerade dabei, dies und das zu tun." Toll finde ich sowas, und zum Glück nehmen solche kleinen Ausflüge hier auch nicht zuviel und zuwenig Platz ein, um von der eigentlichen Handlung abzulenken - Autor Mark Watson findet da genau das richtige Mittelmaß.
Tatsächlich hatte ich beim Lesen auf einmal viel zu wenig Romanrest in der Hand und musste mich mit dem Umstand anfreunden, dass die Geschichte gleich vorbei sein würde. Das Ende, das dann folgt, ist im harmlosesten Sinne überraschend, im schlimmsten Fall nicht nachzuvollziehen und ... nun ja, nicht zufriedenstellend - zumindest mag es dem ein oder anderen so gehen. Im ersten Moment kam ich mir ein wenig betrogen vor von diesem Ausgang; je länger ich jedoch darüber nachdenke, umso mehr muss ich sagen, dass das ein ideales Ende ist, das zur Eigenart des Romans passt. Wer jetzt hier nur Bahnhof versteht, dem kann ich nur sagen: selbst lesen! Es lohnt sich.

Fazit:
"Ich könnte am Samstag" (2011 bereits unter dem Titel "Elf Leben" erschienen) ist lesenwert, liebenswert und sympathisch, betrachtet in Momentaufnahmen das Leben der verschiedensten Londoner Einwohner und verknüpft eben genau diese auf beeindruckende Art und Weise. Hat mir sehr gut gefallen und kriegt daher 5 von 6 Bücherstapel.

Montag, 19. November 2012

"Geisterzeilen" - Janina Ebert

Schwarzkopf & Schwarzkopf Verlag, 2012
14,95 Euro

Handlung:
Manchmal sind die Menschen, die einen am meisten prägen, bereits tot: Es ist tiefe Nacht, als Helena zum ersten Mal vom Drang zu schreiben erfasst wird. Ihre Hand saust förmlich über das Papier und hinterlässt einen stilistisch ausgefeilten Text. Helena spürt, dass jemand von ihr Besitz ergriffen hat, beschließt aber, niemandem davon zu erzählen. Fortan verlässt sich die bisher durchschnittliche Schülerin bei Hausaufgaben und Tests auf ihre "Gabe" und staubt eine gute Note nach der anderen ab. Erst als ein fremder Name auf ihrer Geschichtsarbeit erscheint, bekommt es die 16-Jährige mit der Angst zu tun. Wer ist dieser Oskar Schiller, der ihre Hand führt, und was will er von ihr? Helena beginnt nachzuforschen und schon bald taucht ein weiterer Geist auf, der ihr Herz höher schlagen lässt ...
(Quelle: hier)

Meine Meinung:
"Geisterzeilen" ist der Debütroman der gerade mal 20jährigen Autorin Janina Ebert, und dafür ist er bemerkenswert gut gelungen. Die Geschichte von Helena, die eines Tages bemerkt, dass jemand - Geister - von ihr Besitz ergreifen und sie als Ghostwriter zum Verfassen ihrer Gedanken "engagieren", ist toll, flüssig und nachvollziehbar geschrieben und obendrein ein recht einfühlsames Buch, das letzten Endes nachdenklich stimmt.
Hier werden Themen werden behandelt, die vor allem jugendlichen Schulmädels aus der Seele sprechen dürften (Schule nervt, Lehrer nerven, kleine Brüder nerven, Freundinnenprobleme, erste Liebe & Co.). In der Figur Helena wird sich daher die Eine oder Andere auch wiederfinden können, zumal es leicht fällt, sich mit ihr zu identifizieren und sie auf ihrer Geistergeschichte zu begleiten. 
Entsprechend ist auch der Sprachstil eher jugendlich, unbedarft und ungezwungen gehalten, was letztlich gut zur Geschichte passt. Helena macht sich zunächst gar nicht soviel Gedanken darüber, was sie auf welche Art und Weise sagt und wie das bei manch anderen ankommt. Erst als Oskar in ihr Leben tritt, der Geist eines verstorbenen Schriftstellers, beginnt sie vieles anders zu sehen. Oskar erklärt ihr beispielsweise, dass ein "Hallo" gar nicht so recht eine Begrüßung sei, weil man nur durch ein "Guten Tag" dem anderen etwas wünscht und mit auf den Weg gibt. Solche Aha-Momente im Buch fand ich schön, weil sie stimmen und man sich trotzdem nie Gedanken darüber macht.
An anderer Stelle fand ich Oskars und später auch die Ansichten des Unbekannten, der Helena ebenfalls besucht, jedoch etwas lehrbuchartig und belehrend, dann nämlich, wenn sie einfach zu ausschweifend werden und ganze Absätze füllen. Auch die moralischen Absichten, die durch bestimmte Situationen im Buch transportiert werden sollen, kamen mir einen Tick zu aufgesetzt und zu sehr "unter vorgehaltenem Zeigefinger verpackt" vor. Ich denke, jeder Leser nimmt für sich am Ende etwas aus diesem Buch mit, und das ist schon für sich alleine genommen viel wert.
Obwohl es sich hier sprichwörtlich um eine Geistergeschichte handelt, ist "Geisterzeilen" kein Gruselroman oder nur etwas für "Hartgesottene"; auf keinen Fall! Der Umgang der Autorin mit dem Thema Tod und Sterben und "Geist-Sein" ist sensibel und dennoch offen ausgetragen und aus verschiedenen Blickwinkeln betrachtet. Sehr gut gefallen haben mir die Beschreibungen von Helenas Gefühls- und Gedankenwelt, wenn sie von einem Geist besucht wird - und leider finden sich unter diesen Besuchern eben nicht nur gute und nette Geister, sondern eben auch verlorene und böse Seelen, die Hilfe brauchen. Die Angst, die solche Situationen bei Helena hervorrufen, ist genauso gekonnt umgesetzt wie die Freude, die sie empfindet, wenn sie sich mit ihrem Unbekannten unterhält, der bei ihr ziemliches Herzklopfen verursacht. Diese kleine Romanze gibt es daher als Sahnehäubchen obendrauf. Aber kann eine Liebesgeschichte zwischen Mensch und Geist überhaupt gut ausgehen?
Das sollte man selbst herausfinden; und das Ende, dass Frau Ebert hier findet, ist zwar etwas unkonventionell und vielleicht auch nicht für jedermann nachzuvollziehen, aber dennoch passend.

Fazit:
Ich gebe es zu, ich klebte förmlich an den "Geisterzeilen", und war ziemlich gespannt, wie sich Helena mit dem Geisterbesuch arrangieren würde. Die Geschichte hat die ein oder andere Wendung, die ich etwas ungewöhnlich fand und die mir auch nicht gänzlich zusagte; trotzdem ist dieses Debütwerk in sich gelungen und schön zu lesen. 4 von 6 Bücherstapel.

Sonntag, 18. November 2012

In my mailbox...

Hallo ihr da draußen. Ich hab mich in den letzten Tagen so wenig gemeldet, aber ich komme einerseits nicht so wirklich dazu, und zum anderen gibt´s auch nichts sooo Erwähnenswertes, dass es sich für Einträge lohnen würde. Nach wie vor sitzen mir die Rezensionen ein wenig im Nacken - mir fehlt im Moment komplett die Motivation, mich nach dem Lesen hinzusetzen und irgendwas dazu zu schreiben. Eigentlich ist das ja gar nicht so schwer, man hat ja meistens irgendwelche Gedanken zu einem Buch, wenn man es zuklappt. Aber dennoch fehlt mir dazu zur Zeit irgendwie der Antrieb und die Lust. Ich hoffe, dieser Zustand ändert sich in den nächsten Tagen. Da ich gestern gleich 2 Bücher ausgelesen habe, sind zu meinen 2 ohnehin noch offenen Rezensionen gleich noch 2 weitere ausstehende dazugekommen *ächz*. Vielleicht fasse ich mich aber auch einfach mal total kurz, sprich: noch kürzer als ohnehin meistens schon...

In den letzten Tagen erreichten mich jedenfalls wieder einige sehr schöne Bücher, woran dieses Mal vor allem ein 15%-Rabatt-Code bei Arvelle schuld war. Wenn eine solche Aktion bei facebook angekündigt wird, kann ich das meistens nicht ignorieren, zumal die Bücher bei Arvelle - obwohl sie als Mängelexemplare laufen - in tadellosem Zustand und wirklich vergleichsweise billig sind. Da muss ich halt zuschlagen, wenn ich etwas finde, das ich schon länger haben wollte. Wie dieses Mal eben auch:



(Ein Klick auf die Titel bringt euch zur Inhaltsangabe)

Isabel Ashdown "Sunday Girl" (das gab´s gratis dazu)
Jonathan Stroud "Bartimäus - Der Ring des Salomo" (Band 4 hat mir die ganze Zeit noch gefehlt)

Schließlich erreichte mich am Donnerstag auch noch ein weiteres Buch. Völlig ahnungslos blickte ich die Buchsendung an und überlegte tatsächlich erst eine gute volle Minute, was es sein könnte, bis ich das Ding endlich - nach wie vor gespannt - aufriss. Und dann habe ich mich riesig gefreut, denn ich gehöre zu den Glücklichen, die "Untot" von Kirsty McKay vorab vor Erscheinen lesen dürfen. Das Buch erscheint erst in ein paar Tagen, daher dürfen auch noch keine Rezensionen veröffentlicht werden (nun ja... wie gesagt, ich muss sie ja auch erst noch schreiben, hm hm...). Aber ich habe das Buch gestern in einem Rutsch weggelesen und kann euch schonmal jetzt sagen: es ist der HAMMER!!! Bestellt es euch vor, kauft es, sobald es erhältlich ist, aber lest es! Ich fands total klasse und unterhaltsam. Schon die Tatsache, dass ich das Buch nicht ein einziges Mal weglegen konnte, spricht Bände!


Kirsty McKay "Untot - Lauf, solange du noch kannst"
Auf keinen Fall wird sie aus diesem Bus aussteigen. Bobby hasst ihre neuen Mitschüler und der Skiausflug war die totale Vollkatastrophe. Da wartet sie lieber mit Bad Boy Smitty, bis die anderen aus dem Café zurückkommen. Aber die anderen kommen nicht. Die anderen sind tot - Alice hat es genau gesehen und dreht vollkommen durch. Schöne Scheiße! Sie müssen hier weg und zwar schnell. Denn plötzlich kommen die Toten auf sie zu und sie sehen verdammt hungrig aus. Doch draußen ist es einsam und dunkel, der Schneesturm tobt und die Handys funktionieren auch nicht. Und eigentlich weiß man aus jedem guten Horrorfilm, dass man sich niemals in so eine Situation begeben darf ...

Samstag, 17. November 2012

"Die Bekenntnisse der Sullivan Schwestern" - Natalie Standiford

Carlsen Verlag, 2012
16,90 Euro

Handlung:
Die Sullivan-Schwestern haben ein Problem: Ihre reiche, tyrannische Großmutter fordert ein schriftliches Bekenntnis all ihrer Missetaten. Andernfalls will sie die gesamte Familie enterben.
Also beichten die drei: Norrie hat sich in Robbie verliebt, der acht Jahre älter ist. Aber ist das denn so schlimm? Jane schreibt ein Blog über ihre schreckliche Familie. Aber was kann sie bitte für ihre bösen Vorfahren? Und Sassy glaubt, dass sie unsterblich ist. Schließlich wurde sie schon mehrmals vom Auto angefahren und nie ist ihr was passiert. Ist das jetzt Ketzerei?
Drei energische, unerschrockene und ganz unterschiedliche junge Mädchen bekennen ihre kleinen Sünden, die vielleicht gar keine sind.
(Quelle: hier)

Meine Meinung:
"Almighty Lou", die Großmutter der Sullivan Kinder, stellt zu Weihnachten ein Ultimatum: entweder derjenige, der sie enttäuscht hat, bekennt bis Neujahr seine Fehler und beichtet seine Missetaten, oder die Familie Sullivan wird aus ihrem Testament gestrichen. Leider "vergisst" sie zu erwähnen, wer genau der Übeltäter ist. So machen sich die 3 Sullivan Schwestern jede für sich daran, ihre Vergehen aufzulisten und ein Bekenntnis abzulegen.
Mir haben die "Ausschweifungen" der Sullivan Schwestern sehr gut gefallen. Die Autorin schafft hier einen locker leichten Roman zum Weg-Schmökern, den ich gern in Erinnerung behalte, dessen Ende ich jedoch ein wenig fad und ... ja, fast enttäuschend fand.
Die Sullivans sind eine reiche und angesehene, alteingessene Familie in Baltimore, die einen entsprechenden Ruf zu pflegen hat. Die vermeintlichen Missetaten der Sullivan Töchter sind Almighty Lou daher ein echter Dorn im Auge: Norrie verliebt sich in den falschen, weil nicht angesehenen Jungen, Jane ist das schwarze Schaf der Familie und benimmt sich auch so, und Sassy hegt völlig unschuldige Unsterblichkeitsgedanken.
"Die Bekenntnisse der Sullivan Schwestern" sind eigentlich gar keine richtigen Bekenntnisse, oder zumindest sind ihre "Vergehen" keine wirklichen Vergehen. Vielmehr sind es recht nachvollziehbare und normale Versuche, die Probleme des jugendlichen Alltags zu meistern. Dass die Bekennerschreiben, die die 3 Mädels ihrer Großmutter abliefern, daher eher liebevoll und zum Schmunzeln daherkommen, ist somit nur nachvollziehbar. Die 3 Briefe der Mädchen werden nacheinander im Buch vorgestellt, sodass jede zu Wort kommt und man sich als Leser ein recht gutes Bild von den 3 Schwestern und ihren Gedanken machen kann. Dadurch lernt man die Töchter selbst, aber auch die restliche Familie Sullivan ganz gut kennen - und auch mögen, denn wieder einmal zeigt sich: es ist nicht alles Gold, das glänzt. Mir hat die Charakterzeichnung der 3 Mädchen sehr gut gefallen; sie sind sehr unterschiedliche Persönlichkeiten und ziehen dennoch an einem Strang, wenn es um ihre Familie geht. Eigentlich möchte jede von ihnen nur das Beste für ihre Familie, aber soll man deswegen seine eigenen Wünsche und Träume stets hintenan stellen? Um diese Frage drehen sich die Geschehnisse im Hause Sullivan, die man hier durch 3 verschiedene Blickwinkel miterlebt und die zu Weihnachten zusammenlaufen.
Das Ende selbst kommt - zumindest für mich - nicht so ganz überraschend, denn so etwas in der Art hatte ich schon vermutet; allerdings finde ich die Auflösung und vor allem das, was danach kommt, ein wenig fade gestaltet. Almighty Lou macht ihrem Namen hier zumindest keine Ehre und auch für die Schwestern erscheint die ganze Aktion ohne wirkliche Konsequenzen, was ich ein wenig schade fand.

Fazit:
"Die Bekenntnisse der Sullivan Schwestern" ist ein nettes Buch zum Schmökern an kalten Abenden, da man sich in der Familie Sullivan mit ihren schrägen Mitgliedern unweigerlich heimelig fühlt. Die Ausführungen der vermeintlichen Missetaten war unterhaltsam, allerdings hätte das Ende für meinen Geschmack einen Tick fulminanter gestaltet sein können. Gute 4 von 6 Bücherstapel.


Dienstag, 13. November 2012

Die Lektüre meiner Zugnachbarn - Nachtrag

Beim letzten Ausflug in die Lektüre meiner Zugnachbarn habe ich euch von einem (von mir geschätzt etwa) 45-jährigen Mann erzählt, der auf seinem eReader "Everlasting" von Holly-Jane Rahlens gelesen hat, und dass mich das glatt ein wenig überraschte.
Noch überraschter war ich jedoch, als ich als Reaktion auf diesen Post eine Email der Autorin selbst erhielt, die mich bat, doch bitte bitte in Erfahrung zu bringen, wie eben diesem Mann ihr Buch gefallen hat. Liebe Frau Rahlens, auch an dieser Stelle noch einmal Dankeschön für Ihre Nachricht, ich habe mich riesig gefreut!

Und auch wenn es eigentlich nicht meine Art ist, völlig fremde Menschen einfach so anzuquatschen und zu fragen, wie ihnen denn ihr Buch gefällt,... bin ich dieses Mal über meinen Schatten gesprungen und habe eine Ausnahme gemacht. Nicht zuletzt, weil ich den Herrn ja nun fast jeden Nachmittag sehe und weiß, dass er ein ganz Netter ist.
Ich hab ihm ganz kurz und knapp erklärt, worum es geht, was das Ganze überhaupt soll und auf den Satz "Die Autorin möchte gern von Ihnen persönlich wissen, wie Ihnen das Buch gefallen hat" mussten wir beide erstmal lachen.
Er erklärte mir dann, dass er das Buch an und für sich sehr mochte, auch wenn das eher nicht die Art von Literatur ist, die er für gewöhnlich konsumiert. Er meinte, "Everlasting" birgt sehr schöne Ideen in sich und besonders haben ihm die Gedanken gefallen, die die Menschen der Zukunft über unser Leben heute haben. Genau dieser Aspekt hatte mir auch sehr gefallen, als ich es gelesen habe. Dann hat er mir noch den Grund verraten, warum er das Buch eigentlich tatsächlich gelesen hat: er hat eine 14-jährige Tochter, die dieses Buch vor einigen Wochen selbst gelesen hat und völlig begeistert war. Weil er das Gefühl hat, "mit seiner Tochter gar nicht mehr mitzukommen" und auch allgemein viel zu wenig mit ihr gemein hat (Zitat), hat er sich überreden lassen, dass sie ab sofort ab und zu ein Buch zusammen lesen, worüber sie dann reden und sich austauschen können. Und dieses Mal fiel die Wahl auf "Everlasting". Beim nächsten Mal darf er wieder entscheiden, was gelesen wird.
 
Diese Anekdote fand ich so süß und ungewöhnlich, dass ich sie hier vorstelle und euch berichte, auch wenn das über meine gewohnte Rubrik der Zugnachbarn-Lektüre hinausgeht. Aber ich finde es total schön, solche Geschichten und derart lustige und kuriose Wendungen zu erfahren, nur weil man seinem Nachbarn mal aufs Buch geschaut hat :)

Montag, 12. November 2012

Zuhause gefunden

Das Buch "Ich könnte am Samstag" von Mark Watson geht an

Christine von Lesemomente!

Liebste Tine, deine Adresse habe ich sogar noch, du musst also gar nichts machen - das Buch kommt von ganz allein zu dir :D Hoffe, du hast genauso viel Spaß daran wie ich.

Denn unter anderem "Ich könnte am Samstag" habe ich am Wochenende fertig gelesen und nun stapeln sich die zu schreibenden Rezensionen bei mir; ich komm gar nicht hinterher. Und... nun ja, man hat ja nun auch nicht immer zu jedem Buch eine höchst ausgefeilte Meinung, die sich quasi von allein schreibt. Also mal sehen, was ich daraus mache. Sofern ich erfolgreich bin, erwarten euch in den nächsten Tagen Rezensionen zu "Ich könnte am Samstag" von Mark Watson, "Geisterzeilen" von Janina Ebert und "Die Bekenntnisse der Sullivan Schwestern" von Natalie Standiford.

Sonntag, 11. November 2012

Verliebt in eine Band: Rückfall in Groupie-Zeiten

Am 3.11.12 hatte ich das unglaubliche Glück, bei einem der besten Konzerte überhaupt dabei gewesen zu sein. KEANE (Leser dieses Blogs dürften mittlerweile wissen, dass ich, wenn es um meine Lieblingsband Keane geht, jegliche Vernunft verliere und ... gewissermaßen... verrückt nach diesen 4 Briten bin *lechz*) spielten im Tempodrom in Berlin und ES.WAR.FANTASTISCH. Einfach alles hat gestimmt. Angefangen bei einem Stehplatz an vorderster Front, neben mir eine total nette Freundin, die ich viel zu selten sehe, über die Vorband, Zulu Winter, die mir ausgesprochen gut gefallen hat, für meinen Geschmack nur einen Tick zu laut eingestellt war. (Oder es lag daran, dass ich so weit vorne gleich bei den Boxen stand...) 
Nachdem beim Auftritt dieser Vorband die Stimmung im Publikum schon merklich anstieg und sich bei allen eine freudige Vorspannung auf DEN Hauptact einstellte, war es dann auch endlich soweit: Keane zurück in Berlin! Die 4 Bandmitglieder mögen Berlin nach eigenen Aussagen sehr, sind immer wieder gern hier und haben auch einen Teil ihres letzten Albums "Perfect Symmetry" in der deutschen Hauptstadt aufgenommen. Entsprechend gefeiert wurden die Engländer von den deutschen Zuhörern; Jubel, Applaus, Gekreische und Zurufe - alles dabei. Im Laufe des Konzerts regnete es auch rote Rosen auf die Bühne, die von Sänger Tom prompt in die vordersten Boxen auf der Bühne gesteckt wurden. Auch Tim am Klavier hat eine bekommen. 
Diese "Liebesbekenntnisse" von Seiten der Fans gab es nur zu Recht, denn die Show, die Keane ablieferten, war eine der besten, die ich bisher miterleben durfte (und ich hab sie jetzt schon mehrfach gesehen). Die Songliste war wie immer wunderbar abwechslungsreich; von den Klassikern aus dem Debütalbum "Hopes & Fears" über Nummer, die einfach jeder mitsingen kann, ebenso wie natürlich den neuesten Songs aus "Strangeland", dem 4. und aktuellsten Album, war einiges dabei, was das Keane-Herz höher schlagen lässt. Meine persönlichen Highlights waren neben "The lovers are losing", dem lange nicht mehr live gespielten "She has no time" auch der "Hamburg Song", eine wunderschöne ruhige Nummer, die sie, wie Tom erzählte, ebenfalls seit Jahren nicht mehr live gespielt und jetzt mal wieder herausgekramt hätten. Ihr glaubt nicht, WIE RUHIG es im Tempodrom werden kann, und das nur, weil dort vorne auf der Bühne ein Mann mit einer Wahnsinnstimme ein Lied zum Besten gibt, und jeder, wirklich jeder andächtig lauscht, seinen Nachbarn ungläubig ansieht und sich denkt "Was für eine Stimme! Klingt live wie auf der CD! Ich hab eine Gänsehaut..."
Besonders schön war, dass es sogar 2 Zugaben gab. Normalerweise ist nach einer Schluss, aber da die Keanes dieses Mal offensichtlich selbst sehr begeistert und völlig baff von der Resonanz des Berliner Publikums waren (laut Tom sei das das bisher schönste und beste Konzert ihrer Europa-Tour gewesen), gab es als Sahnehäubchen noch Keanes Version vom Queen-Song "Under Pressure" hintendran. Das gibt´s für euch ebenfalls zu sehen, wenn ihr euch an den ganzen Fotos vorbei nach unten scrollt.
Mein Fazit: Keane immer wieder und wieder!! Die kann man gar nicht oft genug sehen! Ich habe sie in diesem Jahr jetzt 4x live gesehen und freue mich schon wie ein Keks auf das 5. Mal, Anfang Dezember in Brighton (UK)...





















© für alle Fotos: i-am-bookish.blogspot.com


Donnerstag, 8. November 2012

"Jake Djones und die Hüter der Zeit" - Damian Dibben

Penhaligon Verlag, 2012
16,99 Euro
 
Handlung:
Jake Djones führt ein ganz gewöhnliches Leben – bis er eines Tages vom Geheimbund der Geschichtshüter erfährt. Die Agenten dieses Bundes eröffnen Jake nicht nur, dass er durch die Zeit reisen kann, sie benötigen auch noch seine Hilfe. Der skrupellose Prinz Xander Zeldt will die Vergangenheit nach seinem Willen verändern und der Welt damit für alle Zeit seine Herrschaft aufzwingen. Gemeinsam mit den besten Agenten der Geschichtshüter begibt Jake sich auf eine gefährliche Mission ins Venedig des 16. Jahrhunderts. Das Schicksal der Menschheit hängt allein von ihrer Entschlossenheit ab – in der Vergangenheit, der Gegenwart und der Zukunft ...
(Quelle: hier)
 
Meine Meinung:
Mit "Jake Djones und die Hüter der Zeit" habe ich mich anfangs unglaublich schwer getan. Irgendwie vermochte mich das Buch nicht so recht zu greifen, und so las ich zunächst immer nur 2, 3 Seiten, um das Buch dann wegzulegen und einem anderen den Vortritt zu lassen. Dann aber! Irgendwann las ich dann mal einfach über die üblichen 3 Seiten hinweg... - und plötzlich war ich mittendrin und konnte gar nicht mehr aufhören!
Während die Personencharakterisierungen, die nötigen Erklärungen für das "Worum geht´s überhaupt?" und gewissermaßen auch die Spannung für mich anfangs ein wenig zu wünschen übrig ließen, kriegte das Buch nach etwa einem Drittel einen richtigen Schwung und riss nicht nur Jake und seine Kumpanen, sondern auch mich direkt mit in die Zeitreisen - ab ins Italien des 16. Jahrhunderts! Und da ging es dann erst so richtig los. Fiese Bösewichte, undurchsichtige Mitspieler, ein kleines Bißchen Magie, geheimnisvolle Orte und Gegenden, schräge, aber irgendwie liebenswerte Mitzeitreisende, und mittendrin Jake, der zunächst alles irgendwie gar nicht so richtig versteht, aber auch lieber erstmal wenig fragt, man weiß ja nie, ob man mit der Antwort glücklicher wäre...
Nach diesem kleinen Hänger gleich am Anfang habe ich mich von "Jake Djones und die Hüter der Zeit" bestens unterhalten gefühlt, bin neugierig geworden auf die Figuren, allen voran Jakes "Kollegen" Charlie und Topaz sowie dem unfassbar coolen und lässigen Nathan, der dem Ganzen hier und da den richtigen, weil ironisch-unterhaltsamen Ton verpasst. Ich freue mich schon richtig, mehr von diesen Abenteurern zu lesen und sie auch in andere Zeiten zu begleiten. Dann kann Nathan wieder tief in seinen Kostümfundus greifen.
Mit "Jake Djones und die Hüter der Zeit" ist dem Autor Dibben ein sehr unterhaltsamer, jugendlich gehaltener Einstieg gelungen. Weitere Abenteuer von Jake Djones werden hoffentlich folgen. Das Ende von "Die Hüter der Zeit" zumindest ist äußerst vielversprechend und bietet eine Menge Boden für Fortsetzungen!
Fazit:
Den Debütroman "Jake Djones" kann ich allen empfehlen, die abenteuerlustige und unterhaltsame Geschichten mit jugendlichen Helden, spannenden Geschehnissen und interessanten Ideen mögen. Ob alt oder jung ist hier total egal! 5 von 6 Bücherstapel.
 
 

Mittwoch, 7. November 2012

Das muss einfach mal gesagt werden

 
 
 
 
(hier entdeckt)

Dienstag, 6. November 2012

Die Lektüre meiner Zugnachbarn #6

Nachdem es schon länger keine Einblicke mehr in die Lektüre meiner Zugnachbarn gab, melde ich mich mal wieder mit eben dieser Rubrik zurück. Denn nach wie vor wird um mich herum natürlich fleißig gelesen - zum Glück.
Heute geht es um einen Herrn, den ich quasi jeden Tag nachmittags auf dem Weg nach Hause sehe. Wir plaudern immer ein wenig und machen uns über die Bahn im Allgemeinen und unseren Zug im Besonderen lustig. Er liest. Jeden Tag. Er hat stets einen Kindle dabei und stürzt sich dann ins Lesen, sobald der Zug etwas voller wird. (Ich kenne das, auf die Weise kommt man nicht in die Verlegenheit, irgendwelchen Leuten beim Platz-Suchen zuzuschauen. Denn für manche ist es beim Bahnfahren schon ein lautstarkes und sämtliche-Mitreisende-einbeziehendes Erlebnis, sich einen Platz auszusuchen, auf dem man die nächsten 15 (!) Minuten verbringen soll...) Neulich saß ich jedenfalls direkt neben diesem Herrn und schielte nach rechts auf seinen e-Reader. Erst dachte ich, ich habe mich verguckt, woraufhin ich dann einen Moment länger draufstarrte und es dann aber doch bestätigt sah: er las
 
Holly-Jane Rahlens "Everlasting"
Man schreibt das Jahr 2264.
Gefühle sind unerwünscht, die Liebe ist ausgestorben. Die Geburtenrate ist gefährlich gesunken. Der junge Historiker und Sprachwissenschaftler Finn Nordstrom, Spezialist für die inzwischen tote Sprache Deutsch, erhält den Auftrag, die 250 Jahre alten Tagebücher eines jungen Mädchens aus dem Berlin des 21. Jahrhunderts zu übersetzen. Öde, findet er. Und albern. Doch dann ist er zunehmend fasziniert von dem Mädchen, das quasi vor seinen Augen erwachsen wird. Schließlich soll Finn in einem Virtual-Reality-Spiel in der Zeit zurückreisen, um das Mädchen zu treffen. Ohne es zu wissen, wird er damit zum Versuchskaninchen der Spieleentwickler. Warum schicken sie ausgerechnet ihn, den Fachmann für tote Sprachen, in die Zeit kurz vor Ausbruch der Großen Epidemie? Und was ist das für ein sonderbares Gefühl, das ihn überkommt, wenn er der jungen Frau begegnet? Bald muss Finn sich entscheiden - für die Liebe oder für die Zukunft ...
 
Alsoooo, ich fand das Buch ja ganz wunderbar, wie man hier nachlesen kann. War eins meiner Highlights in diesem Jahr. Allerdings würde ich so eine Literatur nicht bei einem ca. 45-jährigen Mann erwarten. Aber vermutlich genau deswegen (und weil es so überraschend war) musste ich lächeln und habe ihn in dem Moment beneidet, weil er das Buch erst noch für sich entdecken kann.

HIER geht es zum Nachtrag, denn mit diesem Post ist die Story noch nicht abgeschlossen :)

Montag, 5. November 2012

Huch!... - oder: Buch sucht Zuhause

Das passiert, wenn man den Überblick über seine Buch(vor-)bestellungen verliert:


Voller Vorfreude und unbändiger Spannung packte ich vorhin ein amazon-Päckchen aus. Ja, ich wusste tatsächlich zunächst nicht mehr, was mich darin erwarten würde, bis mir dann langsam dämmerte, dass ich hier gleich eine Vorbestellung in der Hand halten würde. Aber nicht nur diese. Dazu bestellt hatte ich nämlich "Ich könnte am Samstag" von Mark Watson, weil es so nett in der Inhaltsangabe klingt und in den Bewertungen super wegkommt. Die Bestellung ist schon einige Wochen Tage her, das mal zu meiner Entschuldigung. Nun stand ich jedoch schon letzte Woche in einem kleinen Bahnhofsbuchladen, musste auf einen Zug warten, und griff verzückt nach eben diesem "Ich könnte am Samstag", mit dem Gedanken "Hach, das wollte ich doch unbedingt lesen" im Kopf und sah mir selbst dabei zu, wie ich es anschließend zur Kasse trug - selbstverständlich wusste ich in diesem Moment partout nicht mehr, dass ich mir dieses Buch schon bestellt hatte. Das ist mir nun erst vorhin wieder klar geworden.
Und jetzt habe ich den Salat, denn zweimal dasselbe Buch im Haus. So sehr Bücher bei mir auch willkommen sind, brauche ich nicht zweimal dasselbe. Auch wenn es noch so toll ist, wie ich schonmal vorab sagen darf; ich bin jetzt etwa bei der Hälfte und finde das Buch richtig gemütlich und schön.

Aus diesem Grund hat jetzt eine(r) von euch da draußen die Chance auf dieses Buch. Schreibt mir einen Kommentar unter diesen Post oder eine Email an i-am-bookish(at)web.de oder auch gern beides (doppelt hält besser) und sagt mir:

Wer oder was hat euch zuletzt so richtig beeindruckt?

Schließlich geht´s in diesem Buch ja darum, dass Xavier ziemlich beeindruckt von seiner Putzfrau Pippa ist. Aber hier erstmal die komplette Inhaltsangabe:

Xavier Ireland ist Nachttalker bei einem Radiosender in London. Tagsüber beschäftigt er sich mit sich selbst, nimmt an Scrabble-Turnieren teil und lässt die Tage an sich vorbeiziehen. Erst seine vor Energie überschäumende Putzfrau Pippa macht ihm klar, dass es sich lohnt, am Leben anderer Anteil zu nehmen und damit seinem eigenen Glück auf die Sprünge zu helfen. Mark Watsons Bestseller ist eine Hommage an das Leben und die Liebe – klug, humorvoll und zu Herzen gehend. Nach der Lektüre werden Sie die Welt mit anderen Augen sehen.
(Quelle: hier)

 
Wie gesagt, mir gefällt es ausgesprochen gut, es beinhaltet wunderbare Momentaufnahmen von Gedanken und Gefühlen der verschiedensten Personen und erinnert mich hier und da ein wenig an "Die fabelhafte Welt der Amelie".
Falls es mehrere Interessenten gibt, lose ich am Wochenende aus. Viel Erfolg!

Donnerstag, 1. November 2012

Challenges...?! ... Och, nö...

Eigentlich... Tja, eigentlich hatte ich mir in diesem Jahr ja einiges vorgenommen. Am Anfang des Jahres war mein Drang, mein Vorhaben und Bedürfnis, Bücher zu bestimmten Themen und Vorgaben zu lesen, - ja, an den verschiedensten Lese-Challenges teilzunehmen, noch unbändig groß.
Das hat sich mittlerweile geändert.
Zum einen neigt sich das Jahr doch schon seeehr dem Ende zu, was mich persönlich ziemlich freut. Denn ich bin ein Wintermensch und für mich ist die Zeit, wenn der Herbst in den Advent übergeht, die schönste Zeit im Jahr. Dementsprechend stapeln sich bei mir die Bücher, die ich an und für sich schon noch gern in diesem Jahr lesen wollte, aber... das wird wohl nicht so funktionieren (weil: zuviele). Aber unabhängig davon habe ich im Laufe der Monate auch gemerkt, dass ich oftmals gar keine Lust habe, bestimmte Bücher zu lesen, die mir vorgegeben wurden oder die ich mir selbst auf einer Liste zusammengestellt habe - mit dem Ziel, diese Bücher für eine Challenge zu einem bestimmten Zeitpunkt zu lesen. Entweder dieses und jene Buch sagte mir inhaltlich nicht zu, oder ich hatte es noch gar nicht und hätte es mir erst kaufen/leihen müssen, oder ich begann es sogar zu lesen und stellte bereits nach wenigen Seiten fest: "Hm. Irgendwie schnarchig. Ist jetzt nicht so meins. Also lieber was anderes."
So kommt es, dass mein Ansporn, meine begonnenen Challenges erfolgreich zu meistern, sich in den ersten Monaten durchaus blicken lassen konnte..., heute allerdings ein wenig zum erlahmen gekommen ist. 
Die "Zweite Chance Challenge" habe ich ja schon Mitte des Jahres gekippt, und ich befürchte, mein Fazit zur Lieblingsbuch-Challenge wird ebenfalls sein: durchgefallen. Das tut mir eigentlich ziemlich leid, denn die Idee, die dahinter steckt (von Eva und Tine), fand ich eigentlich außerordentlich nett. Aber hier sagten mir einerseits die vorgeschlagenen Bücher nicht so recht zu bzw. die 2 Bücher, die ich sogar schon besitze und die ich dafür noch lesen könnte, sprechen mich momentan einfach gar nicht an.
Die "I´m in english..." - Challenge läuft auch eher durchwachsen, ich hab schon den einen oder anderen Monat, in dem ich kein englisches Buch gelesen habe - und ich bin ehrlich: es ist mir total egal. Ich lese gern mal was englisches, aber nicht, wenn ich keine Lust drauf hab.
Mein "Sorgenkind" ist momentan die "Chick Lit" - Challenge von Friedelchen, denn die läuft sehr schleppend, weil ich zur Zeit kaum Lust auf solche Bücher habe. Im Oktober gab es dementsprechend auch keins; wobei... stimmt gar nicht. Ich habe sogar eins angefangen, von Meg Cabot (keine Ahnung, wie der Titel war, die ähneln sich in diesem Genre ja auch alle so sehr), und fand das inhaltlich und schreiberisch so dämlich, dass ich schon nach 3 Kapiteln aufgegeben habe. Die Challenge steht bisher also unter keinem wirklich guten Stern, aber ich hab ja noch ein wenig Zeit, und vielleicht habe ich im neuen Jahr wundersamer Weise das Bedürfnis, gleich 3 derartige Herzschmerz- Bücher auf einmal zu lesen... (*zweifel*)

Fazit: Ich habe zur Zeit keine Lust mehr auf meine Challenges und richte mich mit meinem Lesestoff derzeit auch so gar nicht danach. Mir ist einfach nicht danach, Bücher zu lesen, die ich nicht wirklich lesen möchte, und damit meine Zeit zu vergeben, die fürs Lesen eh schon immer knapp bemessen ist. Für´s nächste Jahr habe ich mir auch bereits vorgenommen, einen Gang zurück zu schalten, was Challenge-Teilnahmen betrifft bzw. vielleicht auch komplett darauf zu verzichten.

Wie sieht´s bei euch aus? Seid ihr noch gut dabei oder hat euch die Challenge-Müdigkeit auch schon erwischt?

"Beautiful redemption" - Kami Garcia & Margaret Stohl

Reihe:
1. Beautiful creatures
2. Beautiful darkness
3. Beautiful chaos
4. Beautiful redemption

Handlung:
Is death the end . . . or only the beginning?
Ethan Wate has spent most of his life longing to escape the stiflingly small Southern town of Gatlin. He never thought he would meet the girl of his dreams, Lena Duchannes, who unveiled a secretive, powerful, and cursed side of Gatlin, hidden in plain sight. And he never could have expected that he would be forced to leave behind everyone and everything he cares about. So when Ethan awakes after the chilling events of the Eighteenth Moon, he has only one goal: to find a way to return to Lena and the ones he loves.
Back in Gatlin, Lena is making her own bargains for Ethan's return, vowing to do whatever it takes -- even if that means trusting old enemies or risking the lives of the family and friends Ethan left to protect. Worlds apart, Ethan and Lena must once again work together to rewrite their fate, in this stunning finale to the Beautiful Creatures series.
(Quelle: hier)

Meine Meinung:
***Keine Garantie für Spoiler, da es sich hier um Teil 4 handelt und man die Vorgänger kennen sollte!!***

Der vierte und letzte Teil der Caster Chronicles, "Beautiful redemption", hat mir sehr gut gefallen. Nachdem sich meinerseits bei den beiden Vorgänger-Bänden hier und da leichte Enttäuschung breit machte, weil die Handlung in meinen Augen zunehmend wirr und stockend wurde, strotzt dieser finale Band um Lena und Ethan wieder vor tollen Einfällen, spannenden Wendungen und profitiert von einer sehr gelungenen Umsetzung.
"Beautiful redemption" ist sowohl aus Ethans als auch aus Lenas Sicht erzählt, was neu ist, da bisher (fast) nur Ethan zu Wort kam. Da Ethan nach den Geschehnissen in "Beautiful chaos" jedoch in einer Art Zwischenwelt gefangen ist und die Hilfe und Zuarbeit von Lena und seinen Freunden (allen voran mein Liebling Link) benötigt, wird ein Teil der Handlung auch von Lena berichtet. Auf seinem Weg zurück zu seinen Lieben können wir Ethan begleiten, wie er sich durch die Unterwelt kämpft, Rätsel und Aufgaben lösen muss und dabei stets den unbändigen Wunsch verspürt, wieder zurück zu seiner Lena zu gelangen.
Sehr angenehm finde ich in dieser Buchreihe, dass eben dieser Wunsch, diese Beziehung zwischen Ethan und Lena, nie ins Kitschige oder Übertriebene abrutscht. Die Gefühle zwischen beiden wirken ehrlich und nachvollziehbar - vielleicht ist es eben auch ein Vorteil, wenn die Gesamthandlung aus der Sicht des männlichen Protagonisten erzählt wird, der eben nicht alles durch die rosarote Brille sieht. Hier in die Gefühlswelt von Ethan einzutauchen, alle seine Gedanken, Sehnsüchte und Träume dargeboten zu bekommen, die er speziell in diesem letzten Teil hat, in seiner ausweglosen Situation in der Zwischenwelt - das hat mich beim Lesen sehr beeindruckt.
"Beautiful redemption" als letzter Teil nun fasst lose Fäden auf, verknüpft sie gekonnt miteinander und bringt ein - zumindest für mich - sehr zufriedenstellendes Ende herbei. Auf dem Weg zu diesem Ende begegnen wir noch einmal den vielen liebenswerten Figuren, die die Story als Ganzes so sympathisch und besonders gemacht haben. Wie schon erwähnt ist natürlich Link wieder mit von der Partie, und auch sein ewiger (Alb-) Traum Ridley taucht hier wieder auf, ebenso wie Liv, John, Marian oder natürlich Amma, die hier noch eine ganz besondere Rolle spielen wird.

Fazit:
"Beautiful redemption" ist der höchst gelungene Abschluss einer wunderbaren übernatürlich-romantischen Jugendbuchreihe um Ethan und Lena; zwei, die gern zusammen sein möchten, aber irgendwie nicht so recht können, weil immer wieder neue Hindernisse auftauchen. Dieser vierte und letzte Teil ist für mich eine deutliche Verbesserung zum Vorgänger, der mich etwas enttäuscht hat, und setzt einen schönen runden Punkt unter ein Ende, das einfach passt. Diese Buchreihe wird mir definitiv im Gedächtnis bleiben.


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