Montag, 29. Oktober 2012

"remember" - Roland Jungbluth

Arena Verlag, 2012
14,99 Euro

Handlung:
Sie kommen dich besuchen.
Sie sagen, sie sind deine Eltern.
Sie sagen, sie lieben dich.
Doch du hast diese Leute noch nie zuvor gesehen.

Verängstigt und orientierungslos erwacht Annabel eines Morgens in einer psychiatrischen Anstalt. Sie hat keine Ahnung, wie sie dort hingekommen ist. Und was noch schlimmer ist, sie kann sich nicht mehr an ihre Eltern erinnern. Doch sie ist nicht allein. Michael, Eric und George, drei Jungen aus ihrer Schule, teilen ihr Schicksal. Als sie dem harmlos scheinenden Hinweis einer seltsamen Patientin folgen, zieht es sie immer tiefer hinein in einen Strudel geheimnisvoller Rätsel und verstörender Ereignisse. Plötzlich finden sie sich in einer Welt wieder, die sich gegen sie gewandt hat und in der sie niemanden mehr vertrauen können - nicht einmal sich selbst. Auf der verzweifelten Suche nach Antworten und ihren Erinnerungen wandeln sie bald auf einem schmalen Pfad zwischen Realität und Wahnsinn, zwischen Himmel und Hölle, zwischen Leben und Tod. Und ihre Uhr tickt.
(Quelle: hier)

Meine Meinung:
Nachdem ich in die Leseprobe zu "remember" reinschnuppern konnte, wurde ich unweigerlich neugierig auf dieses Buch. Die Inhaltsangabe liefert schon einen recht guten Überblick, worum es in den ersten Kapiteln geht, gibt jedoch nicht annähernd wieder, was den Leser in "remember" tatsächlich erwartet.
Der Autor Roland Jungbluth schafft hier ein so gekonntes Verwirrspiel, bei dem man als Leser ebenso wie die Hauptfiguren Annabel, Michael, Eric und George überhaupt nicht weiß, was das alles soll, was eigentlich passiert ist und vor allem: wo das noch hinführen mag. Die 4 erwachen eines Tages in einer psychiatrischen Anstalt und sehen sich mit dem Umstand konfrontiert, dass sie sich an die Personen aus ihrem bisherigen Leben nicht erinnern können. Überhaupt, was ist mit ihnen passiert? Sind sie tatsächlich verrückt, geistesgestört, wie man sie glauben machen möchte? Getrieben von dem Wunsch, herauszufinden, was dahinter steckt und wie sie sich selbst helfen können, versuchen sie alles, um der Anstalt zu entkommen und die Wahrheit zu erfahren. Dabei wird ihnen eines schnell klar: irgendjemand hat es auf sie abgesehen und spielt ein perfides Spielchen mit ihnen, das sie mittels einer Art Schnitzeljagd über verschiedene Stationen der Wahrheit näher bringen soll.
Als Leser hat man einen Vorteil: zwischen einzelnen Kapiteln gibt es Auszüge aus einem Interview zwischen zwei Personen, von denen eine scheinbar in die Geschichte der 4 Jugendlichen verwickelt ist. Anfangs ist man durch die kryptischen Interviewschnipsel selbst noch irritiert, aber nach und nach entwickelt sich ein Bild davon, worum es hier wirklich geht. Ich zumindest habe irgendwann eine Ahnung bekommen, die sich am Ende auch als recht richtig erwiesen hat.
Ich hab mich beim Lesen des wirklich sehr spannenden Buches "remember" sehr gut unterhalten gefühlt und es daher auch innerhalb weniger Stunden durchgelesen. Durch die Tatsache, dass man auch als Leser eigentlich nie wirklich schlauer ist als die 4 Jugendlichen und sich in dem Gedanken-Wirrwarr und den merkwürdigen Geschehnissen, die sie begleiten, auch nicht besser zurechtfindet, wird das Lesen dieses gekonnten Debütromans zu einer sehr interessanten und kurzweiligen Lektüre, die ich einfach nur weiterempfehlen kann.

Fazit:
Toll geschrieben, durchweg interessant und spannend, bietet "remember" ein wunderbares Verwirrspiel für den Leser und die Hauptfiguren gleichermaßen. Wirklich lesenswert! 5 Bücherstapel.

Sonntag, 28. Oktober 2012

In my mailbox...

Bin erkältet. Das einzig Gute daran ist, dass ich dadurch nichts anderes mache, als irgendwo rumzuhängen und zu lesen. So habe ich mich gestern den ganzen Tag durch "Beautiful redemption" von Kami Garcia & Margaret Stohl gelesen, den vierten und letzten Teil der Caster Chronicles. Und ich bin hin und weg vom Finale der Geschichte um Lena und Ethan; hat mir wirklich so richtig gut gefallen und ist ein wirklich gutes Ende für die gesamte Geschichte.
Ansonsten hier eine kleine Übersicht der Bücher, die in den letzten 2 Wochen bei mir eingetroffen sind bzw. die ich mitgebracht habe, z.B. von der Frankfurter Buchmesse.
(Folgt den Links auf den Titeln für die Inhaltsangaben.)


"Schattenspieler" von Michael Römling und "Die Verratenen" von Ursula Poznanski habe ich mir von der Buchmesse mitgenommen. "Beautiful redemption" habe ich sehnsüchtig erwartet und dementsprechend auch direkt weggelesen.



Mein Seelenfutter-Päckchen erreichte mich am Dienstag und jetzt habe ich diese 4 Neuankömmlinge bei mir im Regal stehen. Der Grund, warum ich mir diese Bücher bestellt habe, ist eigentlich recht simpel: ich habe von allen 4 auf der Buchmesse in Leseproben bzw. in die Bücher direkt reinlesen können, und war einfach hin und weg, sodass ich die ganzen Bücher lesen wollte. Gerade "Sam und Emily: Kleine Geschichte vom Glück des Zufalls" von Holly Goldberg Sloan hat mich in der Leseprobe so begeistert, ebenso wie "remember" von Roland Jungbluth, dass beide direkt im Warenkorb gelandet sind. Von den anderen beiden, "Hexengesicht" von Heike Schulz und "Geisterzeilen" von Janina Ebert, hatte ich vor der Buchmesse noch gar nichts gehört, aber da beide recht vielversprechend klingen und u.a. bei amazon auch sehr gute Bewertungen bekommen, habe ich hier ebenfalls kurzerhand zugeschlagen. Mal sehen, ob sich die Entscheidung gelohnt hat.

Schließlich habe ich vom Fischer Verlag noch "Der Gefangene des Himmels" von Carlos Ruiz Zafón erhalten, worüber ich mich riesig gefreut habe, auch wenn ich vom Buch selbst nicht so ganz und gar begeistert bin, wie man >hier< nachlesen kann.

Und für den Kindle habe ich beim Deal des Tages zugeschlagen, als es "The girl who circumnavigated Fairyland in a ship of her own making" von Catherynne M. Valente für 0,99 Euro zu kaufen gab; ein Buch, auf das ich vor einer Weile mal gestoßen bin und das schon alleine wegen des Titels irgendwie auffällt.

Freitag, 26. Oktober 2012

"Der Gefangene des Himmels" - Carlos Ruiz Zafón

Fischer Verlag, 2012
22,99 Euro

Handlung:
Nach Der Schatten des Windes und Das Spiel des Engels der neue große Barcelona-Roman von Carlos Ruiz Zafón. - Barcelona, Weihnachten 1957.
Der Buchhändler Daniel Sempere und sein Freund Fermín werden erneut in ein großes Abenteuer hineingezogen. In der Fortführung seiner Welterfolge nimmt Carlos Ruiz Zafón den Leser mit auf eine fesselnde Reise in sein Barcelona. Unheimlich und spannend, mit unglaublicher Sogkraft und viel Humor schildert der Roman die Geschichte von Fermín, der "von den Toten auferstanden ist und den Schlüssel zur Zukunft hat". Fermíns Lebensgeschichte verknüpft die Fäden von Der Schatten des Windes mit denen aus Das Spiel des Engels.
(Quelle: hier)

Meine Meinung:
Mit "Der Gefangene des Himmels" ist der dritte von vier Teilen aus der Barcelona-Reihe von Carlos Ruiz Zafón erschienen. Leider muss ich sagen, dass sich schon während des Lesens dieses 3. Teils leichte Enttäuschung bei mir breitmachte, die sich bis zur letzten Seite nicht verflüchtigen konnte.
So sehr habe ich mich auf ein Wiedersehen mit Daniel Sempere und Fermín gefreut. Die Beschaulichkeit und behagliche kleine Welt dieser beiden - trotz der unruhigen Jahre, in denen die Gesamthandlung spielt -, die die Bücher jedes Mal unweigerlich verströmen, lassen die Bücher von Zafón für mich stets besonders und anders erscheinen. Fermín ist eine der sympathischsten und gleichwohl außergewöhnlichsten Figuren, die mir je in einem Buch begegnet sind. Und bisher habe ich auch immer etwas zum Schmunzeln in seinen farbenfrohen und ausschweifenden Kommentaren zum Weltgeschehen finden können.
Hier jedoch hatte ich öfter das Gefühl, dass die Luft irgendwie raus ist. Der gesamte Mittelteil des Buches handelt von Fermíns Vergangenheit und erklärt, warum er heute die Person ist, die er ist, und wie es dazu kommen konnte, dass sich Daniel und er in so ungewöhnlichen Zuständen kennenlernen konnten. Allerdings fand ich eben diese Darlegung der Vergangenheit kaum mitreißend. Wenn ich an die beiden Vorgänger zurückdenke, dort klebte ich förmlich an den Seiten und war gespannt, was da noch kommen mag. Hier stattdessen las ich mich durch die Kapitel, immer auf der Suche nach etwas ähnlich Besonderem wie die Geschichte um Julian Carax, in die ich so eingetaucht bin, dass ich tagelang nach dem Auslesen von "Der Schatten des Windes" noch gefangen war in diesem Buch. Aber hier passiert wenig dergleichen. Recht nichtssagende Unterhaltungen, Eifersüchteleien bei Daniel, Sinnkrisen bei Fermín - aber spannend ist einfach anders. Obendrein nahmen hier die bemüht pompösen Kommentare und schwülstigen Metaphern, denen sich Fermín und Konsorten zuhauf bedienen, für meinen Geschmack überhand.
Rückblickend nach dem Lesen kommt es mir fast so vor, als würde "Der Gefangene des Himmels" wie eine Brücke zwischen den Einzelgeschichten fungieren, ohne selbst etwas Wesentliches zur Handlung beizutragen. Denn hier werden die Geschichten von David Martín und Daniel Sempere, die Haupfiguren der ersten beiden Teile, miteinander verwoben, und dem Leser wird klar, dass im Hintergrund noch sehr viel mehr Strippen gezogen werden, als man zunächst erahnen konnte. Das lässt hoffen, dass im vierten und letzten Teil zum einen vieles geklärt wird, zum anderen aber vor allem dieses besondere Barcelona-Zafon-Feeling wieder viel mehr zu spüren ist, die ich hier ein wenig vermisse; diese Leichtigkeit in hochtrabenden Sätzen, dieses Mysteriöse, das den Friedhof der Vergessenen Bücher umweht. Denn "Der Gefangene des Himmels" ist in meinen Augen nur ein Lückenfüller.

Fazit:
Ich bin leider ein wenig enttäuscht, da dieser Band schon vor Erscheinen viel versprach, aber zumindest für mich diese Erwartungen nicht gehalten werden konnten. "Der Gefangene des Himmels" kann den Spannungsbogen und die Atmosphäre, die die beiden Vorgänger noch gut verströmen könnten, weniger halten und erschien mir wie ein Lückenfüller, der alle (meine) Hoffnungen auf den vierten und letzten Band dieser Tetralogie lenkt. 4 von 6 Bücherstapel.


Ein herzliches Dankeschön an den Fischer Verlag für das Rezensionsexemplar!

Mittwoch, 24. Oktober 2012

"White Horse" - Alex Adams

Piper Verlag, 2012
16,99 Euro

Handlung:
Die junge Zoe entdeckt in ihrer Wohnung ein merkwürdiges Glasgefäß, dessen Herkunft sie sich nicht erklären kann. Es enthält ein furchtbares Geheimnis. Denn als Zoe den Behälter öffnet, breitet sich eine geheimnisvolle Seuche aus, »White Horse«. Unzählige Menschen sterben, das Ende aller Zeiten scheint gekommen. Zoe verliert nicht nur ihre Familie, sondern auch ihren geliebten Nick, der verschwunden ist. Und sie stellt fest, dass sie von ihm schwanger ist. Auf sich allein gestellt, zählen für Zoe bald nur noch zwei Dinge – wird sie Nick wiederfinden, um das Geheimnis von »White Horse« zu lüften? Und wie kann sie ihr ungeborenes Kind in einer Welt beschützen, die dem Tod geweiht ist?
(Quelle: hier)


Meine Meinung:

"Hoffnung ist ein Wort, das in veralteten Lexika zwischen hoffen und hoffnungslos vor sich hin schimmelt." (S. 318)

Neugierig geworden durch die Inhaltsangabe und die Tatsache, dass dieses Buch gerade irgendwie überall zu finden und in aller Munde ist, wurde "White Horse" auch zu meinem Lesestoff der letzten Tage. Jetzt, nach dem Auslesen, bin ich jedoch recht unentschlossen, wie ich die Geschichte für mich bewerten soll.
Dystopien sind ja momentan an jeder Ecke zu finden, und so erschafft auch Alex Adams eine Welt, die am Untergehen ist - und sogar noch mehr. Die sprichwörtliche Büchse der Pandora wird geöffnet und bringt Leid, Elend und vor allem Tod über die Welt. Das mit dem malerischen und so harmlos klingenden Begriff "Weißes Pferd" betitelte Grauen löscht fast die gesamte Erdbevölkerung aus, die wenigen Übriggebliebenen kämpfen ums Überleben - die Erde ist schlicht gesagt dem Untergang geweiht, und hält sich, so macht es hier oft den Anschein, nur noch durch den überlebenden Abschaum der Menschheit aufrecht.
In diesem durchweg beklemmenden Szenario, das von Autorin Adams in den trübsten, hoffnungslosesten und grauesten aller Graustufen geschildert wird, schlägt sich Hauptdarstellerin Zoe durch die Überreste der Welt, auf der Suche nach dem Vater ihres ungeborenen Kindes. So trost- und aussichtslos das ganze Unterfangen eigentlich von Anfang an wirkt, so spannend wirken Zoes Versuche, voran zu kommen, dennoch. Die Erzählperspektive, die zwischen den Geschehnissen heute und der Vorgeschichte, wie alles passierte, hin und her wechselt, tut sein Übriges, damit man als Leser Seite für Seite umschlägt und sich zunehmend fragt, wie das alles noch enden soll.
Sehr beeindruckt war ich von der Fähigkeit der Autorin, manchen Schrecken und manches Grauen in ganz einfache und fast harmlos wirkende Sätze zu verpacken und in eine entwaffnende Ehrlichkeit zu hüllen. Genau dieser Schreibstil wiederum hat mich an mancher Stelle auch unglaublich genervt. Denn dieses Stakkato an gewollt kurz gehaltenen und abgehackten Sätzen ging mir irgendwann fast "auf den Keks". Ebenso bruchstückchenhaft erfolgt Zoes Beschreibung. Einerseits mutig und beherrscht, macht sie den Eindruck einer starken Frau, die kämpfen will und kämpfen wird, aller Hoffnungslosigkeit zum Trotz. Gleichzeitig machte sie auf mich stets einen genervten und völlig unnahbaren Eindruck, eine Persönlichkeit, deren Inneres man hier nicht zu greifen bekommt. Sie ist Putzfrau, weil sie etwas mit ihren Händen machen möchte; diese Erklärung fand ich bestenfalls schwammig und einfach nicht passend für ihre Charakterisierung. Ihre Beziehungen zur Außenwelt kamen mir durch die Bank weg merkwürdig vor, ob nun zu ihrer Schwester, ihren Eltern, ihrem Nachbarsjungen. Hier und da wird angedeutet, dass Zoes Vergangenheit Aspekte enthält, die sie lieber nicht öffentlich machen will und von denen niemand erfahren soll - und tatsächlich erfährt man dann eben auch als Leser bis zum Schluss nicht davon. Zoe war für mich also eher schwer zu greifen und das fand ich in diesem Buch, in dem man froh ist über einen Strohhalm, an den man sich in diesen Wirren festhalten kann, ziemlich schade.
Während des Lesens habe ich mich auch ständig gefragt, wie diese Geschichte wohl enden wird, was letztlich passiert, damit man sagen kann, hier ist die Geschichte abgeschlossen. Sterben alle? Wird die Erde neu bevölkert? Kommen irgendwelche Aliens? Das Ende, das die Autorin Adams für ihr Buch ausgewählt hat, hat mich einerseits gar nicht überrascht, andererseits etwas unzufrieden zurückgelassen. Ich würde nicht sagen, dass es vorhersehbar ist - das ist in diesem Buch eher wenig -, aber ich hätte mir am Ende wohl einen kleinen Knall gewünscht, irgendetwas Aufrüttelndes, das man erstmal sacken lassen muss. Und das gab es nicht. Und so bleibt bei mir jetzt die Frage, was mir "White Horse" letztlich vermitteln soll.

Fazit:
"White Horse" ist vieles: morbides Endzeit-Szenario, spannendes Abenteuer, die nüchterne Beschreibung vom Ende aller Zeiten. Die Art, wie Zoes Suche beschrieben und erzählt wurde, fand ich interessant anders und dadurch auf stets hohem Niveau spannend. Allerdings nehme ich aus diesem Buch nicht viel mit, abgesehen von einigen Stunden guter Lektüre. Lesenswert ist es allemal, auch wenn ich nach dem ganzen Werbetrommel-Gerühre vielleicht einen Tick Zuviel erwartet habe. Gute 4 von 6 Bücherstapel.


Dienstag, 23. Oktober 2012

Seelenfutter

Wenn man nach einem so richtig miesen Tag nach Hause kommt, ist das wohl einer der schönsten Anblicke, der einen erwarten kann:












Was für buchige Schätze drin waren, gibt es am Wochenende in einem "In my mailbox" - Post nachzulesen.

Freitag, 19. Oktober 2012

Besuch in Frankfurt (Main) ... oder: Puhhh, war das voll!!

Tjaha, ein wenig spät, ich weiß, aber ich bin einfach nicht eher dazu gekommen, etwas zu schreiben.
Die Frankfurter Buchmesse ist jetzt schon wieder ein paar Tage vorbei und mein spontaner 2-tägiger Aufenthalt in Frankfurt (Main) damit auch. Um es gleich mal kurz und knapp vorneweg zu nehmen: ich habe nichts von dem geschafft, was ich machen wollte. Ich wollte beispielsweise zur Lesung von Ursula Poznanski, oder zu der von Isabel Abedi, oder auch zu der von Marie Lu, und auch diverse Signierstunden hätte ich durchaus besucht - wenn die Zeit nicht so schnell weggewesen wäre.
Natürlich fing es mit der Deutschen Bahn, die ihrem Ruf zur (Un)-Pünktlichkeit alle Ehre machte und ich erst mit über 1 Stunde Verspätung in Frankfurt ankam. Mein Hotel lag glücklicherweise sozusagen direkt neben der Messe, daher war´s von dort kein weiter Weg. Als ich trotzdem nun erst zur Mittagszeit in (auf?) der Messe aufschlagen konnte, gab es dort bereits vor lauter Menschen fast keine Bücher mehr zu sehen. War das voll!!! Menschen und Taschen und Jacken, wohin man blickte. Besonders mag ich in solchen Menschenansammlungen ja dann immer noch Personen, die einen Koffer oder Trolley hinter sich herschieben und dabei eine ungeheure Geduld beweisen, die alle anderen um sie herum nicht haben. Ebenso Mütter mit kleinen Kindern und Kinderwagen (die Mütter mögen mir das jetzt verzeihen), das muss doch echt nicht sein, wenn´s ohnehin schon so voll ist.

Nun ja, kaum angekommen, meldete sich jedenfalls mein Sammlerinstinkt zu Wort und führte dazu, dass ich ordentlich Leseproben, Flyer, Verlagsvorschauen und Kataloge einsammelte - einfach erstmal querbeet. Für mich ist das auch immer ein Highlight einer Buchmesse, wenn ich mir später in Ruhe den ganzen Krimskrams angucken kann. Mein Stapel an durchzusehenden Materialien war dementsprechend auch diesmal wieder recht hoch.
Aber genau dadurch habe ich schon diverse neue Bücher aufgetan, die in den nächsten Wochen und Monaten erscheinen und die schon jetzt einen Platz auf meiner Wunschliste sicher haben. Selbstverständlich konnte ich auch von der Buchmesse nicht ohne Buch verschwinden, und so landeten "Die Verratenen" von Ursula Poznanski ebenso wie "Schattenspieler" von Michael Römling in einer der vielen Tüten. Letzteres gab es übrigens mit einem Augenzwinkern zum Schnäppchen-Buchmesse-Preis von einer netten Coppenrath-Verlag-Mitarbeiterin. Vielen vielen Dank dafür! Sehr gern hätte ich mir auch noch das neue "Flammen über Arcadion" von Bernd Perplies gekauft und signieren lassen, musste mir dann aber sehr enttäuscht von einer Egmont-Verkäuferin sagen lassen, dass bereits alle Bücher verkauft wurden und keine mehr zum Signieren da sind. Hmpf. Danke. Und das schon 2 Stunden, bevor die Signierstunde überhaupt losgeht. Das war dann wohl nix. Blieb es also beim Foto.


Bernd Perplies

Tim Mälzer beim Signieren

Das nehme ich mir zu Herzen. Hab ich mir auch gleich als Postkarte gekauft.

Der Blick aus dem Hotelfenster. Schön ist anders, oder?
Fleißige Leser dieses Blogs werden wissen, dass ich ebenso angekündigt hatte, am Montag nach der Büchermesse noch zu einem Konzert nach Offenbach gehen wollte, was ich natürlich auch getan habe. KEANE waren da, und die Menge war begeistert. Aber auch schon die Vorband "Leslie Clio" (oder eher Sängerin mit dazugehörigen Musikern??) hat mir richtig gut gefallen. Mein Stehplatz war leider nicht so sehr berauschend und hat dazu geführt, dass ich Neumitglied und Bassist Jesse nicht ein einziges Mal gesehen habe, weil er so versteckt hinter einer Ecke stand (also zumindest von mir aus), aber die Musik - wie immer eine schöne Mischung aus alten und neuen Songs, und ich habe mich unendlich gefreut, endlich wieder "The lovers are losing", eines meiner persönlichen Highlights von Keane, live auf der Bühne zu sehen und zu hören - hat es wieder wettgemacht. Zumindest so ein bißchen. Und die Tatsache, dass ich sie bald wieder sehe, nämlich im November in Berlin und in Hamburg.


Freitag, 12. Oktober 2012

"The Homelanders - Auf der Flucht" - Andrew Klavan

Thienemann Verlag, 2012
12,95 Euro

Reihe:
The Homelanders - Stunde Null
The Homelanders - Auf der Flucht
The Homelanders - Tödliche Wahrheit (Erscheinungsdatum ???)

Handlung:
"Ich würde diesen Kampf verlieren. Ich wusste es. Es war nur eine Frage der Zeit."
Charlie West kennt nur ein Ziel: Er muss seine Unschuld beweisen! Aber wie? Ein Weg führt zurück nach Spring Hill, an den Schauplatz des Mordes. Gejagt von Killern und gehetzt von der Polizei, schlägt Charlie sich bis dorthin durch. Und findet immer neue Hinweise, die ihn an sich selbst zweifeln lassen. Er hatte tatsächlich Kontakt zu den Homelanders. Außerdem hat man ihn am Tatort gesehen. Ist er wirklich so unschuldig, wie er glaubt?
(Quelle: hier)

Meine Meinung:
***Dies ist Teil 2 einer Reihe, man sollte den Vorgänger also am besten schon gelesen haben!***

Diese Serie fängt an, mir zu gefallen. Während ich vom ersten Teil "Stunde Null" ja schon angetan war, weil die Geschehnisse wirklich spannend und irgendwie auch gut konstruiert waren, steht dieser zweite Teil dem Vorgänger in nichts nach.
Alex ist mittlerweile wieder in seinen Heimatort Spring Hills zurückgekehrt, um dort nach Hinweisen für seine vermeintlichen Taten zu suchen und vor allem um seine Unschuld zu beweisen. Denn auch wenn er sich nicht an die Geschehnisse erinnern kann, die dazu führten, dass er verurteilt wurde, so ist er dennoch davon überzeugt, ein guter Mensch und nicht in der Lage zu sein, jemanden umzubringen. Stets auf der Flucht vor Polizei und den Homelanders, versteckt er sich und bekommt unerwartete Hilfe von alten Freunden, mit deren Unterstützung er tatsächlich ein wenig Licht in die ganze verworrene Sache bringen kann.
Spannend hat es angefangen, spannend geht es weiter. Auch hier bedient sich Autor Klavan wieder einiger Rückblicke in längst vergangene Zeiten, als bei Alex noch alles in Ordnung war; und genau diese Mischung aus aktueller Handlung und den Rückblicken gefällt mir sehr gut. Recht gewöhnungsbedürftig finde ich nach wie vor Alex´ Patriotismus und seine Überzeugungen, dass Amerika ein so wunderbares Land der unbegrenzten Möglichkeiten ist. Diese Leier ist im ersten Teil schon permanent aufgefallen, auch hier kommt sie nicht zu kurz. Aber gut, so ist Alex nun mal, und wenn man es einfach so hinnimmt, bietet "Auf der Flucht" durchweg gute und kurzweilige Unterhaltung, die die gelegten Fäden clever weiter verknüpft und auf eine aufschlussreiche Fortsetzung im 3. Band hoffen lässt.

Fazit:
Wem Teil 1 gefallen hat, sollte definitiv dranbleiben. 5 von 6 Bücherstapel.
 

Donnerstag, 11. Oktober 2012

Aber... das war doch MEIN Satz!?

Ich würde wirklich nicht behaupten, dass meine Rezensionen, oder das, was ich hier zu einem Buch schreibe, übermäßig gut oder interessant ist, oder auch dass zig Leute davon profitieren könnten. Nö, das denke ich nicht, und den Anspruch stelle ich auch gar nicht. Ich schreibe halt das, was mir durch den Kopf geht und mir einfällt, wenn ich an das Buch denke; und schreibe nicht das, wovon ich denke, dass es gut ankommt oder dass es irgendwem gefallen könnte oder ich mir so mehr Leser ranziehe. Daher sind meine Rezensionen vor allem eins: subjektiv. Das ist meins, was ich da schreibe, meine Gedanken und meine Auseinandersetzungen mit einem Buch. Wem das gefällt, der schaut hier halt vorbei und liest es, und ansonsten lässt er es bleiben.
Was also tun, wenn ich plötzlich feststelle, dass mir Sätze geklaut wurden? Ganze Sätze aus einer (??) meiner Rezensionen habe ich durch Zufall an anderer Stelle (= einem anderen Blog) zum gleichen Buch wieder gefunden, und zwar erst NACHDEM meine Rezension erschienen war. Wort für Wort gleich, absolut nichts wurde geändert, nicht mal ein einziges kleines Wort, sondern einfach so übernommen. Ich hab nicht schlecht geguckt. Klar können mehrere Leser die gleichen Gedanken zu einem Buch haben, aber seien wir mal ehrlich: wie groß ist die Wahrscheinlichkeit, dass die dann auch haargenau denselben Satz verzapfen, der zudem nicht mal ganz kurz war?!
Ich habe das jetzt bei dieser einen Rezension bemerkt und nicht weiter geguckt, zugegeben. Insofern kann ich nicht sagen, ob das was einmaliges war. Aber selbst dann finde ich es daneben. So dreist zu klauen und sich nicht mal die Mühe zu machen, das wenigstens zu vertuschen und zu versuchen, doch noch ne eigene Idee draus zu basteln, damit das nicht so OFFENSICHTLICH ist - das ist echt frech. Hier also nur mal die Anmerkung an besagte Person: ich habe es durchaus mitbekommen. 

Mittwoch, 10. Oktober 2012

"Schrödinger, Dr. Linda und eine Leiche im Kühlhaus" - Jan de Leeuw

Carlsen Verlag, 2012
5,95 Euro

Handlung:
Was tut man, wenn man eines Morgens die Mutter tot im Schlafzimmer findet, der Vater nicht greifbar ist und die geliebte kleine Schwester sich schon unbändig auf ihren Geburtstag freut? Jonas versucht zu retten, was noch zu retten ist, befördert seine Mutter kurzerhand ins Kühlhaus und behauptet, sie sei verreist. Nur leider traut die überaus neugierige Nachbarin der Sache nicht so ganz. Und als Jonas auch noch den Job seiner Mutter als Kummerkastentante Dr. Linda übernimmt, droht das Lügengebäude endgültig einzustürzen. Denn seine seltsamen Ratschläge zum Thema Liebe rufen Heleen auf den Plan, die sich gerne persönlich bei Dr. Linda beschweren möchte - mit ungeahnten Folgen!
(Quelle: hier)

Meine Meinung:

"Ich liebe die Menscheit. Nur die Menschen liebe ich weniger." (S. 93)

Ich schwanke bei der Einschätzung dieses Buches völlig hin und her. Einerseits denke ich mir, dass "Schrödinger, Dr. Linda und eine Leiche im Kühlhaus" zwar eine Perle inmitten der Jugendliteratur ist, weil es schwierige Themen anspricht und einfach... ja, anders ist. Es beinhaltet neben einigen schrulligen und gleichwohl liebenswerten Charakteren nämlich vor allem auch seine kleinen Wahrheiten über angeknackste Familien. Genau diese Wahrheiten, diese ernsten Themen also, wurden für meinen Geschmack jedoch viel zu oberflächlich behandelt. Die Tatsache, dass die Mutter Selbstmord begeht, der Vater wegen psychotischer Krisen schon seit einer Weile in einer Klinik ist und hier zerrüttete Familienverhältnisse par excellence zelebriert werden - das ist nicht wirklich Stoff für ein lustiges unterhaltsames Jugendbuch. Jan de Leeuw, der selbst Psychologe ist, hat es zwar geschafft, die Probleme in Jonas´ Familie auf den Tisch zu bringen, aber in einer Art, die ich an mancher Stelle nicht ganz angebracht fand und die in meinen Augen zu wenig beleuchtet wurden. Jonas Familie ist völlig kaputt. Das wird einem beim Lesen nach und nach klar. Man schwankt dank de Leeuws ungezwungener und teils humorvoller Art zu erzählen zwar stets zwischen Lachen und Weinen und weiß nicht so recht, ob man das ganze Szenario nicht doch eher einfach amüsant finden soll. Aber eigentlich ist das, was hier passiert, eher unendlich traurig. Denn was sich hier für schwerwiegende soziale und kommunikative Probleme zusammenfinden, Schuldgefühle, Reue und Rache, das nimmt man diesem unscheinbaren Büchlein mit nicht mal 160 Seiten zunächst gar nicht ab. Erst mit dem Lesen merkt man, dass man mit Jonas mitleidet, die Last auf seinen Schultern quasi ebenso spürt, und ihn aber trotzdem am liebsten schütteln möchte, rufen möchte "Wach doch mal auf!" und sich die ganze Zeit fragt, warum zum Geier er das alles tut, was er tut. Warum er diese Farce aufrecht erhält, den Leuten nicht einfach sagt, was passiert ist und sich Hilfe holt.
Und dann ist das Buch plötzlich vorbei, man findet die Geschichte eigentlich ganz wunderbar und kurios, und dennoch fragt man sich, was der Autor damit bezwecken wollte.
 
"Die Welt liegt hier", ihr Arm machte einen Schwenk über die Terrasse, "und ich reiche nicht an sie heran. Sie ist ein einziges großes Fest und ich kann zwar meine Nase von außen gegen die Fensterscheibe drücken und die lachenden und tanzenden Leute beobachten, aber ich selbst habe keinen Zutritt. " (S. 93)
 
Fazit:
Wie schon gesagt: hin - und hergerissen. Die Geschichte von Jonas, der nach außen hin gute Miene zum traurigen Spiel macht, hat mich einerseits berührt und gewissermaßen auch unterhalten. Gleichzeitig möchte ich jetzt am liebsten den Kopf schütteln, denn es bleibt zu befürchten, dass es leider irgendwo auf der Welt garantiert einen echten Jonas gibt, der sich mit solchen Problemen konfrontiert sieht und genau das durchlebt, was hier beschrieben wird. 4 von 6 Bücherstapel.
 

Sonntag, 7. Oktober 2012

In my mailbox...

Fotoapparat ist weg. Irgendwo verschütt gegangen und ich hab keine Lust zu suchen, daher heute mal wieder die herkömmliche Art mit vorgefertigten Bildern. Sind zum Glück auch "nur" 2 Bücher in dieser Woche neu dazu gekommen, da geht das.

Andrew Klavan "The Homelanders - Auf der Flucht"
Ich würde diesen Kampf verlieren. Ich wusste es. Es war nur eine Frage der Zeit. Charlie West kennt nur ein Ziel: Er muss seine Unschuld beweisen! Aber wie? Ein Weg führt zurück nach Spring Hill, an den Schauplatz des Mordes. Gejagt von Killern und gehetzt von der Polizei, schlägt Charlie sich bis dorthin durch. Und findet immer neue Hinweise, die ihn an sich selbst zweifeln lassen. Er hatte tatsächlich Kontakt zu den Homelanders. Außerdem hat man ihn am Tatort gesehen. Ist er wirklich so unschuldig, wie er glaubt?

-> Band 2 der Reihe um Charlie West, den ersten Teil habe ich erst vor kurzem gelesen und war jetzt doch sehr gespannt, wie es weitergeht. Hab es daher auch schon fast wieder ausgelesen.

Alex Adams "White Horse"
Die junge Zoe entdeckt in ihrer Wohnung ein merkwürdiges Glasgefäß, dessen Herkunft sie sich nicht erklären kann. Es enthält ein furchtbares Geheimnis. Denn als Zoe den Behälter öffnet, breitet sich eine geheimnisvolle Seuche aus, »White Horse«. Unzählige Menschen sterben, das Ende aller Zeiten scheint gekommen. Zoe verliert nicht nur ihre Familie, sondern auch ihren geliebten Nick, der verschwunden ist. Und sie stellt fest, dass sie von ihm schwanger ist. Auf sich allein gestellt, zählen für Zoe bald nur noch zwei Dinge – wird sie Nick wiederfinden, um das Geheimnis von »White Horse« zu lüften? Und wie kann sie ihr ungeborenes Kind in einer Welt beschützen, die dem Tod geweiht ist?

-> Ich habe das Gefühl, egal wo ich hingucke, egal auf welchen Blog ich schaue - irgendwie ist dieses Buch gerade in aller Munde. Und da es ja in der Tat äußerst interessant klingt, will ich es auch lesen.

(Inhaltsangaben von amazon.de)

Samstag, 6. Oktober 2012

"Und dann küsste er mich" - Miranda Dickinson

Heyne Verlag, 2012
8,99 Euro

Handlung:
Als Sängerin einer Hochzeitsband hat Romily einige Happy Ends beobachtet, sie selbst wartet jedoch noch auf ihres. In den Minuten, nachdem sie ihrem besten Freund Charlie ihre Liebe gestanden hat (nie eine gute Idee!), hat sie eine chaotische Begegnung mit einem Fremden, der sie einfach so küsst und dann verschwindet. Nach diesem unglaublichen Kuss ist nichts mehr, wie es war. Aber existiert die Liebe auf den ersten Kuss nicht nur im Film? Sie gibt sich ein Jahr, den mysteriösen Küsser zu finden.
(Quelle: hier)

Meine Meinung:
Eigentlich hatte ich mich auf die Geschichte "Und dann küsste er mich" ziemlich gefreut. Aber jetzt nach dem Lesen kann ich nur feststellen, dass sich hinter Romilys Suche nach Mr. X ein ziemlich zähes und langwieriges Lesen verbirgt.
Alles fängt sehr nett und richtig gemütlich an. Mitten auf dem Weihnachtsmarkt in Birmingham wird Romily von einem Unbekannten geküsst und dann stehen gelassen. Da sie recht deprimierter Stimmung ist, beschließt sie, diese Situation nicht einfach hinzunehmen, sondern sich 1 Jahr Zeit zu geben, um den unbekannten Küsser zu finden. Fortan macht sie sich mehr oder weniger aktiv auf die Suche, startet einen "Wo finde ich dich?"- Blog, erhält Unterstützung von Freunden und Bekannten und denkt viel an Mr. X.
Was hier eine kurzweilige, unterhaltsame und vielleicht auch humorvolle Geschichte ganz im Sinne einer leichten Liebesstory hätte werden können, ist vielmehr die langweilige Darstellung eines Jahres in Romilys Leben. Denn die Suche, auf die sie sich begibt, ist schlicht und einfach trotz des einen oder anderen Highlights, das ihr Hoffnungsschimmer beschert, ereignislos und vor allem wenig von Erfolg gekrönt. So begleitet man Romily bei ihrem Job, den Auftritten ihrer Hochzeitsband, ihren Blogeinträgen, ihren Hoffnungen und Gedanken. Und trotzdem... passiert die ganze Zeit nicht viel. Es will sich nicht so recht Spannung einstellen, oder gar ein Gefühl, dass man als Leser mit Romily mitfiebern würde; ihr vielleicht sogar insgeheim die Daumen drücken würde, dass sie IHN noch findet. Vielmehr fragte ich mich irgendwann, was dieses ganze Zerpflücken der Band-Auftritte und der Beziehungsproblemchen ihrer Freunde im Roman eigentlich soll, wenn es für Romilys Suche so gar nichts beisteuern kann. Und so vergeht Monat für Monat, und nichts hat sich geändert.
Schlimmer noch; je mehr Zeit ins Land geht, umso undurchsichtiger wird Romilys eigentliche Motivation für die Suche. Sie spricht zwar stets davon, dass sie sich dieses 1 Jahr gegeben hat und bis dahin den Mann gefunden haben will - aber de facto macht sie kaum aktiv etwas, um diesem Ziel wirklich näher zu kommen. Vielmehr sind es andere Personen, die ihr Hinweise verschaffen oder Spuren finden. Ihr Antrieb für die Suche wurde für mich zunehmend unverständlich. Denn einerseits versucht sie sich Mut und Zuversicht zuzusprechen, um an ihrer Suche nach dem Unbekannten dranzubleiben, selbst nach all den Monaten; andererseits wird sie wankelmütig und immer unsicherer, ob sie ihre Gefühle für Charlie nicht doch unterschätzt. Ein Gefühlswirrwarr, bei dem sie selbst nicht durchblickt; und der Leser irgendwann auch nicht mehr.
Mich jedenfalls hat das letztlich doch vorhersehbare Ende nicht beeindrucken können, und ich bleibe mit dem Eindruck zurück, dass man aus der ganzen Idee irgendwie etwas mehr hätte machen können. Kurzweiliger, unterhaltsamer, überraschender.

Fazit:
Ein recht langwieriger Abriss von 1 Jahr im Leben von Romily, die versucht, einen Mr. Unbekannt zu finden, ohne viel dafür zu tun. Ich hab mehr erwartet und mir erhofft, was "Und dann küsste er mich" leider nicht halten konnte. 3 von 6 Bücherstapel.

Freitag, 5. Oktober 2012

Freitagsgedanken

So ihr Lieben, heute ist World Smile Day! Dieser wird immer am ersten Freitag im Oktober gefeiert und ich hoffe, ihr verbringt den heutigen Tag ganz nach diesem Motto...
 
 
 
Bei mir gibt´s dementsprechend auch schon Grund zum smilen.
1.) Ich fahre zur Buchmesse nach Frankfurt, yippijayeah! Zum ersten Mal stürze ich mich in Frankfurt in die Massen, bisher habe ich ja immer nur der Messe in Leipzig einen Besuch abgestattet. Bin zwar nur an 1 Tag in Frankfurt, nämlich am Sonntag - aber immerhin! Ich muss nun nur erstmal schauen, was am Sonntag los ist und was ich mir unbedingt anschauen/ anhören sollte. Irgendwelche Vorschläge oder Tipps?
2.) Damit ist dieser spontane Trip aber noch nicht beendet, nein! Er wird sogar eigentlich noch viel besser, weil am 15.10. (mithin 1 Tag nach der Buchmesse) in Offenbach (was ja nur einen Hüpfer von Frankfurt entfernt ist) meine Lieblingsband Keane aufschlägt und ein Konzert gibt. Hach! Zwei Fliegen mit einer Klappe geschlagen, würde ich mal sagen; und so fange ich jetzt an, die Tage runter zu zählen. Ähm... Noch 10...
3.) Überhaupt scheint die übernächste Woche ganz im Sinne musikalischer Highlights zu stehen. Denn während sich der Keane-Trip nach Offenbach recht spontan entwickelte, stehen 2 andere Konzerte schon sehr viel länger fest: Maximo Park lassen sich ebenfalls in Deutschland blicken und beehren uns mit ihrer Anwesenheit. Eine Freundin und ich sind sowohl in Berlin als auch in Leipzig mit dabei, und ich freu mir jetzt schon einen Keks!!
Passend dazu gebe ich euch noch die aktuelle Single von Maximo Park mit auf den Weg. Der Song heißt "The Undercurrents" und ist eines der schönsten Lieder, die ich je gehört habe. Nicht nur von Maximo Park, sondern überhaupt. Ich hab es seit Erscheinen ihres letzten Albums, "The National Health", schon diverse Male auf Dauerschleife gehört und drücke jedes Mal panisch auf "lauter lauter lauter", wenn es auf meinem ipod erscheint.
(Das Video haben sie übrigens in einer Straßenbahn in Berlin gedreht. Ich weiß nicht, das ist irgendwie auch so ne Aktion, die wohl nur Maximo Park bringen können.)



Zum Thema Literatur gibt es bei mir gar nicht viel neues. Ich habe endlich "Und dann küsste er mich" ausgelesen, das ich schon diverse Wochen mit mir rumgeschleppt habe. Bin aber leider recht enttäuscht davon und muss erstmal überlegen, was ich dazu schreiben könnte.
Euch ein schönes Wochenende!
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